Haare, dicht wie eine Löwenmähne

heshouwuFast jeder Mensch leidet irgendwann unter Haarausfall. Mangelhafte Ernährung, hormonelle Umstellung, psychische Belastungen – die Gründe für Haarausfall sind wissenschaftlich noch nicht genau erforscht. Fakt ist, dass viele Menschen im Frühling häufig unter verstärktem Haarausfall leiden. Damit das „Haare lassen“ nicht zu schlimm wird, sollte man jetzt schon beginnen, die Haare mit natürlichen Heilmitteln wie Kräutern zu verwöhnen.

Haargeschichten

Unseren Vorfahren dienten die Haare primär zur Temperaturregulation und zum Schutz vor Sonneneinstrahlung. Vermutlich war aber schon ihnen bewusst, dass Haare ein Symbol für Lebenskraft und Vitalität sind. Haarausfall und Rezepte dagegen sind daher uralt. Im Papyrus Ebers ca. ( 2000 v. Ch.), dem größten Buch der Heilkunst im alten Ägypten, finden sich Anleitungen, wie man die Haarpracht pflegen kann und die Ägypter, Meister der Frisierkunst gaben ihren Toten Kämme und Scheren mit auf die Reise ins Jenseits. Wie sehr eine mächtige Haarpracht konkret mit Kraft und Macht zu tun hat, zeigt uns die Geschichte von Samson und Delilah. Auch die griechischen Götter wurden meist mit langen Haaren dargestellt, denn ihnen wurden magische Kräfte zugeschrieben. Keltische Krieger setzten in der Schlacht auf ihre Kampffrisuren, bei denen die Haare mit Lehm zu eindrucksvollen Gebilden geformt waren.

Haare und Individualität

Die Hippiezeit mit ihren Legenden und dem Musical „Hair“ demonstrierte anschaulich die Beziehung zwischen Haarpracht und Freiheitsanspruch. Sklaven wurden zu allen Zeiten kurz geschoren, aber auch Soldaten oder Zen- Mönche. Gehorsam steht an erster Stelle und da waren Locken Symbol für die Lockungen des Lebens, für die symbolisierte äußere Freiheit. Auch Leibeigenen wurde diese Freiheit verwehrt, sie waren die „Gescherten“. In China wurde mit den sprichwörtlichen Zöpfen eine überholte Gesellschaftsordnung abgeschnitten. Haartracht und Frisuren spiegeln also Geisteshaltungen wider. Jugendliche, ganz besonders Punker zeigen extravagante Haartrachten, den Gesellschaftsnormen verpflichtete Menschen tendieren zu Einheitsfrisuren. Die kahl rasierten Männerköpfe à la Bruce Willis signalisieren sicher nicht Unterwerfung, eher Exklusivität und vielleicht signalisieren sie besondere Männlichkeit, ist doch der hormonell- bedingte Haarausfall bei Männern auf einen hohen Testosteronspiegel zurückzuführen. .

Die Haare

Unsere Haare sind- medizinisch gesehen- nichts weiter als fadenförmige Anhangsgebilde der Haut, die aus Horn bestehen. Jedes einzelne Haar besteht aus einem Haarschaft, Haarwurzel, Talgdrüse und Haarbalgmuskel. In der Haarwurzel befinden sich die Pigmentzellen, die die Haarfarbe bestimmen und die ernährenden Blutgefäße. Von den mehreren Millionen Haaren, die ein Mensch hat, wachsen ca. 100 000 auf dem Kopf. Auf 1 cm2 Kopfhaut wachsen im Durchschnitt 120 Haare. Jedes Kopfhaar wächst innerhalb 2-4 Tagen etwa 1 mm und lebt im Durchschnitt 6 Jahre. Nach dieser Zeit löst sich die Haarwurzel von den umgebenden Zellen, der Haarpapille, fällt aus und macht dem neuen Haar Platz. Ein Verlust von 60 – 100 Haaren pro Tag ist völlig normal.

Haarausfall

Ein simpler Test gibt Aufschluss, ob Sie tatsächlich unter Haarausfall leiden:

  • Einen Tag vor dem Test Haare waschen
  • Vor dem Test im Abfluss ein Sieb einsetzen, dann wieder Haare waschen
  • Danach die im Sieb befindlichen Haare zählen
  • Wurden bei der Haarwäsche mehr als 100 Haare verloren, kann es sich um beginnenden Haarausfall handeln.

Ursachen für Haarausfall gibt es viele:

  • Hormonell- erblicher Haarausfall (androgenetische Alopezie): Tritt sowohl bei Männern als auch bei Frauen auf, ist erblich bedingt und basiert auf einer Empfindlichkeit der Haarwurzel gegenüber Androgenen (männlichen Sexualhormonen). Diese fördern das Wachstum der Körperhaare, während das Wachstum der Kopfhaare gehemmt wird. Östrogene und andere weibliche Sexualhormone haben den umgekehrten Effekt- das Wachstum der Kopfhaare wird gefördert. Bei Männern ist der erblich bedingte Haarausfall eine Überempfindlichkeit der Haarfollikel auf Dihydrotestosteron, der biologisch aktivsten Form des Testosterons. Bei Männern beginnt es meist mit den „Ehestandsecken“, in fortgeschrittenem Zustand lichtet sich das Haar am Hinterkopf (Tonsur) und übrig bleibt vielleicht ein hufeisenartiges Haarband. Bei Frauen kann es vor allem im Wechsel zu einem hormonellen Ungleichgewicht und damit einem Überwiegen androgener Hormone und dadurch bedingten Haarausfall kommen. Beginnend vom Scheitel, wo schön langsam die Kopfhaut durchschimmert, entwickelt sich der Haarausfall am gesamten Kopf.
  • Kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata). Der kreisrunde Haarausfall ist die häufigste entzündliche Haarausfallerkrankung und kommt häufig bei Allergikern, Diabetikern und Schilddrüsenpatienten vor. Daneben beobachtet man auch eine familiäre Häufung. Es bilden sich ohne ersichtlichen Grund scharf begrenzte Kahlstellen am Kopf, die manchmal wieder von selber nachwachsen, oft aber   bleiben. Die konkrete Ursache ist aber noch nicht bekannt.
  • Diffuser Haarausfall: Als Ursachen könnten in Frage kommen Stress, seelische Traumen, schwere

Erkrankungen (z.B. Psoriasis), Infektionen, Fehlernährung, hormonelle Schwankungen (z. B. Schwangerschaft), Einfluss von Hormonpräparaten und   überhaupt bestimmten Medikamenten (z.B. Blutverdünner, Cholesterinsenker, Schilddrüsenmittel, etc.). Zunehmendes Alter ist eine durchaus „natürliche“ Ursache für Haarausfall.

Haarausfall aus naturheilkundlicher Sicht

Die Haare spiegeln in ihrer Stärke und in ihrem Glanz unsere Stärke und unseren Glanz wider. Stellen sich in irgendeiner Form Haarprobleme ein, ist das ein Zeichen dafür, dass der Mensch nicht mehr im Gleichgewicht ist. Dafür kann es viele Ursachen geben, physischen Stress, Mangelernährung, Übersäuerung, Mineralstoffmangel, überhaupt ungesunde Lebensweise.

Die Haare ernähren

Die Ernährung und die Regeneration des Haares findet in der Haarwurzel statt. All jene Stoffe, die zum Aufbau der Haarsubstanz des Haares notwendig sind, sollte man dem Haar durch die Nahrung zuführen Biotin, das zum Vitamin B- Komplex zählt, wurde früher Vitamin H (für Haut und Haar) genannt. Heute weiß man, dass es tatsächlich wichtig ist für gesundes Wachstum von Haut, Schleimhäuten und Haaren. Biotin wird auch von den Darmbakterien produziert, Mängel an Biotin können daher nach langer Behandlung mit Antibiotika, Abführmitteln und extremen Fastenkuren auftreten und zeigen sich häufig auch in Haarausfall. Lebensmittel mit hohem Biotingehalt sind neben Leber, Fisch, gekochte Eier, Milch, Käse, Nüsse, Champignon. Darüber hinaus enthält Bierhefe und Gelee royale sehr viel Biotin. Biotin wird als Nahrungsergänzungsmittel vor allem auch gegen jahreszeitlich bedingten Haarausfall angeboten. Wichtig für gesunden Haarwuchs sind aber alle B- Vitamine. Auch Eisenmangel kann zu Haarausfall führen, Eisen sollte aber besser auf natürlichem Weg zugeführt werden (Brennnesselsaft, Sanddornsaft, Sesamsamen, Gemüsebrühen mit Petersil- und Liebstöckelblättern, Bierhefe). Auch Zink ist wichtig für den Haarwuchs (in Hülsenfrüchten, Nüssen und Pilzen, Kürbiskerne). Besonders wichtig zur Stärkung der Haare ist Silizium in Form von Kieselsäure. Diese kommt vor allem in den Randschichten des Getreides vor, also in Vollkornprodukten, besonders in Hirse, aber auch in Erdäpfeln vor. Fördern kann man die Kieselsäureaufnahme durch die Einnahme des Schüßler- Salzes Silicea D 12 ( 2 mal tgl. 2 Tabl).

Was tun?

Haarwuchsanregende Heilpflanzen sind altbekannte Kräuter wie Birkenblätter, Klettenwurzel oder Brennnessel, die entweder als Tee innerlich oder zur Spülung nach dem Haare waschen verwendet werden oder als Tinktur, auch wieder innerlich oder äußerlich (Einreiben auf der Kopfhaut) .

Birkenblätter: Regen den Stoffwechsel an, helfen den Körper zu entschlacken und das Säure – Basen- Gleichgewicht herzustellen. Innerlich in Form von Teekuren und äußerlich als Tinktur zum Einreiben in die Kopfhaut.

Klettenwurzel: Gegen „grindige“ Hautkrankheiten empfahl Hildegard von Bingen die Klette. Oft sind Hauterkrankungen wie Schuppenflechte die Ursache von Haarausfall. Da hilft die leberstärkende, stoffwechselregulierende Wirkung der Klette innerlich. Der Tee schmeckt allerdings nicht sehr angenehm.

Zubereitung: 1 gehäufter TL Klettenwurzel mit 1 Tasse kaltem Wasser übergießen, 5 Stunden ziehen lassen, dann kurz aufkochen und abseihen. Äußerlich wird die Klette als Tinktur in die Kopfhaut einmassiert.

Rezept: 100g Klettenwurzel mit 300 ml 40% Alkohol und 100ml Rosenwasser übergießen, 3 Wochen ausziehen lassen, dann abfiltern. Die Chinesische Medizin empfiehlt eine Tinktur aus den Klettenfrüchten(Samen) gegen Schuppenflechte. In so einem Fall könnte eine Tinktur sowohl aus der Wurzel als auch den Früchten hergestellt werden.

Brennnessel: In üblichen Kräuterrezepten wird empfohlen, die Blätter innerhalb und äußerlich als Tee gegen Haarausfall zu verwenden. Volksmedizinische Rezepte empfehlen dagegen, die Wurzel zu nutzen. Das könnte durchaus ein guter Rat sein, da in der Brennnesselwurzel Wirkstoffe sind, die den männlichen Hormonhaushalt regulieren können. Also wäre es sicher auch bei Frauen sinnvoll, bei hormonell bedingtem Haarausfall die Brennnesselwurzel als Tinktur zur äußerlichen Anwendung zu nutzen

Rezept für eine Haarwurzeltinktur: 40g Klettenwurzel, 30 g Brennnesselwurzel, 10g Rosmarinblätter (durchblutungsfördernd auf die Kopfhaut) und 10g Birkenblätter mit 300ml 40% Alkohol und 100ml Rosenwasser übergießen, 3 Wochen ausziehen lassen und abfiltern.

Bockshornklee (Trigonella foenum- graecum) : Es ist fast eine Märchengeschichte – ein bayrischer Geschäftsmann litt an Bronchitis und trank nach einem alten Rezept Bockshornkleetee. Als überraschenden Nebeneffekt konnte er feststellen, dass auf seinem gelichteten Kopf wieder eine erstaunliche Haarpracht zu sprießen begann. Der Fall wurde wohl beschrieben, doch geriet er in Vergessenheit. Übrigens findet sich dieser Rat, Bockshornkleesamen für guten Haarwuchs zu nutzen schon in mittelalterlichen Kräuterbüchern und auch im Ayurveda wird es empfohlen. Erst als ein deutscher Chemiker seiner Freundin, die auf Grund einer Autoimmunerkrankung unter einem dramatischen Haarausfall litt, helfen wollte, stieß er auf diese Unterlagen und behandelte sie mit einem hochdosierten Bockshornklee- Samenpulver. 3 Jahre später hatte die Freundin wieder volles Haar und seither wird Bockshornklee bei sämtlichen Formen von Haarausfall eingesetzt. Die Wirkung wird so erklärt, dass Bockshornklee dank seiner Inhaltsstoffe wie Flavonoiden, Saponinen, Eisen und dem Phytohormon Trigonellin dazu führt, dass die Blutgefäße, die zu den Haarwurzeln führen, reguliert werden und somit auch die Haarwurzeln. Bockshornkleepräparate gibt es zur innerlichen und äußerlichen Anwendung.

TCM und Haarausfall

Aus Sicht der Chinesischen Medizin zeigt sich der Energiezustand des Funktionskreises Niere unter anderem im Haarwachstum. Als Minister der Kraft bezeichnet, ist die Nieren- Energie so wichtig, dass sie als Wurzel des Lebens gilt. Die Nieren speichern die Nierenessenz, die von den Eltern an die Kinder weitergegeben wird. Jeder Mensch verfügt nur über einen begrenzten Anteil an Nierenessenz und wenn davon zuviel verbraucht wird (durch Stress, Altern, bei Frauen Menstruation und Geburten etc.) zeigt sich dies durch Haarausfall. Es gibt Heilpflanzen, die helfen können, diese Nieren- Energie wieder aufzubauen.

Sinnvoll wäre es, bei starkem Haarausfall einen TCM- Arzt aufzusuchen, da Kräuterrezepturen seht kompliziert zusammengesetzt werden müssen. Eine Rezeptur könnte sich zur Selbstanwendung eignen. Sie besteht aus folgenden Pflanzen:

Löwenmähnenrezeptur (nach Wiegele)

Polygonum multiflorum (Radix, Heshouwu): Der chinesische Name bedeutet „Herr mit schwarzen Haaren“, da die Pflanze auch frühzeitiges Ergrauen verhindern soll. Auf jeden Fall stärkt sie das Nieren- Yin und somit die Nieren- Essenz

Eclipta alba (Herba, Hanliancao ): Auch dieser sowohl in der TCM als auch im Ayurveda verwendeten Heilpflanze wird zugesprochen, früh ergraute Haare dunkler zu machen und gegen Haarausfall zu wirken. Sie tonisiert das Nieren- Yin.

Morus albus (Fructus, Weiße Maulbeere, Sang Shen): Ob die auch bei uns beliebten Roten Maulbeeren eine ähnliche Wirkung haben kann man nicht sagen. In der TCM verwendet man jedenfalls die Früchte der Weißen Maulbeere als Nieren- und Lebertonikum, vor allem stärken sie das Nieren- Yin und können so auch eine Haarwuchs fördernde Wirkung ausüben.

In der Apotheke bekommt man auch chinesische Kräuter, am besten in Form von Granulaten. Diese Heilpflanzen mischen lassen, täglich 6 g des Granulates in heißem Wasser auflösen und trinken.

Tipp: Bürstenstriche – Meridianmassage

Eine Anwendung, die sicher positiv wirken kann, ist der alte Rat: 100 Bürstenstriche pro Tag. In der chinesischen Medizin wird die Bürstenmassage nicht nur zur Haarpflege gemacht. Durch das Bürsten werden die auf dem Schädel verlaufenden Meridiane im Sinne einer Massage positiv beeinflusst. Vor allem verlaufen über den Schädel die Bahnen des Blasenmeridians, der als Yang- Partner der Niere Energie zukommen lässt. Die Haare zu bürsten kann also ebenfalls Nierenenergie zuführen.

Venuskräuter

Der Wonnemonat Mai war bei allen Völkern den Liebesgöttinnen geweiht: bei den Germanen der Freya, den Griechen der Aphrodite und den Römern der Venus. Daher galt der Mai immer und überall als der Monat des Lenzes, der Liebe und der Hoffnung auf kommende Fruchtbarkeit. Es ist daher auch ein guter Zeitpunkt, im Mai auf gesundheitsfördernde Venuspflanzen, sprich auf Frauenkräuter hinzuweisen: Frauenpower durch die Kräfte der Natur!

Die Signaturlehre des Paracelsus

„Wie oben, so unten“, das war ein hermetisches Grundprinzip der Antike. Das heißt, der Makrokosmos spiegelt sich im Mikrokosmos, in der Natur und im Menschen wider. Paracelsus war überzeugt davon, dass sich die inneren Qualitäten von heilenden Mitteln auch in ihrem Äußeren zeigen:“ Nichts ist, was die Natur nicht gezeichnet habe und durch die Zeichen kann man erkennen, was im Gezeichneten verborgen ist“. Er brachte ein System in diese Signaturlehre, in dem er die Heilmittel sieben Planeten zuordnete. Die Planetennamen entsprechen der Vorstellung von antiken Götterbildern. Über die Mythologie lassen sich deren Charaktere erschließen und zeigen somit das Grundprinzip, das dahinter steht. Was so mittelalterlich klingt, ist das Grundprinzip der Traditionellen Abendländischen Medizin. In Zeiten, in denen einerseits naturwissenschaftliches Denken die Medizin beherrscht, andererseits aber das Interesse an TCM (Traditioneller Chinesischer Medizin) und Ayurveda immer größer wird, beginnt man sich auch mit unseren Wurzeln, der TAM (Traditionelle Abendländische Medizin) auseinander zu setzen. Das heißt unter anderem auch, die Planetenprinzipien verstehen zu lernen.

Senkrechtes Denken

Das wichtigste an den Planetenprinzipien ist, dass ihnen analoge Zuordnungen entsprechen, ähnlich wie in TCM und Ayurveda. Senkrechtes Denken nennt man Zuordnungen in Form von Begriffsketten. Es ermöglicht ein ganzheitliches Erkennen von Bildern, Symbolen und Mustern und bildet so die Möglichkeit, eine Verbindung zwischen dem ur-teilenden (logischen) Denken der linken Gehirnhälfte und dem verbindenden der rechten herzustellen.

Das Venusprinzip

Liest man die antiken Göttersagen, sieht man, dass Venus/Aphrodite geprägt war durch Liebe, Schönheit, Harmonie und Fühlen. Die Schwäche der Venus ist ihre Eitelkeit. Den Planetenprinzipien werden bestimmte Qualitäten zugeordnet, zur Venus gehört das lichte Grün der Frühlingsblätter und das zarte Weiß- Rosa der Blüten in dieser Jahreszeit. Der Tag, der von Venus und ihren Prinzipien dominiert wird, ist der Freitag und in der Pubertät, also der Zeit von 14- 21 Jahren sollten sich ihre Prinzipien wie gefühlsmäßige Ausrichtung, aber auch Liebesfähigkeit und Sinnlichkeit entwickeln. Ein gestärktes Venusprinzip wird häufig in der Phase der Pubertät deutlich. Die meisten Psychosen brechen in diesem Alter aus. Das betrifft die Gefühle und deren Verarbeitung, die Nahrungsaufnahme und deren Resorption, Essstörungen und Fettsucht. Vielleicht zeigt sich auch im gehäuften Auftreten von Anorexie und Bulimie und andererseits Fettsucht, dass die Verwirklichung des venusischen Prinzips in der heutigen Zeit sehr gestört ist. Die Organe, die dem Planeten Venus unterstehen, sind die Nieren, überhaupt der ganze Urogenitaltrakt, also auch die weiblichen Organe und der venöse (!) Blutkreislauf.

Auch hier könnte man zu philosophieren beginnen, dass weibliche Gesundheitsprobleme wie unerfüllter Kinderwunsch, Zyklusprobleme und gehäuftes Auftreten von Wechselproblemen ein Zeichen für mangelnde venusische Prinzipien in der heutigen Zeit sind.

Venuskräuter

Dem Venusprinzip entsprechend gehören dazu harmonisch ausgebildete Pflanzen, solche, bei denen die Blätter harmonisch gezahnt sind, runde, herzförmige oder samtig behaarte Blätter. Üppige Blütenbildung, häufig mit lieblichem, süßen Duft, Blütenfarben von rosa, weiß- rosa bis dunkelrosa zeigen die Venus ebenso wie süßlich angenehmer Geschmack. Viele Obstbäume, vor allem solche, die zu den Rosengewächsen zählen wie Apfel (war schon immer die Pflanze für den Liebeszauber), Pfirsich, Marille, Kirsche (deren Wirkung zwar unerforscht ist, aber wie der Spruch „Kirschen aus Nachbars Garten pflücken“ vermuten lässt, könnten Kirschblüten vielleicht eine weiblich anregende Wirkung haben) und Beerenfrüchte wie Erdbeere, Himbeere (die traditionell in der Geburtshilfe eingesetzt wird), Brombeere, etc. zeigen das Venusprinzip. Viele Rosengewächse wie der Frauenmantel enthalten Phytoöstrogene. Und natürlich ist die Rose die Venuspflanze schlechthin, allerdings- keine Rose, ohne Dornen (auch wenn es sich botanisch korrekt um Stacheln handelt). Stachelige Pflanzen werden dem kriegerischen Marsprinzip zugeordnet, aber das kennt man ja- keine Liebe ohne Leiden!

Der Frauenmantel, die Venuspflanze

„Aller Frauen Heilmittel“ wurde der Fareunmantel seit jeher genannt. Es geht ein ganz besonderer Zauber von dieser Pflanze aus. Wenn die Sonnenstrahlen auf die sanftgrünen rundlichen Blätter strahlen und der Tropfen in der Mitte des Blattkelches wie eine kristallklare Zauberperle zu strahlen beginnt, offenbart sich die Schönheit dieses Rosengewächses. Sinau nannte man daher den Frauenmantel , die Pflanze, die immer Tau trägt. Doch es ist kein Tau, der Frauenmantel scheidet das Wasser durch feine Poren am Blattrand selbst aus. Die Alchemisten betrachteten diese Tropfen als von der Pflanze gefiltertes Wasser, als natürliches Destillat und gaben ihr auch den Namen ihrer Wissenschaft, Alchemilla.

Dass der Frauenmantel eine wahre Hilfe für alle gesundheitlichen Frauenprobleme ist, zeigt er uns in seiner Signatur. Die Blätter sind rosettenartig gefaltet und muten wie ein Mäntelchen an, das die Frauen schützend einhüllen kann. Sowohl das Sanftgrün als auch die runde Form der Blätter zeigt eine reine Venussignatur genauso wie die zartgelben Blüten. Besonders aussagekräftig ist, dass die zarten Blüten apomiktisch sind, das heißt, sie können ohne vorhergegangene Befruchtung keimfähige Samen bilden: Nachwuchs ohne männliches Wirken also! Wie schade, dass eine Pflanze, die ihren heilenden Einfluss auf Frauen so demonstrativ zeigt, von der Wissenschaft so vernachlässigt wird. Gegen Durchfall wird der Tee empfohlen, weil der Frauenmantel Gerbstoffe enthält. Doch diese Gerbstoffe zeigten bei japanischen (!) Untersuchungen ein viel breiteres Wirkungsprofil. Die Ellagitannine wirken gestagenisierend und bieten eine Breitbandwirkung von pilzhemmend über antibakteriell bis antiviral, weshalb sie in eben diesem breiten Spektrum gegen Erkrankungen im Scheidenbereich helfen. Noch viel wichtiger ist, dass diese Ellagitannine eine so starke Wirkung auf das Immunsystem haben, dass sie sogar tumorhemmend wirken können. Die japanischen Untersuchungen ergaben, dass sie das Wachstum von Brustkrebszellen hemmen können. Somit ist der Frauenmantel wirklich ein Schutzmantel, der vorbeugend gegen weibliche Krebsformen helfen kann.

Verwendet wird das blühende Kraut und es hilft bei folgenden Indikationen: Regelschmerzen, hormonregulierend, bei Zyklusschwankungen, prämenstruelles Syndrom, gebärmutterstärkend vor und nach der Geburt, Entzündungen im Scheidenbereich, milchbildungsanregend, Klimakteriumsbeschwerden, vorbeugend gegen Krebs weiblicher Organe und begleitend zur Krebstherapie

Taubnessel, das „sanfte“ Pendant zur Marspflanze Brennnessel

Die Taubnessel ist auch ein generelles Frauenkraut. Es ist wieder die Signatur, die ihre Wirkung anzeigt: ein rhythmischer Aufbau, abwechselnd weiße Blüten und Blätter. Das ergibt aus Sicht der anthroposophischen Medizin eine Pflanze, die die Rhythmik im weiblichen Körper herstellen kann. Sie hilft den Zyklus zu regulieren, vor allem wirkt sie sich regulierend auf die Schleimhäute aus. Die Taubnessel ist nämlich primär eine Mondpflanze und der Mond „regiert“ die Haut und die Schleimhäute. Hautzellen haben übrigens eine durchschnittliche Lebensdauer von 28 Tagen. Die Taubnessel enthält vor allem Schleimstoffe, etwas ätherisches Öl, Labiatengerbstoffe (die sogar antiviral wirken) und Iridoide mit einem breiten antibakteriellen Wirkungsspektrum. Damit wird die Taubnessel zu einem Balsam für Frauen mit Scheidenproblemen. Man nutzt die Taubnessel am besten in Form von Scheidenzäpfchen, in Kombination mit Frauenmantel und Rosenöl (ätherisches Öl). Solche Zäpfchen kann man in der Apotheke herstellen lassen. Sie helfen bei Scheidenproblemen nach Antibiotikagaben oder im Wechsel.

Von mir zusammengestellte je nach Scheidenproblemen Scheidenzäpfchen bekommt man in der Salvator- Apotheke in Eisenstadt (www.salvator-apo.at).

Betonie oder Ziest

Die Betonie ist mit ihren dunkelrosa Blüten und ihrer edlen, fast stolz anmutenden Gestalt, ebenfalls eine echte Venuspflanze. Leider ist ihre Verwendung als Frauenheilpflanze in Vergessenheit geraten. An Inhaltsstoffen findet man Gerb- und Bitterstoffe sowie Alkaloide, denen eine nervenstärkende Wirkung zugeschrieben werden kann. Hippokrates schätzte die Betonie als Wunderheilmittel und als krampflösende Pflanze. Hildegard von Bingen empfahl das Kraut gegen Albträume und auch gegen Menstruationsstörungen: „Eine Frau, die an zu starkem Mondfluss leidet, der auch unregelmäßig ist, lege das Betonienkraut in Wein——und trinke oft und sie wird geheilt werden“. Auch in der Volksmedizin wurde die Betonie bei starken Monatsblutungen eingesetzt. Auch wenn es keine aktuellen wissenschaftlichen Forschungen zur Wirkung der Betonie gibt, könnte man ihren Einsatz empfehlen in Form von Tee (im Aufguss zubereiten, 10 Minuten ziehen lassen) oder als Tinktur (frisch gepflückte Blätter und Blüten zerkleinert in ein Glas geben, mit 40 % Alkohol übergießen (wenn möglich an einem Freitag = Venustag) und nach 3 Wochen abfiltern. Als Heileigenschaften und Indikationen kann man folgende empfehlen: Starke Menstruationsblutungen, nach Operationen, vor allem solche an der Gebärmutter oder Kaiserschnitt, gegen Durchfall, auch bei Blasenentzündungen, bei Neigung zu Migräne wirkt die Betonie mild ausgleichend und nervenstärkend, überhaupt kann sie auch Schmerzpatienten empfohlen werden.

Achtung: Nicht währen der Schwangerschaft

Venusische Düfte für anziehende Frauen

Es sind vor allem Blütendüfte, die Frauen anziehend machen können. Dabei sind dem Venusprinzip eher die süßen lieblichen Düfte wie Rose und Geranium, honigsüß duftende Ginsterblüten oder süßholzig duftendes Sandelholz und Rosenholz sowie süß- duftende Harze wie Benzoe und Tolubalsam zugeordnet. Aber auch narkotisierend schwülstige Monddüfte wie Jasmin, Ylang- Ylang oder Tuberose und moschusähnlich duftendes Patschuli und Moschuskörner können helfen, die Ausstrahlung von Frauen zu unterstützen. Je nach Frauentyp kann man durch eine richtige Mischung dieser ätherischen Öle ein Parfüm gestalten, das die venusischen Prinzipien bei Frauen optimal zur Geltung bringt

Die Bauchspeicheldrüse, eher im Schattendasein

mariendistelDass man auf seine Leber achten sollte, ist wohl jedem Menschen mit Gesundheitsbewusstsein klar. Doch ein Organ, das mit der Leber und Galle eine Trias, also eine Funktionseinheit bildet, die Bauchspeicheldrüse, ist viel zu wenig im Bewusstsein der Menschen. Grundsätzlich vorweg: Bauchspeicheldrüsenerkrankungen gehören in die Hände von Ärzten. Doch ein bisschen mehr an Aufklärung, was wir zum Erhalt der Gesundheit und Funktionsfähigkeit unserer Bauchspeicheldrüse tun können, kann nicht schaden.

Pankreas, die Bauchspeicheldrüse

In der medizinischen Fachsprache wird die Bauchspeicheldrüse Pankreas (griech. pan, alles, kreas, Fleisch) genannt. Sie ist ca. 15 cm lang, wiegt ungefähr 100 g und liegt im linken Oberbauch zwischen Magen, Milz, Leber und ist vom Zwölffingerdarm umgeben. Sie ist eine der größten Drüsen des Körpers. Sie erfüllt zwei unterschiedliche Funktionen, die von großer Bedeutung für den Organismus sind:

  • Die Lieferung von Enzymen für die Verdauung. Enzyme sind chemische Stoffe, die dem Körper helfen, die Nährstoffe, die wir mit den Nahrungsmitteln aufnehmen, in körpereigene Substanzen umzuwandeln. Dies nennt man die exkretorische Funktion, das heißt, eine Produktion von Stoffen, die nach außen, sprich in den Darm gelangen.
  • Die Lieferung von Hormonen, die in bestimmten inselförmig angeordneten Zellhäufchen, den Langerhanschen Inseln, gebildet werden. Diese Hormone sind die den Blutzuckerspiegel regulierenden Insulin und Glukagon. Die Hormone sind in ihrer Wirkung entgegengesetzt: Insulin wirkt blutzuckersenkend, Glukagon blutzuckersteigernd. Durch diese beiden Hormone kann der Blutzuckerspiegel möglichst konstant gehalten werden, so dass der Körper ständig ausreichend mit Energie versorgt wird. Dies nennt man die inkretorische Funktion (direkt in das Blut hinein)

Die Bauchsspeicheldrüse, wichtigste Verdauungsdrüse

Magen und Leber haben hinsichtlich der Verdauung nur vorbereitende Aufgaben, nämlich Eiweiß denaturieren und Fett emulgieren. Die eigentliche Verdauungstätigkeit leistet allein die Bauchspeicheldrüse mit ihren Enzymen. Sie bildet den sogenannten Pankreassaft, bis zu zwei Liter pro Tag. Er enthält große Mengen an stark basischem Bikarbonat, der wichtig für die Regulation unseres Blutmilieus ist, also ob unser Blut mehr sauer oder mehr basisch ist. Die einweiß-, fett- und kohlehydratspaltenden Enzyme werden über den Pankreassaft in den Dünndarm abgegeben und erst dort aktiv, denn sonst würde sich die Bauchspeicheldrüse selber verdauen. Die Enzyme des Pankreas sind die eiweißspaltenden Proteasen Trypsin und Chymotrypsin (von griech. zertrümmern), die fettspaltenden Lipasen, die nur im alkalischen Milieu und in Verbindung mit Gallensäuren wirksam werden (bei einer Fettunverträglichkeit sollte man darum nicht nur an die Galle denken, sondern auch an die Bauchspeicheldrüse) sowie kohlehydratspaltende Amylasen.

Die Trias Leber, Galle und Pankreas

Aktiviert wird die Funktion der Bauchsspeicheldrüse sobald wir etwas essen oder trinken, was bereits im Magen zu einer Hormonausschüttung führt. Durch andere Hormone sowie durch die Stimulation des Nervensystems (Sehen, Riechen, Geschmack etc.) fängt die Bauchspeicheldrüse an, Pankreassaft zu produzieren. Die Zusammenarbeit mit der Leber ist deren Funktion, aus Cholesterin Gallensaft zu bilden, der das Fett emulgiert und so erst die Angriffsfläche für die fettspaltenden Enzyme des Pankreas schafft. Was gemeinhin als „Galle“ bezeichnet wird, ist die Gallenblase, das Speicherorgan für den Gallensaft. Die funktionelle Zusammenarbeit der Organe zeigt sich in der gemeinsamen Öffnung in den Dünndarm hinein. Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse erklären sich daher meist an einem Problem der Zusammenarbeit der Organe.

Wann erkrankt die Bauchspeicheldrüse

Der wichtigste Risikofaktor ist sicher überreichlicher Alkoholgenuss und Zigarettensucht, doch auch falsche Ernährungsgewohnheiten wie zu fettes, schweres und kohlehydratreiches Essen können zu einer Überforderung in der Produktion der nötigen Enzyme führen. Wie bei Lebererkrankungen sind Probleme der Bauchspeicheldrüse lange unbemerkt, da ihre Beschwerden zum sogenannten „Oberbauchsyndrom“, also Druckbeschwerden und permanentes Völlegefühl im Oberbauch führen, die eine vielfältige Ursache haben können. Bei permanenten Beschwerden wie Blähungen, Verstopfung abwechselnd mit Durchfall, Schmerzen im rechten Oberbauch, vor allem nach Genuss von Kaffee, fetten Speisen und „schwerem“, kohlehydratreichem Essen sollte man auch daran denken, mit dem Arzt über eine mögliche chronische Pankreatitis (Bauchspeicheldrüsenentzündung) zu reden. Weil die Krankheit schleichend (oft über 10- 20 Jahre) verläuft, dauert es oft lange, bis die Diagnose gestellt ist.

Anders sieht das bei der akuten Pankreatitis aus, die zu den schwerwiegenden Erkrankungen zählt, bei der eine sofortige Einweisung in die Klinik und meist Intensivmedizin notwendig ist. Die Verdauungsenzyme werden dabei nicht als inaktive Vorstufen in den Darm abgegeben, sondern treten massiv in das Bauchspeicheldrüsengewebe über und führen zu einer Selbstverdauung des Organs. Die Erkrankung führt zu plötzlichen starken Schmerzen, die in den Unterbauch und linken Rücken ausstrahlen, begleitet von Erbrechen und Krämpfen bis hin zu schweren Schockzuständen, die sogar bis zum Tod führen können. Also, bei solchen Symptomen am besten sofort ins Krankenhaus.

Was kann man nun vorbeugend tun

Die Vorbeugung ist aus dem Vorausgehenden schon erklärt: ausgewogene Ernährung, Alkohol, Kaffe moderat genießen und Rauchen meiden. Doch auch viele Heilpflanzen helfen, Leber, Galle und Bauchspeicheldrüse in „gutem“ Zustand zu erhalten.

Bauchspeicheldrüsentee:

Pfefferminzblätter, Fenchelfrüchte, Melissenblätter, Schafgarbenkraut zu gleichen Teilen und etwas Tausenguldenkraut und Mariendistelsamen in der Apotheke mischen lassen, den Tee im Aufguss zubereiten, 10 Minuten ziehen lassen und 2 Tassen täglich 3 Wochen lang trinken.

Diese Kräutermischung regt die Tätigkeit der Leber, ihrer Gallenflüssigkeitsproduktion und der Enzymbildung der Bauchspeicheldrüse zart an. Eine Frühjahrskur mit dieser Teemischung kann daher sehr empfohlen werden.

Wenn schon Probleme wie Druckgefühle im Oberbauch (man verträgt keinen engen Gürtel mehr!) und sofortiges Völlegefühl nach dem Essen bestehen, kann man an folgende Teemischung denken: Gänsefingerkraut (zur Gallenflüssigkeitsanregung und Entzündungshemmung), Ringelblumenblüten (auch zur Entkrampfung und entzündungshemmend) sowie etwas Süßholz (das wichtigste Kraut für magen- und Darmprobleme). Ebenfalls in der Apotheke mischen lassen, Aufguss und 10 Minuten ziehen lassen. Kurmäßig (also immer wieder drei Wochen) trinken.

Die Mariendistel (Silybum marianum) ist zwar ein Leberheilmittel, aber im Sinne der TCM hilft die Stärkung der Leber (Wandlungsphase Holz) die Wandlungsphase Milz/Pankreas Meridian zu kontollieren, das wirkt sich auch positiv auf das Pankreas aus.

Wenn bereits eine Bauchspeicheldrüseninsuffizienz besteht hilft eine Pflanze aus Madagaskar:

Haronga (Harungana madagascariensis): „Entdeckt“ wurde die Wirkung der Pflanze, als der deutsche Homöopath Wilmar Schwabe staunend beobachtete, wie die Madegassen das Essen von extrem fettreichen Teilen der Schafe ohne Probleme verdauen konnten, indem sie Stückchen der Baumrinde des Strauches kauten. Untersuchungen ergaben, dass die Inhaltsstoffe der Haronga die exokrine Pankreassekretion anregen können, gleichzeitig wird die Sekretion von Magensaft und Gallenflüssigkeit angeregt. Haronga hat auch eine leberstärkende Wirkung und als Angehöriger der Johanniskrautgewächse eine stimmungsaufhellende Wirkung. Haronga gibt es nur in Form von Fertigpräparaten in der Apotheke:

Besonders empfehlenswert ist Metaharonga (Firma Metafackler), das eine homöopathische Mischung von Haronga, Asa foetida, Eichhornia, Okoubaka, Nux vomica und Löwenzahn enthält, also lauter Pankreasanregende Kräuter. Muss über die Apotheke in Deutschland bestellt werden. Tgl 1- 3mal 5 Tr.

Achtung: Ähnlich wie Johanniskraut macht Haronga lichtempfindlich, also Hut aufsetzen, wenn man in die Sonne geht.

Melonenbaum (Carica papaya): Der Melonenbaum ist in den Tropen beheimatet, die reifen Früchte, die Papayas schmecken delikat. Das arzneilich genutzte Enzym Papain wird allerdings aus dem Milchsaft der unreifen Fruchtschalen gewonnen. Laut Darwin machten Indianer ihr Fleisch mürbe, indem sie es mit Papayablättern umhüllten. In Indien werden bei üppigen Festen Papayafrüchte zur besseren Verdauung gereicht. In der Apotheke gibt es Fertigpräparate, die das Enzym Papain enthalten. Papain ist eiweißspaltend und die Einnahme der Präparate hilft bei funktionellen Verdauungsstörungen mit dem „Oberbauchsyndrom“ und unterstützend bei Bauchspeicheldrüsenschwäche.

Würzige Ratschläge

In der TCM werden Muskat und Ingwer bei Bauchspeicheldrüsenerkrankungen therapeutisch eingesetzt. Solche Behandlungen sollten dem dafür ausgebildeten Arzt überlassen bleibe, angenehm (aber nicht übertrieben) würzen mit Muskat und Ingwer ist sicher eine angenehme Form von Therapie.

Knospen für das Pankreas

In der Gemmotherapie spricht man den Knospen der Walnuss (Juglans regia) eine positive Wirkung auf die Bauchspeicheldrüse zu, vor allem sollen sie entzündungshemmend wirken. Die Knospen regen auch den Leber- Gallenstoffwechsel an und können auch unterstützend bei der endokrinen Pankreasinsuffizienz, sprich Diabetes 2 eingesetzt werden.

Zuletzt ein Ernährungstipp

Brennnesselsaft und Spinat enthalten Sekretin, ein Hormon, das die Abgabe des Pankreassaftes anregt. In den Mengen, die in den Pflanzen enthalten ist, kann es sicher nicht therapeutisch bedeutsam sein, aber im Frühjahr öfter Brennnesselspinat, vielleicht mit dem Gemüsespinat gemischt, kann sicher helfen, der Bauchsspeicheldrüse und damit unserem Stoffwechsel frischen Schwung zu verleihen.

Sonnenhut , heilendes Kraut bei Erkältungserkrankungen

echinaceaDer Sonnenhut (Echinacea sp. ) ist eines der meist verkauften Arzneimittel. Er soll das Immunsystem stärken und wird daher gerne schon ab Herbst vorbeugend gegen Grippe und Erkältungserkrankungen eingenommen. Doch es gibt immer wieder widersprüchliche Berichte über die Wirkung des Sonnenhutes: er wirkt durch klinische Untersuchungen bestätigt verlässlich sagen die einen, andere dagegen behaupten, dass Sonnenhutpräparate höchstens eine Placebo- Wirkung hätten. Sehr verwirrend für erkrankte Menschen, wenn man sich nicht einmal auf wissenschaftliche Untersuchungen verlassen kann. Doch keine Sorge: Sonnenhut wirkt wirklich, es kommt nur auf die richtigen Herstellungsverfahren an.

Sonnenhut, indianische Heilpflanze

Der Sonnenhut ist eine nordamerikanische Wildpflanze, die von Saskatchewan bis Texas und bis Nordostmexiko vorkommt. Dort gedeiht er vor allem in der Prärie und in lichten Wäldern. Viele Prärieindianer, vor allem die Lakota, Cheyenne, Pawnie und andere haben die Wurzel des Sonnenhuts medizinisch hoch geachtet. Bei Verletzungen streuten sie das Wurzelpulver in die Wunden und tranken gleichzeitig Tee daraus, den man lang ziehen ließ. Die so behandelten Wunden entzündeten sich so gut wie nie und heilten schnell ab. Frische Blätter nutzte man als Wundpflaster. Die Wurzel stand außerdem in dem Ruf, Insektenstiche und Schlangenbisse zu heilen. Dazu wurde das mit Wasser angefeuchtete Wurzelpulver auf die betroffenen Stellen gerieben. Auch gegen Verbrennungen, Erkältungen und sogar gegen Gonorrhöe wurde der Sonnenhut verwendet, wobei die Indianerstämme auch die verschiedenen Arten des Sonnenhutes verwendeten.

Sonnenhut oder Igelkopf

Der botanische Name des Sonnenhutes ist Echinacea, griech. echìnos, Igel, da der Sonnenhut auch Igelkopf genannt wurde. Es gibt viele Arten, medizinisch verwendet werden bei uns der Purpur- Sonnenhut, E. purpurea, der Schmalblättrige Sonnenhut, E. angustifolia und der Prärie- Sonnenhut, auch blasser Sonnenhut genannt, E. pallida. Wie viele unserer heimischen Heilpflanzen zählt Echinacea zur Familie der Korbblütler. Während unsere heimischen Arten wie beispielsweise das Gänseblümchen einen ebenen Blütenteller bilden, in dem die Einzelblüten zu einer Ganzheit zusammengefasst sind, bestehen die Einzelblüten der Echinacea aus erstaunlich harten, spitzen Blütenröhren, die stachelartig in alle Richtungen weisen, was der Name Igelkopf treffend beschreibt. Der Purpur- Sonnenhut ist eine sehr schöne, rotblühende Blume, die übrigens auch einen süßen Duft verströmt.

Die Signatur des Igelkopfes

Der Igel ist mit seinen Stacheln ein Meister der Abwehr und vielleicht sind auch beim Sonnenhut Abschirmung und Unnahbarkeit die Wesensmerkmale, die einen Hinweis auf seine Wirkung gegenüber „Feinden“ wie Bakterien und Viren bringen. Neben der igeligen Borstigkeit des Blütenbodens drückt sich diese auf Abwehr bedachte Pflanzenpersönlichkeit auch in der rauhaarigen, kratzenden Oberfläche von Stängel und Blättern aus. Zerkaut man ein Wurzelstück oder nimmt man einige Tropfen der Echinacea- Tinktur auf die Zunge, bemerkt man einen scharfen Geschmack, der ein pelziges Gefühl und eine leicht anästhesierende Wirkung hinterlässt, auch ein Zeichen von Abschirmung. Ein solcher Charakter lässt sich unschwer mit der bekannten Stärkung des Abwehrsystems der Echinacea in Verbindung bringen.  

Der Weg des Sonnenhutes nach Europa

Ende des 19. Jahrhunderts war die Homöopathie in den USA außerordentlich erfolgreich. Ein Homöopath namens Joseph Meyer soll eine Indianerin beim Reiben einer Echinacea- Wurzel beobachtet haben. Sie erzählte ihm, dass es sich bei der Pflanze um ein bewährtes Mittel zur Behandlung von Wunden handle. Nach dieser Begegnung verbreitete sich die Anwendung der Präriepflanze sehr schnell über Amerika, nicht nur bei Infektionen von Wunden, sondern auch bei vielen Entzündungserkrankungen von Husten bis hin zu Blinddarm- und Unterleibsentzündungen wurde der Sonnenhut eingesetzt. In der vor- antibiotischen Ära war Echinacea in Nordamerika die meist verwendete Heilpflanze. In Europa wurde der Sonnenhut erst einmal als Zierpflanze geschätzt, erst ab 1897 fand er Beachtung als Heilpflanze. Es waren Homöopathen wie John Henry Clarke und später Wilmar Schwabe, Stauffer und Madaus, die über die Wirkung der Echinacea publizierten. Spätere Untersuchungen ergaben, dass Abwehrzellen im Blut in Gegenwart von Echinacea- Extrakten mehr Krankheitserreger aufnahmen und von Jahrzehnt zu Jahrzehnt wurden neue Wirkungen beschrieben. Leider wurden aber auch einige Metaanalysen vorgelegt, die jegliche Wirkung der Echinacea bezweifelten. Es kam soweit, dass manche Autoren die Auffassung vertraten, dass jeder Patient selber entscheiden solle, ob er Echinacea- Präparate für sich nützen möchte. Dem steht die Beliebtheit des Sonnenhutes gegenüber, die Überzeugung vieler Menschen, dass die Pflanze hilfreich ist, Erkältungserkrankungen vorzubeugen oder sie schnell zu kurieren.

Wie wirkt der Sonnenhut

Die unterschiedlichen Ergebnisse der Untersuchungen liegen vor allem daran, dass entweder Wurzel- oder Blattpräparate verwendet wurden, unterschiedliche Aufbereitungen und solche aus den drei verschiedenen Arten. Es wäre wünschenswert, dass künftig Studien mit einem einheitlichen Studiendesign gemacht werden, bevor es wieder zu negativen Aussagen kommt. Nun lieferten neue Untersuchungen an der University of British Columbia erstmals eine mögliche Erklärung für die den therapeutischen Unterschied zwischen den verschiedenen Echinacea- Produkten: die antiviralen Substanzen der Echinacea konzentrieren sich im Kraut, also den oberirdischen Teilen der Pflanze, die entzündungshemmenden Substanzen dagegen in der Wurzel. Es wird daher empfohlen, Präparate zu verwenden, die einen 95% Anteil an Kraut und 5% Wurzelanteil haben. Wichtig ist ferner, dass die frisch geernteten Pflanzenextrakte in einem schonenden Verfahren gewonnen werden. Frisch geerntetes Echinacea- Kraut enthält 10 Mal mehr antivirale Aktivität als getrocknetes Kraut. Daher sollte man sich in der Apotheke beraten lassen, welche Präparate diesen Kriterien entsprechen.

Was ist drin im Sonnenhut

Das antimikrobielle und entzündungshemmmende Prinzip in der Sonnenhutwurzel sind Kaffeesäurederivate wie Cichoriensäure sowie antioxidativ wirkende Alkamide und Echinacosid; die Polysaccharide gelten als verantwortlich für die immunstimulierenden Eigen­schaften, ebenso Alkylamide, v.a. Echinacin, daneben ätherische Öle, Flavonoide.

Eine Studie am ETH Zürich zeigte, dass die Alkylamide eine Bindung an die Rezeptoren der Immunzellen haben. Zusammenfassend kann man sagen, dass die Bildung von Zellen unseres Immunsystems; beispielsweise der Makrophagen, das sind die Fresszellen oder von T-Helferzellen angeregt wird und auch Botenstoffe des Immunsystems wie Interleukin, Interferon und Tumornekrosefaktor werden vermehrt produziert.

Indikation für Echinacea: Grippevorbeugung, Stärkung des Immunsystems bei Anfälligkeit gegenüber Erkältungskrankheiten, zur unterstützenden Behandlung von chronischen Infektionserkrankungen wie Nebenhöhlentzündung, auch Eierstockentzündung und Infekte der Harnwege. Sonnenhutpräparate schließen die gleichzeitige Gabe von Antibiotika nicht aus, diese gemeinsame Anwendung wird sogar empfohlen. Sonnenhutpräparate in Form von Salben können unterstützend bei entzündlichen Hauterkrankungen und schlecht heilenden Wunden eingesetzt werden. Die antivirale Wirkung nützt man gegen Fieberblasen.

Anmerkung:

Echinacea NICHT

  • bei Korbblütlerallergien und überhaupt bei vorhandenen Allergien, da eine Gefahr der Allergie- Verstärkung durch die Wirkung auf das Immunsystem nicht auszuschließen ist.
  • bei Autoimmunerkankungen wie Polyarthritis, Psoriasis, MS, etc
  • bei Immunmangelsyndromen wie Aids
  • Kinder sollten die Möglichkeit haben, das Immunsystem durch verschiedene Infekte zu schulen, also nicht automatisch Echinacea bei Erkältungen geben
  • Echinacea sollte sofort nach den ersten Anzeichen einer Infektion genommen werden, womit der Krankheitsverlauf verkürzt werden kann. Auf dem Höhepunkt der Infektion noch Echinacea zu nehmen, bringt nichts.

Anwendungsformen: Präparate mit Kraut- und Wurzelanteilen bevorzugen, gibt es in Form von Tropfen oder Tabletten in der Apotheke, Anwendung nach Beipackzettel.

Urtinktur: Vor allem zum Einsatz bei akuter Erkrankung, tgl. 3- 4 mal 5 Tropfen.  

Echinacea D3: Vorbeugend gegen Erkältungserkrankungen, 1- 3 mal tgl. 5 Globuli

Äußerliche Anwendung: Als Salbe, in der Apotheke Urtinktur 10% in Salbenbasis einarbeiten lassen.

Wenn die Gelenke schmerzen

harpagophytumWenn es die Menschen raus ins Freie drängt und man einen vermehrten Bewegungsdrang spürt, gibt es leider viele Menschen, bei denen durch Gelenksschmerzen die Bewegungsfreiheit eingeschränkt ist. Es gibt aber eine Reihe von Heilpflanzen, deren Einsatz entzündungshemmend und schmerzlindernd wirken kann.

Arthritis oder Arthrose

Bei Gelenkserkrankungen unterscheidet man zwischen entzündlichen oder degenerativen Formen. Die Arthritis (arthros, griech. Gelenk, Endungen mit –itis deuten eine entzündliche Erkrankung an) ist eine chronisch entzündliche Erkrankung unterschiedlicher Gelenke, deren Ursachen bis heute noch nicht vollständig geklärt sind. Sie zählt zum rheumatischen Formenkreis und es werden fehlgesteuerte Abwehrreaktionen des Körpers gegen die Gelenkinnenhaut angenommen, die zu massiven Entzündungsreaktionen im Gelenkbereich führen. Werden diese Prozesse nicht aufgehalten, kommt s zu immer stärkeren entzündlichen Schüben, an deren Ende die völlige Zerstörung des Gelenkknorpels steht.

Die sekundäre Arthrose (Endungen mit –ose stehen für degenerative Erkrankungen) ist die Folge von entzündlichen Gelenkprozessen. Es gibt aber auch die sogenannte primäre Arthrose, die durch ein Übermaß an Belastung, zum Beispiel durch Übergewicht, Überbelastung bei bestimmten beruflichen Tätigkeiten oder auch durch angeborene Gelenksfehlstellungen entstehen kann. „Gelenksverschleiß“ ist sozusagen die umgangssprachliche Bezeichnung für die Arthrosis deformans (deformare, lat. verstümmeln). Ungefähr 20 % der Weltbevölkerung leiden im Alter an einer Arthrose, damit gehört die Arthrose zu den häufigsten Erkrankungen überhaupt.

Die Arthrose

Je nach Lokalisation werden die Arthrosearten unterschiedlich benannt, z. B. die Arthrose des Hüftgelenks ist die Coxarthrose, die des Kniegelenks die Gonarthrose, die der Wirbelsäulengelenke die Spondylarthrose.

Arthrosen entstehen über einen längeren Zeitraum, es ist ein langsam fortschreitender Umbauprozess des Gelenkknorpel, die viele Jahre symptomlos verlaufen kann und sich erst viel später, wenn die degenerativen Veränderungen schon fortgeschritten sind, bemerkbar macht.

Arthrose nicht nur durch zuviel Bewegung

Arthrosen entstehen meist durch falsche Belastung der Gelenke, doch nicht nur durch Überbeanspruchung, sondern auch durch zu wenig Bewegung in Kombination mit Übergewicht.

Folgen der Arthrose

Die Gelenkfläche, die mit einer glatten Knorpelschicht überzogen und von der die Gelenksflüssigkeit (Synovialflüssigkeit) produzierenden Gelenksknorpel umschlossen ist, wird bei der Arthrose vermehrt abgerieben. Die Folge ist eine zunehmende Zerstörung des Gelenkknorpels, eine Entzündung der Innenschicht der Gelenkkapsel und ein zunehmender Verlust der Gelenkfunktion. Weil die Entzündungsreaktion eher gering ausfällt, wird die Arthrose als nichtentzündlich eingestuft, es gibt aber Situationen, wo durch Überbelastung es zu einer Reizung der Gelenksinnenhaut kommt- dann zeigt sich das Gelenk mit Entzündungszeichen, es ist rot, heiß, geschwollen und schmerzt.

Wann zum Arzt

Es sollte selbstverständlich sein, dass man so früh wie möglich den Arzt aufsucht, um einen totalen Verschleiß des Gelenks zu vermeiden. Aber auch der Einsatz von Heilpflanzen sollte rechtzeitig erfolgen.  

Was kann man selber tun

Es gibt viele Studien, die gezeigt haben, wie wichtig gesunde Ernährung zur Vorbeugung von Gelenksbeschwerden sein kann. Also den Gemüseanteil in der Nahrung erhöhen, Übergewicht vermeiden, das sind Grundbedingungen. Weiters ist es wichtig, zur Entlastung des Bindegewebes die Ausscheidungsorgane Niere, Darm, Leber und Haut durch Heilpflanzen anzuregen. Das Frühjahr empfiehlt sich für eine solche Stoffwechselkur. Als Heilpflanzen kommen Löwenzahnwurzel, Birkenblätter und Brennnesselblätter, am besten in Form von Tees in Frage. Außerdem kann man die Gefäße und damit die Durchblutung steigern durch den Genuss von Bärlauch, Gundelrebe und anderen Wildkräutern

Brennnessel (Urtica dioica)

Die wichtigste Pflanze, die seit Urzeiten in der Rheumatherapie verwendet wird, ist die Brennnessel, die hemmend auf die Bildung von Zytokinen wirkt. Das sind Entzündungsmediatoren, eine Reduzierung wirkt somit deutlich schmerzlindernd. Studien haben ergeben, dass bei Patienten, die tgl. 50g Brennnesselmus zu sich nehmen, eine signifikante Besserung des Symptome eintrat. Also im Frühjahr so oft wie möglich Brennnesselspinat essen oder auf fertige Präparate zurückgreifen, die es in hochdosierter Form in der Apotheke gibt. Der Brennnesseltee dagegen ist harntreibend und regt damit die Harnsäureausscheidung an, was bei der Arthrose ebenfalls hilfreich sein kann.

Regelmäßiger Einsatz von Brennnessel könnte auch helfen, eine afrikanische Pflanze zu schützen.

Teufelskralle (Harpagophytum procumbens)

Sie wächst in der Kalahariwüste und entwickelt großknollige Wurzeln, die als Arznei genutzt werden. Nur kurze Zeit im Jahr blüht die Teufelskralle und hat dann Zeit, Früchte zu entwickeln, die lange Arme mit Widerhaken aufweisen, daher der Name Teufelskralle. Die Teufelskralle ist mittlerweile stark bedroht, ein schonender Umgang mit den Wildbeständen ist daher notwendig. Allerdings ist die Teufelskralle die wirkungsvollste Heilpflanze bei rheumatischen Erkrankungen und Verschleißerscheinungen.

Die Teufelskralle enthält Bitterstoffe (sie ist sehr bitter!!), dazu Phytosterine, Triterpene und Flavonoide. Wissenschaftlich gut untersucht kann man der Teufelskralle eine entzündungshemmende, antiarthrotische und schmerzlindernde Wirkung zusprechen. Aus Sicht der Phytotherapie kann also der Einsatz der Teufelskralle bei degenerativen Gelenkserkrankungen der Extremitäten und der Wirbelsäule empfohlen werden.

Anwendung: Der Tee ist sehr bitter, es gibt aber viele Fertigpräparate.

Achtung: Nicht bei Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren.

Hagebutte (Rosa canina)

Der Hagenbuttentee zum Frühstück ist sicher sehr gesund. Die Anwendung der Hagenbutten gegen Gelenksprobleme erfolgt durch ein Pulver aus dem Fruchtfleisch der Hagenbutten, das in Form von fertigen Präparaten in der Apotheke erhältlich ist.

In Dänemark und Schweden wurden Hagebutten schon vor 20 Jahren quasi „entdeckt“ als Mittel gegen Arthrosen und in der Folge wissenschaftlich gut untersucht. Das Fruchtfleisch der Hagebutte enthält neben vielen Vitaminen, Carotinoiden und Flavonoiden vor allem auch Galaktolipide (GOPO), die für die positive Wirkung auf die Gelenke verantwortlich gemacht werden.

Das Pulver, das aus der ganzen getrockneten Frucht samt den Kernen besteht, wirkt entzündungshemmend, schmerzlindernd und hilft, die Morgensteifigkeit, die bei Arthrose so typisch ist, zu bessern. Studien zeigten, dass sich durch Einnahme des Pulvers die Hüft- und Kniegelenksbeweglichkeit verbessert. Außerdem kann das Pulver auch das LDL, das „negative“ Cholesterin senken, was sich positiv auf die Gefäße auswirkt.

Anwendung: Kurmäßig! Die volle Wirkung setzt nach 4- 6 Wochen ein, bis dahin sollte eine Tagedosis von 5g Pulver eingenommen werden, die dann auf eine Erhaltungsdosis von 2,5g reduziert werden kann.

Schmerzlindernde Heilpflanzen

Eine große Anzahl von Heilpflanzen enthält Salicin, das dann im Körper zu Salicylsäure umgewandelt werden und schmerzstillend wirkt. Dazu zählt vor allem die Weidenrinde, aber auch das Mädesüß, pharmakologisch Wiesenspierstaude genannt, die Eschenblätter und die Pappelblätter. Weidenrinde gibt es in der Apotheke als Tee oder fertige Präparate. Auch das Mädesüß gibt es als Droge für angenehm schmeckenden Tee. Eschenblätter, Pappelrinde und Weidenrinde gibt es in Kombination als fertiges Präparat (Phytodolor).

Äußerliche Heilpflanzenanwendungen

Begleitend zur innerlichen Einnahme empfehlen sich bei Arthrosen äußerliche Anwendungen von Heilpflanzen zur vermehrten Stoffwechselförderung im Gewebe, Entzündungshemmung und Schmerzlinderung. Sie werden entweder in Form von Ölauszügen, Tinkturen oder als Tees, die dann für Umschläge und Wickel genutzt werden, angewendet.

Johanniskrautöl wirkt durchblutungsfördernd und durchwärmend, somit muskelentspannend. Es kann als Einreibung oder als angewärmte Ölkompresse angewendet werden. Gut geeignet ist es als Trägeröl für ätherische Öle wie Rosmarin, Lavendel und Wacholder, wodurch das Wirkungsspektrum erweitert wird.

Arnikatinktur: Sie ist das „Volksheilmittel“ bei Gelenksbeschwerden. Bei äußerlicher Anwendung ist sie hervorragend bei allen rheumatischen und neuralgischen Schmerzzuständen, was auch Studien belegt. Arnika hilft vor allem bei Gelenksbeschwerden mit morgendlichem Zerschlagenheitsgefühl.

Arnikatinktur für Umschläge muss immer 10- fach verdünnt werden, sonst kann es zu Hautirritationen kommen. Als Fertigpräparate gibt es aber auch Salben.

Achtung: Nicht bei Korbblütlerallergien.

Wacholdertinktur:

Wacholder wirkt durchblutungsfördernd, erwärmt und entschlackt die Muskeln und entlastet dadurch die Gelenke. In der Apotheke gibt es Wacholder nur als Zusatz bei Mischpräparaten. Er lässt sich aber leicht selber herstellen.

Zubereitung: 1 Glas zur Hälfte mit Wacholderbeeren füllen, mit 40 % Alkohol übergießen. 3 Wochen an einem warmen Ort stehen lassen, abfiltern. Anwenden als Einreibung.

Beinwell: Beinwellsalbe ist wieder in der Apotheke erhältlich. Sie hilft, wie Studien zeigten, vor allem bei schmerzhafter Arthrose des Kniegelenks, kann aber sicherlich auch bei Problemen mit anderen Gelenken verwendet werden.

Auflagen und Wickel

Chronische Prozesse reagieren gut auf Wärme, akute eher auf Kälte. Also bei akuten Schmerzen und Schwellungen eher einen kalten Topfenwickel anwenden.

Bei chronischen Schmerzen empfiehlt sich die Anwendung eines Heublumensackes, den es in der Apotheke zu kaufen gibt. In Wasserdampf 15 Minuten erhitzen, vorsichtig ausdrücken und dann so heiß wie möglich auf die betroffene Stelle auflegen, mit einem Wolltuch fixieren und etwa 40 Minuten liegen lassen.

Der Kohlwickel stammt auch aus der Volksmedizin, kann aber sehr empfohlen werden. Man nimmt Kraut- oder Kohlblätter, wälzt sie mit einer Flache, so dass der Saft auszutreten beginnt. Vor der Anwendung über Wasserdampf erwärmen und dann auf das betroffene Gelenk auftragen. Kohlwickel verbessern die Situation um die Gelenke, wirken Schmerz- und Verspannungszuständen entgegen und fördern die Durchblutung.

Gemmotherapie gegen Arthrosen

In der Gemmotherapie, die bei uns leider noch zu wenig bekannt ist, werden die Knospen der Pflanzen verwendet. Sie werden in Form von Glycerinmazeraten eingenommen und wirken quasi als „Reparaturmechanismen“ in unserem Körper. Vor allem die Knospen der Nadelhölzer helfen, Gelenke wieder zu „reparieren“.

Tanne:

Wirkungsrichtung: Das Mazerat aus den Wipfeln hat sich bei allen Dekalzifikationserscheinungen bewährt.

Anwendungsgebiete: Hat sich zur Behandlung von Arthrosen (v. a. Hüftarthrose), sehr bewährt. Abwechselnd mit Bergfichtenmazerat einnehmen.

„Bergfichte“ : Im Handel ist das Mazerat unter dem fälschlichen Namen „Bergfichten- Knospen“. Tatsächlich stammt es von der Berg- Kiefer, die besser als Latsche bekannt ist

Wirkungsrichtung: Remineralisiert die Knochen und hilft bei Abnützungserscheinungen , entzündungshemmend.

Anwendungsgebiet: Bei vielen Arthrosen (Hüft- , Kniegelenks-, Rückenwirbelarthrosen), rheumatoide Prozesse (entzündliche und degenerative Formen), Osteoporose.

Einnahme: morgens 10 Tropfen Tanne, abends 10 Tropfen Bergfichte über längeren Zeitraum einnehmen

Aromatherapie und Schwangerschaft

jasminum-sambacDie Aromatherapie ist längst von einer Modeerscheinung zu einer ernst zu nehmenden Therapieform geworden. Die Aromatherapie hat sich im professionellen Pflegebereich etabliert und wird auch von vielen Hebammen in der Geburtshilfe angewendet. Grundsätzlich eignet sich die Aromatherapie auch zur Selbstanwendung in der Hauskrankenpflege, Voraussetzung ist allerdings ausreichende Kenntnis über den richtigen Umgang mit ätherischen Ölen. Eine sensible Zeit, in der ein Einsatz von ätherischen Ölen besonders sorgfältig überlegt werden muss, ist die Schwangerschaft.

Heilsame Aromatherapie

Mit diesem Begriff bezeichnet man den Einsatz von ätherischen Ölen zur Heilung, Linderung oder Verhinderung von Krankheiten. Da auch im Wellness – Bereich oder der Kosmetik die Verwendung von ätherischen Ölen als Aromatherapie angeboten wird, entsteht leider meist der Eindruck, dass Aromatherapie nur etwas zum „Wohlfühlen“ ist und der Einsatz von ätherischen Ölen harmlos ist. Generell ist man heute gern der Meinung, dass „Naturstoffe“ ungefährlich sind. Ätherische Öle sind aber hochwirksame Stoffgemische, die neben anderen Wirkstoffen in Pflanzen vorkommen. Viele ätherische Öle enthalten toxische Bestandteile, die bei unsachgemäßer Anwendung zu schweren Nebenwirkungen führen können. Die „Harmlosigkeit“ der ätherischen Öle vermittelt vielleicht folgender Vergleich: 1 Tropfen Pfefferminzöl entspricht dem Gehalt an ätherischem Öl von ca. 50 – 60 Tassen Pfefferminztee. Es kann also nur geraten werden, den richtigen Einsatz von ätherischen Ölen genau zu studieren.

Was versteht man unter Aromatherapie

Ätherische Öle sind lipophil, also fettlöslich und können über die Haut und da vor allem über das Unterhautfettgewebe aufgenommen werden. Die übliche Anwendung von ätherischen Ölen erfolgt daher in Form einer Anwendung auf der Haut, zarten Streichmassagen entweder so nahe wie möglich zum betroffenen Organ oder über Reflexzonen. Eher abzuraten ist von einer innerlichen Einnahme von ätherischen Ölen. Die Anwendung über Duftlampen kann zwar durchaus zu „Wohlfühlzwecken“ empfohlen werden, eine therapeutische Wirkung ist nur begrenzt zu erwarten.

Wirkungsvoller Duft

Ätherische Öle erfüllen einen Wunsch der Ganzheitsmedizin. Einerseits haben sie auf Grund der chemischen Bausteine eine konkrete physiologische Wirkung auf verschiedene Organsysteme, andrerseits wirken sie über ihre duftenden Bausteine, die über die Riechschleimhaut in der Nase aufgenommen werden, auf das Zentrum unserer Gefühle im Gehirn, auf das Limbische System. Sie haben damit nicht nur eine konkrete therapeutische Wirkung auf den Körper, sondern können auch zu psychischem Wohlbefinden beitragen.

Wie wirken ätherische Öle

Die Zusammensetzung der ätherischen Öle ist je nach Pflanze, aus der sie stammen, unterschiedlich. Man kann aber folgende Wirkungen zusammenfassen: viele sind antibakteriell, pilzhemmend und auch antiviral. Sie können auf der körperlichen Ebene blähungswidrig, gallenflüssigkeitsanregend, auswurffördernd, etc. sein. Auf der psychischen Ebene können sie antidepressiv, angstlösend oder beruhigend sein.

Gefährliche ätherische Öle während der Schwangerschaft

Der Einsatz von ätherischen Ölen während der Schwangerschaft muss aus vielen Gründen abgeraten werden

  • Viele ätherische Öle können hormonelle Wirkung haben, was sich emmenagog, sprich regelauslösend auswirken kann. Solche ätherischen Öle dürfen natürlich in der Schwangerschaft auf keinen Fall verwendet werden. Dazu zählen vor allem:
    Schafgarbe, Zimt, Fenchel, Niaouli, Muskat, Anis, Salbei, ferner werden auch Estragon, Kamille, Zeder, Wacholder, Liebstöckel, Eisenkraut, Cajeput, Basilikum, Oregano, Rosmarin, Muskatellersalbei und Vetiver als sehr problematisch für die Schwangerschaft betrachtet.
  • Als uterotonisch, also die Gebärmutter stärkend bis hin zu Wehen auslösend werden folgendeÖle betrachtet:
    Zimt, Fenchel, Eisenkraut, Muskat, Piment, Anis, Gewürznelke und Thymian.
  • Manche ätherischen Öle können hormonartige Wirkung haben, sollten daher vor allem im ersten    

Drittel (Trimenon) der Schwangerschaft gemieden werden: Rose (und zwar sowohl die Damaszenerrose als auch die Mairose), Muskatellersalbei, Myrrhe, Niaouli und Kiefer.

Gefährlich für den Embryo

Einzelne Bestandteile von ätherischen Ölen können die Plazenta und die Blut – Hirn – Schranke passieren. Darunter versteht man eine physiologische Barriere zwischen dem Zentralnervensystem und dem Blutkreislauf. Dies dient dem Schutz des Gehirns vor im Blut zirkulierenden Toxinen und Krankheitserregern. Substanzen wie Alkohol, Nikotin und andere Drogen können diese Blut – Hirn – Schranke überwinden, weil sie fettlöslich sind und das gilt eben auch für ätherische Öle. Das bedeutet, dass in der sensiblen Zeit der Kindesentwicklung im Bauch ätherische Öle auf sein Zentralnervensystem wirken können. Vor allem in den ersten Wochen des Embryonalstadiums, in denen sich das Gehirn entwickelt, sollten ätherische Öle strikt gemieden werden. Die Natur hat es übrigens ohnehin weise eingerichtet – während der Schwangerschaft, vor allem in der ersten Zeit, sind Frauen besonders geruchsempfindlich. Dieser „Beschützerinstinkt“ sollte klar machen, dass es besser ist, auf ätherische Öle, aber auch auf penetrant riechende Deos oder Parfums zu verzichten. Um die Problematik zu veranschaulichen, könnte man folgende Beispiele bringen: Lavendel und Bergamotte werden gerne zur Vorbeugung gegen Schwangerschaftsstreifen auf den Bauch als Massageöl aufgetragen. Lavendel hat konkret beruhigend Wirkung, die Bergamotte ist dagegen stimmungsaufhellend. Wie geht es dem armen werdenden Kind bei so einem „Psychococktail“?

Alternative – Kräuter verwenden

In den Pflanzen sind die ätherischen Öle nur ein Bestandteil von vielen Wirkstoffen. Ihre Konzentration ist daher nicht so hoch wie wenn das isolierte ätherische Öl verwendet wird. Darüber hinaus sind ätherische Öle schlecht wasserlöslich, also im Tee wenig gelöst. Es ist also zu empfehlen, während der Schwangerschaft die heilsame Wirkung der ätherischen Öle in Form der Verwendung von Kräutern, sei es als Tee, für Bäder oder als Salbe, zu nutzen.

Aromatherapie zur Geburtserleichterung

Im letzten Abschnitt der Schwangerschaft und vor allem bei der Geburt kann die Wirkung der ätherischen Öle sehr wohl genutzt werden. Am besten wäre es natürlich, das unter Anleitung einer erfahrenen Hebamme zu machen. Dennoch einige Tipps zur Selbstanwendung:

Bei vorzeitigen Wehen kann das echte Majoran – Öl sehr hilfreich sein. meist wird allerdings ein spanischer Thymian, Thymus mastichinus, als Majoran – Öl verkauft. Frau sollte also nur bei seriösen Firmen ätherische Öle kaufen und auch dann noch nachfragen, ob es sich um echten Majoran, botanisch also Origanum majorana handelt.

Anwendung: Auf 100 ml Mandelöl 10 Tropfen Majoran – Öl geben und damit den Bauch sanft einstreichen.

Zur Anregung der Wehen:

In den letzten Tagen vor dem Geburtstermin kann eine tägliche Massage mit Muskatellersalbei und Rose (auf 100 ml je 10 Tropfen) helfen, die Gebärmutter zu stärken. Alle als uterotonisch einzustufenden ätherischen Öle können wehenauslösend wirken. Sie könnten einerseits hilfreich sein, wenn der Geburtstermin schon überschritten ist oder wenn bei der geburt die Wehentätigkeit nachlässt. Zur Erinnerung, dazu zählen Fenchel, Eisenkraut, Anis, Gewürznelken.

Entspannende Düfte zur Geburt

Während der Geburt kann mit Düften in der Aromalampe eine angenehme, entspannte Atmosphäre geschaffen werden. Dafür eignet sich besonders Bergamotte, Geranie, Muskatellersalbei oder Lavendel.

Angstlösend und entkrampfend wirken Bergamotte und Lavendel, Anwendung am besten als sanfte Rückenmassage.

Fenchel: hilft der Frau, die Entbindung gelöster und leichter zu ertragen.

Eisenkraut (Lippia citriodora): wirkt wehenunterstützend

Jasmin: ist sozusagen das „Geburtsöl“. Wirkt euphorisierend, hilft, dass im Gehirn schmerzlindernde Botenstoffe ausgeschüttet werden, hilft gegen Kreuzschmerzen während der Geburt und kann helfen, den Ablauf der Geburt zu beschleunigen. Beim Kauf von Jasminöl sollte man auch auf seriöse Qualität achten.

Mutter – Kind – Bindung

Wie wichtig die Mutter – Kind -. Bindung über den Geruchssinn sein kann, ist heute unbestritten. Babys können ihre eigene Mutter und vor allem ihre milchspendende Brust aus mehreren Frauen „herausschnüffeln“. Um diese natürliche Duftbindung nicht zu stören, sollten nach der Geburt ätherische Öle nur in geringsten Mengen verwendet werden.

Wochenbettdepression

Die hormonelle „Berg – und – Talfahrt“ nach der Geburt führt bei vielen Frauen zu Gefühlsausbrüchen und manchmal auch zu depressiven Gefühlen. Da kann der Einsatz von stimmungsaufhellenden Ölen wie Bergamotte oder noch stärker wirkend Niaouli sehr hilfreich sein. Auch Mandarine und Geranium können angewendet werden. Anwendung entweder in der Duftlampe oder als Rückenmassage.

Duftende Säuglingspflege?

Säuglinge sollten im ersten Lebensjahr nur in Ausnahmefällen mit ätherischen Ölen und möglichst nicht mit bedufteten Pflegeprodukten behandelt werden. Ihre Haut ist besonders durchlässig und sehr empfindlich. Als Ausnahme kann nur das Rosenöl (auf 100ml 1 Tropfen) bei Hautproblemen empfohlen werden. Bei kolikartigen Blähungen kann eine zarte Bauchmassage mit Kümmel und Koriander (auf 100ml je 5 Tropfen) hilfreich sein.

Achtung: besonders gefährlich für Säuglinge sind Pfefferminze und Eukalyptus, da ihre Anwendung zu Erstickungsanfällen führen kann. Die Alternative in der Säuglingskrankenpflege ist daher besser die Anwendung von Heilpflanzen in der üblichen Form (Tee, Badezusatz,..)

Braunwurz, vergessene Heilpflanze

Auch wenn die Braunwurz in der Kräuterheilkunde kaum mehr bekannt ist, wäre anzuraten, sich ihrer zu erinnern und sie wieder anzuwenden. Sie ist nämlich sehr wirkungsvoll bei einer Lymphatischen Diathese, wie man in der Homöopathie eine Krankheitsbereitschaft der Haut und der Schleimhäute nennt, was zu einer besonderen Infektionsanfälligkeit führt.

Braunwurz, eigenartige Pflanze

scrophularia-nodosaDie Braunwurz gehört zu den in Europa bis hin nach Ostasien weit verbreiteten Pflanzen. Sie wächst an feuchten Stellen in Wäldern, an Waldrändern oder an Flussufern. Der Name Braunwurz bezieht sich auf die Farbe des Wurzelstockes, aber auch der Blüten. Diese Blüten sind wirklich was Besonderes, denn es gibt nur wenige Pflanzen, die braune Blüten tragen. Die der Braunwurz sind braun- violett mit aufgeblasenen Schlunden. Diese Blütenform ist der Wespe, dem Tier, das die Bestäubung besorgen soll, angepasst. Diese spezielle Form der Blüten, deren Schlunde an den Rachen erinnern, haben der Familie, zu der die Braunwurz gehört, den Namen „Rachenblütler“ verliehen. Heute betrachtet man aber die Braunwurzgewächse als eigene Familie.

Scrophularia gegen Skrofulose

Der botanische Name der Braunwurz lautet Scrophularia nodosa. Hier wird bereits im Pflanzennamen der Bezug zur Krankheit hergestellt: scrophula,   lat. Halsgeschwür. Beim Ausgraben sieht man an den langen Wurzeln knötchenartige Verdickungen, daher der botanische Artname nodosa, lat. knotig. Die Verwendung der Braunwurz war schon im Altertum bekannt, Dioscorides, der berühmte Arzt des 1. Jh. u. Z., lobt sie: „ Die Blätter…….haben die Kraft, Drüsen…..zu zerteilen „ und empfahl die Anwendung bei geschwollenen Drüsen. Auch die Kräuterdoctores des Mittelalters, die auf die Signaturen der Pflanzen achteten, verwendeten die Braunwurz bei der Skrofulose, also geschwollenen Mandeln und Lymphknoten im Rachen und Halsbereich. Aber auch gegen „Grind und Räudigkeit“, also bei ekzematösen Hautkrankheiten wurde Braunwurz eingesetzt.

Lymphe und Infektanfälligkeit

Naturheilkundlich orientierte Ärzte sagen: „Die Skrofulose steht nicht mehr in den Lehrbüchern, sitzt aber dennoch in unseren Wartezimmern“. In der alten Fachliteratur finden wir für die Skrofulose folgende Symptome: chronisch- katarrhische Entzündungen wie Bronchitis, chron. Schnupfen, Mittelohrentzündungen, aber auch Ekzeme, Lymphknotenschwellungen, vergrößerte Mandeln. In der heutigen Zeit spricht man, wenn überhaupt, von der „Lymphatischen Diathese“. Dabei handelt es sich um eine angeborene Krankheitsanfälligkeit der Haut und Schleimhäute. Sie entwickelt sich bereits in den ersten Lebensmonaten und bleibt häufig bis zur Pubertät bestehen. Danach treten diese Beschwerden oft in den Hintergrund und verlagern sich auf andere Organsysteme. Die ersten Hautreaktionen zeigen sich bei Säuglingen in Form von Milchschorf, Windelekzemen und nässender Dermatitis. Bei größeren Kindern zeigt sich eher eine Tendenz zu trockenen Ekzemen oder Neurodermitis. Besonders typisch sind aber immer wiederkehrende Entzündungen im bereich er Schleimhäute mit ständiger Erkältung, „Rotznase“, Ohrenschmerzen und Mandelentzündungen. Das lymphatische Kind „hustet sich“ von Infekt zu Infekt.

Als Ursache sieht die Naturheilkunde eine Schwäche der Lymphsysteme, mit den dazugehörigen Organsystemen. Da die Lymphorgane im Kindesalter allgemein sehr aktiv sind, da sie zur Entwicklung eines funktionstüchtigen Immunsystems beitragen, wirkt sich diese Schwäche des Lymphsystems besonders stark aus. Rein symptomatische Behandlungen der Erkältungen z. B. mit Antibiotika lösen das Problem nicht auf Dauer. Die Naturheilkunde empfiehlt daher in solchen Fällen nicht nur das Immunsystem sondern vor allem das Lymphsystem zu stärken.

Das Lymphsystem

Obwohl der Mensch ungefähr dreimal mehr Lymphe als Blut besitzt, spielt diese in der Medizin nur eine untergeordnete Rolle. Die Naturheilkunde betrachtet die „weiße Schwester des Blutes“ mit viel größerem Interesse. Je besser das Lymphsystem funktioniert, umso wirkungsvoller funktioniert die Entgiftung und „Entschlackung“ der einzelnen Organe und des Bindegewebes, die durch ein dichtes Netz von Lymphgefäßen an das Lymphsystem angeschlossen sind. Die Lymphknoten haben dabei die Funktion von Filterstationen, in denen sie mit Hilfe von Lymphozyten und Makrophagen (Fresszellen) Erreger und Schadstoffe aus dem Körper eliminieren. Zur Aktivierung des Lymphsystems stehen neben der manuellen Lymphdrainage auch viele altbewährte Heilpflanzen und vor allem die Braunwurz zur Verfügung.

Inhaltsstoffe der Braunwurz

Verendet wird traditionell die Wurzel, aber auch die Blätter der Braunwurz. An Inhaltsstoffen sind in der Wurzel vor allem sogenannte Iridoidglykoside gefunden worden und zwar Harpagosid und Harpagid sowie Aucubin, dazu ein Glykosid, Flavonoide und Saponine. Die Zusammensetzung der Iridoide gleicht der von der Teufelskralle (Harpagophytum) aus der Kalahari- Wüste, der Gehalt ist aber geringer. Dennoch kann auf Grund dieser Inhaltsstoffe auch der Braunwurz eine entzündungshemmende Wirkung zugesprochen werden, was auch einen Einsatz bei rheumatischen Beschwerden empfiehlt.

Braunwurz anwenden

Das Indikationsspektrum, in dem eine Anwendung von Braunwurz empfohlen werden kann, ist recht groß.

Bei Kindern mit Lymphatischer Diathese kann die Braunwurz als Tee eingesetzt werden, wobei man diesen auch mit Ringelblumenblüten und Stiefmütterchenkraut mischen sollte.

In Form einer Urtinktur (in dieser Form ist Scrophularia in der Apotheke erhältlich) hilft die Braunwurz unterstützend auch bei Erwachsenen mit Infektanfälligkeit, chronischem Schnupfen, Neigung zu Seitenstrangangina und Lymphdrüsenentzündungen.

Bei Hauterkrankungen wie Ekzemen, unterstützend auch bei Schuppenflechte, kann die Braunwurz sowohl innerlich als auch äußerlich in Form einer Salbe eingesetzt werden.

Formen der Anwendung

In der Apotheke gibt es eine Reihe von lymphanregenden Präparaten, die auch Braunwurz enthalten.

Teezubereitung: 1 TL der Wurzel auf ¼ l heißes Wasser im Aufguss, 10 Minuten ziehen lassen. Für Kinder nimmt man ½ TL Droge.

Salbe: In der Apotheke Scrophularia- Urtinktur 10 % in eine Salbenbasis einarbeiten lassen.

Achtung: Nicht während der Schwangerschaft und Stillzeit, da dazu zu wenig Untersuchungen vorliegen. Auch Herzkranke sollten besser auf die Braunwurz verzichten, obwohl sie herzanregende Glykoside enthält. Das könnte aber die Wirkung üblicher Herzmedikamente negativ beeinflussen.    

Bambus, Pflanze mit unbändiger Lebenskraft

bambusknotenImmer mehr Menschen leiden unter Beschwerden des Bewegungsapparates, der Wirbelsäule oder der Gelenke. Auf der Suche nach pflanzlichen Heilmittel für diese Probleme ist neuerdings eine Pflanze aus Ostasien populär geworden, der Bambus.

Bambus, ein besonderes Rohr

Der Bambus zählt botanisch gesehen zu den Gräsern, er ist also verwandt mit Mais oder Weizen ebenso wie mit den Gräsern in der Wiese. Die Bambusfamilie ist äußerst variantenreich, es gibt Arten, die nur wenige Zentimeter hoch werden, andere dagegen wie zum Beispiel der Schwarzrohrbambus (Phyllostachys nigra), der auch medizinisch verwendet wird, kann bis zu 10 m hoch werden. Die einzelnen Bambustriebe bestehen aus einer regelmäßigen Aufeinanderfolge von Internodien und Nodien (Knoten). Unterirdisch bilden die meisten Bambusse ein dichtes Wurzelwerk mit vielen Ausläufern. Das Hauptverbreitungsgebiet der Bambusse liegt in Ostasien, doch auch in Afrika, Südamerika und Australien sind Bambusarten bekannt. Auch bei uns wuchsen diese Riesengräser, doch starben sie währen einer extremen Trockenzeit im Tertiär aus. Heute gibt es eine Renaissance der Bambusse hierzulande als dekorative Gartenpflanzen.

Bam bu!

In China nannte man den Bambus vor 3000 Jahren Tsao, Gras. Der deutsche Namen soll folgendermaßen entstanden sein: Bei einem Lagerfeuer auf den Philippinen war ein europäischer Weltenbummler eingeladen. Das Feuer wurde mit Bambusstäben gemacht, die üblicherweise bei Hitze mit einem betörenden Knall zerbersten. Der Bummler erschrak über dieses ohrenbetäubende Spektakel und beschrieb es als „bam“ und „bu“ in seinem Tagebuch. Daraus soll sich das englische Bamboo und das deutsche Bambus entwickelt haben.

Bemerkenswerte Lebenskraft

Bambus ist ein Symbol für Elastizität, Überlebensfähigkeit, Stärke und Ausdauer. Im Winter neigt er sich unter der Last des Schnees bogenförmig bis zum Boden und er biegt sich im Sturm, doch er bricht nicht. Im Frühling, wenn die Pflanze zu sprießen beginnt, schießen die Triebe mit atemberaubender Geschwindigkeit aus der Erde, pro Tag bis zu 30 cm. Neben Ginkgo überlebte der Bambus die Atombombe von Hiroshima und trieb im nächsten Jahr wieder aus. Er ist hart wie ein Stein, zäh wie Stahl und doch so leicht wie eine Feder. Beim Trocknen verliert das Rohr 40 bis 70% seines Gewichtes und eignet sich als Baumaterial mit hoher Biegefestigkeit. Deshalb wird er in China in vielfältiger Weise, vor allem aber als Baumaterial verwendet. Auch die Tierwelt schätzt den Bambus- der Panda, der in den Wäldern Westchinas lebt, ernährt sich fast ausschließlich von seinen Blättern und Sprossen.

Heilsamer Bambus

Vom Bambus kann man fast alles verwenden. Große Bedeutung als hochwertiges Nahrungsmittel haben die Bambussprossen (die Schösslinge das Rohrs), die reich an Kieselsäure sind und somit von großem Wert für das Stütz- und Bindegewebe des Menschen sind. Sie sind beliebt als Gemüse oder in Essig eingelegt. Sie müssen aber gekocht werden, da sie etwas Blausäure enthalten.

Die Bambusblätter enthalten bis zu 200 Wirkstoffe. Sie liefern einen wohlschmeckenden, leicht süßlichen Tee. Da sie auch viele antioxidative Flavonoide enthalten, denen man eine „faltenmindernde“ Wirkung zuschreibt, werden sie gerne als Anti- Aging- Kosmetika verkauft. In der TCM werden Dekokte der Blätter auf Grund ihrer kühlenden Wirkung bei Fieber eingesetzt und im Ayurveda zur Blutstillung, bei Asthma und bei Lepra.

Im Inneren der Halme finden sich vor allem an den Knoten Kieselsäureabsonderungen, Bambuskiesel, Bambuskampfer oder Tarachir genannt. Es sind erbsengroße gelbliche Ablagerungen, die aus dem gespaltenen Halm gekratzt werden. Sie werden in der TCM bei Nervosität, Fieber, Bronchitis und sämtlichen Formen von Husten eingesetzt. Auch bei Spasmen und Krampfneigungen sollen sie helfen und sogar eine aphrodisierende Wirkung haben.

Bambusstreifen (Abschälungen des Rohres) helfen als Dekokt bei Magenproblemen und die Bambussplitter wurden als Vorläufer der Akupunkturnadeln genutzt.

Die Signatur des Bambus

Auch wenn die Signaturlehre nur von traditionellen Heilsystemen anerkannt ist, aber von der Naturwissenschaft belächelt wird, kann die Erscheinung einer Pflanze schon zum Verständnis der Wirkung verhelfen. Die Signatur einer Pflanze, die auf Grund ihres besonderen Aussehens einen Vergleich zum menschlichen Organismus bringt, erlaubt beim Bambushalm eine Analogie zum Aufbau der Wirbelsäule. Wachstumsknoten, Flexibilität und Belastbarkeit des Bambus korrespondieren deutlich mit der Anatomie der gesunden Wirbelsäule und deren Bandscheiben.    

Bambus als Heilmittel

Der Bambus ist eine der kieselsäurereichsten Pflanzen, er enthält bis zu 77% Kieselsäure vor allem an den Knoten. Auf Grund dieses Inhaltsstoffes kann man dem Bambus folgende Wirkungen zuschreiben: granulationsfördernd, stabilisierend auf Knochen und Gelenke, Bandscheiben und Wirbelsäule, kräftigend auf den Stützapparat, Bindegewebe stärkend, fördert die Elastizität der Haut, aufbauend, stärkend und vitalisierend.

Bambusextrakte regen die Kollagensynthese im Knochen- und Bindegewebe an und fördern dadurch bei Gelenkserkrankungen die Wiederherstellung des zerstörten Knorpels. Dadurch wird die Beweglichkeit und Elastizität des ganzen Bewegungsapparates verbessert. Leider gibt es noch zu wenige westliche wissenschaftliche Untersuchungen. Neben der chinesischen Medizin hat sich vor allem die Anthroposophische Medizin mit der Wirkung des Bambus auseinandergesetzt, für sie gilt er als Basisheilmittel für Wirbelsäulenbeschwerden. Auch in naturheilkundlich arbeitenden Medizinerkreisen wird dem Bambus eine bemerkenswerte Wirkung zugesprochen.

Als Indikationen zum Einsatz von Bambus kann man nennen: Bandscheibenschäden, Arthritis und Arthrosen, Osteoporose, Muskelrheuma, auch Ischias und Lumbago (Schmerzzustände an der Lendenwirbelsäule).

Anwendung:

Bambustinktur (sollte aus den Knoten hergestellt sein), gibt es bei www.phytopharma.at .Man nimmt über einen längeren Zeitraum täglich 2mal 10- 15 Tropfen.

Aus der anthroposophischen Medizin gibt es homöopathisch potenzierte Mittel, die aus den Knoten hergestellt sind: Bambusa e nodo D 3 oder D 6, Globuli (WALA), gibt es auch als Flüssige Verdünnung zur Injektion (s.c. im Glutealbereich). Indikation: Bei degenerativen Wirbelsäulenerkrankungen und Bindegewebsschwäche.

 

Ein weiterer Tipp aus der Anthro-Medizin ist die Anwendung von Mandragora officinalis bei degenerativen und entzündlichen Erkrankungen der Gelenke und Bänder. Keine Bedenken vor der Solanacee, sie ist homöopathisch aufbereitet und die Anwendung ebenfalls sehr bewährt.

Von der Firma WELEDA gibt es: Mandragora 5% Unguentum

sowie ein Kombinationspräparat bei Knieproblemen: Mandragora comp. (Arnica, Betula, Equisetum, Formica, Mandragora und Meniscus genus bovis)als Tropfen zur innerlichen Einnahme und Aufbereitung zur s.c. Injektion.

Den Augen Gutes tun

„Schau mir in die Augen, Kleines,“ dieser berühmte Satz aus dem Film Casablanca sagt es sehr klar aus. Unsere Augen lassen nicht nur Eindrücke herein, sondern sie lassen sie auch heraus. In ihnen sieht man die Gefühle und Stimmungen der Menschen. Leider sind unsere Augen sehr belastet und daher sollten wir überlegen, wie wir ihnen Gutes tun können.

Die Augen, Spiegel der Seele

Es sind unsere Augen, die in Tränen ausbrechen und so eine psychische Situation nach außen offenbaren. Liebe dagegen macht blind- im Stadium des Verliebt sein sieht man die Realität nicht mehr klar. Die häufigsten Störungen im Bereich der Augen sind Kurzsichtigkeit und Weitsichtigkeit, wobei Kurzsichtigkeit vor allem in der Jugend auftritt und die Weitsichtigkeit eine Störung des Alters ist. Aus psychosomatischer Sicht lässt sich das leicht erklären. Die Jugendlichen sehen meist nur ihren eigenen Umkreis, „man sieht nur bis zur eigenen Nasenspitze“. Der alte Mensch dagegen sollte aufgrund seiner Lebenserfahrung schon Weisheit und Weitsicht entwickelt haben. Leider verwirklichen viele Menschen diese Weitsicht nur in der Weitsichtigkeit.

Sehen ist mehr als schauen

Zwei Drittel aller Sinneseindrücke werden durch die Augen, also visuell vermittelt. Das heißt, wir nehmen die meisten Reize aus der Umwelt mit den Augen wahr. Darüber hinaus sind die Augen sehr eng verknüpft mit der allgemeinen Fähigkeit zur Bewegung und unseren geistigen Leistungen. Das heißt, das Sehen ist maßgeblich an der Bewältigung unseres täglichen Lebens beteiligt. Grund genug, zu überlegen, was wir für unsere Augen tun können.

Entspannung für die Augen

Den besten Abstand von belastenden Alltagssituationen und Stress gewinnen wir durch das Schließen der Augen. Nur wenn der visuelle Reizfluss unterbrochen wird wie beim Schließen der Augen, schalten wir im wahrsten Sinne des Wortes ab. Sind wir dagegen angespannt und fordern unserem Denkvermögen höhere Leistungen ab, können wir das Höchstmaß an Sehschärfe mobilisieren. Dadurch können Situationen schneller erfasst und der nötige Durchblick gewonnen werden. Die Augen sind aber nicht unbegrenzt belastbar. Sie sind dankbar, wenn man ihnen die Möglichkeit zur Entspannung gibt. Gut geeignet sind dafür sind spezielle Übungen, die von dem amerikanischen Arzt Dr. Bates schon 1920 beschrieben wurden.

Übungen:

  • Schauen Sie 6-7 mal hintereinander zunächst nach rechts, dann nach links und wieder nach rechts.
  • Dann heben Sie ihre rechte Schulter so weit wie möglich nach oben, wenn sie nach rechts schauen und umgekehrt. Mehrere Male wiederholen.
  • Dann bücken Sie sich mit ausgestreckten Armen und lassen ihre Augen den Fingerspitzen folgen, dasselbe links und wiederholen.
  • Zum Abschluss setzen Sie sich wieder hin und drehen ihre Augen im Kreis von rechts nach links.

Palmieren

Mit dieser Übung können die Augen gut entspannt werden. Bildschirmarbeiter sollten sie also von Zeit zu Zeit durchführen.

  • Sie setzen sich entspannt hin, legen die Handflächen leicht gewölbt über die Augen und überkreuzen die Finger auf der Stirn. Tief und gleichmäßig atmen und versuchen, sich in einen Zustand tiefster Dunkelheit zu versetzen.

Chinesische Augenmassage

Die zarte Massage bestimmter Meridianpunkte hat eine starke durchblutungsfördernde Wirkung auf die Gesichts-, aber auch den Augenmuskel. Mit leichtem Druck massieren Sie mit kreisenden Fingern

seitlich der Nasenwurzel, unterhalb der äußeren Augenbrauenenden, im Bereich des Jochbeins seitlich der Nase und streichend am oberen Rand der Augenhöhlen unterhalb der Augenbrauen..

Die Augen essen mit

Augenprobleme wie Netzhautschäden, Makuladegeneration, Altersweitsichtigkeit oder grauer Star lassen sich nicht wegtrainieren. Einen kleinen Beitrag zur Vorsorge leisten aber sekundäre Pflanzenstoffe in der Nahrung. Als „Radikalfänger“ schützen sie die Netzhaut und sorgen für gesunde Sehsinneszellen. Auch die Nachtblindheit (wichtig für Autofahrer), bei der schlecht funktionierende Stäbchen- Sinneszellen das Dämmerungssehen einschränken, lässt sich durch gezielte Versorgung mit sekundären Pflanzenstoffen positiv beeinflussen. Solche Schutzstoffe sind vor allem die Carotinoide Lutein und Zeaxanthin, Beta- Carotine und Anthocyane. Wissenschaftliche Studien belegen, dass der Konsum von Pflanzen mit diesen Wirkstoffen das Risiko für Makuladegeneration um fast 40% senken kann. Bei besonderer Beanspruchung der Augen, zum Beispiel Bildschirmarbeiten, ist der Bedarf an diesen Schutzstoffen erhöht.

Lutein, Zeaxanthin finden sich in Spinat, Kopfsalat, Erbsen, Petersil und Grünkohl. Im Spinat finden sich besonders viele Augenschutzstoffe, er ist daher weniger ein Gemüse für Kinder, sondern für ältere Menschen.

Das Anthocyan Myrtillin in der Heidelbeere dagegen sorgt ganz besonders für die Elastizität der Gefäße in den Augen und ist gut für Menschen, die unter Nachtblindheit und Lichtempfindlichkeit leiden.

Wie sensibel sind unsere Augen

Die Augen sind hochkompliziert und sensibel gebaute Sinnesorgane. Warnsignale, dass mit unseren Augen etwas nicht in Ordnung ist, sind:

  • Brennen der Augen
  • Tränen der Augen
  • Trockenheit der Augen
  • jede Art von Lichtscheu
  • Schmerz und
  • Sehverschlechterung

Ein Besuch beim Augenarzt ist dann sicher zu empfehlen

Tipp aus der TCM

Die chinesische Medizin sagt: „Die Leber öffnet sich in den Augen“. Das bedeutet, dass die Augen der Wandlungsphase Holz und somit dem Leber- und Gallenmeridian zugeordnet sind. Daher untersucht ein TCM- Arzt bei einem Patienten mit Augenproblemen zuerst den energetischen Zustand der beiden Meridiane. Bei stark juckenden, trockenen, aber auch tränenden Augen sollte man vielleicht daran denken, auch der Leber was Gutes zu tun..

Heilpflanzen für die Augen

Je nach Problem gibt es die Möglichkeit als vorbeugende Selbsthilfemaßnahme Heilpflanzen zu verwenden. An vorderster Stelle steht dabei eine Heilpflanze, deren Name ihre Wirkung klar umschreibt.

euphrasia-rostkoviana

Der botanische Name Euphrasia, der aus dem Griechischen stammt, bedeutet soviel wie Frohsinn und Wohlbefinden. Im Mittelalter war man überzeugt, dass der Augentrost auch die innere Sehkraft stärken und hellsichtig machen kann. Der Name sagt es aber deutlich, Augentrost hilft bei verschiedenen Augenproblemen. Die Inhaltsstoffe sind Iridoidglykoside wie Aucubin, dem man neuerdings eine „Breitbandwirkung“ gegen bakterielle Infektionen und überhaupt entzündungshemmende Wirkung zuschreibt. Diese Wirkung wird noch durch Gerbstoffe und Flavonoide verstärkt.

Augentrost hilft als Tee (Aufguss,, 10 Minuten ziehen lassen) in Form von Umschlägen oder Augenspülungen. Das Indikationsgebiet erstreckt sich dabei von gereizten Augen durch Überanstrengung bis zu Bindehautentzündungen und auch Gerstenkörnern. Innerlich wird Augentrost homöopathisch in Form von Euphrasia D6 gegen alle möglichen Augenprobleme wie Augenbrennen, gerötete, gereizte und tränende Augen eingesetzt (3 mal 5 Globuli/Tag). Es gibt auch Euphrasia D3- Augentropfen, die bei den oben genannten Indikationen eingesetzt werden können, aber auch von Kontaktlinsenträgern immer wieder vorbeugend verwendet werden sollten.

Ein Heilpflanzentipp stammt aus der Traditionellen Chinesischen Medizin:

Chrysanthemenblüten: Seit Jahrtausenden werden sie in der TCM als Heilmittel mit kühlenden Eigenschaften, die den Körper entgiften und Krankheitserreger abwehren, innerlich angewendet. Äußerlich angewendet helfen sie bei müden, geröteten Augen und sollen auch die Sehkraft verbessern.

Anwendung: In der Apotheke bekommt man getrocknete Blüten von Chrysanthemum morifolium, (chinesisch Juhua) . Die Blüten werden kurz in heißes Wasser getaucht, zart ausgedrückt, etwas auskühlen lassen und 20 Minuten auf die geschlossenen Augen legen.

Fenchel (Foeniculum vulgare): Die Fenchelkörner eignen sich als Tee (Samen zerdrücken, Aufguss, 10 Minuten ziehen lassen) zu Augenspülungen für gereizte Augen. Den Tee abkühlen lassen, in Glas schütten, dieses über das offene Auge geben und kurz durchspülen.

Achtung: Nicht geeignet für Behandlungen im Auge ist der Kamillentee. Seine ätherischen Öle könnten bindehautreizend sein. Bei Lidrandentzündungen und Gerstenkörnern kann man allerdings Umschläge mit Kamillentee auf das geschlossene Auge machen.

Trockene Augen

Immer mehr Menschen leiden an einer mangelhaften Tränenflüssigkeitsproduktion (Keratitis sicca), dem sogenannten trockenen Auge. Als Ursache kommen Bildschirmarbeit, aber auch hormonelle Probleme in Frage. Die Beschwerden zeigen sich in einem Trockenheits- und Fremdkörpergefühl (als ob man Sand in den Augen hätte) und Brennen und Jucken in den Augen.

In der Apotheke gibt es eine Vielzahl von Tränenersatzmitteln, die auch über längeren Zeitraum verwendet werden können.

Mit homöopathischen Augentropfen könnte auch ursächlich gegen das Problem der trockenen Augen vorgegangen werden. Kombiniert werden in diesen Augentropfen (Oculoheel), die praktisch in Plastikkapseln abgefüllt, als Einmalmittel verwendet werden, folgende Heilpflanzen:

Euphrasia (Augentrost): Gegen Augenbrennen und geschwollene Lidränder

Jaborandi (Pilocarpus): Allgemein bei Augenschmerzen und bei Überanstrengung

Cochlearie (Löffelkraut): Bei Rötungen der Augen, u.a. auch durch Bildschirmarbeit

Echinacea (Sonnenhut): Gegen die Entzündungstendenz.

Diese Augentropfen helfen den Augen, die natürliche Feuchtigkeit zurückzugeben und auch Kontaktlinsenträgern, Augenreizungen zu vermeiden.

Brennende Augen

Homöopathie:

Galphimia D4 (: Brennende und tränende Augen durch Pollenallergie
Adhatoda vasica D2( Indisches Lungenkraut): Juckende Augen bei Heuschnupfen

Apitherapie – Gesundheit aus dem Bienenstock

Bild4 zu Nachlese (Kopie)So alt wie die Menschheit, ist auch die Beziehung zwischen Mensch und Biene. Die Wertschätzung von Bienenprodukten ist erfreulicherweise immer mehr steigend und die Apitherapie (Apis ist die Biene) findet zunehmend auch wissenschaftlich mehr Anerkennung. Die Honigbienen schenken dem Menschen folgende Produkte, die er als Arznei oder Nahrung verwenden kann: Bienengift, Propolis und Wachs (für Salben) werden therapeutisch genutzt, sowohl Heilmittel als auch Nährmittel sind dagegen Honig, Bienenpollen und Gelee Royale.

Die Bienen, Freunde des Menschen

Vermutlich sind die Bienen schon mindestens 40 Millionen Jahre länger auf dieser Welt als die Menschen. So wurden in Bernstein von der Ostseeküste, der vor 40 bis 50 Millionen Jahren entstand, Einschlüsse gefunden, die kaum von der heutigen Honigbiene zu unterscheiden sind. In der Höhle von Pauka bei Valencia in Spanien entdeckte man 12000 Jahre alte Felszeichnungen, die das sammeln von in Felsspalten nistenden Bienen darstellen. Bei allen alten Hochkulturen der Menschheit, den Babyloniern, den Ägyptern, Persern, Griechen und Römern stand die Bienenzucht in hoher Blüte und schon damals wurde die Produkte der Biene auch medizinisch genutzt.

Die Biene, eine homöopathische Arznei

Apis mellifica (apis, Biene, mellifica, honispendend) selbst wird zur Arznei, wenn sie homöopathisch potenziert wird. Vor allem setzt man Apis, meist als Apis D6 oder C30 bei Schwellungen ein, die denen von Bienenstichen ähneln: klar umschriebene Anschwellungen von rötlicher Farbe, mit stechendem Schmerz und brennender Hitze, mit Verlangen nach Abkühlung (z.B. kalten Umschlägen) und hoher Druckempfindlichkeit. Sollten die Folgen von Bienen- oder anderen Insektenstichen diese Symptome aufweisen, hilft Apis als homöopathisches Mittel. Die Gefahr im Winter von Bienen gestochen zu werden, ist wohl gering, Apis hilft aber auch bei stechenden Halsschmerzen mit dem Gefühl, einen zusammengeschnürten Hals zu haben. Außerdem kann man Apis bei Gelenksbeschwerden oder Gichtanfällen mit rötlichen und heißen Schwellungen, die auf kalte Umschläge gut reagieren, einsetzen.

Apitoxin, das Bienengift

Bienen schützen sich gegen Eindringlinge in ihren Bienenstock mit Hilfe ihrer Stacheln und dem beim Stich „injizierten“ Bienengift. Beim Menschen führt dieser Stich zu den oben genannten Symptomen, wobei man vor allem daran denken sollte, dass immer mehr Menschen auf Bienengift mit schwersten allergischen Symptomen reagieren. Die Volksmedizin vertritt allerdings die Meinung, dass Imker meist bis ins hohe Alter frei von entzündungsbedingten Erkrankungen bleiben, was nicht nur auf die imkerliche Tätigkeit zurückgeführt werden kann, sondern auch auf die häufigen Bienenstiche. Die Wirkung und Reaktion auf Apitoxin wurde genauer untersucht. Wenn Bienengift in den Körper gerät, aktiviert es die Nebennieren, wodurch es zu einer erhöhten Ausschüttung von körpereigenem Kortison kommt. Somit kann man Bienenstichen tatsächlich eine entzündungshemmende Wirkung zusprechen. In der Medizin wird es vor allem bei neuralgischen und rheumatischen Erkrankungen in Form von Salben verwendet. In Amerika wurde bei Untersuchungen auch eine positive Wirkung gegen Multiple Sklerose nachgewiesen. Behandlungen mit Bienengift sollten aber wegen der lebensgefährlichen allergischen Reaktionen Ärzten vorbehalten bleiben. Bezüglich Salben mit Apitoxin sollte man sich in der Apotheke informieren.

 

Propolis, der Immunschutz der Bienen

Propolis, das Kittharz der Bienen gewinnt als Naturheilmittel immer mehr an Bedeutung. Diese wachsartige, klebrige und balsamisch duftende Substanz sammeln die Bienen von bestimmten Baumknospen oder harzigen Teilen der Bäume. Dort hat das Harz eine Schutzfunktion, es behütet die Knospen oder Wundstellen vor Infektionen und Schädlingen. Unter Beifügung bieneneigener Stoffe wie Speichel entsteht das Kittharz. Propolis (pro, lat. für, polis, griech. Stadt) verwenden die Bienen, um im Bienenstock die Wände, Ecken, Rahmen und den Eingang zu beschichten und auch sich selbst überziehen sie mit einem hauchdünnen Film. So können sie sich vor Krankheitserregern schützen, Propolis dient den Bienen also als Infektionsschutz und keimabwehrender Stoff.

Die Zusammensetzung von Propolis ist äußerst komplex, bislang wurden 149 organische Verbindungen und 22 verschiedene Mineralstoffe gefunden. Propolis enthält ca. 30 % Wachse, 55 % Harze und Balsame, 10 % ätherisches Öl, 5 % Blütenpollen sowie eine hohe Menge an Flavonoiden, die nach den neuesten Forschungen für den größten Teil der vielfältigen Wirkungen von Propolis verantwortlich sind.

Wirkung:

  • bakterizid, vor allem gegen grampositive Eiterbildner, hemmt auch den Helicobacter pylori, der Gastritis auslösen kann. Propolis kann ohne Übertreibung als natürliches Antibiotikum bezeichnet werden mit dem Vorteil, dass keine Resistenzbildung zu erwarten ist, weil verschiedene Substanzen im Propolis antibakteriell wirken. Im Unterschied zu herkömmlichen Antibiotika wird die körpereigene Darmbakterienflora nicht gestört
  • fungizid, das heißt gegen Pilzerkrankungen aller Art (z.B. Candida)
  • antiviral (z.B. gegen Herpes)
  • antioxidativ
  • immunmodulierend
  • schmerzstillend
  • durchblutungsfördernd
  • gewebsbildungsanregend

Achtung, Propolis kann Kontaktallergien auslösen und Menschen mit einer Bienengiftallergie sollten auf Propolis besser verzichten.

 

Anwendung:

  • bei Atemwegserkrankungen, Erkältungserkrankungen, Grippe (auch vorbeugend)
  • bei Fieberblasen (Tinktur äußerlich auftragen)
  • bei Wunden, Geschwüren, Eiterprozessen, Ekzemen und Akne, Verbrennungen (äußerlich)
  • bei Parodontose und überhaupt Zahnfleischproblemen (gurgeln)
  • bei Magen- und Darmgeschwüren (innerlich)
  • Gelenkserkrankungen mit Entzündungscharakter (z.B. Tennisarm als Salbe)
  • Gürtelrose (innerlich und äußerlich)

Verwendung: Entweder als Tinktur oder Salbe. Die Einnahme (je 10 Tropfen)erfolgt entweder direkt oder gemeinsam mit einem Löffel Honig. Bei Erkältungserkrankungen kann man damit gurgeln, noch mehr empfiehlt sich, 10 Tropfen auf ein Stück Brot zu geben und dieses langsam zu kauen. Damit überzieht man die gesamte „Vorstadt“ des Menschen, sprich den Rachenraum mit der schützenden Propolis., was besonders bei Schnupfen gut hilft. In Wasser, Saft oder Tee kann Propolis ausflocken und der größte teil der Wertsubstanz bleibt am Trinkglas haften.

 

Honig, das Geschenk der Bienen an den Menschen

Honig stammt aus dem Blütennektar, der von den Bienen gesammelt und in ihrem Körper zu Honig umgeformt wird. Jede Blüte hat ihren eigenen Duft und Zusammensetzung des Nektars, so gibt es auch viele unterschiedliche Honigarten (Akazien, Lindenblüten, etc.)

Zweite Quelle für Honig ist der Honigtau, darunter versteht man den Saft, der aus verschiedenen Laub- und Nadelbäumen austritt, wenn die Pflanzenteile von Sauginsekten wie Blattläusen angestochen werden. Von diesem Saft wird auch ein Teil von den Bienen gesammelt.

 

Was enthält der Bienenhonig:

Primär Zucker, davon hauptsächlich Fruchtzucker (40 %) und 31 % Traubenzucker, 1 % Rohrzucker, 7 % Maltose (Doppelzucker). Diese Zusammensetzung bringt mit sich, dass der Körper zum Abbau des Zuckers kein Vitamin B braucht und so die Vitamin B- Depots nicht angegriffen werden. Durch den hohen Traubenzuckeranteil ist der Honig ein guter Energiespender.

-Fermente im Honig: Invertase, Katalase, Glukose-Oxidase (wichtig für Entgiftung des Körpers)

-Hormone: Acetylcholin – wichtig für Reizleitungssystem von Parasympathicus, befähigt die Herzzellen, mehr Traubenzucker anzunehmen

-Wuchsstoffe: wirken nicht nur auf Pflanzen wachstumsfördernd, gewisse Wirkung auch beim Menschen

-Inhibine: sind Stoffe, die Bakterien am Wachstum hindern

-Säuren: Phosphorsäure, Zitronensäure, Ameisensäure, Apfelsäure, etc. wirken günstig auf die Verdauung

-Aromastoffe: entzündungshemmend

-dazu noch Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente

 

Die Wirkung des Honigs

-Honig ist ein Aufbaumittel, für werdende Mütter, Kinder, Geschwächte, Alternde, aber auch für Sportler (Leistungssteigerung bis zu 50%!)

– Lebermittel: Honig hilft bei Glykogenbildung, bei der Entgiftungsarbeit

-Herzmittel: Traubenzucker führt zu besserer Durchblutung des Herzmuskels, Regelung der Herztätigkeit, vor allem auch bei Rhythmusstörungen („Honig ist Hafer für das Herz!“)

-Niere: durch Säuren und Mineralstoffe harntreibende Wirkung bei Erkrankungen positiver leistungssteigender Effekt

-Verdauungsorgane: Fermente im Honig wirken verdauungsanregend, Honig fördert die Bildung der Darmbakterienflora, wirkt aber desinfizierend auf negative Keime und Pilze. Durch Spuren von Propolis heilender Effekt bei Darmentzündungen

-Atmungsorgane: desinfizierende Wirkung durch ätherische Öle, auch krampflösend und auswurffördernd, sekretionssteigernd bei Verschleimung

– Honig enthält auch Pollen, kann daher bei Allergien desensibilisierend helfen

– speziell Wabenhonig bei Atemwegserkrankungen und Allergien anwenden

-Nerven: die speziellen Zuckerarten und Mineralstoffe wie Magnesium und Phosphor wirken nervenstärkend

-Haut: desinfizierend. Der Spannungszustand der Haut verbessert sich durch Honigmasken.

– Wundbehandlung, die osmotische Wirkung lockt Lymphe herbei, dadurch werden Wunden gesäubert, zusätzlich eine zellbildungsanregende Wirkung, dadurch verbesserte Gewebsbildung

 

In der Traditionellen Chinesischen Medizin gilt der Honig als „Medizinpferd“, das vor allem dem Dickdarmmeridian Energie liefert. Dieser ist aus Sicht der TCM mit dem Lungenmeridian „verheiratet“ und dieser bekommt dank Honig durch den Ehemann verstärkte Energie für kalte Wintertage.

Achtung: Säuglingen sollte man keinen Honig geben, da dieser Sporen von Bakterien enthalten kann, die bei Säuglingen zu schweren bakteriellen Infektionen führen kann.

 

Blütenpollen, Wundernahrung aus dem Bienenstock

Der Pollen ist pflanzlichen Ursprungs und zwar die männliche Keimzelle der Pflanzen. Die Bienen sammeln den Pollen von den Blüten der Pflanzen, wobei sie gleichzeitig zur Bestäubung beitragen. Nach zahlreichen Verwandlungen im Bienenstock wird Bienenbrot (Perga) daraus. Der Pollen ist von großer Bedeutung für die Entwicklung des Bienenvolkes, er sichert den Bienen die nötigen Einweißstoffe für den Aufbau, während die Kohlenhydrate des Honigs als Energiequelle dienen.

 

Wirkung:

Der Pollen kann aufgrund seiner großen Menge an essentiellen Aminosäuren, Fermenten, Vitaminen, etc. als ein Nahrungskonzentrat, sozusagen „functional food“, angesehen werden. 15 g Pollen täglich decken den Bedarf an essentiellen Aminosäuren!

Besonders ausgeprägt ist die anabole Wirkung (Aufbauwirkung) des Pollens, aus diesem Grund ist er in den letzten Jahren als Sportlermittel besonders populär geworden. Aber auch sonst in Zeiten großer Belastung, in Zeiten von Umstellung, wie es die Wechseljahre bei der Frau sein können, für alle diese Zeiten ist die biostimulierende Wirkung des Pollens angezeigt. Die anabole Wirkung hilft auch in der Zeit, wo der Aufbau des jugendlichen Organismus besonders gefordert ist, in der Pubertät, vor allem, wenn die Jugendlichen besonders schnell zu wachsen beginnen. Und im Alter ist die Zufuhr der wertvollen Inhaltsstoffe des Pollens auch von großem Nutzen, um die Abbauprozesse zu verlangsamen.

Anwendung: bei gut sortierten Imker bekommt man Pollen in kleinen Gläsern, die gut verschließbar sein müssen (empfindlich gegen Feuchtigkeit). Die Anwendung ist einfach: 3 mal täglich 1 mittlerer Löffel, wenn man einen stärkeren Effekt haben will.

 

Gelee Royal, das Zaubermittel der Bienenkönigin

Der Futtersaft für die Bienenkönigin muss ihr dazu verhelfen, täglich 1500 bis 2000 Eier legen zu können, in der Saison ca. 200.000 und das 5 bis 6 Jahre lang, solange lebt nämlich eine Bienenkönigin. Gelee Royal wird daher auch Weiselfuttersaft genannt. Die Inhaltsstoffe sind ähnlich wie beim Pollen, doch kommen noch spezielle Hormone dazu, die der Bienenkönigin ihre Aufgabe ermöglichen. Das heißt, die bereits beschriebene Wirkung des Blütenpollens wird von dem Gelee Royal noch um einiges übertroffen. Sämtliche Aufbauprozesse werden gefördert, wie in der Muttermilch ist im Gelee Royale alles drinnen, was der Körper zum Aufbau braucht.

Dazu kommt eine stark ausgeprägte anregende Wirkung auf die Hormonbildung. Kombinierte Pollen und Gelee Royal- Präparate werden seit einiger Zeit äußerst erfolgreich bei Wechselbeschwerden eingesetzt – fragen Sie Ihren Apotheker nach den erhältlichen Präparaten. Gelee Royal hilft aber auch bei schmerzhafter Menstruation, Unfruchtbarkeit und Männern bei Potenzschwäche sowie vorbeugend gegen Prostatahypertrophie.

Gelee Royal hat eine ausgeprägte anregende Wirkung auf den Stoffwechsel, die Spannung des Gewebes verbessert sich. Dies in Kombination mit der Hormonwirkung hat sich bei der Behandlung von Osteoporose positiv bestätigt.

Gelee Royal hat eine ausgleichende Wirkung auf das Nervensystem und hat sich bei der Behandlung von Blutdruckproblemen (Hochdruck, aber auch Niederdruck) bestens bewährt, wie bulgarische Untersuchungen berichten. Letztlich hat Gelee Royale eine starke antibiotische Wirkung und ist gleichzeitig immunstärkend.

 

Bienen in Gefahr

Bienen sind nicht nur aus Gesundheitsgründen eine Wohltat für den Menschen. Wir brauchen sie für unsere Umwelt und vor allem auch für unsere Landwirtschaft. Umso tragischer ist es, dass unsere Bienen sehr gefährdet sind. Gründe für das Bienensterben gibt es viele, mit Sicherheit haben zum Bienensterben auch die Neonicotinoide geführt, die in der Landwirtschaft massiv eingesetzt wurden. Es ist zu hoffen, dass das derzeit vorübergehend eingesetzte Verbot dieser „Pflanzenschutzmittel“ für immer erhalten bleibt. Wir müssen also hoffen, dass auch in der Politik ein neues Bewusstsein auftritt, alles zu tun, um unsere Bienen zu retten, damit wir weiterhin genüsslich Honig verzehren und die Heilkraft der Bienen nutzen zu können.  

 

Aromapflege für alte und kranke Menschen

In früheren Generationen war es selbstverständlich, dass die Angehörigen zuhause gepflegt wurden. Auch heute ist es der Wunsch der meisten Senioren, zuhause bleiben zu können, auch wenn schon diverse Folgen des Altwerdens schmerzhaft bemerkbar werden. Keine Frage, dass zur Pflege entsprechende Kenntnisse nötig sind, die man lernen kann. Wenig bekannt ist bei uns noch die Aromapflege. Im professionellen Pflegebereich beginnen immer mehr Krankenschwestern auf ätherische Öle zurückzugreifen und auch im häuslichen Bereich ist die Anwendung mit entsprechender Information sehr empfehlenswert.

 

Was ist Aromapflege

Unter Aromapflege versteht man den bewussten Einsatz von ätherischen Ölen in der Kranken- und Altenpflege. Im Unterschied zur Aromatherapie dient die Aromapflege primär dazu, die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern und ätherische Öle vor allem prophylaktisch einzusetzen. Ätherische Öle haben eine ganzheitliche Wirkung, weil sie einerseits durch den Duft auf Geist und Seele wirken und andererseits auch eine physiologische Wirkung auf den Körper haben.

 

Ätherische Öle richtig anwenden

Ätherische Öle können, wenn sie nicht richtig angewendet oder dosiert werden, auch unangenehme und manchmal sogar schädliche Nebenwirkungen haben. Es wäre daher pflegenden Angehörigen zu empfehlen, einführende Kurse zu besuchen. Wichtig ist auch die Auswahl der ätherischen Öle. Einerseits sollte man unbedingt darauf achten, nur qualitativ hochwertige Öle zu kaufen. Der Einsatz von synthetisch hergestellten oder minderwertigen ätherischen Ölen sollte in der Aromapflege vermieden werden. Beim Kauf sollte man daher genau auf das Etikett und die Angaben, die dort gemacht werden, schauen.

 

Anwendungsmethoden

In der Aromapflege für alte und bettlägerige Menschen ist der Einsatz von Duftlampen zur Raumbeduftung sehr empfehlenswert.

Dosierung: In die Schale der Duftlampe gibt man ungefähr 5 – 10 Tropfen auf eine Wasserfüllung. Anfängern in der Aromapflege wäre zu empfehlen, nur einzelne Düfte anzuwenden und keine Mischungen und auch nicht verschiedene Düfte hintereinander.

 

Anwendung über die Haut: Da ätherische Öle durch die Haut ins Körperinnere diffundieren können, ist die Anwendung in Form von Einreibungen oder Massagen vor allem dort zu empfehlen, wo eine physiologische Wirkung erzielt werden soll. Ätherische Öle nie pur auf die Haut bringen, sondern immer in Mischung mit fetten Ölen.

Dosierung für alte Menschen: 12- 15 Tropfen ätherisches Öl auf 100 ml Trägeröl oder Lotion.

Dosierung zur Anwendung im Bad: Da sich ätherische Öle nicht mit Wasser mischen, braucht man einen natürlichen Emulgator. Dafür eignet sich Milch oder Honig. In 2 EL Milch oder 1 EL flüssigen Honig pro Badewanne 5- 7 Tropfen ätherisches Öl mischen, dann in das Wasser geben. Für Teilbäder wie ein Fußbad nimmt man 1 EL Meersalz und 5 Tropfen ätherisches Öl. Sitzbäder mischt man mit 1- 2 EL Joghurt und 5- 6 Tropfen.

Inhalationen: Auf 1 Schüssel heißes Wasser nicht mehr als 2 Tropfen.

 

Aromapflege für Schwerkranke

Der Einsatz von ätherischen Ölen kann auch bei Erkrankungen wie Alzheimer, Demenz oder Parkinson positive Wirkungen zeigen. Diesen Einsatz sollte man aber in Aromatherapie ausgebildetem Pflegepersonal überlassen.

 

Aromapflege in der häuslichen Krankenpflege

Sorgfalt in der Anwendung ist immer zu empfehlen. In der häuslichen Pflege empfehlen sich ätherische Öle zur täglichen Körper- und Mundpflege. Mit Einreibungen des Brustbereiches kann man Atemwegsprobleme verbessern. Verdauung anregend sind Einreibungen des Bauchbereiches. Viele ätherische Öle wirken entzündungshemmend und schmerzlindernd, eignen sich also zur Behandlung von schmerzenden Gelenken und Muskeln. Schlafstörungen und Unruhezustände können mit ätherischen Ölen ebenso positiv beeinflusst werden wie depressive, apathische Zustände.

Wichtig ist dabei, immer daran zu denken, dass durch die Aromapflege primär die Lebensqualität des Betroffenen verbessert werden soll, während die Behandlung bestehender Krankheiten dem Arzt vorbehalten bleibt.

 

Tägliche Pflege

Die täglichen Hygienemaßnahmen können durch ätherische Öle und deren Duftwirkung zu einem erfreulichen Ereignis werden. Für die tägliche Waschung sollte man nicht jeden Tag das selbe ätherische Öl verwenden. An Tagen, wo der Angehörige schwer zu mobilisieren ist, kann man 1- 2 Tropfen Rosmarinöl auf den Waschlappen geben und damit die Waschung durchführen. bei Unruhezuständen nimmt man Lavendel und wenn man Geraniumöl verwendet, beginnt der Tag gleich mit einem die Seele harmonisierenden rosenähnlichen Duft.

Duftpelargonie

Duftpelargonien sind Basis für „Geraniumöl“

Mundpflege: Für das Wohlbefinden ist ein frischer Mundraum ganz wichtig, gleich ob der Angehörige noch über eigene Zähne verfügt oder einen Zahnersatz hat.

Mundwasser selber herstellen:

10 ml Myrrhentinktur (aus der Apotheke), dazu 2 Tropfen Pfefferminzöl. Von dieser Mischung gibt man 2 – 3 Tropfen ins Mundspülwasser.

 

Alkoholische Einreibung: Vor allem bei bettlägerigen Menschen kann eine Einreibung des Rückens nach der täglichen Waschung sehr angenehm sein.

Franzbranntwein selber herstellen:

1 l 40% Kornbranntwein

3 Angelikawurzel

5 Tropfen Latschenkiefer

5 Tropfen Zirbelkiefer

8 Tropfen Lavendel

2 Tropfen Pfefferminze

5 Tropfen Zitrone

Zwei Wochen ziehen lassen, zur Anwendung eventuell mit Wasser verdünnen.

 

Gesichtsöl: Alte Menschen haben meist eine trockene Haut. Zur täglichen Pflege kann man ein Gesichtsöl herstellen, indem man auf 50 ml Mandelöl 5 Tropfen Geranie gibt.

 

Vollbad: Ist der Betroffene kräftig genug, kann ein wöchentliches Bad empfohlen werden. Die Auswahl des ätherischen Öles richtet sich dann nach der konkreten Befindlichkeit.

 

Stärkung der Atemwege

Alte Menschen sind oft verschleimt und haben Probleme mit dem Abhusten. Eine Einreibung des Brustraumes (Rücken, oberer Brustbereich) mit folgenden ätherischen Ölen kann da sehr hilfreich sein:

Thymian, Cajeput, Niaouli, Kiefer, Myrte, Eucalyptus (wenn möglich sollte nur Eucalyptus radiata verwendet werden, also Achtung beim Einkauf).

Diese ätherischen Öle sind auch für Inhalationen zu empfehlen.

 

Anregung der Verdauung

Alte Menschen essen meist wenig und vor allem trinken sie zu wenig, daher haben sie oft Probleme mit dem Stuhlgang. Eine Einreibung des vorderen Bauches im Uhrzeigersinn kann recht hilfreich sein. Folgende ätherischen Öle sollten verwendet werden:
Rosmarin, Ingwer, Petit Grain, Fenchel, Pfefferminze.

 

Kreislauf anregen

Auch der Kreislauf alter Menschen ist häufig ein Problem. Es gibt einige sehr anregende Öle, doch Vorsicht bei hohem Blutdruck, daher besser mit dem Arzt absprechen.

Allgemein anregend: Zitrone, Pfefferminze, Ingwer

Herzstärkend (nicht bei hohem Blutdruck): Rosmarin, auf die Herzgegend auftragen

 

Gelenkschmerzen lindern

Zusätzlich zu ärztlich verordneten Heilmitteln können mit ätherischen Ölen Schmerzzustände gelindert werden. Dazu macht man Einreibungen oder warme Kompressen über die betroffenen Gelenke. Folgende ätherischen Öle sind empfehlenswert:

Teebaum, Eucalyptus citriodora (der zitronenduftende Eukalyptus hat entzündungshemmende Eigenschaften !), Niaouli, Lorbeer, Wacholder, Pfefferminze.

Das Pfefferminzöl ist allgemein schmerzlindernd, wie wissenschaftliche Untersuchungen zeigten. Man kann es in Form von Kompressen bei Kopfschmerzen anwenden, bei Muskel- und Nervenschmerzen in Form von Einreibungen.

 

Wundliegen vorbeugen

Bei bettlägerigen Menschen besteht die Gefahr, dass sie sich vor allem an den Stellen, auf denen lange Druck lastet, wund liegen. Neben den üblichen Vorbeugemaßnahmen können Einreibungen mit folgenden ätherischen Ölen die Haut stärken:

Myrrhe, Weihrauch, Lavendel, Zeder, Zistrose

 

Unruhezustände und Ängste lindern

Viele Düfte haben durch ihre Wirkung auf das Limbische System eine Wirkung auf die seelische Befindlichkeit. Man wendet sie entweder über die Duftlampe oder durch Einreibungen im oberen Brustbereich an. Wie beim Thema Schlafstörungen ist Lavendel das erste Mittel der Wahl bei Unruhezuständen. Angstlösend sind Bergamotte, Neroli, Geranium, Thymian, Ylang- Ylang.

 

Depressive Zustände lindern

Bei apathischen, depressiven Phasen alter Menschen helfen vor allem Neroli, Petit Grain, Pfefferminze, Zitrone, Rosmarin und Muskatellersalbei.

 

Kölnisch Wasser zur geistigen Anregung:

In 5 ml 90% Weingeist folgende ätherischen Öle in dieser Reihenfolge lösen:

2 Tropfen Zeder

2 Tropfen Gewürznelke

3 Tropfen Rosmarin

4 Tropfen Lavendel

3 Tropfen Petit Grain

5 Tropfen Bergamotte

2 Tropfen Neroli

Von diesem Konzentrat gibt man bei der Anwendung einige Tropfen in destilliertes Wasser und trägt es im Nackenbereich auf.

 

Schlafstörungen mildern

Der alte Mensch hat ein anderes Schlafverhalten und leidet oft unter Einschlaf- oder Durchschlafstörungen. Das Mittelder Wahl dafür ist- durch viele Untersuchungen abgesichert- das Lavendelöl. Beim Kauf darauf achten, dass es sich um echtes Lavendelöl (lat. Name Lavandula officinalis oder angustifolia) handelt. Anwendung entweder in der Duftlampe, als Einreibung der Brust oder auch ein paar Tropfen auf das Kopfkissen.

Ebenso hilfreich können die folgenden Öle sein: Majoran, Mandarine, Geranium, Muskatellersalbei, Ylang- Ylang

 

Hilfe für die PflegerInnen

Dass die Pflege alter und schwerkranker Menschen sowohl für professionelle Pfleger als auch für die pflegenden Angehörigen sehr anstrengend sein kann und zu Erschöpfungszuständen bis hin zum Burnout führen kann, ist bekannt. Pflegende Menschen sollten daher auch für sich selber die positive Wirkung ätherischer Öle nutzen. Anwendung als Dusch- oder Badezusatz oder Einreibungen.

Erschöpfungszustände: Thymian, Rosmarin, Lorbeer, Pfefferminze.

Nervliche Reizzustände: Neroli, Bergamotte, Orange, Lavendel, Geranium.

Burnout: Zeder, Thymian, Geranium, Patschuli, Koriander.

 

Sterbebegleitung mit Düften

Der letzte Weg des Menschen ist oft mit Ängsten und Unruhezuständen verbunden. Wenn der Angehörige das Glück hat, in seiner vertrauten Umgebung umgeben von seinen Lieben zu sterben, kann man ihm den Weg mit Düften begleiten, die man vor allem in der Duftlampe einsetzt.

Weihrauch – erleichtert den Übergang und Geranium und Rose öffnen das Herz für den Übergang.

Diese Düfte helfen auch den Angehörigen, Abschied zu nehmen. Wenn es sich um einen sehr schmerzlichen Abschied mit großen Trauergefühlen handelt, kann der Einsatz von Neroli und Bergamotte in Kombination mit Rose helfen.

Bach-Blütenessenzen für Krisensituationen

„Krisen an sich sind positiv, man muss ihnen nur den Beigeschmack der Katastrophe nehmen“, schrieb der Dichter Max Frisch. Unser Leben ist ein immerwährender Entwicklungsprozess. Wer das akzeptiert, tut sich auf seinem Lebensweg leichter. Wenn man das abblockt oder sich dagegen wehrt, können Krisensituationen entstehen. Krisen schaffen aber das notwendige Chaos, aus dem eine neue Entwicklungsenergie entstehen kann. Das muss man akzeptieren. Wenn Krisen zu Problemen werden, können sanfte Heilmittel wie die Bach – Blütenessenzen helfen.

 

Was sind Bach-Blüten

Die Bach- Blütentherapie wurde von dem englischen Arzt Edward Bach zu Beginn des 20. Jh. entwickelt. Man könnte ihn als Vorreiter der heutigen Psychosomatik bezeichnen. Edward Bach ging davon aus, dass jeder Krankheit eine seelische Gleichgewichtsstörung vorausgeht, die sich in negativen Verhaltensmustern zeigt, z.B. mangelndes Zielbewusstsein oder übertriebener Durchsetzungswille. Edward Bach erforschte und definierte 38 „disharmonische Seelenzustände“, die sich grundlegend bei allen Menschen gleich welcher Kultur oder Hautfarbe zeigen. Diese destruktiven Verhaltensmuster können zum Auslöser für seelische und körperliche Krankheiten werden bzw. die Ausheilung bestehender Krankheiten behindern. Ziel der Bach- Blütentherapie ist die „Reharmonisierung“ dieser negativen Verhaltensmuster. Sie eignen sich daher ganz besonders zum Einsatz bei alltäglichen seelischen Belastungszuständen wie Stress.

 

Wie wirken Bach-Blüten

Edward Bach konnte feststellen, dass es für jeden „disharmonischen Seelenzustand“ Blüten gibt, deren Ausstrahlung und Schwingung ausgleichend wirken kann. Er entwickelte ein eigenes Verfahren, wie man quasi die Botschaft der Blüten in eine Information an den Menschen umwandeln kann. Bach- Blüten sind daher sanfte Mittel, die vielleicht bei Seelenzuständen wie konkreten Ängsten oder Berührungsängsten, übermäßiger Begeisterung oder Entmutigung helfen können. Bach- Blüten können dazu beitragen, Vertrauen in die eigenen Kräfte und Optimismus zu entwickeln, Selbstvertrauen, aber auch Toleranz zu finden.

 

Was sind Bach-Blüten nicht

  • Bach- Blüten sind keine Medizin im klassischen Sinne und keine Alternative für eine medikamentöse

Behandlung, sondern höchstens eine wichtige Ergänzung.

  • Sie enthalten keinerlei pharmakologische Wirkstoffe, weshalb ihre Wirkung aus Sicht der Medizin

meist bezweifelt wird.

  • Sie bekämpfen keine Krankheiten, es gibt also keine Bach- Blüten gegen Kopfweh oder Husten.

. Dennoch sind die Erfahrungen einer positiven Wirkung sehr häufig. Auch wenn dies von

medizinischer Seite auf einen Placebo- Effekt zurückgeführt wird, gilt der alte Spruch: „Wer heilt, hat

recht“ .

 

Wie wendet man Bach-Blüten an

Bach- Blüten gibt es in der Apotheke in Form eines kompletten Sets mit 40 „Stockbottles“

(Vorratsflaschen) oder als einzelne Stockbottles zu kaufen. Die Apotheker sind auch bereit,

die gewünschten Mischungen in einnahmefähiger Form herzustellen.

Will man selber eine Mischung herstellen, gibt man j e 2 Tropfen der ausgewählten Bach- Blüten

(üblicherweise nicht mehr als fünf) in ein 20 ml- Fläschchen, füllt mit stillem Mineralwasser zu

75% auf und den Rest mit 40% Alkohol wie Weinbrand. Will man kleinen Kindern die Tropfen geben,

mischt man je 1 Tropfen in ein 10 ml- Fläschchen, füllt nur mit Wasser auf und bewahrt dies im

Kühlschrank.

Üblicherweise nimmt man 4- mal täglich 4 Tropfen, kann die Einnahmehäufigkeit aber auch je nach

Gefühl erhöhen. Die Einnahme von Bach- Blüten kann auch ergänzend zu schulmedizinischen oder

homöopathischen Heilmitteln erfolgen.

Woran merkt man Krisensituationen

Wenn man bei einem Problem mit bisher erfolgreichen Verhaltensstrategien nicht mehr weiterkommt, kann eine Krise entstehen. Normalerweise mobilisieren wir in Krisen zunächst unsere inneren Widerstände, denn wir versuchen unbewusst, das Bestehende zu erhalten. Wenn sich die Situation zuspitzt, kann es sein, dass man Angst bekommt und leidet, weil man nicht weiß, wie es weitergehen soll. Wenn man aber erkennt, dass eine Krise ein Zeichen dafür ist, dass es so nicht weitergehen kann, sollte man innerlich bereit werden, eine Veränderung zuzulassen. Die Bach – Blütenessenzen können dabei helfen, die innere Bereitschaft herbeizuführen und somit zu Krisenhelfern zu werden.

 

Impatiens

Impatiens

 

Blütenessenzen, wenn sich Krisen ankündigen

Wild Oat: Ich werde immer unzufriedener mit einer Situation

Elm: Ich habe das Gefühl, mich mit bestimmten Aufgaben überfordert zu haben

Aspen: Ich habe ein mulmiges Angstgefühl, das ich mir nicht erklären kann

Impatiens: Ich bin ungeduldig und fühle mich gereizter als sonst

White Chestnut: Meine Gedanken kreisen ständig, daher kann ich nicht einschlafen

Clematis: Ich bin bei meinen Alltagstätigkeiten unkonzentrierter als sonst.

 

Blütenessenzen für akute Krisen

Rock Rose: Ich fühle Panik in mir aufsteigen, werde völlig kopflos

Cherry Plum: Ich habe das Gefühl, gleich durchzudrehen

Willow: Ich fühle mich als machtloses Opfer einer Situation

Holly: Ich bin wütend auf andere

Sweet Chestnut: Ich habe das Gefühl, mit dem Rücken an der Wand zu stehen und weiß nicht mehr weiter.

 

Bach-Blütenessenzen kurz gefasst

Agrimony: Man versucht, innere Unruhe hinter einer Fassade von Fröhlichkeit zu verbergen.

Aspen: Man wird von unerklärlichen Ängsten geplagt

Beech: Man reagiert überkritisch und intolerant, bringt anderen Menschengegenüber wenig Einfühlungsvermögen auf

Centaury: Man hat zu wenig eigenen Willen, lässt sich ständig ausnutzen

Cerato: Man misstraut seiner eigenen Urteilsfähigkeit und Intuition

Cherry Plum: Man steht ständig unter innerer Spannung, es fällt schwer, gelassen zu werden

Chestnut Bud: Wenn man immer die selben Fehler macht, Erfahrungen nicht umsetzen kann

Chicory: Wenn man dazu neigt, sich überall einzumischen, sich aufzudrängen und besitzergreifend ist

Clematis: Wenn man ständig gedanklich abwesend ist, aus der Realität des Alltags flüchtet

Crab Apple: Man hat ein übertriebenes Ordnungsideal, leidet an Unordnung

Elm: Wenn man das Gefühl hat, Aufgaben und Verantwortung nicht mehr gewachsen zu sein.

Gentian: Man ist ständig pessimistisch, stellt alles und jedes in Frage

Gorse: Man ist verzweifelt und ohne Hoffnung, „Es – hat – doch – keinen- Zweck – mehr“ – Gefühl

Heather: Man ist selbstbezogen und mit sich selbst beschäftigt, braucht Publikum, um anderen über sich zu erzählen

Holly: Man ist gefühlsmäßig irritiert, wird von Neid, Hassgefühlen und Eifersucht geplagt

Honeysuckle: Man weigert sich die Gegenwart anzunehmen, hat das Gefühl, früher war alles besser

Hornbeam: Man fühlt sich mental erschöpft und glaubt, die täglichen Pflichten nicht bewältigen zu können

Impatiens: Man neigt zu überschießenden Reaktionen, ist ungeduldig, will gleichzeitig mehrere Aufgaben erledigen

Larch: Man hat zu wenig Selbstvertrauen und erwartet ständig Fehlschläge

Mimulus: Man ist ständig ängstlich, hat vor allem und jedem Angst

Mustard: Man leidet unter plötzlich auftretenden Perioden von Melancholie und Traurigkeit

Oak: Man glaubt, allen Widerständen zum Trotz durchhalten zu müssen, auch wenn man völlig erschöpft ist

Olive: Burn – Out – Blüte, man fühlt sich seelisch und körperlich total ausgebrannt

Pine: Man macht sich ständig Vorwürfe, alles falsch zu machen, hat unberechtigte Schuldgefühle

Red Chestnut: Man macht sich um das Wohlergehen anderer mehr Sorgen, als um sich selbst

Rock Rose: Wenn man innerlich in Panik gerät, Angst hat, den Kopf zu verlieren

Rock Water: Man ist zu hart mit sich selber, kann innerlich nicht locker sein

Scleranthus: Man ist sprunghaft, innerlich unausgeglichen „himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt“

Star of Bethlehem: Man hat seelische und körperliche Erschütterungen erlebt, ist traumatisiert und kann es nicht verkraften

Sweet Chestnut: Man glaubt, die Grenze dessen, was ein Mensch ertragen kann, erreicht zu haben und sieht keinen Ausweg mehr

Vervain: Man betreibt Raubbau mit seinen Kräften, weil man alles hundertprozentig machen will

Vine: Man ist übertrieben ehrgeizig, will unbedingt seinen Willen durchsetzen, hat Probleme mit Autorität

Walnut: Wichtig für Krisensituationen, hilft, bereit zu sein, Lebensumstände zu ändern, die „Neuanfang“ – Blüte

Water Violet: Man zieht sich innerlich zurück, will mit anderen Menschen nicht mehr zu tun haben

White Chestnut: Wenn bestimmte Gedanken ständig im Kopf kreisen, man keine innerliche Ruhe finden kann

Wild Oat: Wenn man innerlich unzufrieden ist, weil man seine Lebensaufgabe nicht findet

Wild Rose: Wenn man unbewusst kapituliert und sich innerlich teilnahmslos und apathisch fühlt

Willow: Wenn man sich als Opfer des Schicksals fühlt und innerlich verbittert ist.

Meisterwurz, „Meisterin aller Heilwurzen“

Paracelsus schätzte diese Heilpflanze so sehr, dass er angeblich immer ein Wurzelstück bei sich getragen haben soll. Aus den Kräuterbüchern der Gegenwart ist die Meisterwurz aber leider verschwunden. Es spricht ja nichts dagegen, dass exotische Heilpflanzen bei uns populär werden, doch sollten unsere traditionellen Heilpflanzen dabei nicht in Vergessenheit geraten.

 

Imperatoria, die „Kaiserin“

Imperatoria ostruthium wurde die Meisterwurz von den Botanikern des Mittelalters genannt, wohl um auf die großen Heilkräfte der Pflanze hinzuweisen. Ostruthium ist vermutlich abgeleitet von Astrantia, Astrenzen, wie die Meisterwurz volkstümlich bezeichnet wurde, wobei eine andere Pflanze, die Sterndolde, heute botanisch Astrantia major heißt. Diese ist auch ein Doldengewächs und wird volksmedizinisch genutzt, hat aber ganz andere Inhaltsstoffe in der Wurzel als die Meisterwurz. Heute ist der botanische Name der Meisterwurz Peucedanum ostruthium (griech. peukè, Fichte, danos, trocken, niedrig), also kleine Fichte, obwohl sie einer solchen natürlich nicht ähnelt.

 

Die Meisterwurz, eine Alpenpflanze

Die Meisterwurz hat ihre Hauptverbreitung im Alpenraum in den Hochstaudenfluren. Daher war sie auch immer eine Pflanze der Volksmedizin im Alpenraum. Meisterwurzblätter legte man auf schwer heilende, eiternde Wunden. Die Wurzel dagegen verwendete man, vor allem in Wein gekocht, als Gegenmittel gegen Gift und ansteckende Krankheiten.

 

Meisterwurz, Star der Hildegard – Medizin

Den antiken Schriftstellern war die Meisterwurz nicht bekannt, wohl deshalb, weil sie in Griechenland nicht vorkommt. Erstmals erwähnt wurde ihre Heilwirkung im 11. Jh. in einem Kräuterbuch, dem „Macer floridus“, geschrieben von dem Mönch Odo von Meung, der sie als Universalheilmittel gegen Lebererkrankungen, aber auch Husten und Atembeschwerden lobte. Hildegard von Bingen war eine wahre Meisterin der galenischen Säftelehre. Diese bildet sozusagen das Grundgerüst der Abendländischen Medizin: Feuer, Wasser, Erde und Luft, diese Elementprinzipien und ihre Verteilung machen die Konstitution eines Menschen aus und auch die Heilmittel werden nach diesen Qualitätsprinzipien eingeteilt. „Die Meisterwurz ist warm und taugt gegen Fieber“, schrieb Hildegard und beschrieb damit die Qualität der Meisterwurz, innerlich wärmend und damit auch immunanregend gegen Infektionskrankheiten zu sein. Anhänger der Hildegard – Medizin empfehlen daher Meisterwurzwein als Heilmittel bei Grippe und Lungenentzündung.

Rezept: 2 TL Meisterwurz (im Mörser zerdrückt) mit 1/8l Wein übergießen, über Nacht stehen lassen, am Morgen wieder 1/8l Wein dazu geben und vor jeder Mahlzeit einen Schluck davon trinken. Am Abend wieder frisch ansetzen.

 

Meisterwurz

Meisterwurz

 

Meisterwurz regt Lebensgeister an

Im Mittelalter stand die Meisterwurz in höchstem Ansehen und wurde bei Mensch und Tier als das beste Mittel gegen Ansteckungen betrachtet. In der Volksmedizin wurde sie lange gegen die Maul – und Klauenseuche eingesetzt. Paracelsus kannte die Gebirgspflanze Meisterwurz sehr gut und schätzte sie besonders: „Meisterwurz ist auch der fürnehmsten Kräuter eins so zu vielen Gebrechen dienlich“. Er kannte auch die vor Ansteckungen schützende Wirkung und empfahl sie zum Schutz vor der Pest. Er sah in der Meisterwurz ein gutes Mittel für die Leber: “Es hilft bei allen Schäden der Leber, …bei Gelbsucht soll es….verwendet werden.“ Die innerlich anregende Wirkung einer Pflanze, deren „warme“ Elementqualität sozusagen das „innere Feuer“ anregen kann und dies in Kombination mit einer Leber anregenden, entgiftenden Wirkung brachte Paracelsus dazu, die Meisterwurz in Rezepturen einzusetzen, die dazu dienen sollten, „den inneren Alchemisten“ anzuregen. Doch nicht nur zur Stoffwechselanregung nutzte Paracelsus die Meisterwurz, er meinte, dass sie vor allem bei Männern die Lebensgeister stärken kann. Ein volkstümlicher Spruch drückt dies recht deutlich aus: „Die Meisterwurz hilft dem Meister auf die Meisterin“ und im Alpenraum wird sie noch immer als „Ginseng des Westens“ betrachtet.

 

Meisterwurz aus Sicht der TCM

Die Meisterwurz hat einen sehr scharfen Geschmack, wenn man in eine frische Wurzel beißt. Die Geschmacksrichtung „scharf“ entspricht aus Sicht der TCM der Wandlungsphase Metall und regt daher den Lungen – und Dickdarmmeridian an. Aber auch bitter schmeckt die Meisterwurz, dieser Geschmack gehört zur Wandlungsphase Feuer und regt somit Herz, Kreislauf und auch den Dünndarmmeridian an. Das bestätigt sozusagen die Erkenntnisse der Abendländischen Medizin: Meisterwurz hilft, den gesamten Darmtrakt zu reinigen und durch die Anregung aller Verdauungssäfte die Darmtätigkeit zu verbessern. Gleichzeitig ist auch die Lungenwirksamkeit nicht von der Hand zu weisen und dazu kommt noch eine kreislaufanregende Wirkung. Die Meisterwurz ist also tatsächlich eine „Meisterin“, die den ganzen Menschen anregen kann.

 

Meisterwurz wissenschaftlich

Auch wenn die Meisterwurz kaum mehr verwendet wird, kennt man ihre Inhaltsstoffe. Sie ist ein Amarum aromaticum, also eine aromatische Bitterstoffdroge. Der scharfe Geschmack ist auf das ätherische Öl zurückzuführen, in dem sich 95% Terpene befinden. Diese sind stark antibakteriell, immunmodulierend und entzündungshemmend. Die Bitterstoffe dagegen wirken insgesamt tonisierend, appetitanregend und verdauungsfördernd. Untersuchungen am Institut für Pharmakognosie der Karl – Franzens – Universität in Graz zeigten, dass Extrakte aus der Meisterwurz sehr antioxidativ und als Radikalfänger wirken. Dies könnte die bewährte Verwendung als entgiftendes Heilmittel erklären. Somit kann die Wissenschaft alle berichteten Wirkungen und Anwendungen bestätigen und es wäre sehr zu empfehlen, die Meisterwurz wieder mehr zu verwenden. In der Apotheke kann man die Droge übrigens kaufen.

Teezubereitung: 1 TL mit 1/4l heißem Wasser im Aufguss zubereiten,10 Minuten ziehen lassen.

Tinktur: in Alkohol angesetzte Meisterwurz kann tropfenweise genommen werden: tgl. 10 Tr.

 

Anwendungsgebiete:

Magenverstimmungen, Bronchialerkrankungen, Verschleimung der Atemwege, allgemeine Schwächezustände (vor allem bei alten Menschen), Steigerung der Abwehrkräfte, akute Vergiftungserscheinungen (durch verdorbene Nahrungsmittel) und zur Ausleitung bei chronischen Vergiftungszuständen (Umweltgifte, Schwermetallbelastungen), für Frühjahrskuren zum „Entschlacken“, zur Umstimmung des Gesamtstoffwechsels.

Achtung: Meisterwurz nicht bei Magen – Darmschleimhautentzündungen sowie bei Gallensteinen.

Heilsame Karde

Im Spätsommer findet man an Ruderalplätzen oft hohe Pflanzen, die wie Disteln aussehen. Alles an diesen Pflanzen ist stachelig, dennoch sind sie keine Disteln, sondern Karden. Als Heilpflanzen wurden sie selten genutzt, doch seit kurzem sind die Karden populär geworden, weil sie gegen Borreliose hilfreich sein sollen.

 

Die Lyme- Borreliose

Den Namen hat diese Krankheit von Lyme, einer Stadt in Connecticut, USA, wo in den 1970er Jahren die Krankheit erstmals beschrieben wurde. Ausgelöst wird sie durch das Bakterium Borrelia burgdorferi aus der Gruppe der Spirochäten, zu denen auch Trepanema pallidum, der Erreger der Syphilis zählt. Der Schweizer Forscher Burgdorfer entdeckte diese Bakterien 1982 in den USA, weshalb sie seinen Namen erhielten. Auch in Europa gibt es Borrelien und sie alle lösen eine Erkrankung aus, die Borreliose genannt wird. Dass es gewisse Unterschiede im Krankheitsbild dieser Erkrankung in Europa gibt, wird den Betroffenen gleichgültig sein, auf jeden Fall ist die Borreliose die häufigste von Zecken übertragene Erkrankung. Schätzungen zufolge sind je nach Region 5 bis 40 Prozent der Zecken mit Borrelien verseucht und weitere Schätzungen ergeben, dass auch wieder je nach Region jeder 3. bis 10. Zeckenstich zu einer Infektion führt.

 

Borreliose, Krankheit mit schmerzhaften Folgen

Die Inkubationszeit, also die Zeit bis die ersten Krankheitssymptome auftreten, liegt bei 5 bis 30 Tagen. Doch nur bei 50 % aller Infizierten kommt es zu dem charakteristischen Hautausschlag, dem Erythema migrans (Wanderröte). In diesem Stadium empfiehlt die Medizin unbedingt eine Behandlung mit Antibiotika . Dennoch kann es zu einer Streuung der Bakterien im ganzen Körper kommen, bei der vor allem Gelenke und Muskeln und das periphere Nervensystem betroffen sind. Solche Spätfolgen sind meist sehr schmerzhaft. Wenn die Borreliose nicht ausreichend behandelt wird, kann sie immer wieder auftreten kommen, also die schmerzhaften Phasen immer wieder aufflackern.

 

Borreliose ernst nehmen

Da die Borreliose eine ernsthafte Erkrankung ist, sollte man sich beim ersten Verdacht sofort in ärztliche Behandlung begeben, die meist in einer Therapie mit verschiedenen Antibiotika besteht. In einer Zeit aber, in der auch Naturheilmittel populär sind, sind nun Ratschläge aufgetaucht, wie man mit pflanzlichen Mitteln gegen die Borreliose vorgehen kann.

 

Karde, wieder entdeckt als Heilpflanze

In Amerika, wo die Borreliose schon länger bekannt ist, begann der Phototherapeut Matthew Wood Überlegungen anzustellen, welche Heilpflanzen man gegen die Krankheit einsetzen könnte. Durch seine Kenntnis der chinesischen Kräuterheilkunde erkannte er, dass in der TCM eine chinesische Abart unserer Karde bei einem Symptomenkreis angewendet wird, der ganz ähnlich ist demjenigen der Borreliose. Er verwendete dann in der Folge diese Pflanze mit gutem Erfolg. Dipsacus asper ist der botanische Name dieses Kardengewächses, chinesisch wird es Xu Duan, „Wiederhersteller dessen, was zerbrochen ist“, genannt. Aus Sicht der TCM stärkt es die Leberenergie und da diese auch für Muskeln und Sehnen zuständig ist, hilft das in der Folge,“ Sehnen und Knochen zu nähren“, wirkt also gegen Entzündungen im Bewegungsapparat und Erkrankungen wie Lumbago (Hexenschuss). Außerdem stärkt Xu Duan die „Nierenessenz“ und hilft damit zu verhindern, dass Rücken und Kniegelenke steif werden und zu schmerzen beginnen. In der TCM ist Xu Duan ein sehr gebräuchliches Mittel.

 

Die wilde Karde

Der deutsche Anthropologe Wolf- Dieter Storl, ein ausgezeichneter Kenner der Heilpflanzen, überlegte, als er selber an einer Borreliose erkrankte, ob man diese Wirkung der chinesischen Karde auch von heimischen Arten erwarten könnte. Bei uns kommen einige Arten wild vor, die häufigste ist die Wilde Weber- Karde (Dipsacus fullonum). Die Weber- Karde (D. sativus) wurde früher dazu verwendet, Wolle und andere Textilfasern mit ihren Stacheln zu strählen, damit sie dann gesponnen werden konnten. Daher wurde diese Karde seit über tausend Jahren in Europa angebaut. Die Karden gehören zur Familie der Kardengewächse, sind also botanisch gesehen keine Disteln. Sie sind zweijährig, im ersten Jahr bilden sie eine Blattrosette, im nächsten Jahr schießen sie bis zur Blüte fast zwei Meter hoch. Der Blütenkopf hat lange, an der Spitze hakenähnlich gekrümmte „Stacheln“. Der Blütenstand beginnt in der Mitte zu blühen, in der Folge entsteht ein nach oben und unten wandernder Blütenring.

 

Karde

Karde

 

Die Signatur der Karde

Betrachtet man die Karde auf der Basis der Signatur dieses wandernden Blütenringes, könnte das mit ein bisschen Fantasie an das Erythema migrans, die Wanderröte bei der Borreliose erinnern. Man sollte solches Rangehen an Pflanzen nicht belächeln, war es doch die Basis der Heilpflanzenerkenntnis in früheren Zeiten und fast alle diese „unwissenschaftlich“ erarbeiteten Erkenntnisse konnten wissenschaftlich auf der Basis der Inhaltsstoffe und klinischer Untersuchungen bestätigt werden. Die Karde hat noch eine besondere Eigenart- die Blätter sind an ihrer Basis verwachsen und formen dadurch ein Becken, das sich mit Regenwasser füllt. Biologen vermuten, dass die Pflanzen sich durch Insekten, die in diesem Becken ertrinken, zusätzliche Stickstoffnahrung holen. Die mittelalterlichen Kräuterdoctores nannten diese Becken „Venusbecken“ und glaubten, dass das darin gesammelt Wasser ein Schönheitsmittel sei. Da dem Venusprinzip die Nieren zugeordnet sind, waren sie davon überzeugt, dass die Karde die Nieren stärken kann und somit hilft, toxische Stoffe aus dem Körper auszuleiten. Damit kamen sie zu einer ähnlichen Erkenntnis wie die TCM.

 

Karde, Pflanze der Volksmedizin

Als Heilpflanze geriet die Karde in Vergessenheit. In der Volksmedizin überlebte sie allerdings. Der äußerst bittere Tee aus der Wurzel wurde bei rheumatischen Schmerzen und Arthritis als „Rosskur“ eingesetzt. Über Inhaltsstoffe ist leider wenig bekannt, aber vielleicht erweckt die neue Popularität der Karde auch das wissenschaftliche Interesse. Bislang kennt man nur das Glykosid Scabiosid, Iridoide, Saponine und organische Säuren wie die Kaffeesäurederivate. Das lässt allerdings vermuten, dass die Karde ein entzündungshemmendes, eventuell auch antibakteriell wirkendes Potential haben könnte.

 

Karde, unterstützendes Heilmittel bei Borreliose

Die Anwendung der Karde, vor allem in Form der Tinktur aus der Wurzel, wird zunehmend auch von medizinischen Kreisen empfohlen. Vor allem auch in der Veterinärmedizin konnten beim Einsatz der Tinktur bei Pferden, die ebenfalls Borreliose bekommen können, gute Erfolge erzielt werden. Da aber noch zu wenig klinische Erfahrungen vorliegen, kann man nur Vermutungen anstellen. Die schmerzhaften Spätfolgen einer Borreliose werden vor allem durch Neurotoxine ausgelöst, die von den Borrelien im Gewebe und Nerven abgelagert werden. Durch die Wirkung der Kardenwurzel auf die Leber und Nieren können diese Neurotoxine vielleicht mobilisiert und ausgeschieden werden. Es kann daher Menschen, die an Borreliose erkranken, aber vor allem dann, wenn man unter einem rezidivierenden, also immer wieder aufflackernden Krankheitsstadium leidet, empfohlen werden, zusätzlich zu schulmedizinischen Maßnahmen Kardentinktur anzuwenden. Derzeit ist sie in Apotheken noch kaum erhältlich, doch man kann sie leicht selbst herstellen.

 

Tinktur: Die frisch geerntete Wurzel der einjährigen Blattrosette wird samt Blattherz ausgegraben, gesäubert, zerkleinert und in ein Schraubglas gefüllt und dann mit 40 % Alkohol (Korn, etc.) übergossen. Nach 3 Wochen wird die Tinktur gefiltert.

 

Wurzelkur: Eine kurmäßige Anwendung der (sehr bitteren) Tinktur ist anzuraten. Täglich nimmt man von der Tinktur 3 mal 10 Tropfen. Unterstützen sollte man diese Kur durch Trinken von harntreibenden Tees wie Goldrute oder der Löwenzahnwurzel, die nicht nur harntreibend, sondern auch leberstärkend ist. Anzuraten wäre auch, während dieser Kur eine Diät mit viel Gemüse wie Rote Rüben, deren Inhaltsstoffe auch leberstärkend wirken oder Karotten und Tomaten mit antioxidativ wirkenden Carotinoiden zu halten.

Brunelle, vergessene Heilpflanze

Sie wächst vor jeder Haustür in der Wiese, ist nicht unattraktiv, doch kaum jemand kennt sie. Noch weniger bekannt ist, dass die Brunelle, die auch Braunelle genannt wird, eine recht wirkungsvolle Heilpflanze ist. Ganz anders ist das in China, wo Xia ku cao, wie sie dort heißt, hoch geschätzt wird und auch in Amerika wo man sie Selfheal, „Selbstheil“ nennt. Auch hierzulande sollte man dieser Heilpflanze wieder mehr Beachtung schenken.

 

Kleine Brunelle

Prunella vulgaris ist der botanische Name dieser Pflanze, die zu den Lippenblütlern zählt. Mit ihren dunkelblauen Blüten ist sie eine Zierde unserer Wiesen und bei den Bienen sehr beliebt. Sie ist nicht sehr auffällig mit ihrem niederen Wuchs und wird daher oft im hohen Gras der Wiesen übersehen. Sie wächst wirklich fast in jeder Wiese und übersteht auch regelmäßiges Mähen mit dem Rasenmäher. Ähnlich wie das Gänseblümchen beginnt sie schon bald nach dem Mähen wieder zu blühen. Daher ist der englische Name Selfheal recht treffend, die Brunelle scheint unverwüstlich zu sein und kann so wie das Gänseblümchen als Heilmittel gegen Verletzungen betrachtet werden.

 

Die Signatur der Brunelle

In früheren Zeiten, als die Kräuterkundigen noch mehr Intuition brauchten, um die Heilwirkung der Pflanzen erkennen zu können, bediente man sich gerne der Signaturlehre. Paracelsus war ein Meister dieser Betrachtungsweise und er schrieb, dass man vom Äußeren auf die „inneren Tugenden“ schließen könne. Natürlich belächeln naturwissenschaftlich orientierte Kräuterkundige ein solches Herangehen an die Heilpflanzen. Doch eigenartigerweise kann in den meisten Fällen die Heilwirkung, die man früher beschrieb, auch aus Sicht der Wissenschaft betätigt werden. Es kann daher nicht schaden, die Brunelle besser zu betrachten, um ihre Wirkung zu verstehen.

 

Brunelle gegen Rachenentzündung

Braunelle nannte man früher die Brunelle und das kam daher, weil man die Pflanze zur Behandlung der „Halsbräune“ einsetzte, unter der man entzündliche Prozesse im Mund und Rachenbereich verstand. Zu dieser Erkenntnis kam man, weil die Blütenkrone der Brunelle einem Hals mit geschwollenen Drüsen ähnelt. Mathiolus, ein berühmter Arzt im 16. Jh. schrieb: „Braunelle hat den Namen von ihrer Eigenschaft, dass sie bei Entzündung der Zunge, welche man die Bräune nennt, gebraucht wird….und der Saft dient zum Gurgeln bei Mundfäule und wundem Hals.“

Pharmakologisch lässt sich dieser Rat bestätigen, auch wenn man bis vor kurzem nicht allzu viel über die Inhaltsstoffe der Brunelle wusste. Aber eine Wirkstoffkombination von Gerbstoffen, Bitterstoffen, ätherischem Öl, Harzen und Saponinen kann bei entzündlichen Prozessen in Mund und Rachen sicher wirksam sein.

 

Brunelle

Brunelle

 

Brunelle hilfreich bei Verletzungen

Einen weiteren Hinweis auf die Anwendung der Brunelle bringt das Betrachten der einzelnen Blüten. Sie ähneln im Profil nämlich einer Hippe, volkstümlich auch „Zappel“ genannt, einem in der Forstwirtschaft verwendetem Beil. Daraus schloss man, dass die Brunelle bei Verletzungen, die durch ein scharfes Werkzeug hervorgerufen werden, helfen kann. Gerard, ein englischer Kräuterkundiger des Mittelalters, schrieb, dass sich mit einem Absud von Brunelle äußere und innere Wunden schnell verschließen würden. In der Volksmedizin wurde die Brunelle bei allen Formen von Verletzungen verwendet und in England gab es sogar einen Spruch: „Wer Selfheal (Selbstheil) hat, braucht keinen Arzt“. In England und auch in Amerika wird die Brunelle auch heute noch als Wundheilmittel geschätzt und man findet die Pflanze auch in den offiziellen Arzneibüchern.

 

Amerikanische Forschungen

Kanadische Forscher haben die Brunelle neuerdings genauer untersucht. Dabei fand man neben vielen sehr antibakterielle wirkenden Terpenen einen Wirkstoff, die Rosmarinsäure, dem eine antivirale Wirkung zugeschrieben werden kann. Ferner fand man ein Polysaccharid, das Prunellin genannte wurde, dem ebenfalls antivirale Wirksamkeit zugeschrieben werden kann und das in Laborstudien nicht nur gegen Herpes- Viren sondern sogar HI- Viren eine Aktivität zeigte. Diese Inhaltsstoffe der Brunelle könnten also in Zukunft zu sinnvollen Medikamenten führen, die vor allem zur Herpes- Behandlung entwickelt genutzt werden können, meinen die kanadischen Forscher.

 

Xia ku cao, Brunelle in der TCM

In der TCM wird die Brunelle schon in den frühen Schriften erwähnt. Im alten China empfahl man Xia ku cao vor allem gegen Erkrankungen, deren Ursache in einer gestörten Leberfunktion begründet ist. Die Brunelle gilt als kühlend auf die Leber, weshalb sie bei entzündlichen Prozessen in der Leber und daraus resultierender Gelbsucht eingesetzt wird. Neuere chinesische Untersuchungen zeigten, dass Xia ku cao auch bei Bluthochdruck helfen kann, da es eine leichte Erweiterung der Blutgefäße bewirkt. Gemeinsam mit Chrysanthemenblüten setzt man daher in der TCM Brunelle als Tee gegen Leberstörungen und auch gegen Kopfschmerzen mit Schwindel, deren Ursache hoher Blutdruck ist, ein.

 

Brunelle selber sammeln

Bei uns ist die Brunelle als Heilpflanze ganz in Vergessenheit geraten, man bekommt sie daher kaum in der Apotheke, höchstens als Droge für TCM- Rezepturen. Selber sammeln ist aber kein Problem, da die Pflanze wirklich in jeder Wiese wächst und kaum verwechselt werden kann. Gesammelt wird das blühende Kraut, also Blätter und Blüten. Um Tee daraus machen zu können, lässt man das Kraut trocknen. Man kann aber auch eine Tinktur oder eine Salbe aus der Brunelle herstellen.

Tee: 2 TL Droge (getrocknetes Kraut) mit 1 Tasse heißem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen.

Tinktur: Frisches Kraut in Glas füllen, mit 40 % Alkohol übergießen, 3 Wochen ziehen lassen, abfiltern.

Salbe: Frisches Kraut mit Öl (Mandelöl, Distelöl, etc.) übergießen, 1 Stunde ziehen lassen, dann in ein Wasserbad stellen, ½ Stunde lang ausziehen lassen, abfiltern. Den Ölauszug noch einmal ins Wasserbad stellen, im Verhältnis 4 Teile (Ölauszug): 1 Teil Bienenwachs (aus der Apotheke) vermischen und rühren, bis sich das Wachs aufgelöst hat. In Tiegel abfüllen.

 

Brunelle für die Hausapotheke

Als Tee kann die Brunelle zum Gurgeln bei Mund- und Rachenentzündungen angewendet werden. Den Tee trinkt man bei chronischen Atemwegsproblemen, grippalen Infekten und leichten Durchfällen. Als Sitzbad nutzt man den Tee bei Hämorrhoiden, Bindehautentzündungen, und als Umschlag bei entzündlichen Hautproblemen wie Ekzemen und bei Verletzungen.

Die Tinktur kann verdünnt zur Wundreinigung und als Umschlag bei Verstauchungen und Zerrungen eingesetzt werden. Bei Zahnfleischproblemen sollte man die Tinktur zum Mundwasser geben.

Die Salbe hilft bei Hauterkrankungen mit Juckreiz und bei Ekzemen, auch bei Hautproblemen mit Bläschen (Nesselsucht) kann man die Salbe anwenden. Außerdem hilft sie zum Ausheilen von Wunden und zur Narbenbehandlung und nach den neuesten Erkenntnissen gegen Herpes, also Fieberblasen.

Sanfte Heilmittel für unerfüllten Kinderwunsch

Schätzungen zufolge bleibt jedes sechste Par ungewollt kinderlos. Oft wird der unerfüllte Kinderwunsch zur Zerreißprobe für die betroffenen Paare. Heute stehen zwar modernste Therapien und Methoden der Medizin zur Verfügung, beginnend von Hormontherapien bis hin zur In- Vitro- Fertilisation (künstliche Befruchtung). Doch der Wunsch, mit Naturheilkräften die Fruchtbarkeit zu steigern und damit den Kinderwunsch zu erfüllen, wird immer häufiger. Vor allem dann, wenn die Reproduktionsmedizin doch nicht helfen kann, suchen viele Frauen nach Naturheilmitteln.

 

Unfruchtbar sein

Bei den Ursachen ungewollter Kinderlosigkeit unterscheidet man zwischen Sterilität und Infertilität. Sterilität bedeutet, dass es nicht möglich ist, schwanger zu werden, während Infertilität bedeutet, dass eine Schwangerschaft nicht ausgetragen werden kann. Immer mehr Paare sind von Sterilität betroffen. Die Ursachen sind sehr vielfältig. Bei etwa 40 Prozent der betroffenen Paare liegt die Ursache bei den Frauen und bei 40 Prozent bei den Männern. Bei etwa 5 bis 10 Prozent lassen sich keine organischen Ursachen finden.

 

Ursachen finden

Die Diagnostik, welche Ursache für die Kinderlosigkeit verantwortlich sein könnte, muss dem Arzt vorbehalten bleiben. Da gibt es nämlich viele Untersuchungen durchzuführen: wie sieht es mit der Hormonsituation bei der Frau aus, gibt es organische Ursachen wie Endometriose (versprengte Gebärmutterschleimhaut im Bauchraum) oder Verwachsungen der Eileiter. Bei Männern muss untersucht werden, ob Störungen der Spermienreifung oder- produktion als Ursache in Frage kommen. Neuerdings findet man zunehmend immunologische Ursachen für Kinderlosigkeit, zum Beispiel allergische Reaktionen der Frau gegen die Spermien des Mannes. Für das weibliche Immunsystem ist es nicht selbstverständlich, einen Embryo, der zur Hälfte aus fremden Genen besteht, im eigenen Körper zu dulden. Immunreaktionen der Frau können die Befruchtung oder das Einnisten des Eies verhindern. Doch schon im Vorfeld der Fortpflanzung können Frauen auf das Sperma des Mannes allergisch reagieren, wie Forschungen ergaben.

 

Lebensstil als Ursache

Die Zunahme der ungewollten Kinderlosigkeit wird auch als Folge unseres Lebensstils gesehen. Berufliche Belastungen, Stress und andere Faktoren können zu Beeinträchtigungen von Körperfunktionen führen. Zigaretten- und übermäßiger Alkoholkonsum sind ebenfalls nicht fruchtbarkeitsfördernd. Vor allem aber hat sich die Lebensplanung der Menschen geändert. Vor 30 Jahren waren 90% der Frauen unter 30, als sie das erste Kind bekamen. Heute wollen Frauen erst Karriere machen und dann Kinder bekommen. Doch mit steigendem Alter werden die Eisprünge seltener, so dass die Wahrscheinlichkeit einer Empfängnis sinkt. Eine 40- Jährige braucht durchschnittlich 20 Zyklen, bis es zu einer Empfängnis kommen kann.

 

Medizinische Behandlungsmöglichkeiten

Mit dem Arzt sollten die Möglichkeiten genau besprochen werden. Diese reichen von künstlicher Insemination (aufbereitetes Sperma wird in den Gebärmutterhals eingeführt, Erfolg bei 1 – 10%), Hormonbehandlungen, zum Beispiel hormonell herbeigeführter Eisprung (Erfolg 1 – 10%), Künstliche Befruchtung (In- Vitro-Fertilisation, dabei werden die durch eine Hormonbehandlung hervorgerufene Eizellen entnommen, außerhalb des Körpers befruchtet und wieder in die Eileiter der Frau eingesetzt, Erfolg zwischen 20 und 30%) bis hin zu ICSI (Spermieninjektion, bei der ein einzelnes Spermium unter Mikroskop direkt in die Eizelle injiziert wird und diese dann in die Gebärmutter gepflanzt wird).

 

Darf Kindermachen noch Lust machen

Der fixe Kinderwunsch kann manchmal wie ein Knoten wirken, der alles für die Empfängnis nötige zuschnürt. Nichts steht einer natürlichen Empfängnis mehr im Weg als ein durch computergesteuerte Thermometer termingerechter geschlechtlicher Verkehr. Wenn sich die Gedanken nur noch ums Kinderkriegen drehen und die Lust am Partner dabei auf der Strecke bleibt, ist das sicher nicht empfängnisfördernd.

 

Natürliche Hilfe zum „Kindermachen“

Auch wenn man auf die Kraft von Heilpflanzen oder von Heilmethoden wie Homöopathie oder Anthroposophische Medizin zur Erfüllung des Kinderwunsches zurückgreifen will, sollte die Diagnostik abgeklärt sein. Heilpflanzen können unterschiedlich hormonelle Wirkungen entwickeln. Liegt beispielsweise eine Gelbkörperinsuffizienz vor, gibt es speziell dafür geeignete Heilpflanzen, während andere nur generell östrogenisierend wirken. Da häufig Schwermetall- und andere Umweltbelastungen die Ursache der Kinderlosigkeit sein können, ist sozusagen „Entgiften mit Heilpflanzen“ angesagt. Zur Anregung der Spermienbildung liefert uns die Natur ebenfalls – vor allem samenreiche – Heilpflanzen.

 

Homöopathische Mittel

Die Behandlung mit homöopathischen oder anthroposophischen Heilmitteln sollte eigentlich dafür ausgebildeten Ärzten vorbehalten sein. Daher hier nur einige Hinweise, um die Möglichkeiten solcher Heilmittel aufzuzeigen. Aus Sicht der Traditionellen Abendländischen Medizin wird Silber dem Planetenprinzip Mond zugeordnet, das auch die Fruchtbarkeit steuert. Homöopathisch potenziertes Argentum (Silber) hilft daher vor allem dann, wenn nach Absetzen der Antibabypille der Zyklus außer Kontrolle geraten ist, diesen wieder zu einer Regelmäßigkeit zu leiten und somit auch regelmäßige Eisprünge anzuregen. Cuprum (Kupfer) dagegen wird dem Venusprinzip zugeordnet und stärkt somit das Venusorgan Gebärmutter. Das wussten in früheren Zeiten auch die Bauern: wenn die Kuh nicht stierig werden wollte, gaben sie den Tieren Kupferfeile ins Futter. Homöopathisches Kupfer ist ein wichtiges Mittel, das nicht nur Lust und die Fruchtbarkeit fördert, sondern auch dem befruchteten Ei beim Einnisten hilft. Auch die Perle galt immer als Symbol für Fruchtbarkeit. Das homöopathische Mittel Calcium carbonicum wird aus Austernschalenkalk hergestellt und sollte Bestandteil einer fruchtbarkeitsfördernden homöopathischen Kur sein.

 

Das „Nest säubern“.

Vor einer gezielten Kur mit Heilpflanzen zur Fruchtbarkeitssteigerung empfiehlt sich eine 1- bis 3- monatige Entgiftung. Schwermetallbelastungen können sowohl bei Frauen, vor allem aber auch bei Männern die Ursache von Kinderlosigkeit sein. In der Volksmedizin nannte man solche Kräuter, die vor allem Frauen zum Entgiften helfen, die Kräuter „zum Nest säubern“. Eine konkrete Kur zur Schwermetallausleitung sollte immer Pflanzen mit Sulfidverbindungen enthalten, zum Beispiel Bärlauch. Diese Wirkstoffe binden die Schwermetalle und so können sie dann zur Ausscheidung gebracht werden.

Nach einer 1- monatigen Kur mit Bärlauchtinktur (tgl. 2mal 10 Tr.) und ausleitenden Tees sollten Frauen auf folgende Kräuter zurückgreifen: Gundelrebe (hilft bei Bleibelastungen, insgesamt auch immunstärkend), Frauenmantel (das Frauenkraut schlechthin, das aber auch auf Grund seiner Gerbstoffe auch Schwermetalle binden kann), Stinkender Storchschnabel (ebenfalls zum Ausleiten, durch seine Signatur eine „mythische“ Fruchtbarkeitspflanze der Volksmedizin), Schafgarbe (wirkt hormonell und auch stoffwechselanregend), Brennnesselblätter (mobilisieren Flüssigkeit und helfen somit beim Ausleiten und Goldrute (stärkt die Nieren und hilft beim Ausleiten). Ein Rezept für einen „Nestsäuberungstee“ könnte so ausschauen, dass man diese Kräuter mischt:

3 Teile Frauenmantel

3 Teile Gundelrebe

3 Teile Storchschnabel

2 Teile Schafgarbe

2 Teile Brennnessel und

2 Teile Goldrute

In der Apotheke mischen lassen und den Tee im Aufguss zubereiten (2 TL/auf ca. ¼ l heißes Wasser, 10 Minuten ziehen lassen)

 

Fruchtbarkeitsfördernde Kräuter

Zu den häufigsten Ursachen für ungewollte Kinderlosigkeit zählt der Gelbkörpermangel. Nach dem Eisprung verbleibt die Eihülle im Eierstock und bildet sich zu einer Hormondrüse um, die schwangerschaftserhaltende Gestagene (gestare, lat. tragen, trächtig sein) bildet. Bei Gelbkörperinsuffizienz wird das „Nest“, die Gebärmutterschleimhaut, nicht richtig vorbereitet, so dass sich eine befruchtete Eizelle nicht so leicht einnisten kann. Der Frauenmantel, die Frauenpflanze schlechthin, hat eine hormonregulierende Wirkung, die auch bei Gelbkörpermangel hilft. Frauenmantel sollte entweder als Tee oder noch besser als Urtinktur (aus der Apotheke) das Basiskraut einer Kur zur Steigerung der Fruchtbarkeit für die Frau sein.

Der Stinkende Storchschnabel (Geranium robertianum) wurde im Volksmund immer „Kindsmacher“ genannt. Damit „einen der Storch ins Bein beisst“, sollte der Tee über längeren Zeitraum von Frau und Mann getrunken werden. Wissenschaftlich wissen wir wenig über die Pflanze, außer dass sie Gerbstoffe enthält, die allerdings ebenso wie beim Frauenmantel hauptsächlich Ellagitannine sind, denen eine phytoöstrogene Wirkung zugesprochen werden kann. Man muss also nicht an den Storch glauben, um dem Storchschnabel eine positive Wirkung zur Steigerung der Fruchtbarkeit zusprechen zu können. Für eine partnerschaftliche Kur empfiehlt sich vielleicht die Anwendung als Ansatzwein:

Zwei Handvoll blühendes Storchschnabelkraut grob zerkleinern, mit 1l Weißwein übergießen, kurz auf dem Herd erhitzen. Im lauwarmen Zustand etwas Honig unterrühren, abseihen und in Flaschen abfüllen.

Den Wein kann man auch mit dem Storchschnabeltee aus der Apotheke herstellen. 2 mal täglich ein Glas vor dem Essen und liebevoll mit dem zukünftigen „Kindesvater“ anstoßen!

 

Basilikum für Kinderwunsch

„Damit die Frauen fruchtbar werden, sollten sie Basilikum mit Lauch in die Suppe geschnitten essen. Dies macht jüngere Frauen fruchtbarer“, schrieb Paracelsus. Er ordnete Pflanzen primär auf Grund ihrer Signaturen die Wirkung zu und auch wenn naturwissenschaftlich orientierte Ärzte solches belächeln mögen, die Erfahrung zeigt, dass Basilikum tatsächlich eine hormonanregende Wirkung hat. Basilikum wirkt mild östrogenartig, regt den Eisprung und auch die Libido an. Da ohne Lust keine Kinder, könnten basilikumduftende Speisen vielleicht förderlich für Kinderwunsch sein.

 

Granatapfel, Baum der Aphrodite

In arabischen Ländern verzehrt man Granatapfelkerne seit ewigen Zeiten, um „jung zu bleiben“. Wieder ist es die Signatur, die die Hormonwirkung des Granatapfels erklärt – schneidet man die Frucht durch, dann gleich sie mit ihrem Samenreichtum dem Eierstock mit seinen zahlreichen Keimzellen. Wissenschaftlich konnte bestätigt werden, dass in den Samen Östron, ein schwach wirksames Östrogen, das mit den in den Keimdrüsen gebildeten weiblichen Hormonen völlig identisch ist, enthalten ist. Mittlerweile werden die Granatapfelsamen auch als wirksames Mittel gegen Prostataprobleme diskutiert. Granatapfel wäre also wieder ein Mittel, das Paare gemeinsam nutzen sollten, in Form köstlicher Speisen oder als Tinktur:

Samen aus den Früchten rauslösen, in einem Schraubglas mit 40% Alkohol übergießen, 3 Wochen ziehen lassen und dann abfiltern. Einige Wochen täglich 2 mal 10 Tropfen nehmen.

 

Samenreiche Pflanzen für Männer

Schon wieder muss Paracelsus zitiert werden, der meinte, dass Pflanzen, die eine Überfülle an Samen entwickeln, Männern helfen könnten. Der Granatapfel ist eine solche Pflanze. Östrogenähnliche Stoffe sind üblicherweise bei Männern eher kontraproduktiv, doch manche östrogenartig wirkende Pflanzen können auch Männern helfen. Daher ist durchaus auch Männern die Einnahme von einer Granatapfeltinktur zu empfehlen.

Eine große Fülle an Samen entwickelt auch die Brennnessel. In den Alpenländern weiß man schon lange, dass tägliches Essen von Brennnesselsamen nicht nur die Gesundheit, sondern auch die Potenz erhalten kann. Im Mittelalter war es übrigens Mönchen verboten, die Samen dieser überaus vitalen Pflanze zu genießen. Heute ist bekannt, dass die Samen überaus reich sind an Tokopherolen, die im Vitamin E, dem „Fruchtbarkeitsvitamin“ enthalten sind. Brennnesselsamen regelmäßig als Würze zu Salaten, Suppen und anderen Speisen verwendet, könnten also Männern zu einer vermehrten Spermienproduktion verhelfen. Frauen mit Kinderwunsch sollten diesen Genuss partnerschaftlich mit ihren Männern teilen, da auch bei ihnen die Zufuhr von Vitamin E hilfreich sein kann.

Die sechs heilenden Laute

Um Energie zu tanken und gleichzeitig Ausgeglichenheit zu erlangen, halten sich Menschen zunehmend an Übungen aus der Traditionellen Chinesischen Medizin wie Qigong oder Taiqi. Um diese Übungen tatsächlich Energie spendend ausnutzen zu können, sollte man besser einen Kurs besuchen. Leicht nachzuvollziehen ist eine Energieübung, die auch aus dem Qigong stammt, bei der aber der Schwerpunkt auf dem Anstimmen bestimmter Laute liegt, weshalb man diese Übung „Die sechs heilenden Laute“ nennt.

 

Die Traditionelle Chinesische Medizin

Über TCM und die Bedeutung von Begriffen wie Qi, Yin/Yang oder Wandlungsphasen, die das Grundgerüst der TCM darstellen, gibt es ausreichend Literatur zum Nachlesen. Daher hier nur eine kurze Erklärung zum Verständnis der Wirkung der heilenden Laute: Yuan Qi ist die Energie, die dem Menschen von Geburt an mitgegeben ist und je besser dieses Qi „verwaltet“ wird, desto gesünder bleibt der Mensch. Das Qi ist ständig im Fließen, Strömen, Durchdringen. Im Menschen kreist es auf bestimmten, fest vorgegebenen Bahnen, den sogenannten Meridianen. Diese Meridiane versorgen bestimmte Organsysteme im Körper mit Energie. Aus Sicht der TCM gibt es äußere und innere Ursachen für Störungen in den Organsystemen. Unter inneren Ursachen versteht man Faktoren wie Ärger und Zorn, Kummer und Sorge, Angst und Traurigkeit.

 

Die sechs heilenden Laute

Die sechs heilenden Laute stellen durch ihre Schwingung eine Entspannungstechnik dar, die eine harmonisierende Wirkung auf die Bezugsorgane und damit auf den gesamten Organismus ausübt. Sie bringen durch die ihnen innewohnenden Schwingungen, die der Körper umsetzt, diese Organe zum Schwingen und leiten Erregungen ab. All unsere Probleme, sei es mit uns selbst oder unserem Umfeld, beruflich oder familiär, ungesunde Ernährung oder permanenter Stress können zu Irritationen dieser Organe führen. Die Übung der sechs heilenden Laute kann helfen, die Organsysteme zu regenerieren und ihnen gesundes Qi zuzuführen.

Die sechs heilenden Laute bringen die Energie, die bei vielen Menschen blockiert ist, wieder zum Zirkulieren und helfen so, Frieden mit sich selbst und der Welt zu finden. Sie helfen, den Anforderungen unseres täglichen Lebens besser gewappnet zu sein.

 

Der Leberlaut Schhhü

Man schürzt den Mund etwas, die Zunge liegt hinter den oberen Schneidezähnen. Die linke Hand liegt auf der Leber. Atmen Sie tief ein und im Ausatmen bilden Sie den Laut Schhü, wobei das ü im letzten Ausatmen nur nachklingen soll. Der Laut hilft, Ärger und Zorn, die unsere Leber schwächen können, herauszudrücken.

 

Der Herzlaut Hhao

Der Mund ist weit geöffnet, die rechte Hand liegt über der Herzgegend. Lassen Sie den Laut hinaus gleiten und fühlen Sie dabei, wie dieser Laut von Lasten erleichtert und Ihr Herz sich mit Wärme füllt. Dieser Laut hilft besonders dort, wo man/frau glaubt, dass der Druck des Lebens zu sehr auf ihnen lastet und Herz und Kreislauf darunter leiden.

 

Der Milzlaut Hhhuu

Die Lippen bilden eine runde Öffnung und sind leicht nach vorne geschürzt. Die rechte Hand liegt auf der Milzgegend (für anatomisch Unwissende, links vom Magen). Der Laut vertreibt übermäßiges Sich- Sorgen, zum Beispiel um Sicherheit, Besitz, Familie, etc, was unsere Milzenergie stören kann und hilft, gelassener zu werden und Vertrauen in sich selbst zu finden.

 

Der Lungenlaut Sschö

Die Zunge liegt hinter den oberen Schneidezähnen am Gaumen. Die rechte Hand liegt auf der Mittellinie zwischen den Brustwarzen auf dem Brustbein, die linke Hand liegt über der rechten. Dieser Laut hilft, Kummer und Traurigkeit los zu lassen, er hilft, mit depressiven Stimmungen besser fertig zu werden, was unsere Lungenenergie wieder besser fließen lässt.

 

Der Nierenlaut Phhha

Die Lippen sind leicht geschlossen. Tun Sie, als ob Sie eine Kerze ausblasen wollten. Runden Sie die Lippen und blasen sie die imaginäre Kerze aus. Die rechte Hand liegt über der rechten Nierengegend und die linke über der linken, so wie man halt steht, wenn man die Hände in die Seiten drückt. Dieser Laut hilft, sich von inneren Ängsten zu befreien, denn diese können die Nierenenergie schwächen. Denken Sie nur an Sätze wie „Vor lauter Angst in die Hosen machen“.

 

Der Laut des Dreifachen Erwärmers Hssi

Die Mundwinkel werden weit nach außen gezogen, die Zähne zusammengebissen. Ein deutliches i muss hörbar werden. Die rechte Hand liegt unter der Nabelgegend, dem Energiefeld Dantien, die rechte Hand wieder über der Mittellinie zwischen den Brustwarzen auf dem Brustbein. Der Dreifache Erwärmer koordiniert den Energiefluss zwischen den Meridianen und hilft als Abschlusslaut der Übungen, das energetische Gleichgewicht im Körper aufrecht zu erhalten.

 

Die Durchführung der Übungen

Ob man die Lautübungen einzeln, sozusagen nach Problembereich und Bedarf oder in der oben angegebenen Reihenfolge praktiziert, bleibt jedem überlassen. Sinnvoll ist es, die Lautübungen als Serie durchzuführen, um allen Organsysteme gleichermaßen Energie zuzuführen.

  • Wiederholen Sie die einzelnen Laute drei bis sechsmal.
  • Gehen Sie nicht von einem Laut zum nächsten abrupt weiter, sondern lassen Sie die Laute in Ihrem Inneren einige Minuten nachschwíngen.
  • Die beste Zeit für die Übungen ist vor dem Schlafen gehen, dann ist ihre Wirkung besonders nachhaltig.

Morgens durchgeführt bringen sie allen Organen hilfreiche Energie. Untertags sollte man die Übungen nur in Krisensituationen durchführen.

  • Versuchen Sie zu verhindern, dass Sie während der Durchführung der Übungen gestört werden.

Die Milz, das vergessene Organ

Meist wird man sich dieses Organes erst bewusst, wenn es nach einem Unfall entfernt werden muss. Doch dann merkt man bald, welch wichtige Funktion die Milz für das Immunsystem hat. In der Schulmedizin spielt die Milz auch eher eine stiefmütterliche Rolle, obwohl man ihre wichtigen Funktionen genau kennt. Es kann also nicht schaden, wenn man Überlegungen anstellt, in welcher Form man die Milz stärken kann.

 

Die Anatomie der Milz

Die Milz (lat. lien, griech. splen), die ungefähr so groß wie eine Niere ist, liegt im linken Oberbauch zwischen Zwerchfell, Magen und der linken Niere. Außerdem berührt sie die Spitze der Bauchspeicheldrüse. Da die Milz so nah am Zwerchfell ist, bewegt sie sich beim Atmen, ist aber bei normaler Größe von den Rippen bedeckt und von außen nicht tastbar. Sie ist von einer bindegewebigen Kapsel umgeben, die das Organ schützt. Die Milz vereint in Bau und Struktur zwei Organe. Die weiße Pulpa (lat. pulpa, breiige Masse) als Innenorgan übernimmt als lymphatisches Organ immunologische Aufgaben, die rote Pulpa entfernt schädliche Partikel aus dem Blut.

 

Die Aufgaben der Milz

Man kann sich die Milz wie einen Schwamm vorstellen, in den das Blut hineingepresst wird. Die jungen roten Blutkörperchen können durch die Maschen des Schwammes hindurchschlüpfen, die überalterten (meist ungefähr 120 Tage alt) bleiben darin hängen und werden abgebaut. Dieser Vorgang ist wichtig, damit der Organismus die „Blutqualität“ erhalten kann.

Die Abwehrfunktion der Milz lässt sich mit einem Parkplatz für weiße Blutkörperchen beschreiben. Die Leukozyten schwimmen nicht ununterbrochen im Blut, sondern sammeln sich an verschiedenen Stationen im Körper und vor allem auch in der Milz. Die weißen Blutkörperchen, die in der Milz für die Abwehr die größte Rolle spielen, sind die Lymphozyten. Sie warten in der Milz, um auf vorbei gespülte Krankheitserreger reagieren zu können oder wieder ihre Aufgabe im Blutkreislauf zu übernehmen. Bei einer Blutvergiftung hat die Milz daher eine besondere Funktion. Wenn der Körper gegen „Eindringlinge“ kämpft, zum Beispiel gegen Viren, Bakterien oder Parasiten, vermehrt sich das Abwehrgewebe der Milz. Auch wenn die Abwehr sich gegen körpereigene Strukturen wendet, wie dies bei Autoimmunerkrankungen, beispielsweise Polyarthritis, stattfindet, kann die Milz vergrößert sein. Über den Pfortaderkreislauf ist die Milz auch mit der Leber verbunden, weshalb Stauungen in der Milz bei Leberzirrhose auftreten können . Vielleicht stammt daher der alte volkstümliche Spruch: “Wenn die Leber kaputt ist, trinkt man mit der Milz weiter“. Kinder bis zum sechsten Lebensjahr sind auf die Funktion der Milz angewiesen, da sie bei ihnen an der Bildung der roten Blutkörperchen beteiligt ist. Bei Erkrankung des blutbildenden Knochenmarks kann die Milz im Alter wieder zu einem blutbildenden Organ werden.

Damit sind nur die wichtigsten Funktionen der Milz angesprochen, es wird klar, wie wichtig dieses Organ ist, auch wenn man überlebt, wenn sie entfernt werden muss.

 

Die Milz aus Sicht der Naturheilkunde

Im Unterschied zur Schulmedizin sieht die Naturheilkunde, die in der Humoralpathologie (humores, lat. Säfte), also der „Säftelehre“ wurzelt, eine Beteiligung der Milz bei vielen Krankheiten und damit eine Notwendigkeit, als Heilungsreiz gezielte Milz- Therapie durchzuführen. Die „Säfte“ (Blut, Schleim, Gelbgalle, Schwarzgalle) darf man nicht als Flüssigkeiten, sondern als Symbolbegriffe für Wirkprinzipien sehen, ähnlich wie es auch die TCM sieht. Das Organ, das für das Funktionsprinzip Schwarzgalle verantwortlich ist, ist die Milz. Melanchera nannte man diesen „Saft“ auch, und wenn dieser nicht ausgeschieden wird, können Erkrankungen wie Depression, aber auch Arthrosen, Fibrosen, Zirrhosen entstehen. Doch die Naturheilkunde kennt einige Heilpflanzen, mit denen man auf der Basis dieser Überlegungen die Milz stärken kann. Ausgehend davon, dass man ähnlich wie in der TCM einen Funktionskreis von der Milz und der Bauchspeicheldrüse, ebenfalls ein „Stiefkind“ der Medizin sieht, empfehlen sich Heilpflanzen, die auch als Leberheilpflanzen oder als Entgiftungsmittel genutzt werden können.

Brennnessel: Auch wenn die Brennnessel laut Plinius als die „am meisten verhasste aller Pflanzen“ bezeichnet wurde, zählte sie immer schon zu den besten „Blutreinigungsmitteln“ aller Heilpflanzen. Eine ca. dreiwöchige Kur mit dem Tee aus der Brennnessel aktiviert nicht nur den Stoffwechsel, hilft die Harnsäure zu mobilisieren, sondern unterstützt auch die Milzfunktion. Ein bis zweimal täglich eine Tasse Tee (im Aufguss, 10 Minuten ziehen lassen) trinken.

Gundelrebe: Als Heilpflanze vergessen und in der Apotheke kaum erhältlich, kann man die Gundelrebe in der Wiese finden, sobald der Schnee verschwunden ist. Die Gundelrebe wurde früher als Heilpflanze betrachtet, die hilft, Toxine und Ablagerungen im Körper auszuscheiden. Auch zur Immunstärkung kann man die Gundelrebe nutzen. Naturheilkundliche Erfahrungen zeigen darüber hinaus, dass dieses Pflänzchen durch diese Wirkungen auch helfen kann, die Milz zu entlasten und somit zu stärken. Angenehm an dieser „Kur“ ist, dass man die Gundelrebe primär als würzende Zutat zu Frühlingssuppen nutzen sollte.

Odermennig: „Heilandskraut“ nennt man den Odermennig in machen Gegenden des Burgenlands. Früher wurde er hochgeschätzt: „Odermeng ist das fürnembst Kraut zu allen verstopften Leberen“, wusste Hieronymus Bock. Der Odermennig ist eine hervorragende Leberheilpflanze, auch wenn sich die Wissenschaft noch wenig mit ihm auseinender gesetzt hat. Als Milzheilpflanze kann der Tee (Aufguss, 10 Minuten ziehen lassen) ebenfalls eingesetzt werden.

Aus der „Hildegard- Medizin“ kann man den Hirschzungenfarn (Scolopendium) als Milzheilmittel übernehmen. Sie empfahl diese Heilpflanze, die man heute hauptsächlich über Apotheken und Drogerien bekommt, die sich auf die Heilmittel der kräuterkundigen Hildegard spezialisiert haben, gegen „chronischen Leberhusten“, womit sie den Zusammenhang zwischen der Leber, Bauchspeicheldrüse und Milz ganz wie in der TCM sah. Hirschzunge bekommt man als Tee (Aufguss, 10 Minuten ziehen lassen) oder als Hirschzungenelixier.

Paracelsus ordnete die Milz dem Saturn- Prinzip zu, wie es noch heute in der Anthroposophischen Medizin gesehen wird. Eine Heilpflanze, die aus dieser Sicht besonders als Milzheilmittel zu sehen, ist die Wegwarte. Verwendet werden sowohl die Wurzel als auch das blühende Kraut. In der Apotheke sollte man beides als Droge zur Teeherstellung (Aufguss, 10 Minuten) bekommen. An sich ist die Wegwarte eine Bitterstoffdroge und somit hilft sie, die Leber in ihrer Entgiftungsarbeit anzuregen. Gleichzeitig stärkt sie aber auch die Milz in ihren Funktionen. Besonders empfehlenswert wäre ein anthroposophisches Mittel, das entsteht, wenn die Wegwarte mit dem „Leberheilmetall“ Zinn kultiviert wird (Cichorium Stanno cultum) oder Cichorium Plumbo cultum mit Blei als Milzheilmittel.

Den nordamerikanischen Indianern verdanken wir eine Milzheilpflanze, die primär in der Homöopathie verwendet wird, die Säckelblume (Ceanothus americanus). Man bekommt sie als Urtinktur oder in homöopathischen Potenzen, z. B. als D6. Der amerikanische Arzt Burnett beschrieb ihre Wirkung: „Wenn Herzstörungen gleichzeitig mit einem Milzleiden bestehen, ist die Linderung, die durch die Gabe von Ceanothus zu erzielen ist, höchst bemerkenswert“. Die Säckelblume kann man als Drainagemittel für die Milz betrachten und schon vorbeugend anwenden. Als Heilmittel kann sie auch bei schon bestehenden Problemen wie Milzschwellungen und Milztumoren eingesetzt werden.

 

Wegwarte

Wegwarte

 

Die Milz in der TCM

In der Traditionellen Chinesischen Medizin spielt die Milz nicht als Organ eine Rolle, sondern als Funktionskreis, nämlich als Meridian Milz / Pankreas, der als Yin- Partner des Magenmeridians fungiert. Daraus ist ersichtlich, wie wichtig es ist, Organzusammenhänge zu betrachten. Die Milz sieht man in der TCM als das System, das die Energie, die über die Ernährung aufgenommen wird, umwandelt und an den Körper weiterleitet. „Die Milz regiert das Blut“, sagt die TCM und wenn das Milz- Qi ausreichend ist, lenkt sie die Bewegung des Blutes, indem sie es in den vorgesehenen Bahnen fließen lässt.

„Die Milz regiert die Muskeln“, in dieser Verteilerfunktion unterliegt der Milzenergie die Kontrolle über die Muskulatur des gesamten Körpers. Wenn wir aus Sicht der TCM den Milzmeridian stärken, hilft das auch, „knackig“ zu werden.

Der Zustand der Milzenergie zeigt sich übrigens in den Lippen. Wenn sie harmonisch ist, kann die Zunge die fünf Geschmäcker unterscheiden und die Lippen erscheinen rot und feucht.

Aus Sicht der TCM stärkt man die Milzenergie durch „süße“ Nahrungsmittel. Damit sind aber nicht Mehlspeisen gemeint, sondern Nahrungsmittel mit natürlicher Süße wie Getreideprodukte oder Gemüse wie Karotten, alle Nüsse und Obst wie Äpfel. Und wenn man unbedingt süßen will, sollte man zu Honig greifen.

Die chinesische Medizin sieht emotionale und auch klimatische Faktoren, die aufbauend oder störend auf die Energie in den Funktionskreisen wirken können. Die Milzenergie stärkt man durch logisches Denken, praktische Vernunft. Wissen und Erinnerungsvermögen werden dem Wirkbereich der Milz zugeordnet. Ständiges Grübeln dagegen schwächt die Milz ebenso wie ständiges Sich- Sorgen um dies und das. Dass intensives Lernen mit massivem Hineinschaufeln von Lernstoff belastend sein kann, weiß jeder. Um die Milzenergie nicht zu sehr zu schwächen, sollte man zwischendurch die Muskeln bewegen, was „milzhaftig“ Hilfe bringt.

Wichtig ist auch der Umgang mit dem klimatischen Faktor Feuchtigkeit. Wenn die Nässe Probleme schafft, hilft vielleicht der Milzlaut Hu: Die Hände auf den Oberbauch legen, die Fingerspitzen sollten über dem Magen liegen. Einatmen und leise gleichmäßig den Laut Hhuuu flüstern.

Die Milz wird der Wandlungsphase Erde zugeordnet. Nicht mehr Hochsommer und noch nicht Herbst, das sind Tage von solch besonderer Qualität, dass ihnen in der Traditionellen Chinesischen Medizin eine eigene Wandlungsphase, die Erde, zugesprochen wurde. Bei uns hat man dafür den wohl passenden Ausdruck „Altweibersommer“ geprägt, denn nur Frauen, die in ihrer Mitte angekommen sind, deren feurige Hitze sich zu innerer Wärme gewandelt hat, können weise Fürsorglichkeit, die Qualität des Erdelements entwickeln und weitergeben. Diese Zeit sollte man nützen, um der Milz durch zentrierende Übungen wie im Qigong energetische Kraft zukommen zu lassen.

Taigawurzel, das „Anti- Stress- Mittel“

Was ist Stress

Auf den Physiologen Hans Selye, der als Begründer der Stressforschung gilt, geht folgende Definition des Begriffes Stress zurück: „Stress ist die unspezifische Reaktion des Körpers auf jede Anforderung, die an ihn gestellt wird.“ Körperliche Stressreize sind zum Beispiel Kälte, Hunger, Krankheiten, Verletzungen, seelische Stressoren sind etwa Ängste oder Schwierigkeiten im privaten bzw. beruflichen Bereich.

Das Wort Stress stammt aus dem Englischen und bedeutet soviel wie Anspannung, Druck, Beanspruchung, Belastung sowohl im positiven wie im negativen Sinn. Dem gemäß unterscheidet man zwei Formen von Stress:

  • Eustress (griech. eu= gut), der mit Freude und Begeisterung zusammen hängt und dem Menschen gut tut, ihn anspornt und ihm Befriedigung verschafft.
  • Disstress ( dys =schlecht), der mit Bedrohung und Angst verbunden ist und den Menschen in seiner Gesundheit beeinträchtigen kann.

Urlaub ist nicht automatisch Eustress, er wird bald zur Belastung, wenn z.B. das Quartier nicht den Erwartungen entspricht. Auch der Beruf ist nicht immer nur Disstress, wenn er Freude macht und man sich damit verwirklichen kann.

Taigawurzel (Eleutherococcus senticosus)

 

Die „vegetative Dystonie“

Unser vegetatives Nervensystem, das aus Sympathikus und Parasympathikus (Nervus vagus) besteht, hilft uns, sich verändernden Bedingungen anzupassen. Unsere Lebensweise führt bei vielen Menschen dazu, dass das Wechselspiel der beiden nicht mehr funktioniert. Manche Menschen werden sympathikoton, der anregende Ast des vegetativen Nervensystem überwiegt. Die Folgen sind Herzprobleme, Bluthochdruck, Schlaflosigkeit, etc. Überwiegt der Parasympathikus wird man vagoton, leidet also unter ständiger Müdigkeit und Erschöpfung. Früher nannte man ein solches Ungleichgewicht „vegetative Dystonie“ (dys, griech. schlecht, krankhaft, tonus, lat. Spannungszustand), womit der Ungleichgewichtszustand im vegetativen Nervensystem gemeint war. Heute lehnt die Medizin diesen Begriff ab, denn sie versteht unter Dystonie Bewegungsstörungen, deren neurologischer Ursprung in den motorischen Zentren des Gehirns liegt. Der Symptomenkomplex der „vegetativen Dystonie“- in der Naturheilkunde wird dieser Begriff übrigens sehr wohl noch verwendet- wird von der Medizin als Befindlichkeitsstörungen abgetan.

 

Stress besser ertragen

Stress ist Anspannung, es ist daher wichtig, zu lernen, wie man sich entspannen kann. Aus gesundheitlichen Gründen sollten deshalb die Phasen der Anspannung von solchen der Entspannung abgelöst werden. Wenn bereits erste Symptome von Stressfolgen wie Erschöpfung, Immundefizite oder ähnliches zu bemerken sind, sollte man Heilpflanzen anwenden, die als Adaptogene bezeichnet werden. Darunter versteht man Kräuter, die dem Organismus helfen, besser mit Belastungen fertig zu werden und sich Stresssituationen besser anzupassen (adaptieren). Adaptogene sind nicht gegen bestimmte Krankheiten gerichtet, vielmehr versetzen sie den Körper in die Lage, sich gegen krank machende Einflüsse besser zu schützen. Adaptogene beruhigen bei Stress, ohne zu sedieren und sie regen bei mentaler oder physischer Erschöpfung an, ohne aufzuputschen. Vor allem sorgen Adaptogene dafür, dass das vegetative Nervensystem wieder in ein Gleichgewicht kommt.

 

Die Taigawurzel

Die Taigawurzel (Eleutherococcus senticosus) ist ein Araliengewächs und botanisch verwandt mit den verschiedenen Ginsengarten. Beheimatet ist sie in Sibirien, Nordchina, Nordkorea und auf der japanischen Insel Hokkaido. Wegen ihrer Heimat in Sibirien und weil dort erste Studien mit der Taigawurzel gemacht wurden, wurde sie früher als Sibirischer Ginseng bezeichnet. Sie wächst in Wäldern und an Waldrändern und kann dort ein dichtes Buschwerk bilden. Der wissenschaftliche Name leitet sich von eleuderos, griech. frei und kokkos, griech. Samen ab, ein Hinweis auf die Lage der Samen in der Frucht. Das Artepithet senticosus heißt lateinisch dornenreich, weshalb die Pflanze auch als Stachelpanax bezeichnet wird.

Taigawurzel (Eleutherococcus senticosus)

Taigawurzel (Eleutherococcus senticosus)

 

Taigawurzel, sowjetisches „Wunderkraut“

In der TCM wird die Taigawurzel schon seit Jahrtausenden zur allgemeinen Stärkung eingesetzt und auch die sibirischen Völker nutzten die Pflanze zur Steigerung der Vitalität. Bekannt geworden ist die Pflanze im Westen in den 50er- Jahren des vorigen Jahrhunderts; als bekannt wurde, dass die „Geheimwaffe“ der Russen, um die Folgen der Schwerelosigkeit der Kosmonauten zu mildern und um die Belastungsfähigkeit der Sportler bei der Olympiade in Moskau zu verbessern, diese Pflanze aus Sibirien sei. Russische Studien, die auch im Westen veröffentlicht wurden, ergaben, dass die Einnahme bei Sportlern, vor allem bei Gewichthebern, Ringern und Turnern die Fähigkeit zur Sauerstoffaufnahme verbesserte, was zu Ausdauersteigerung führt. Die Taigawurzel führte bei den Sportlern zu verbesserter Leistung, verminderter Erschöpfung und verbesserter Stimmung. Andere Studien mit Arbeitern in Automobilwerken zeigten, dass es bei Einnahme von Taigawurzel zu einer 25 % Reduzierung der Krankenstände kam.

 

Taigawurzel, Inhaltsstoffe entschlüsselt

Da die Taigawurzel botanisch mit dem Ginseng verwandt ist und ebenfalls eine adaptogene Wirkung hat, bezeichnete man eine Reihe von sogenannten Triterpensopaninen, die auch im Ginseng vorkommen, als Eleutheroside (im Unterschied zu den Ginsenosiden). Heute weiß man, dass die Inhaltsstoffe der Taigawurzel sehr von denen des Ginseng differieren, weshalb in der Pharmakologie die Bezeichnung Sibirischer Ginseng abgelehnt wird, um deutlich zu machen, dass es sich um zwei doch unterschiedlich wirkende Pflanzen handelt. Verwendet wird, wie es schon der Name sagt, die Wurzel und die Rhizome. Man kennt eine Vielzahl von Inhaltsstoffen wie Lignane, Phenylpropanderivate, Cumarine, Triterpensaponine und Polysaccharide. Die immunstärkende Wirkung der Taigawurzel konnte man vor allem den Polysacchariden zuordnen. Andere Studien konnten zeigen, dass ein Extrakt eine deutliche Steigerung der körperlichen Leistungsfähigkeit erbrachte.

 

Taigawurzel zur mentalen und körperlichen Stärkung

Die Taigawurzel hilft, sich Stress besser anzupassen. Die Reaktion des Organismus auf Stress wird in drei Reaktionsphasen eingeteilt: Alarm, Widerstand, Erschöpfung. Die Wirkstoffe der Taigawurzel bewirken eine Reduzierung der Stressreaktion in der Alarmphase, verbesserten Widerstand und eine Verzögerung des Erschöpfungsstadiums. Die Taigawurzel hilft also, auch in Phasen von vermehrtem Stress leistungsfähig zu bleiben und zwar sowohl körperlich als auch geistig. Mit zunehmendem Alter wird der Organismus immer weniger fähig, sich an Stresssituationen anzupassen. Die Taigawurzel hilft daher vor allem älteren Menschen Belastungen mit erhöhter Widerstandskraft zu begegnen. Die Einnahme von Taigawurzel kann besonders Menschen empfohlen werden, die unter chronischer Müdigkeit leiden.

 

Taigawurzel für das Immunsystem

Auch unser Immunsystem kann durch stressbedingte Belastungen geschwächt werden. Durch Studien ausreichend belegt ist die immunstimulierende Wirkung der Taigawurzel. Die unspezifische Abwehr besteht aus Makrophagen (Fresszellen, die Bakterien, Pilze, Viren einschließen können), sie bilden die „erste Angriffswelle“ gegen Feinde. Die „spezifische Immunantwort“, auch humorale Abwehr genannt, besteht aus Lymphozyten, die gezielt gegen feindliche Eindringlinge vorgehen. Beide Abwehrsysteme werden durch die Taigawurzel gestärkt. Taigawurzel hilft also, den Körper widerstandsfähiger allgemein gegen Infektionen, vor allem aber durch Viren hervorgerufenen Erkrankungen wie Influenza zu machen.

 

Taigawurzel anwenden

Als Droge zur Teezubereitung ist die Taigawurzel eher selten in der Apotheke zu finden. Es gibt aber fertige Präparate, meist in Dragéeform (gibt es unter www.salvator-apo.at) . Auch als Eleutherococcus- Urtinktur kann man die Taigawurzel in der Apotheke beziehen. Empfohlen wird maximal 3 Monate die Präparate einzunehmen, dann eine mehrwöchige Pause einzulegen. Die tägliche Dosierung ist bei Dragées üblicherweise 2 mal täglich 1 Dragée, bei der Urtinktur 2 mal täglich 10 Tropfen.

Achtung: Bei hohem Blutdruck ist die Einnahme nicht zu empfehlen, bei Kindern erst ab 12 Jahren. Wegen fehlender Untersuchungen wird auch empfohlen, Taigawurzel nicht in der Schwangerschaft und Stillzeit einzunehmen.

 

Naturheilmittel gegen Heuschnupfen

Frühjahr – das ist die Zeit, wo man die sprießende Natur genießen möchte. Doch für Menschen, die unter Heuschnupfen leiden, wird die Natur plötzlich zum Feind. Immer mehr Menschen leiden an Heuschnupfen und für sie kann ein Frühjahrsspaziergang unangenehm enden – die Augen brennen, die Nase rinnt und auch Atembeschwerden können auftreten. Die Medizin kann diese Symptome wirkungsvoll behandeln. Pflanzliche Heilmittel eignen sich gut zur Selbstanwendung und sie können nicht nur helfen, die Symptome zu lindern, sondern sich insgesamt positiv auf das überreagierende Immunsystem auswirken.

 

Unser Immunsystem

Schauplatz der Allergien ist das Immunsystem. Das Wort immun kommt von lateinisch immunis, frei sein von Lasten, Strafen oder Bürden. Etwas weiter gefasst sind die Attribute „privilegiert, rein, unversehrt“, man denke an die „Immunität parlamentarischer Abgeordneter“. Das Immunsystem hat die Aufgabe, den Körper vor Infektionen durch Bakterien, Viren, Pilzen oder Parasiten zu schützen. Das Immunsystem besteht aus zwei funktionellen Einheiten: der angeborenen, eher unspezifischen Abwehr und der erworbenen spezifischen Abwehr.

Die unspezifische Immunantwort stützt sich auf Fresszellen (Makrophagen, etc.), die Eindringlinge einschließen und abbauen. Das spezifische Abwehrsystem ist von T- Lymphozyten schon vorgewarnt und weiß, welche Feinde kommen. Die B- Lymphozyten erzeugen die Antikörper, auch Immunglobuline genannt, mit denen die Antigene der Feinde maßgeschneidert bekämpft werden können.

Ist das Antigen ein Bakterium, wird unter dem Einfluss bestimmter Teile des Immunsystems die Membran der Bakterienzelle geschädigt, das Bakterium platzt. Ist das Antigen allerdings ein Allergen oder Toxin, können nach der Sensibilisierung Immunkomplexe entstehen, die für bestimmte allergisch- entzündliche Erkrankungen verantwortlich sind.

 

Körpereigene Entzündungsstoffe

In den Körperflüssigkeiten oder Körpergeweben sind Botenstoffe vorhanden, die schnell zur Verfügung stehen, die Prostaglandine und Zytokine, die hormonartig in Entzündungsprozesse eingreifen können. Letztere können sowohl zur unspezifischen Immunität beitragen (z.B. Interferon- Alpha mit allgemein antiviralen Eigenschaften oder Interleukin-1 zur Fieberstimulation), als auch zur spezifischen Immunität (z.B. Interleukin-2 als T-Zell-Wachstumsfaktor). Histamin ist ein Gewebshormon, das als „Entzündungsstoff“ für die Beschwerden der klassischen Allergien wie Heuschnupfen, Asthma, etc. verantwortlich ist.

 

Was sind Allergien?

Der Begriff Allergie geht auf den Wiener Kinderarzt Pirquet zurück, der ihn 1906 in Analogie zu Energie (en- ergeia, körpereigene Kraft) als Reaktion auf körperfremde Stoffe all- ergeia, (allos, griech. anders, ergon, griech. wirken) also Allergie nannte.

Die Allergie ist eine Fehlfunktion in Form einer Überaktivität des Immunsystems. Es gibt verschieden Typen von Allergien, je nach der Reaktion des Immunsystems. An der allergischen Reaktion des „Sofort- Typs“ (Typ 1) ist vor allem das Immunglobulin IgE beteiligt. Diese Antikörper besetzen bestimmte Zellen im Blut und den Schleimhäuten. Durch einen überhöhten Spiegel an IgE werden die histaminproduzierenden Mastzellen so stark angeregt, dass sie in einer überschießenden Reaktion ihren gesamten Vorrat an Histaminen freisetzen. Die Folgen kennen Heuschnupfenpatienten – rinnende Nase, tränende Augen und juckende Schleimhäute. Die starke Schleimhautdurchblutung durch die Histamine führt zu deren Schwellung.

Andere wildgewordene Mediatoren, vor allem Leukotriene, veranlassen die glatte Muskulatur in der Lunge zum Zusammenziehen, wodurch sich die Bronchien kontrahieren- ein allergischer Asthmaanfall beginnt.

 

Wann zum Arzt?

Grundsätzlich sollte man beim ersten Verdacht, dass die rinnende Nase im Frühjahr kein „gewöhnlicher“ Schnupfen ist, den Arzt konsultieren. Er kann Untersuchungen veranlassen, auf welche Allergene die Symptome zurückzuführen sind. Ein nicht behandelter Heuschnupfen kann sich zu einem Asthma entwickeln, bei 40% der Heuschnupfenpatienten wurde eine bronchiale Überaktivität als Vorstufe des Asthmas gefunden. Neben symptomatischen Medikamenten wie Antihistaminika oder cortisonhaltigen Nasensprays gibt es die spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung), bei der Allergene injiziert werden, um den Körper langsam an allergieauslösende Stoffe zu gewöhnen. Derzeit wird übrigens intensiv an der Entwicklung eines Impfstoffes gearbeitet, bei dem eine einzige Spritze eine Desensibilisierung gegen Birkenpollen erreicht werden könnte.

 

„Böse“ Pollen

Heuschnupfen (Pollinasis) ist eine allergische Reaktion auf die männlichen Samenzellen verschiedener Pflanzen. So reagieren die Frühblütler- Allergiker schon ab Februar auf Hasel, im März auf Erle und ab April auf Birke. Sehr viele Menschen reagieren ab Mai allergisch auf Gräser oder Getreide wie Roggen und Mais. Die Heuschnupfen Saison endet dann ab August mit Beifuss und dem besonders aggressiv allergenen Ragweed (Traubenkraut).

 

Achtung – Kreuzreaktionen

Die wichtigsten Pollenallergene können in sechs Gruppen zusammengefasst werden, innerhalb derer Kreuzreaktionen zwischen den einzelnen Gruppenmitgliedern möglich sind. Birkenpollen bringen Kreuzreaktionen zum Beispiel nicht nur mit Erle, Hasel, Hainbuche, etc., sondern auch mit Lebensmitteln wie Äpfel, Pfirsiche, Kirschen, Nüssen, Karotten und Tomaten. Menschen, die unter Heuschnupfen leiden, sollten sich daher genau informieren. Informationen liegen üblicherweise bei Ärzten auf oder sind beim Pollenwarndienst (www.pollenwarndienst. at) nachzulesen.

 

Was kann man selber tun?

Abgesehen von Ratschlägen wie durch Verreisen den aktuellen Pollen auszuweichen (wer kann sich das schon leisten?), Fenster beim Autofahren zumachen, täglich Haare waschen und noch etliche andere, ist durchaus anzuraten, auch auf die Kraft einiger speziell aufbereiteter pflanzlicher Heilmittel zu vertrauen. Sie eignen sich durchaus zur Selbstanwendung und lassen sich auch mit medizinischen Maßnahmen kombinieren.

 

Omega-3- Fettsäuren in Heilpflanzen

Manche typischen Entzündungszeichen von Allergien lassen sich abmildern, wenn die „Rohstoffe“ bestimmter Entzündungsmediatoren reduziert oder verdrängt werden. Einer dieser Rohstoffe ist die Arachidonsäure, eine Omega-6- Fettsäure, die Ausgangssubstanz für Prostaglandine, Leukotriene, etc. Einige dieser Gewebstoffe halten die Entzündungsreaktionen aufrecht. Wichtig ist die Zufuhr von Omega-3- Fettsäure vor allem bei Autoimmunerkrankungen wie Polyarthritis, unterstützend können sie aber auch bei Allergien wie Heuschnupfen wirken.

Fisch ist besonders reich an Omega-3- Fettsäuren, also in der Pollensaison weniger Fleisch und mehr Fisch essen. Aber auch in Leinöl, Walnussöl, Rapsöl und Sanddornkernöl sind relevante Mengen an Omega-3- Fettsäuren enthalten. Besonders empfohlen werden kann eine Pflanze, die über die japanische Küche und die Popularität von Sushis zu uns gekommen ist.

 

Schwarznessel, japanisch Shiso (Perilla frutescens) gibt es noch nicht als fertiges Präparat, aber bei Gärtnern als dekorative Pflanze zu kaufen. Das aromatische Shiso passt aber nicht nur zu Sushis, sondern auch in alle Wok- Gerichte. Auch wenn die Omega-3- Fettsäure vor allem in den Samen von Shiso zu finden ist, kann der Genuss des Krautes allen Allergikern empfohlen werden.

 

Schwarzkümmelsamenöl zeichnet sich durch einen hohen Gehalt an Linolsäure aus, die ein Hauptvertreter der Omega-6- Fettsäuren ist. Diese sind die Gegenspieler der Omega-3- Fettsäuren. Im Organismus entsteht aus ihnen auch die Dihomo- Gamma- Linolensäure, die wieder zur Bildung von Prostaglandin E1 führt, das eine entzündungshemmende Wirkung und eine stabilisierende Wirkung auf die Bildung von allergischen Mediatoren hat. Vor allem enthält das Schwarzkümmelöl ein ätherisches Öl, das eine bronchienerweiternde und sekretionsfördernde Wirkung hat. Pollenallergikern kann daher empfohlen werden, in ihrer jeweiligen „Saison“ regelmäßig 1 bis 2 Kapseln mit Schwarzkümmelsamenöl zu schlucken.

 

Pestwurz gegen Allergien

Neue Studien haben gezeigt, dass die Pestwurz, die jetzt an Bachrändern zu blühen beginnt, nicht nur eine starke krampflösende Wirkung hat, weshalb sie auch bei Migräne eingesetzt werden kann, sondern auch eine antiallergische Wirkung in Form einer Hemmung von Histaminrezeptoren. Klinische Untersuchungen zeigten eine positive Wirkung des Wurzelextraktes bei Bronchialasthma von Kindern.

Bei einer Dopelblindstudie mit einem Antihistaminikum zeigte sich, dass der Pestwurzblattextrakt die Leitsymptome wie Niesen, Brennen der Augen, rinnende Nasen ähnlich günstig beeinflussen konnte wie das Antihistaminikum, aber ohne dessen Nebenwirkungen wie Schläfrigkeit.

Einziges Problem: Fertige Präparate mit Pestwurz sind in Österreich nicht registriert. Doch jeder Apotheker kann sie aus Deutschland ordern, was einen Mehraufwand für den Apotheker bedeutet.

Achtung: Vor der Anwendung als Tee der Pestwurz, die überall zu finden ist, muss gewarnt werden, da sie leberschädigende pyrrolizidine Alkaloide enthält. Die fertigen Präparate sind dagegen pyrrolizidinfrei.

 

Küchengemüse mit antiallergischem Potenzial

Die Küchenzwiebel enthält Schwefelverbindungen, die Thiosulfinate, die eine Histaminfreisetzung durch die IgE- Globuline hemmen können. Auch das Quercetin, ein in der Küchenzwiebel vorkommendes Flavonoid, zeigte in Untersuchungen eine Hemmung der Histaminfreisetzung. Berichte über anti- asthmatische Effekte der Zwiebel lassen auch für die Indikation Heuschnupfen positive Effekte erwarten. An Fertigpräparaten mangelt es noch, also kann nur empfohlen werden, täglich 100g frische Zwiebeln zu essen oder 3 mal täglich 1 EL Zwiebelfrischpresssaft einzunehmen.      

 

Birkenknospen gegen Birkenallergie?

Die Gemmotherapie, die bei uns leider noch viel zu wenig bekannt ist, nutzt als Heilmittel die Knospen oder Sprossen von Pflanzen. Die Wirkung geht darauf zurück, dass die Knospen ein besonders enormes Teilungs- und Wachstumspotential haben. Ihre Zellverbände enthalten das gesamte genetische Programm der Pflanze. Dieses Programm führt im Verlauf des Wachstums zu einer zehnfachen Masse an Pflanzengewebe, dabei ist die Wahrscheinlichkeit, dass bei einer Vielzahl an Teilungen Fehler unterlaufen, recht hoch. Die Knospen sind daher reich an bestimmten Phytohormonen wie den Auxinen oder Giberellinen, die verhindern, dass es bei den Pflanzen zu Fehlentwicklungen kommt. Gemmomazerate helfen auch beim Menschen vor allem dort, wo Reparatur- und Regenerationsmechanismen im Körper angeregt werden sollten.

 

Johannisbeerknospen (Schwarze Ribisel, Ribes nigrum): Ist so bewährt gegen Allergien, dass das Mazerat manchmal als „Pflanzliches Kortison“ bezeichnet wird. Es wirkt abschwellend und entzündungshemmend vor allem auch bei Heuschnupfen und sollte daher als Basismittel in der „Saison“ täglich eingenommen werden (3 mal 10 Tropfen).

 

Birkenknospen: Sollten mit den Johannisbeerknospen kombiniert werden. Sie helfen vor allem bei Problemen in Nasen- und Rachenraum von Kindern. Bei Allergien helfen die Birkenknospen ein aus der Norm geratenes Immunprogramm in Balance zu bringen und haben eine antihistaminische Wirkung. In den Knospen sind noch keine Pollen, also keine Angst. Man nimmt Birkenknospenmazerat abwechselnd mit Johannisbeerknospen, also morgens 10 Tropfen Johannisbeer, dann mittags 10 Tropfen Birkenknospen und dann wieder Johannisbeer. Am nächsten Tag beginnt man mit den Birkenknospen.

 

Heckenrose: Generell wirken die Sprossen entzündungshemmend, immunmodulierend, weshalb sie auch bei Allergien eingesetzt werden können. Ein Schwerpunkt der Wirkung liegt im Atemwegsbereich und das vor allem bei Kindern, die ständig krank sind. Sollten also vor allem bei Kindern mit allergischen Atemwegserkrankungen eingesetzt werden, in Kombination mit den Birkenknospen.

 

Schneeball: Medizinisch wird der Schneeball bei uns nicht verwendet, im Gegenteil, er wird sogar als giftig betrachtet. Mittlerweile ist klar, dass man die Früchte des Schneeballs auch essen könnte. Das Knospenmazerat wird in der Gemmotherapie verwendet, da es entspannend auf Bronchien und Lunge wirkt. Das Mazerat kann also unterstützend bei Pollenallergien mit Hustenreiz eingesetzt werden.

 

Weißbuche (Hainbuche): Das Knospenmazerat hilft vor allem bei Allergien mit Atemwegsproblemen. Es wirkt auf die Schleimhäute der oberen Atemwege, beruhigt Hustenreiz und kann ebenfalls unterstützend zu den anderen Mazeraten eingesetzt werden.

 

Zitrone und Quitte gegen Heuschnupfen

Rudolf Steiner, der Begründer der anthroposophischen Medizin, stützte sich bei der Entwicklung stark auf die Signaturlehre von Paracelsus, der meinte, dass die inneren Qualitäten einer Pflanze sich an ihrem Äußeren erkennen lassen. Gegen Heuschnupfen hat Rudolf Steiner auf der Basis dieser Erkenntnis ein besonderes Heilmittel namens Gencydo entwickelt. Zitronen umhüllen mit ihrer derben Schale ein saftiges Inneres, man könnte sagen, sie sind ein Sinnbild der zentripetalen Kräfte. Beim Heuschnupfen überwiegen die zentrifugalen Kräfte – beim Niesen spritzt nur so das Sekret nach außen und die Augen rinnen fortwährend. Eine andere Flüssigkeitsbildung findet sich in der Quitte – die Frucht ist zwar hart, doch wenn man sie erhitzt, ist sie eine der saftreichsten Früchte und hat dazu viele reizmildernde Schleimstoffe in den Kernen. Aus diesen beiden Pflanzen hat die anthroposophische Medizin Heilmittel entwickelt, die es rezeptfrei in der Apotheke gibt. Am wirkungsvollsten wäre die Anwendung in Form subkutaner Injektionen, die sollte aber einem anthroposophischen Arzt vorbehalten bleiben. Zur wirkungsvollen Selbstanwendung eignen sich dagegen Lösungen zur nasalen Anwendung (mit einem Wattestäbchen die Nasenschleimhaut einpinseln) oder Augentropfen. Statt der Zitronen – Quitten – Augentropfen könnte man auch Euphrasia (Augentrost) – Tropfen verwenden, die vor allem dann helfen, wenn die Augenbindehäute rot sind und jucken.

 

Homöopathie gegen Heuschnupfen

Die homöopathischen Mittel, die zur Selbstanwendung empfohlen werden können, dienen höchstens zur Linderung der Symptome. Eine Basisbehandlung muss einem in Homöopathie ausgebildeten Arzt vorbehalten bleiben.

Galphimia D4: Die homöopathische Zubereitung dieser mexikanischen Heilpflanze ist noch nicht so lange in der Therapie, hat sich aber bei Heuschnupfen sehr bewährt. Sie hilft vor allem bei Juckreiz im Hals, brennenden Augen und Niesreiz mit gleichzeitig rinnender Nase. In der Anfallzeit nimmt man täglich 3 mal 5 Globuli.

Euphorbium D6: Die Wolfsmilch nimmt man in erster Linie dann, wenn heftiger Niesreiz das Hauptsymptom ist, sei es, ob der Niesreiz nicht zum Niesen führt oder heftiges Niesen nicht gestoppt werden kann. Täglich 3 mal 5 Globuli.

Euphrasia D6: Den Augentrost nimmt man dann, wenn die Symptome sich vor allem in den Augen bemerkbar machen. Die Tränen sind scharf, die Nase rinnt auch, es brennt aber nicht. Täglich 3 mal 5 Globuli.

 

Betula Pendula

Betula Pendula

 

 

Gemmotherapie, wirkungsvoll, leider zu wenig bekannt

Was ist Gemmotherapie

Gemma ist das lateinische Wort für Knospe. Die Gemmotherapie ist eine Methode, bei der Heilmittel aus frischen Pflanzenteilen wie Knospen, Triebsprossen und Wurzelspitzen von Bäumen und Sträuchern eingesetzt werden. Sie werden im Frühjahr geerntet und frisch in einer Mischung aus Glycerin und Alkohol mazeriert. Die Knospen und Sprossen bestehen aus embryonalem Gewebe in voller Entwicklung. In diesem Gewebe sind die lebens- und Wachstumskräfte am höchsten. Daneben enthält das Embryonalgewebe auch viele aktive Wirkstoffe, die im weiteren jahreszeitlichen Wachstum der Pflanzen nicht mehr vorhanden sind. Die Gemmotherapie geht davon aus, dass das Mazerat aus dem Embryonalgewebe dem Menschen als Vitalisierungs- und Regenerationskräfte dienen kann.

 

Gemmotherapie- bei uns kaum bekannt

Wir verdanken die Entdeckung der Knospenkräfte dem belgischen Arzt Dr. Henry Pol, dessen Therapie vor 50 Jahren in Frankreich aufgenommen wurde und die auch Eingang in die Pharmacopee francaise, also das französische Arzneibuch fand. In Frankreich ist diese Therapieform auch recht bekannt und die Knospenmittel werden viel verwendet. Bei uns dagegen ist sie eher unbekannt. Die Gemmotherapie ist eine auf wissenschaftlichen Grundlagen basierende Methode, zu deren Anwendung eine Ausbildung nötig ist. Leider gibt es in Österreich sehr wenig Ärzte, die sie praktizieren. Doch die Knospenmittel sind auch zur Selbstanwendung sehr gut geeignet und man kann sie über Apotheken beziehen.

 

Unterschied zwischen Gemmo- und Phytotherapie

Die Gemmotherapie gehört im Prinzip zur Pflanzenheilkunde, setzt aber einen anderen Wirkmechanismus in Gang. In der klassischen Phytotherapie wirkt eine Heilpflanze auf der Basis ihrer Inhaltsstoffe gegen bestimmte pathologische Zustände und wirkt konkret auf diese oder auf bestimmte Organe. In der Gemmotherapie wird dagegen die zelluläre Ebene im Körper angesprochen, über die alle Wachstums- und Reperaturmechanismen im Körper laufen. Gemmo- Arzneien setzen dort an, wo das Leben entsteht, sie sprechen mit der „Proteinsprache“ unserer Zellen.  

 

Knospen und Sprossen- die teilungsaktivsten Teile der Pflanzen

Embryonales Gewebe hat ein enormes Teilungs- und Wachstumspotential. Die teilungsaktiven Zellverbände enthalten das genetische Programm einer Pflanze, das heißt in ihnen ist die gesamte Information der Pflanze enthalten. Dieses Programm führt im Verlaufe des Wachstums zu einer zehnfachen Masse an Pflanzengewebe. Die Knospen haben zwar ein enormes Wachstums- und Teilungspotential, aber auch eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit, dass bei der Vielzahl an Teilungen Fehler unterlaufen. Um sich vor solchen Fehlteilungen zu schützen, bedient sich das Embryonalgewebe bestimmter Phytoproteine.

Die Knospen sind daher reich an solchen Eiweißstoffen, aber auch an Enzymen und Wachstumshormonen. Die Auxine sind pflanzliche Hormone, die das Streckungswachstum der Sprossen fördern, sie spielen aber auch bei der Abwehr von krankmachenden Einflüssen eine Rolle, indem sie die Bildung von bestimmten Kohlehydraten anregen. Diese wiederum schützen die Pflanze vor Pilzen, Bakterien und Viren. Eine zweite Gruppe von Phytohormonen in den Knospen sind die Gibberelline, deren wesentlichste Aufgabe ist, zu verhindern dass es bei den Pflanzen zu Fehlentwicklungen wie beispielsweise Zwergwuchs kommt.

Man kann daher sagen, dass Gemmomazerate beim Menschen vor allem dort helfen können, wo Reparatur- und Regenerationsmechanismen im Körper angeregt werden sollten.

 

Bäume- das Grundgerüst der Gemmotherapie

Dr. Henry Pol maß den Knospen der Bäume eine besondere Rolle zu. Er war der Überzeugung, dass der Baum die höchste Entwicklungsstufe in der Flora darstellt. Obwohl der Baum es schafft, ein enormes Gerüst zu entwickeln, kann er sich Jahr für Jahr durch seine Treibspitzen aufs Neue verjüngen. Ein schönes Beispiel dafür ist der Olivenbaum, der tausende Jahre werden kann, dennoch jedes Jahr genug embryonales Gewebe entwickelt, sozusagen ein Musterbeispiel für „ewige Jugend“.

In der Gemmotherapie werden „Leit“bäume gemeinsam mit den in ihrem Umfeld wachsenden Sträuchern eingesetzt. Die Kräuter dieses Biotops werden ebenfalls verwendet, üblicherweise in Form einer Tinktur aus den Blättern und dienen zur Drainage, also sozusagen zur Entsorgung der „Trümmer“ der durch die Baumknospen ausgelösten Prozesse.

 

Wo können Gemmomazerate sinnvoll helfen?

Der holländische Therapeut Francois Ramarkers brachte einen neuen Aspekt in die Gemmotherapie ein, indem er die Waldentwicklung mit den Wandlungsphasen der Traditionellen Chinesischen Medizin in Einklang brachte. Birken und Erlen wachsen gerne auf feuchten Böden, sie entsprechen der Entwicklung zwischen der Wandlungsphase Wasser und Holz, also beim Menschen der Zeugung und dem folgenden Kindesalter. In der Gemmotherapie stehen die beiden Bäume für alle akuten Symptome.  

Der Eichenwald entspricht der Feuer- Phase, sozusagen dem Höhepunkt unseres Lebens. Die Eichen entziehen dem Boden so viele Mineralstoffe und lagern sie ein, weshalb ihr Holz so hart ist. Auf solchen ausgelaugten Böden kann sich dann nur mehr ein Buchenwald entwickeln. Ihre Wurzeln gehen nicht mehr so tief in den Boden, die Buche wächst in die Breite und entwickelt eine dichte Baumkrone, in deren Schatten nur mehr wenige Pflanzen gedeihen können. Buchen erschöpfen den Boden. In der TCM entsprechen sie der Wandlungsphase Metall, also dem Lebensabschnitt nach dem Erreichen des Zenits, z.B. der Menopause der Frau, Buchenknospen können daher Frauen in dieser Phase helfen.

Als nächste Phase kann auf den ausgelaugten Böden nur mehr eine Heidekrautschicht, gemeinsam mit Wacholder wachsen. Sie dienen der Regenerierung des Bodens, indem sie ihn mit Kieselsäure anreichern. Knospenmittel dieser Phase entsprechen daher aus chinesischer Sicht der Zeit zwischen Metall und Wasser, der Zeit, wo auch beim Menschen alles ausgelaugt ist und starr und brüchig wird. Am Ende der Waldentwicklung stehen die Nadelbäume Tanne und Fichte, die zur Regeneration des Waldbodens beitragen. In der Gemmotherapie sind sie die Heilmittel für chronische Prozesse, die ebenfalls eine besondere Regeneration brauchen wie Osteoporose.

Gemmotherapeuten können sehr wirkungsvolle Therapien, gerade bei Alterungsprozessen einsetzen , das sollte allerdings darauf spezialisierten Therapeuten überlassen werden, da dafür auch konkrete Blutuntersuchungen notwendig sind.

 

Mammutbaum (Sequoia gigantea)

Mammutbaum (Sequoia gigantea)

 

Eine Auswahl der Knospenmittel zur Selbstanwendung

 

Bergfichte“ (eigentlich Berg- Kiefer, Pinus mugo syn montana, Kieferngewächs):

Im Handel ist das Mazerat unter dem fälschlichen Namen „Bergfichten- Knospen“. Tatsächlich stammt es von der Berg- Kiefer, die besser als Latsche bekannt ist. Sie wächst über die Waldgrenze bis zu Höhen von über 2000 m. Im Schnitt nicht viel höher als 3,5 m hoch wachsend kommt die Berg- Kiefer von den Pyrenäen bis zu den Alpen vor. In der Volksmedizin gilt die Latsche als Heilmittel für die Atemwege und gegen Rheuma.

Wirkungsrichtung: Remineralisiert die Knochen und hilft bei Abnützungserscheinungen , entzündungshemmend.

Anwendungsgebiet: Bei vielen Arthrosen (Hüft- , Kniegelenks-, Rückenwirbelarthrosen), rheumatoide Prozesse (entzündliche und degenerative Formen), Osteoporose.

 

 

Birke (Moorbirke, Betula pubescens, Birkengewächse):

Wirkungsrichtung: Dekalzifikation, lymphatische Konstitution (Neigung zu Nasen- und Rachenschleimhautproblemen, Polypenbildung), balanciert ein aus der Norm geratenes Immunprogramm, antihistaminische Wirkung, anregend auf Nieren (ohne sie zu reizen), wachstumsanregend für Kinder, antidepressiv.

Anwendungsgebiete: Arthrosen, akute Studien bei Heuschnupfen und Allergien. Schleimhautentzündungen im Nasen- Rachenbereich vor allem bei Kindern, Mundschleimhautentzündung, unterstützend bei Frühjahrskuren zur „Blutreinigung“, Gicht, bei kardischen Stauungen und Ödemen unterstützend zur Harntreibung, bei depressiven Müdigkeitszuständen.

 

Eiche (Stieleiche, Quercus robur syn. pedunculata, Buchengewächs

In der Waldentwicklung wird die Eiche dem Element Feuer zugeordnet. Eichenwälder gelten als der Höhepunkt der Waldentwicklung. Sie lassen Licht durch und bilden daher das vielfältigste Biotop. Die Eiche und ihre Begleitpflanzen sind in der Lage, dem Boden wasserlösliche Substanzen, aber vor allem Kalzium zu entziehen. Die Eiche hat daher so ein hartes Holz.

Wirkungsrichtung: Die durch nichts zu erschütternde Eiche regt die Lebenslust und die Libido an, stärkt die Potenz

Anwendungsgebiet: Anregung der Testosteronproduktion, Potenzprobleme, sexuelle Asthenie, weiters Rheuma und Arthritis.

 

Haselstrauch (Corylus avellana, Birkengewächs):

Am bekanntesten ist der Haselstrauch wohl, weil aus seinen Zweigen Wünschelruten gemacht werden können. Paracelsus sah im Haselstrauch die Planetensignatur von Merkur oder Hermes, dem Götterboten, dem als Überträger der Botschaften im Körper das Kommunikationsorgan Lunge zugeordnet ist.

Wirkungsrichtung: Verbessert die Elastizität des Lungen- und Leberparenchyms. Wirkt entzündungshemmend und adstringierend.

Anwendungsgebiete: Chronische Bronchitis, aber auch akute Atemwegserkrankungen, Asthma, COPD, Lungenemphysem.

 

 

Himbeere (Rubus idaeus, Rosengewächs):

Die Verwendung von Himbeerblättertee einige Wochen vor der Geburt, um die Geburt zu erleichtern und zu beschleunigen, ist für Hebammen traditionell bewährt. Es spricht aber vieles dafür, besser das Himbeersprossenmazerat einzusetzen. Himbeerblätter enthalten Gerbstoffe, die stopfend wirken könne und Obstipation ist für viele Frauen im dritten Trimenon ein Problem. Die Einnahme des Knospenmazerates ist daher vorzuziehen.

Wirkungsweise: Wirkt hormonell und schmerzlindernd bei Frauenleiden.

Anwendungsgebiete: Geburtsvorbereitung (ca. 1 Monat vor Termin), Menstruationsbeschwerden (in abwechselnder Einnahme mit Heckenrose: 1 Woche Himbeere, 1 Woche Heckenrose), Wechselbeschwerden (ebenfalls abwechselnd mit Heckenrose).

 

 

Johannisbeere (Ribes nigrum, Stachelbeergewächs)

Das Sprossenmazerat von der Schwarzen Johannisbeere (österreich. Ribisel) wird gerne als „pflanzliches Kortison“ bezeichnet, medizinisch ausgedrückt kann man sagen, das Mazerat wirkt kortikomimetisch, das heißt, es regt die körpereigene Produktion von Kortison an. Vermutlich ist es unter den Gemmomazeraten am bekanntesten, sicher ist es aber eines der umfassendst wirkenden Mittel.

Wirkungsrichtung: Entzündungshemmend (kortisonähnlich!, vermutlich durch eine Anregung der Nebennierenrinde) vor allem regulierend bei Fehlsteuerungen wie Allergien.

Anwendungsgebiete: Chronischer Schnupfen, Heuschnupfen, Asthma, Emphysem, Ekzeme, Migräne, Rheuma, Gicht, Arthritis, Prostatabeschwerden.

 

 

Linde (Tilia tomentosa, Lindengewächse)

Die Silber- Linde ist in Südosteuropa heimisch, vermutlich wird sie deshalb in Frankreich verwendet und fand so Eingang in die aus Frankreich stammende Gemmotherapie. Doch alle Linden sind „lind“ (lint, althochdeutsch beweglich, biegsam), lindern also viele Leiden.

Wirkungsrichtung: Beruhigend, angstlösend, krampflösend, nervenstärkend

Anwendungsgebiet: Einschlafprobleme vor allem bei Kindern, Durchschlafprobleme, melancholische und depressive Stimmungen, nervöse Erregungszustände, hyperaktive Kinder, Neuralgien..

 

Tanne (Weißtanne, Abies alba syn. pectinata, Kieferngewächs)

Leider zählen die Tannen, die bis 1900 m Höhe rauf wachsen können, zu den gefährdeten Nadelbäumen und als Christbaum werden schon lange leicht züchtbare Tannen wie die Nordmanns- Tanne (die allerdings in der Türkei beheimatet ist) angeboten.

Wirkungsrichtung: Das Mazerat aus den Wipfeln hat sich bei allen Dekalzifikationserscheinungen bewährt, aber auch bei kindlichen Wachstumsstörungen. Harmonisiert den Kalziumhaushalt, fördert Heilung von Knochenbrüchen, stärkt die Zähne:

Anwendungsgebiete: Rachitisprophylaxe, Karies und andere Zahnprobleme vor allem bei Kindern, adjuvant bei Knochenbrüchen (stimuliert Knochenbildung, abwechselnd mit Bergfichtenmazerat nehmen), ebenso bei Osteoporose abwechselnd mit Bergfichte, Arthrose (v. a. Hüftarthrose).