Bambus, Pflanze mit unbändiger Lebenskraft

bambusknotenImmer mehr Menschen leiden unter Beschwerden des Bewegungsapparates, der Wirbelsäule oder der Gelenke. Auf der Suche nach pflanzlichen Heilmittel für diese Probleme ist neuerdings eine Pflanze aus Ostasien populär geworden, der Bambus.

Bambus, ein besonderes Rohr

Der Bambus zählt botanisch gesehen zu den Gräsern, er ist also verwandt mit Mais oder Weizen ebenso wie mit den Gräsern in der Wiese. Die Bambusfamilie ist äußerst variantenreich, es gibt Arten, die nur wenige Zentimeter hoch werden, andere dagegen wie zum Beispiel der Schwarzrohrbambus (Phyllostachys nigra), der auch medizinisch verwendet wird, kann bis zu 10 m hoch werden. Die einzelnen Bambustriebe bestehen aus einer regelmäßigen Aufeinanderfolge von Internodien und Nodien (Knoten). Unterirdisch bilden die meisten Bambusse ein dichtes Wurzelwerk mit vielen Ausläufern. Das Hauptverbreitungsgebiet der Bambusse liegt in Ostasien, doch auch in Afrika, Südamerika und Australien sind Bambusarten bekannt. Auch bei uns wuchsen diese Riesengräser, doch starben sie währen einer extremen Trockenzeit im Tertiär aus. Heute gibt es eine Renaissance der Bambusse hierzulande als dekorative Gartenpflanzen.

Bam bu!

In China nannte man den Bambus vor 3000 Jahren Tsao, Gras. Der deutsche Namen soll folgendermaßen entstanden sein: Bei einem Lagerfeuer auf den Philippinen war ein europäischer Weltenbummler eingeladen. Das Feuer wurde mit Bambusstäben gemacht, die üblicherweise bei Hitze mit einem betörenden Knall zerbersten. Der Bummler erschrak über dieses ohrenbetäubende Spektakel und beschrieb es als „bam“ und „bu“ in seinem Tagebuch. Daraus soll sich das englische Bamboo und das deutsche Bambus entwickelt haben.

Bemerkenswerte Lebenskraft

Bambus ist ein Symbol für Elastizität, Überlebensfähigkeit, Stärke und Ausdauer. Im Winter neigt er sich unter der Last des Schnees bogenförmig bis zum Boden und er biegt sich im Sturm, doch er bricht nicht. Im Frühling, wenn die Pflanze zu sprießen beginnt, schießen die Triebe mit atemberaubender Geschwindigkeit aus der Erde, pro Tag bis zu 30 cm. Neben Ginkgo überlebte der Bambus die Atombombe von Hiroshima und trieb im nächsten Jahr wieder aus. Er ist hart wie ein Stein, zäh wie Stahl und doch so leicht wie eine Feder. Beim Trocknen verliert das Rohr 40 bis 70% seines Gewichtes und eignet sich als Baumaterial mit hoher Biegefestigkeit. Deshalb wird er in China in vielfältiger Weise, vor allem aber als Baumaterial verwendet. Auch die Tierwelt schätzt den Bambus- der Panda, der in den Wäldern Westchinas lebt, ernährt sich fast ausschließlich von seinen Blättern und Sprossen.

Heilsamer Bambus

Vom Bambus kann man fast alles verwenden. Große Bedeutung als hochwertiges Nahrungsmittel haben die Bambussprossen (die Schösslinge das Rohrs), die reich an Kieselsäure sind und somit von großem Wert für das Stütz- und Bindegewebe des Menschen sind. Sie sind beliebt als Gemüse oder in Essig eingelegt. Sie müssen aber gekocht werden, da sie etwas Blausäure enthalten.

Die Bambusblätter enthalten bis zu 200 Wirkstoffe. Sie liefern einen wohlschmeckenden, leicht süßlichen Tee. Da sie auch viele antioxidative Flavonoide enthalten, denen man eine „faltenmindernde“ Wirkung zuschreibt, werden sie gerne als Anti- Aging- Kosmetika verkauft. In der TCM werden Dekokte der Blätter auf Grund ihrer kühlenden Wirkung bei Fieber eingesetzt und im Ayurveda zur Blutstillung, bei Asthma und bei Lepra.

Im Inneren der Halme finden sich vor allem an den Knoten Kieselsäureabsonderungen, Bambuskiesel, Bambuskampfer oder Tarachir genannt. Es sind erbsengroße gelbliche Ablagerungen, die aus dem gespaltenen Halm gekratzt werden. Sie werden in der TCM bei Nervosität, Fieber, Bronchitis und sämtlichen Formen von Husten eingesetzt. Auch bei Spasmen und Krampfneigungen sollen sie helfen und sogar eine aphrodisierende Wirkung haben.

Bambusstreifen (Abschälungen des Rohres) helfen als Dekokt bei Magenproblemen und die Bambussplitter wurden als Vorläufer der Akupunkturnadeln genutzt.

Die Signatur des Bambus

Auch wenn die Signaturlehre nur von traditionellen Heilsystemen anerkannt ist, aber von der Naturwissenschaft belächelt wird, kann die Erscheinung einer Pflanze schon zum Verständnis der Wirkung verhelfen. Die Signatur einer Pflanze, die auf Grund ihres besonderen Aussehens einen Vergleich zum menschlichen Organismus bringt, erlaubt beim Bambushalm eine Analogie zum Aufbau der Wirbelsäule. Wachstumsknoten, Flexibilität und Belastbarkeit des Bambus korrespondieren deutlich mit der Anatomie der gesunden Wirbelsäule und deren Bandscheiben.    

Bambus als Heilmittel

Der Bambus ist eine der kieselsäurereichsten Pflanzen, er enthält bis zu 77% Kieselsäure vor allem an den Knoten. Auf Grund dieses Inhaltsstoffes kann man dem Bambus folgende Wirkungen zuschreiben: granulationsfördernd, stabilisierend auf Knochen und Gelenke, Bandscheiben und Wirbelsäule, kräftigend auf den Stützapparat, Bindegewebe stärkend, fördert die Elastizität der Haut, aufbauend, stärkend und vitalisierend.

Bambusextrakte regen die Kollagensynthese im Knochen- und Bindegewebe an und fördern dadurch bei Gelenkserkrankungen die Wiederherstellung des zerstörten Knorpels. Dadurch wird die Beweglichkeit und Elastizität des ganzen Bewegungsapparates verbessert. Leider gibt es noch zu wenige westliche wissenschaftliche Untersuchungen. Neben der chinesischen Medizin hat sich vor allem die Anthroposophische Medizin mit der Wirkung des Bambus auseinandergesetzt, für sie gilt er als Basisheilmittel für Wirbelsäulenbeschwerden. Auch in naturheilkundlich arbeitenden Medizinerkreisen wird dem Bambus eine bemerkenswerte Wirkung zugesprochen.

Als Indikationen zum Einsatz von Bambus kann man nennen: Bandscheibenschäden, Arthritis und Arthrosen, Osteoporose, Muskelrheuma, auch Ischias und Lumbago (Schmerzzustände an der Lendenwirbelsäule).

Anwendung:

Bambustinktur (sollte aus den Knoten hergestellt sein), gibt es bei www.phytopharma.at .Man nimmt über einen längeren Zeitraum täglich 2mal 10- 15 Tropfen.

Aus der anthroposophischen Medizin gibt es homöopathisch potenzierte Mittel, die aus den Knoten hergestellt sind: Bambusa e nodo D 3 oder D 6, Globuli (WALA), gibt es auch als Flüssige Verdünnung zur Injektion (s.c. im Glutealbereich). Indikation: Bei degenerativen Wirbelsäulenerkrankungen und Bindegewebsschwäche.

 

Ein weiterer Tipp aus der Anthro-Medizin ist die Anwendung von Mandragora officinalis bei degenerativen und entzündlichen Erkrankungen der Gelenke und Bänder. Keine Bedenken vor der Solanacee, sie ist homöopathisch aufbereitet und die Anwendung ebenfalls sehr bewährt.

Von der Firma WELEDA gibt es: Mandragora 5% Unguentum

sowie ein Kombinationspräparat bei Knieproblemen: Mandragora comp. (Arnica, Betula, Equisetum, Formica, Mandragora und Meniscus genus bovis)als Tropfen zur innerlichen Einnahme und Aufbereitung zur s.c. Injektion.