Haare, dicht wie eine Löwenmähne

heshouwuFast jeder Mensch leidet irgendwann unter Haarausfall. Mangelhafte Ernährung, hormonelle Umstellung, psychische Belastungen – die Gründe für Haarausfall sind wissenschaftlich noch nicht genau erforscht. Fakt ist, dass viele Menschen im Frühling häufig unter verstärktem Haarausfall leiden. Damit das „Haare lassen“ nicht zu schlimm wird, sollte man jetzt schon beginnen, die Haare mit natürlichen Heilmitteln wie Kräutern zu verwöhnen.

Haargeschichten

Unseren Vorfahren dienten die Haare primär zur Temperaturregulation und zum Schutz vor Sonneneinstrahlung. Vermutlich war aber schon ihnen bewusst, dass Haare ein Symbol für Lebenskraft und Vitalität sind. Haarausfall und Rezepte dagegen sind daher uralt. Im Papyrus Ebers ca. ( 2000 v. Ch.), dem größten Buch der Heilkunst im alten Ägypten, finden sich Anleitungen, wie man die Haarpracht pflegen kann und die Ägypter, Meister der Frisierkunst gaben ihren Toten Kämme und Scheren mit auf die Reise ins Jenseits. Wie sehr eine mächtige Haarpracht konkret mit Kraft und Macht zu tun hat, zeigt uns die Geschichte von Samson und Delilah. Auch die griechischen Götter wurden meist mit langen Haaren dargestellt, denn ihnen wurden magische Kräfte zugeschrieben. Keltische Krieger setzten in der Schlacht auf ihre Kampffrisuren, bei denen die Haare mit Lehm zu eindrucksvollen Gebilden geformt waren.

Haare und Individualität

Die Hippiezeit mit ihren Legenden und dem Musical „Hair“ demonstrierte anschaulich die Beziehung zwischen Haarpracht und Freiheitsanspruch. Sklaven wurden zu allen Zeiten kurz geschoren, aber auch Soldaten oder Zen- Mönche. Gehorsam steht an erster Stelle und da waren Locken Symbol für die Lockungen des Lebens, für die symbolisierte äußere Freiheit. Auch Leibeigenen wurde diese Freiheit verwehrt, sie waren die „Gescherten“. In China wurde mit den sprichwörtlichen Zöpfen eine überholte Gesellschaftsordnung abgeschnitten. Haartracht und Frisuren spiegeln also Geisteshaltungen wider. Jugendliche, ganz besonders Punker zeigen extravagante Haartrachten, den Gesellschaftsnormen verpflichtete Menschen tendieren zu Einheitsfrisuren. Die kahl rasierten Männerköpfe à la Bruce Willis signalisieren sicher nicht Unterwerfung, eher Exklusivität und vielleicht signalisieren sie besondere Männlichkeit, ist doch der hormonell- bedingte Haarausfall bei Männern auf einen hohen Testosteronspiegel zurückzuführen. .

Die Haare

Unsere Haare sind- medizinisch gesehen- nichts weiter als fadenförmige Anhangsgebilde der Haut, die aus Horn bestehen. Jedes einzelne Haar besteht aus einem Haarschaft, Haarwurzel, Talgdrüse und Haarbalgmuskel. In der Haarwurzel befinden sich die Pigmentzellen, die die Haarfarbe bestimmen und die ernährenden Blutgefäße. Von den mehreren Millionen Haaren, die ein Mensch hat, wachsen ca. 100 000 auf dem Kopf. Auf 1 cm2 Kopfhaut wachsen im Durchschnitt 120 Haare. Jedes Kopfhaar wächst innerhalb 2-4 Tagen etwa 1 mm und lebt im Durchschnitt 6 Jahre. Nach dieser Zeit löst sich die Haarwurzel von den umgebenden Zellen, der Haarpapille, fällt aus und macht dem neuen Haar Platz. Ein Verlust von 60 – 100 Haaren pro Tag ist völlig normal.

Haarausfall

Ein simpler Test gibt Aufschluss, ob Sie tatsächlich unter Haarausfall leiden:

  • Einen Tag vor dem Test Haare waschen
  • Vor dem Test im Abfluss ein Sieb einsetzen, dann wieder Haare waschen
  • Danach die im Sieb befindlichen Haare zählen
  • Wurden bei der Haarwäsche mehr als 100 Haare verloren, kann es sich um beginnenden Haarausfall handeln.

Ursachen für Haarausfall gibt es viele:

  • Hormonell- erblicher Haarausfall (androgenetische Alopezie): Tritt sowohl bei Männern als auch bei Frauen auf, ist erblich bedingt und basiert auf einer Empfindlichkeit der Haarwurzel gegenüber Androgenen (männlichen Sexualhormonen). Diese fördern das Wachstum der Körperhaare, während das Wachstum der Kopfhaare gehemmt wird. Östrogene und andere weibliche Sexualhormone haben den umgekehrten Effekt- das Wachstum der Kopfhaare wird gefördert. Bei Männern ist der erblich bedingte Haarausfall eine Überempfindlichkeit der Haarfollikel auf Dihydrotestosteron, der biologisch aktivsten Form des Testosterons. Bei Männern beginnt es meist mit den „Ehestandsecken“, in fortgeschrittenem Zustand lichtet sich das Haar am Hinterkopf (Tonsur) und übrig bleibt vielleicht ein hufeisenartiges Haarband. Bei Frauen kann es vor allem im Wechsel zu einem hormonellen Ungleichgewicht und damit einem Überwiegen androgener Hormone und dadurch bedingten Haarausfall kommen. Beginnend vom Scheitel, wo schön langsam die Kopfhaut durchschimmert, entwickelt sich der Haarausfall am gesamten Kopf.
  • Kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata). Der kreisrunde Haarausfall ist die häufigste entzündliche Haarausfallerkrankung und kommt häufig bei Allergikern, Diabetikern und Schilddrüsenpatienten vor. Daneben beobachtet man auch eine familiäre Häufung. Es bilden sich ohne ersichtlichen Grund scharf begrenzte Kahlstellen am Kopf, die manchmal wieder von selber nachwachsen, oft aber   bleiben. Die konkrete Ursache ist aber noch nicht bekannt.
  • Diffuser Haarausfall: Als Ursachen könnten in Frage kommen Stress, seelische Traumen, schwere

Erkrankungen (z.B. Psoriasis), Infektionen, Fehlernährung, hormonelle Schwankungen (z. B. Schwangerschaft), Einfluss von Hormonpräparaten und   überhaupt bestimmten Medikamenten (z.B. Blutverdünner, Cholesterinsenker, Schilddrüsenmittel, etc.). Zunehmendes Alter ist eine durchaus „natürliche“ Ursache für Haarausfall.

Haarausfall aus naturheilkundlicher Sicht

Die Haare spiegeln in ihrer Stärke und in ihrem Glanz unsere Stärke und unseren Glanz wider. Stellen sich in irgendeiner Form Haarprobleme ein, ist das ein Zeichen dafür, dass der Mensch nicht mehr im Gleichgewicht ist. Dafür kann es viele Ursachen geben, physischen Stress, Mangelernährung, Übersäuerung, Mineralstoffmangel, überhaupt ungesunde Lebensweise.

Die Haare ernähren

Die Ernährung und die Regeneration des Haares findet in der Haarwurzel statt. All jene Stoffe, die zum Aufbau der Haarsubstanz des Haares notwendig sind, sollte man dem Haar durch die Nahrung zuführen Biotin, das zum Vitamin B- Komplex zählt, wurde früher Vitamin H (für Haut und Haar) genannt. Heute weiß man, dass es tatsächlich wichtig ist für gesundes Wachstum von Haut, Schleimhäuten und Haaren. Biotin wird auch von den Darmbakterien produziert, Mängel an Biotin können daher nach langer Behandlung mit Antibiotika, Abführmitteln und extremen Fastenkuren auftreten und zeigen sich häufig auch in Haarausfall. Lebensmittel mit hohem Biotingehalt sind neben Leber, Fisch, gekochte Eier, Milch, Käse, Nüsse, Champignon. Darüber hinaus enthält Bierhefe und Gelee royale sehr viel Biotin. Biotin wird als Nahrungsergänzungsmittel vor allem auch gegen jahreszeitlich bedingten Haarausfall angeboten. Wichtig für gesunden Haarwuchs sind aber alle B- Vitamine. Auch Eisenmangel kann zu Haarausfall führen, Eisen sollte aber besser auf natürlichem Weg zugeführt werden (Brennnesselsaft, Sanddornsaft, Sesamsamen, Gemüsebrühen mit Petersil- und Liebstöckelblättern, Bierhefe). Auch Zink ist wichtig für den Haarwuchs (in Hülsenfrüchten, Nüssen und Pilzen, Kürbiskerne). Besonders wichtig zur Stärkung der Haare ist Silizium in Form von Kieselsäure. Diese kommt vor allem in den Randschichten des Getreides vor, also in Vollkornprodukten, besonders in Hirse, aber auch in Erdäpfeln vor. Fördern kann man die Kieselsäureaufnahme durch die Einnahme des Schüßler- Salzes Silicea D 12 ( 2 mal tgl. 2 Tabl).

Was tun?

Haarwuchsanregende Heilpflanzen sind altbekannte Kräuter wie Birkenblätter, Klettenwurzel oder Brennnessel, die entweder als Tee innerlich oder zur Spülung nach dem Haare waschen verwendet werden oder als Tinktur, auch wieder innerlich oder äußerlich (Einreiben auf der Kopfhaut) .

Birkenblätter: Regen den Stoffwechsel an, helfen den Körper zu entschlacken und das Säure – Basen- Gleichgewicht herzustellen. Innerlich in Form von Teekuren und äußerlich als Tinktur zum Einreiben in die Kopfhaut.

Klettenwurzel: Gegen „grindige“ Hautkrankheiten empfahl Hildegard von Bingen die Klette. Oft sind Hauterkrankungen wie Schuppenflechte die Ursache von Haarausfall. Da hilft die leberstärkende, stoffwechselregulierende Wirkung der Klette innerlich. Der Tee schmeckt allerdings nicht sehr angenehm.

Zubereitung: 1 gehäufter TL Klettenwurzel mit 1 Tasse kaltem Wasser übergießen, 5 Stunden ziehen lassen, dann kurz aufkochen und abseihen. Äußerlich wird die Klette als Tinktur in die Kopfhaut einmassiert.

Rezept: 100g Klettenwurzel mit 300 ml 40% Alkohol und 100ml Rosenwasser übergießen, 3 Wochen ausziehen lassen, dann abfiltern. Die Chinesische Medizin empfiehlt eine Tinktur aus den Klettenfrüchten(Samen) gegen Schuppenflechte. In so einem Fall könnte eine Tinktur sowohl aus der Wurzel als auch den Früchten hergestellt werden.

Brennnessel: In üblichen Kräuterrezepten wird empfohlen, die Blätter innerhalb und äußerlich als Tee gegen Haarausfall zu verwenden. Volksmedizinische Rezepte empfehlen dagegen, die Wurzel zu nutzen. Das könnte durchaus ein guter Rat sein, da in der Brennnesselwurzel Wirkstoffe sind, die den männlichen Hormonhaushalt regulieren können. Also wäre es sicher auch bei Frauen sinnvoll, bei hormonell bedingtem Haarausfall die Brennnesselwurzel als Tinktur zur äußerlichen Anwendung zu nutzen

Rezept für eine Haarwurzeltinktur: 40g Klettenwurzel, 30 g Brennnesselwurzel, 10g Rosmarinblätter (durchblutungsfördernd auf die Kopfhaut) und 10g Birkenblätter mit 300ml 40% Alkohol und 100ml Rosenwasser übergießen, 3 Wochen ausziehen lassen und abfiltern.

Bockshornklee (Trigonella foenum- graecum) : Es ist fast eine Märchengeschichte – ein bayrischer Geschäftsmann litt an Bronchitis und trank nach einem alten Rezept Bockshornkleetee. Als überraschenden Nebeneffekt konnte er feststellen, dass auf seinem gelichteten Kopf wieder eine erstaunliche Haarpracht zu sprießen begann. Der Fall wurde wohl beschrieben, doch geriet er in Vergessenheit. Übrigens findet sich dieser Rat, Bockshornkleesamen für guten Haarwuchs zu nutzen schon in mittelalterlichen Kräuterbüchern und auch im Ayurveda wird es empfohlen. Erst als ein deutscher Chemiker seiner Freundin, die auf Grund einer Autoimmunerkrankung unter einem dramatischen Haarausfall litt, helfen wollte, stieß er auf diese Unterlagen und behandelte sie mit einem hochdosierten Bockshornklee- Samenpulver. 3 Jahre später hatte die Freundin wieder volles Haar und seither wird Bockshornklee bei sämtlichen Formen von Haarausfall eingesetzt. Die Wirkung wird so erklärt, dass Bockshornklee dank seiner Inhaltsstoffe wie Flavonoiden, Saponinen, Eisen und dem Phytohormon Trigonellin dazu führt, dass die Blutgefäße, die zu den Haarwurzeln führen, reguliert werden und somit auch die Haarwurzeln. Bockshornkleepräparate gibt es zur innerlichen und äußerlichen Anwendung.

TCM und Haarausfall

Aus Sicht der Chinesischen Medizin zeigt sich der Energiezustand des Funktionskreises Niere unter anderem im Haarwachstum. Als Minister der Kraft bezeichnet, ist die Nieren- Energie so wichtig, dass sie als Wurzel des Lebens gilt. Die Nieren speichern die Nierenessenz, die von den Eltern an die Kinder weitergegeben wird. Jeder Mensch verfügt nur über einen begrenzten Anteil an Nierenessenz und wenn davon zuviel verbraucht wird (durch Stress, Altern, bei Frauen Menstruation und Geburten etc.) zeigt sich dies durch Haarausfall. Es gibt Heilpflanzen, die helfen können, diese Nieren- Energie wieder aufzubauen.

Sinnvoll wäre es, bei starkem Haarausfall einen TCM- Arzt aufzusuchen, da Kräuterrezepturen seht kompliziert zusammengesetzt werden müssen. Eine Rezeptur könnte sich zur Selbstanwendung eignen. Sie besteht aus folgenden Pflanzen:

Löwenmähnenrezeptur (nach Wiegele)

Polygonum multiflorum (Radix, Heshouwu): Der chinesische Name bedeutet „Herr mit schwarzen Haaren“, da die Pflanze auch frühzeitiges Ergrauen verhindern soll. Auf jeden Fall stärkt sie das Nieren- Yin und somit die Nieren- Essenz

Eclipta alba (Herba, Hanliancao ): Auch dieser sowohl in der TCM als auch im Ayurveda verwendeten Heilpflanze wird zugesprochen, früh ergraute Haare dunkler zu machen und gegen Haarausfall zu wirken. Sie tonisiert das Nieren- Yin.

Morus albus (Fructus, Weiße Maulbeere, Sang Shen): Ob die auch bei uns beliebten Roten Maulbeeren eine ähnliche Wirkung haben kann man nicht sagen. In der TCM verwendet man jedenfalls die Früchte der Weißen Maulbeere als Nieren- und Lebertonikum, vor allem stärken sie das Nieren- Yin und können so auch eine Haarwuchs fördernde Wirkung ausüben.

In der Apotheke bekommt man auch chinesische Kräuter, am besten in Form von Granulaten. Diese Heilpflanzen mischen lassen, täglich 6 g des Granulates in heißem Wasser auflösen und trinken.

Tipp: Bürstenstriche – Meridianmassage

Eine Anwendung, die sicher positiv wirken kann, ist der alte Rat: 100 Bürstenstriche pro Tag. In der chinesischen Medizin wird die Bürstenmassage nicht nur zur Haarpflege gemacht. Durch das Bürsten werden die auf dem Schädel verlaufenden Meridiane im Sinne einer Massage positiv beeinflusst. Vor allem verlaufen über den Schädel die Bahnen des Blasenmeridians, der als Yang- Partner der Niere Energie zukommen lässt. Die Haare zu bürsten kann also ebenfalls Nierenenergie zuführen.

Venuskräuter

Der Wonnemonat Mai war bei allen Völkern den Liebesgöttinnen geweiht: bei den Germanen der Freya, den Griechen der Aphrodite und den Römern der Venus. Daher galt der Mai immer und überall als der Monat des Lenzes, der Liebe und der Hoffnung auf kommende Fruchtbarkeit. Es ist daher auch ein guter Zeitpunkt, im Mai auf gesundheitsfördernde Venuspflanzen, sprich auf Frauenkräuter hinzuweisen: Frauenpower durch die Kräfte der Natur!

Die Signaturlehre des Paracelsus

„Wie oben, so unten“, das war ein hermetisches Grundprinzip der Antike. Das heißt, der Makrokosmos spiegelt sich im Mikrokosmos, in der Natur und im Menschen wider. Paracelsus war überzeugt davon, dass sich die inneren Qualitäten von heilenden Mitteln auch in ihrem Äußeren zeigen:“ Nichts ist, was die Natur nicht gezeichnet habe und durch die Zeichen kann man erkennen, was im Gezeichneten verborgen ist“. Er brachte ein System in diese Signaturlehre, in dem er die Heilmittel sieben Planeten zuordnete. Die Planetennamen entsprechen der Vorstellung von antiken Götterbildern. Über die Mythologie lassen sich deren Charaktere erschließen und zeigen somit das Grundprinzip, das dahinter steht. Was so mittelalterlich klingt, ist das Grundprinzip der Traditionellen Abendländischen Medizin. In Zeiten, in denen einerseits naturwissenschaftliches Denken die Medizin beherrscht, andererseits aber das Interesse an TCM (Traditioneller Chinesischer Medizin) und Ayurveda immer größer wird, beginnt man sich auch mit unseren Wurzeln, der TAM (Traditionelle Abendländische Medizin) auseinander zu setzen. Das heißt unter anderem auch, die Planetenprinzipien verstehen zu lernen.

Senkrechtes Denken

Das wichtigste an den Planetenprinzipien ist, dass ihnen analoge Zuordnungen entsprechen, ähnlich wie in TCM und Ayurveda. Senkrechtes Denken nennt man Zuordnungen in Form von Begriffsketten. Es ermöglicht ein ganzheitliches Erkennen von Bildern, Symbolen und Mustern und bildet so die Möglichkeit, eine Verbindung zwischen dem ur-teilenden (logischen) Denken der linken Gehirnhälfte und dem verbindenden der rechten herzustellen.

Das Venusprinzip

Liest man die antiken Göttersagen, sieht man, dass Venus/Aphrodite geprägt war durch Liebe, Schönheit, Harmonie und Fühlen. Die Schwäche der Venus ist ihre Eitelkeit. Den Planetenprinzipien werden bestimmte Qualitäten zugeordnet, zur Venus gehört das lichte Grün der Frühlingsblätter und das zarte Weiß- Rosa der Blüten in dieser Jahreszeit. Der Tag, der von Venus und ihren Prinzipien dominiert wird, ist der Freitag und in der Pubertät, also der Zeit von 14- 21 Jahren sollten sich ihre Prinzipien wie gefühlsmäßige Ausrichtung, aber auch Liebesfähigkeit und Sinnlichkeit entwickeln. Ein gestärktes Venusprinzip wird häufig in der Phase der Pubertät deutlich. Die meisten Psychosen brechen in diesem Alter aus. Das betrifft die Gefühle und deren Verarbeitung, die Nahrungsaufnahme und deren Resorption, Essstörungen und Fettsucht. Vielleicht zeigt sich auch im gehäuften Auftreten von Anorexie und Bulimie und andererseits Fettsucht, dass die Verwirklichung des venusischen Prinzips in der heutigen Zeit sehr gestört ist. Die Organe, die dem Planeten Venus unterstehen, sind die Nieren, überhaupt der ganze Urogenitaltrakt, also auch die weiblichen Organe und der venöse (!) Blutkreislauf.

Auch hier könnte man zu philosophieren beginnen, dass weibliche Gesundheitsprobleme wie unerfüllter Kinderwunsch, Zyklusprobleme und gehäuftes Auftreten von Wechselproblemen ein Zeichen für mangelnde venusische Prinzipien in der heutigen Zeit sind.

Venuskräuter

Dem Venusprinzip entsprechend gehören dazu harmonisch ausgebildete Pflanzen, solche, bei denen die Blätter harmonisch gezahnt sind, runde, herzförmige oder samtig behaarte Blätter. Üppige Blütenbildung, häufig mit lieblichem, süßen Duft, Blütenfarben von rosa, weiß- rosa bis dunkelrosa zeigen die Venus ebenso wie süßlich angenehmer Geschmack. Viele Obstbäume, vor allem solche, die zu den Rosengewächsen zählen wie Apfel (war schon immer die Pflanze für den Liebeszauber), Pfirsich, Marille, Kirsche (deren Wirkung zwar unerforscht ist, aber wie der Spruch „Kirschen aus Nachbars Garten pflücken“ vermuten lässt, könnten Kirschblüten vielleicht eine weiblich anregende Wirkung haben) und Beerenfrüchte wie Erdbeere, Himbeere (die traditionell in der Geburtshilfe eingesetzt wird), Brombeere, etc. zeigen das Venusprinzip. Viele Rosengewächse wie der Frauenmantel enthalten Phytoöstrogene. Und natürlich ist die Rose die Venuspflanze schlechthin, allerdings- keine Rose, ohne Dornen (auch wenn es sich botanisch korrekt um Stacheln handelt). Stachelige Pflanzen werden dem kriegerischen Marsprinzip zugeordnet, aber das kennt man ja- keine Liebe ohne Leiden!

Der Frauenmantel, die Venuspflanze

„Aller Frauen Heilmittel“ wurde der Fareunmantel seit jeher genannt. Es geht ein ganz besonderer Zauber von dieser Pflanze aus. Wenn die Sonnenstrahlen auf die sanftgrünen rundlichen Blätter strahlen und der Tropfen in der Mitte des Blattkelches wie eine kristallklare Zauberperle zu strahlen beginnt, offenbart sich die Schönheit dieses Rosengewächses. Sinau nannte man daher den Frauenmantel , die Pflanze, die immer Tau trägt. Doch es ist kein Tau, der Frauenmantel scheidet das Wasser durch feine Poren am Blattrand selbst aus. Die Alchemisten betrachteten diese Tropfen als von der Pflanze gefiltertes Wasser, als natürliches Destillat und gaben ihr auch den Namen ihrer Wissenschaft, Alchemilla.

Dass der Frauenmantel eine wahre Hilfe für alle gesundheitlichen Frauenprobleme ist, zeigt er uns in seiner Signatur. Die Blätter sind rosettenartig gefaltet und muten wie ein Mäntelchen an, das die Frauen schützend einhüllen kann. Sowohl das Sanftgrün als auch die runde Form der Blätter zeigt eine reine Venussignatur genauso wie die zartgelben Blüten. Besonders aussagekräftig ist, dass die zarten Blüten apomiktisch sind, das heißt, sie können ohne vorhergegangene Befruchtung keimfähige Samen bilden: Nachwuchs ohne männliches Wirken also! Wie schade, dass eine Pflanze, die ihren heilenden Einfluss auf Frauen so demonstrativ zeigt, von der Wissenschaft so vernachlässigt wird. Gegen Durchfall wird der Tee empfohlen, weil der Frauenmantel Gerbstoffe enthält. Doch diese Gerbstoffe zeigten bei japanischen (!) Untersuchungen ein viel breiteres Wirkungsprofil. Die Ellagitannine wirken gestagenisierend und bieten eine Breitbandwirkung von pilzhemmend über antibakteriell bis antiviral, weshalb sie in eben diesem breiten Spektrum gegen Erkrankungen im Scheidenbereich helfen. Noch viel wichtiger ist, dass diese Ellagitannine eine so starke Wirkung auf das Immunsystem haben, dass sie sogar tumorhemmend wirken können. Die japanischen Untersuchungen ergaben, dass sie das Wachstum von Brustkrebszellen hemmen können. Somit ist der Frauenmantel wirklich ein Schutzmantel, der vorbeugend gegen weibliche Krebsformen helfen kann.

Verwendet wird das blühende Kraut und es hilft bei folgenden Indikationen: Regelschmerzen, hormonregulierend, bei Zyklusschwankungen, prämenstruelles Syndrom, gebärmutterstärkend vor und nach der Geburt, Entzündungen im Scheidenbereich, milchbildungsanregend, Klimakteriumsbeschwerden, vorbeugend gegen Krebs weiblicher Organe und begleitend zur Krebstherapie

Taubnessel, das „sanfte“ Pendant zur Marspflanze Brennnessel

Die Taubnessel ist auch ein generelles Frauenkraut. Es ist wieder die Signatur, die ihre Wirkung anzeigt: ein rhythmischer Aufbau, abwechselnd weiße Blüten und Blätter. Das ergibt aus Sicht der anthroposophischen Medizin eine Pflanze, die die Rhythmik im weiblichen Körper herstellen kann. Sie hilft den Zyklus zu regulieren, vor allem wirkt sie sich regulierend auf die Schleimhäute aus. Die Taubnessel ist nämlich primär eine Mondpflanze und der Mond „regiert“ die Haut und die Schleimhäute. Hautzellen haben übrigens eine durchschnittliche Lebensdauer von 28 Tagen. Die Taubnessel enthält vor allem Schleimstoffe, etwas ätherisches Öl, Labiatengerbstoffe (die sogar antiviral wirken) und Iridoide mit einem breiten antibakteriellen Wirkungsspektrum. Damit wird die Taubnessel zu einem Balsam für Frauen mit Scheidenproblemen. Man nutzt die Taubnessel am besten in Form von Scheidenzäpfchen, in Kombination mit Frauenmantel und Rosenöl (ätherisches Öl). Solche Zäpfchen kann man in der Apotheke herstellen lassen. Sie helfen bei Scheidenproblemen nach Antibiotikagaben oder im Wechsel.

Von mir zusammengestellte je nach Scheidenproblemen Scheidenzäpfchen bekommt man in der Salvator- Apotheke in Eisenstadt (www.salvator-apo.at).

Betonie oder Ziest

Die Betonie ist mit ihren dunkelrosa Blüten und ihrer edlen, fast stolz anmutenden Gestalt, ebenfalls eine echte Venuspflanze. Leider ist ihre Verwendung als Frauenheilpflanze in Vergessenheit geraten. An Inhaltsstoffen findet man Gerb- und Bitterstoffe sowie Alkaloide, denen eine nervenstärkende Wirkung zugeschrieben werden kann. Hippokrates schätzte die Betonie als Wunderheilmittel und als krampflösende Pflanze. Hildegard von Bingen empfahl das Kraut gegen Albträume und auch gegen Menstruationsstörungen: „Eine Frau, die an zu starkem Mondfluss leidet, der auch unregelmäßig ist, lege das Betonienkraut in Wein——und trinke oft und sie wird geheilt werden“. Auch in der Volksmedizin wurde die Betonie bei starken Monatsblutungen eingesetzt. Auch wenn es keine aktuellen wissenschaftlichen Forschungen zur Wirkung der Betonie gibt, könnte man ihren Einsatz empfehlen in Form von Tee (im Aufguss zubereiten, 10 Minuten ziehen lassen) oder als Tinktur (frisch gepflückte Blätter und Blüten zerkleinert in ein Glas geben, mit 40 % Alkohol übergießen (wenn möglich an einem Freitag = Venustag) und nach 3 Wochen abfiltern. Als Heileigenschaften und Indikationen kann man folgende empfehlen: Starke Menstruationsblutungen, nach Operationen, vor allem solche an der Gebärmutter oder Kaiserschnitt, gegen Durchfall, auch bei Blasenentzündungen, bei Neigung zu Migräne wirkt die Betonie mild ausgleichend und nervenstärkend, überhaupt kann sie auch Schmerzpatienten empfohlen werden.

Achtung: Nicht währen der Schwangerschaft

Venusische Düfte für anziehende Frauen

Es sind vor allem Blütendüfte, die Frauen anziehend machen können. Dabei sind dem Venusprinzip eher die süßen lieblichen Düfte wie Rose und Geranium, honigsüß duftende Ginsterblüten oder süßholzig duftendes Sandelholz und Rosenholz sowie süß- duftende Harze wie Benzoe und Tolubalsam zugeordnet. Aber auch narkotisierend schwülstige Monddüfte wie Jasmin, Ylang- Ylang oder Tuberose und moschusähnlich duftendes Patschuli und Moschuskörner können helfen, die Ausstrahlung von Frauen zu unterstützen. Je nach Frauentyp kann man durch eine richtige Mischung dieser ätherischen Öle ein Parfüm gestalten, das die venusischen Prinzipien bei Frauen optimal zur Geltung bringt