Haare, dicht wie eine Löwenmähne

heshouwuFast jeder Mensch leidet irgendwann unter Haarausfall. Mangelhafte Ernährung, hormonelle Umstellung, psychische Belastungen – die Gründe für Haarausfall sind wissenschaftlich noch nicht genau erforscht. Fakt ist, dass viele Menschen im Frühling häufig unter verstärktem Haarausfall leiden. Damit das „Haare lassen“ nicht zu schlimm wird, sollte man jetzt schon beginnen, die Haare mit natürlichen Heilmitteln wie Kräutern zu verwöhnen.

Haargeschichten

Unseren Vorfahren dienten die Haare primär zur Temperaturregulation und zum Schutz vor Sonneneinstrahlung. Vermutlich war aber schon ihnen bewusst, dass Haare ein Symbol für Lebenskraft und Vitalität sind. Haarausfall und Rezepte dagegen sind daher uralt. Im Papyrus Ebers ca. ( 2000 v. Ch.), dem größten Buch der Heilkunst im alten Ägypten, finden sich Anleitungen, wie man die Haarpracht pflegen kann und die Ägypter, Meister der Frisierkunst gaben ihren Toten Kämme und Scheren mit auf die Reise ins Jenseits. Wie sehr eine mächtige Haarpracht konkret mit Kraft und Macht zu tun hat, zeigt uns die Geschichte von Samson und Delilah. Auch die griechischen Götter wurden meist mit langen Haaren dargestellt, denn ihnen wurden magische Kräfte zugeschrieben. Keltische Krieger setzten in der Schlacht auf ihre Kampffrisuren, bei denen die Haare mit Lehm zu eindrucksvollen Gebilden geformt waren.

Haare und Individualität

Die Hippiezeit mit ihren Legenden und dem Musical „Hair“ demonstrierte anschaulich die Beziehung zwischen Haarpracht und Freiheitsanspruch. Sklaven wurden zu allen Zeiten kurz geschoren, aber auch Soldaten oder Zen- Mönche. Gehorsam steht an erster Stelle und da waren Locken Symbol für die Lockungen des Lebens, für die symbolisierte äußere Freiheit. Auch Leibeigenen wurde diese Freiheit verwehrt, sie waren die „Gescherten“. In China wurde mit den sprichwörtlichen Zöpfen eine überholte Gesellschaftsordnung abgeschnitten. Haartracht und Frisuren spiegeln also Geisteshaltungen wider. Jugendliche, ganz besonders Punker zeigen extravagante Haartrachten, den Gesellschaftsnormen verpflichtete Menschen tendieren zu Einheitsfrisuren. Die kahl rasierten Männerköpfe à la Bruce Willis signalisieren sicher nicht Unterwerfung, eher Exklusivität und vielleicht signalisieren sie besondere Männlichkeit, ist doch der hormonell- bedingte Haarausfall bei Männern auf einen hohen Testosteronspiegel zurückzuführen. .

Die Haare

Unsere Haare sind- medizinisch gesehen- nichts weiter als fadenförmige Anhangsgebilde der Haut, die aus Horn bestehen. Jedes einzelne Haar besteht aus einem Haarschaft, Haarwurzel, Talgdrüse und Haarbalgmuskel. In der Haarwurzel befinden sich die Pigmentzellen, die die Haarfarbe bestimmen und die ernährenden Blutgefäße. Von den mehreren Millionen Haaren, die ein Mensch hat, wachsen ca. 100 000 auf dem Kopf. Auf 1 cm2 Kopfhaut wachsen im Durchschnitt 120 Haare. Jedes Kopfhaar wächst innerhalb 2-4 Tagen etwa 1 mm und lebt im Durchschnitt 6 Jahre. Nach dieser Zeit löst sich die Haarwurzel von den umgebenden Zellen, der Haarpapille, fällt aus und macht dem neuen Haar Platz. Ein Verlust von 60 – 100 Haaren pro Tag ist völlig normal.

Haarausfall

Ein simpler Test gibt Aufschluss, ob Sie tatsächlich unter Haarausfall leiden:

  • Einen Tag vor dem Test Haare waschen
  • Vor dem Test im Abfluss ein Sieb einsetzen, dann wieder Haare waschen
  • Danach die im Sieb befindlichen Haare zählen
  • Wurden bei der Haarwäsche mehr als 100 Haare verloren, kann es sich um beginnenden Haarausfall handeln.

Ursachen für Haarausfall gibt es viele:

  • Hormonell- erblicher Haarausfall (androgenetische Alopezie): Tritt sowohl bei Männern als auch bei Frauen auf, ist erblich bedingt und basiert auf einer Empfindlichkeit der Haarwurzel gegenüber Androgenen (männlichen Sexualhormonen). Diese fördern das Wachstum der Körperhaare, während das Wachstum der Kopfhaare gehemmt wird. Östrogene und andere weibliche Sexualhormone haben den umgekehrten Effekt- das Wachstum der Kopfhaare wird gefördert. Bei Männern ist der erblich bedingte Haarausfall eine Überempfindlichkeit der Haarfollikel auf Dihydrotestosteron, der biologisch aktivsten Form des Testosterons. Bei Männern beginnt es meist mit den „Ehestandsecken“, in fortgeschrittenem Zustand lichtet sich das Haar am Hinterkopf (Tonsur) und übrig bleibt vielleicht ein hufeisenartiges Haarband. Bei Frauen kann es vor allem im Wechsel zu einem hormonellen Ungleichgewicht und damit einem Überwiegen androgener Hormone und dadurch bedingten Haarausfall kommen. Beginnend vom Scheitel, wo schön langsam die Kopfhaut durchschimmert, entwickelt sich der Haarausfall am gesamten Kopf.
  • Kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata). Der kreisrunde Haarausfall ist die häufigste entzündliche Haarausfallerkrankung und kommt häufig bei Allergikern, Diabetikern und Schilddrüsenpatienten vor. Daneben beobachtet man auch eine familiäre Häufung. Es bilden sich ohne ersichtlichen Grund scharf begrenzte Kahlstellen am Kopf, die manchmal wieder von selber nachwachsen, oft aber   bleiben. Die konkrete Ursache ist aber noch nicht bekannt.
  • Diffuser Haarausfall: Als Ursachen könnten in Frage kommen Stress, seelische Traumen, schwere

Erkrankungen (z.B. Psoriasis), Infektionen, Fehlernährung, hormonelle Schwankungen (z. B. Schwangerschaft), Einfluss von Hormonpräparaten und   überhaupt bestimmten Medikamenten (z.B. Blutverdünner, Cholesterinsenker, Schilddrüsenmittel, etc.). Zunehmendes Alter ist eine durchaus „natürliche“ Ursache für Haarausfall.

Haarausfall aus naturheilkundlicher Sicht

Die Haare spiegeln in ihrer Stärke und in ihrem Glanz unsere Stärke und unseren Glanz wider. Stellen sich in irgendeiner Form Haarprobleme ein, ist das ein Zeichen dafür, dass der Mensch nicht mehr im Gleichgewicht ist. Dafür kann es viele Ursachen geben, physischen Stress, Mangelernährung, Übersäuerung, Mineralstoffmangel, überhaupt ungesunde Lebensweise.

Die Haare ernähren

Die Ernährung und die Regeneration des Haares findet in der Haarwurzel statt. All jene Stoffe, die zum Aufbau der Haarsubstanz des Haares notwendig sind, sollte man dem Haar durch die Nahrung zuführen Biotin, das zum Vitamin B- Komplex zählt, wurde früher Vitamin H (für Haut und Haar) genannt. Heute weiß man, dass es tatsächlich wichtig ist für gesundes Wachstum von Haut, Schleimhäuten und Haaren. Biotin wird auch von den Darmbakterien produziert, Mängel an Biotin können daher nach langer Behandlung mit Antibiotika, Abführmitteln und extremen Fastenkuren auftreten und zeigen sich häufig auch in Haarausfall. Lebensmittel mit hohem Biotingehalt sind neben Leber, Fisch, gekochte Eier, Milch, Käse, Nüsse, Champignon. Darüber hinaus enthält Bierhefe und Gelee royale sehr viel Biotin. Biotin wird als Nahrungsergänzungsmittel vor allem auch gegen jahreszeitlich bedingten Haarausfall angeboten. Wichtig für gesunden Haarwuchs sind aber alle B- Vitamine. Auch Eisenmangel kann zu Haarausfall führen, Eisen sollte aber besser auf natürlichem Weg zugeführt werden (Brennnesselsaft, Sanddornsaft, Sesamsamen, Gemüsebrühen mit Petersil- und Liebstöckelblättern, Bierhefe). Auch Zink ist wichtig für den Haarwuchs (in Hülsenfrüchten, Nüssen und Pilzen, Kürbiskerne). Besonders wichtig zur Stärkung der Haare ist Silizium in Form von Kieselsäure. Diese kommt vor allem in den Randschichten des Getreides vor, also in Vollkornprodukten, besonders in Hirse, aber auch in Erdäpfeln vor. Fördern kann man die Kieselsäureaufnahme durch die Einnahme des Schüßler- Salzes Silicea D 12 ( 2 mal tgl. 2 Tabl).

Was tun?

Haarwuchsanregende Heilpflanzen sind altbekannte Kräuter wie Birkenblätter, Klettenwurzel oder Brennnessel, die entweder als Tee innerlich oder zur Spülung nach dem Haare waschen verwendet werden oder als Tinktur, auch wieder innerlich oder äußerlich (Einreiben auf der Kopfhaut) .

Birkenblätter: Regen den Stoffwechsel an, helfen den Körper zu entschlacken und das Säure – Basen- Gleichgewicht herzustellen. Innerlich in Form von Teekuren und äußerlich als Tinktur zum Einreiben in die Kopfhaut.

Klettenwurzel: Gegen „grindige“ Hautkrankheiten empfahl Hildegard von Bingen die Klette. Oft sind Hauterkrankungen wie Schuppenflechte die Ursache von Haarausfall. Da hilft die leberstärkende, stoffwechselregulierende Wirkung der Klette innerlich. Der Tee schmeckt allerdings nicht sehr angenehm.

Zubereitung: 1 gehäufter TL Klettenwurzel mit 1 Tasse kaltem Wasser übergießen, 5 Stunden ziehen lassen, dann kurz aufkochen und abseihen. Äußerlich wird die Klette als Tinktur in die Kopfhaut einmassiert.

Rezept: 100g Klettenwurzel mit 300 ml 40% Alkohol und 100ml Rosenwasser übergießen, 3 Wochen ausziehen lassen, dann abfiltern. Die Chinesische Medizin empfiehlt eine Tinktur aus den Klettenfrüchten(Samen) gegen Schuppenflechte. In so einem Fall könnte eine Tinktur sowohl aus der Wurzel als auch den Früchten hergestellt werden.

Brennnessel: In üblichen Kräuterrezepten wird empfohlen, die Blätter innerhalb und äußerlich als Tee gegen Haarausfall zu verwenden. Volksmedizinische Rezepte empfehlen dagegen, die Wurzel zu nutzen. Das könnte durchaus ein guter Rat sein, da in der Brennnesselwurzel Wirkstoffe sind, die den männlichen Hormonhaushalt regulieren können. Also wäre es sicher auch bei Frauen sinnvoll, bei hormonell bedingtem Haarausfall die Brennnesselwurzel als Tinktur zur äußerlichen Anwendung zu nutzen

Rezept für eine Haarwurzeltinktur: 40g Klettenwurzel, 30 g Brennnesselwurzel, 10g Rosmarinblätter (durchblutungsfördernd auf die Kopfhaut) und 10g Birkenblätter mit 300ml 40% Alkohol und 100ml Rosenwasser übergießen, 3 Wochen ausziehen lassen und abfiltern.

Bockshornklee (Trigonella foenum- graecum) : Es ist fast eine Märchengeschichte – ein bayrischer Geschäftsmann litt an Bronchitis und trank nach einem alten Rezept Bockshornkleetee. Als überraschenden Nebeneffekt konnte er feststellen, dass auf seinem gelichteten Kopf wieder eine erstaunliche Haarpracht zu sprießen begann. Der Fall wurde wohl beschrieben, doch geriet er in Vergessenheit. Übrigens findet sich dieser Rat, Bockshornkleesamen für guten Haarwuchs zu nutzen schon in mittelalterlichen Kräuterbüchern und auch im Ayurveda wird es empfohlen. Erst als ein deutscher Chemiker seiner Freundin, die auf Grund einer Autoimmunerkrankung unter einem dramatischen Haarausfall litt, helfen wollte, stieß er auf diese Unterlagen und behandelte sie mit einem hochdosierten Bockshornklee- Samenpulver. 3 Jahre später hatte die Freundin wieder volles Haar und seither wird Bockshornklee bei sämtlichen Formen von Haarausfall eingesetzt. Die Wirkung wird so erklärt, dass Bockshornklee dank seiner Inhaltsstoffe wie Flavonoiden, Saponinen, Eisen und dem Phytohormon Trigonellin dazu führt, dass die Blutgefäße, die zu den Haarwurzeln führen, reguliert werden und somit auch die Haarwurzeln. Bockshornkleepräparate gibt es zur innerlichen und äußerlichen Anwendung.

TCM und Haarausfall

Aus Sicht der Chinesischen Medizin zeigt sich der Energiezustand des Funktionskreises Niere unter anderem im Haarwachstum. Als Minister der Kraft bezeichnet, ist die Nieren- Energie so wichtig, dass sie als Wurzel des Lebens gilt. Die Nieren speichern die Nierenessenz, die von den Eltern an die Kinder weitergegeben wird. Jeder Mensch verfügt nur über einen begrenzten Anteil an Nierenessenz und wenn davon zuviel verbraucht wird (durch Stress, Altern, bei Frauen Menstruation und Geburten etc.) zeigt sich dies durch Haarausfall. Es gibt Heilpflanzen, die helfen können, diese Nieren- Energie wieder aufzubauen.

Sinnvoll wäre es, bei starkem Haarausfall einen TCM- Arzt aufzusuchen, da Kräuterrezepturen seht kompliziert zusammengesetzt werden müssen. Eine Rezeptur könnte sich zur Selbstanwendung eignen. Sie besteht aus folgenden Pflanzen:

Löwenmähnenrezeptur (nach Wiegele)

Polygonum multiflorum (Radix, Heshouwu): Der chinesische Name bedeutet „Herr mit schwarzen Haaren“, da die Pflanze auch frühzeitiges Ergrauen verhindern soll. Auf jeden Fall stärkt sie das Nieren- Yin und somit die Nieren- Essenz

Eclipta alba (Herba, Hanliancao ): Auch dieser sowohl in der TCM als auch im Ayurveda verwendeten Heilpflanze wird zugesprochen, früh ergraute Haare dunkler zu machen und gegen Haarausfall zu wirken. Sie tonisiert das Nieren- Yin.

Morus albus (Fructus, Weiße Maulbeere, Sang Shen): Ob die auch bei uns beliebten Roten Maulbeeren eine ähnliche Wirkung haben kann man nicht sagen. In der TCM verwendet man jedenfalls die Früchte der Weißen Maulbeere als Nieren- und Lebertonikum, vor allem stärken sie das Nieren- Yin und können so auch eine Haarwuchs fördernde Wirkung ausüben.

In der Apotheke bekommt man auch chinesische Kräuter, am besten in Form von Granulaten. Diese Heilpflanzen mischen lassen, täglich 6 g des Granulates in heißem Wasser auflösen und trinken.

Tipp: Bürstenstriche – Meridianmassage

Eine Anwendung, die sicher positiv wirken kann, ist der alte Rat: 100 Bürstenstriche pro Tag. In der chinesischen Medizin wird die Bürstenmassage nicht nur zur Haarpflege gemacht. Durch das Bürsten werden die auf dem Schädel verlaufenden Meridiane im Sinne einer Massage positiv beeinflusst. Vor allem verlaufen über den Schädel die Bahnen des Blasenmeridians, der als Yang- Partner der Niere Energie zukommen lässt. Die Haare zu bürsten kann also ebenfalls Nierenenergie zuführen.

Venuskräuter

Der Wonnemonat Mai war bei allen Völkern den Liebesgöttinnen geweiht: bei den Germanen der Freya, den Griechen der Aphrodite und den Römern der Venus. Daher galt der Mai immer und überall als der Monat des Lenzes, der Liebe und der Hoffnung auf kommende Fruchtbarkeit. Es ist daher auch ein guter Zeitpunkt, im Mai auf gesundheitsfördernde Venuspflanzen, sprich auf Frauenkräuter hinzuweisen: Frauenpower durch die Kräfte der Natur!

Die Signaturlehre des Paracelsus

„Wie oben, so unten“, das war ein hermetisches Grundprinzip der Antike. Das heißt, der Makrokosmos spiegelt sich im Mikrokosmos, in der Natur und im Menschen wider. Paracelsus war überzeugt davon, dass sich die inneren Qualitäten von heilenden Mitteln auch in ihrem Äußeren zeigen:“ Nichts ist, was die Natur nicht gezeichnet habe und durch die Zeichen kann man erkennen, was im Gezeichneten verborgen ist“. Er brachte ein System in diese Signaturlehre, in dem er die Heilmittel sieben Planeten zuordnete. Die Planetennamen entsprechen der Vorstellung von antiken Götterbildern. Über die Mythologie lassen sich deren Charaktere erschließen und zeigen somit das Grundprinzip, das dahinter steht. Was so mittelalterlich klingt, ist das Grundprinzip der Traditionellen Abendländischen Medizin. In Zeiten, in denen einerseits naturwissenschaftliches Denken die Medizin beherrscht, andererseits aber das Interesse an TCM (Traditioneller Chinesischer Medizin) und Ayurveda immer größer wird, beginnt man sich auch mit unseren Wurzeln, der TAM (Traditionelle Abendländische Medizin) auseinander zu setzen. Das heißt unter anderem auch, die Planetenprinzipien verstehen zu lernen.

Senkrechtes Denken

Das wichtigste an den Planetenprinzipien ist, dass ihnen analoge Zuordnungen entsprechen, ähnlich wie in TCM und Ayurveda. Senkrechtes Denken nennt man Zuordnungen in Form von Begriffsketten. Es ermöglicht ein ganzheitliches Erkennen von Bildern, Symbolen und Mustern und bildet so die Möglichkeit, eine Verbindung zwischen dem ur-teilenden (logischen) Denken der linken Gehirnhälfte und dem verbindenden der rechten herzustellen.

Das Venusprinzip

Liest man die antiken Göttersagen, sieht man, dass Venus/Aphrodite geprägt war durch Liebe, Schönheit, Harmonie und Fühlen. Die Schwäche der Venus ist ihre Eitelkeit. Den Planetenprinzipien werden bestimmte Qualitäten zugeordnet, zur Venus gehört das lichte Grün der Frühlingsblätter und das zarte Weiß- Rosa der Blüten in dieser Jahreszeit. Der Tag, der von Venus und ihren Prinzipien dominiert wird, ist der Freitag und in der Pubertät, also der Zeit von 14- 21 Jahren sollten sich ihre Prinzipien wie gefühlsmäßige Ausrichtung, aber auch Liebesfähigkeit und Sinnlichkeit entwickeln. Ein gestärktes Venusprinzip wird häufig in der Phase der Pubertät deutlich. Die meisten Psychosen brechen in diesem Alter aus. Das betrifft die Gefühle und deren Verarbeitung, die Nahrungsaufnahme und deren Resorption, Essstörungen und Fettsucht. Vielleicht zeigt sich auch im gehäuften Auftreten von Anorexie und Bulimie und andererseits Fettsucht, dass die Verwirklichung des venusischen Prinzips in der heutigen Zeit sehr gestört ist. Die Organe, die dem Planeten Venus unterstehen, sind die Nieren, überhaupt der ganze Urogenitaltrakt, also auch die weiblichen Organe und der venöse (!) Blutkreislauf.

Auch hier könnte man zu philosophieren beginnen, dass weibliche Gesundheitsprobleme wie unerfüllter Kinderwunsch, Zyklusprobleme und gehäuftes Auftreten von Wechselproblemen ein Zeichen für mangelnde venusische Prinzipien in der heutigen Zeit sind.

Venuskräuter

Dem Venusprinzip entsprechend gehören dazu harmonisch ausgebildete Pflanzen, solche, bei denen die Blätter harmonisch gezahnt sind, runde, herzförmige oder samtig behaarte Blätter. Üppige Blütenbildung, häufig mit lieblichem, süßen Duft, Blütenfarben von rosa, weiß- rosa bis dunkelrosa zeigen die Venus ebenso wie süßlich angenehmer Geschmack. Viele Obstbäume, vor allem solche, die zu den Rosengewächsen zählen wie Apfel (war schon immer die Pflanze für den Liebeszauber), Pfirsich, Marille, Kirsche (deren Wirkung zwar unerforscht ist, aber wie der Spruch „Kirschen aus Nachbars Garten pflücken“ vermuten lässt, könnten Kirschblüten vielleicht eine weiblich anregende Wirkung haben) und Beerenfrüchte wie Erdbeere, Himbeere (die traditionell in der Geburtshilfe eingesetzt wird), Brombeere, etc. zeigen das Venusprinzip. Viele Rosengewächse wie der Frauenmantel enthalten Phytoöstrogene. Und natürlich ist die Rose die Venuspflanze schlechthin, allerdings- keine Rose, ohne Dornen (auch wenn es sich botanisch korrekt um Stacheln handelt). Stachelige Pflanzen werden dem kriegerischen Marsprinzip zugeordnet, aber das kennt man ja- keine Liebe ohne Leiden!

Der Frauenmantel, die Venuspflanze

„Aller Frauen Heilmittel“ wurde der Fareunmantel seit jeher genannt. Es geht ein ganz besonderer Zauber von dieser Pflanze aus. Wenn die Sonnenstrahlen auf die sanftgrünen rundlichen Blätter strahlen und der Tropfen in der Mitte des Blattkelches wie eine kristallklare Zauberperle zu strahlen beginnt, offenbart sich die Schönheit dieses Rosengewächses. Sinau nannte man daher den Frauenmantel , die Pflanze, die immer Tau trägt. Doch es ist kein Tau, der Frauenmantel scheidet das Wasser durch feine Poren am Blattrand selbst aus. Die Alchemisten betrachteten diese Tropfen als von der Pflanze gefiltertes Wasser, als natürliches Destillat und gaben ihr auch den Namen ihrer Wissenschaft, Alchemilla.

Dass der Frauenmantel eine wahre Hilfe für alle gesundheitlichen Frauenprobleme ist, zeigt er uns in seiner Signatur. Die Blätter sind rosettenartig gefaltet und muten wie ein Mäntelchen an, das die Frauen schützend einhüllen kann. Sowohl das Sanftgrün als auch die runde Form der Blätter zeigt eine reine Venussignatur genauso wie die zartgelben Blüten. Besonders aussagekräftig ist, dass die zarten Blüten apomiktisch sind, das heißt, sie können ohne vorhergegangene Befruchtung keimfähige Samen bilden: Nachwuchs ohne männliches Wirken also! Wie schade, dass eine Pflanze, die ihren heilenden Einfluss auf Frauen so demonstrativ zeigt, von der Wissenschaft so vernachlässigt wird. Gegen Durchfall wird der Tee empfohlen, weil der Frauenmantel Gerbstoffe enthält. Doch diese Gerbstoffe zeigten bei japanischen (!) Untersuchungen ein viel breiteres Wirkungsprofil. Die Ellagitannine wirken gestagenisierend und bieten eine Breitbandwirkung von pilzhemmend über antibakteriell bis antiviral, weshalb sie in eben diesem breiten Spektrum gegen Erkrankungen im Scheidenbereich helfen. Noch viel wichtiger ist, dass diese Ellagitannine eine so starke Wirkung auf das Immunsystem haben, dass sie sogar tumorhemmend wirken können. Die japanischen Untersuchungen ergaben, dass sie das Wachstum von Brustkrebszellen hemmen können. Somit ist der Frauenmantel wirklich ein Schutzmantel, der vorbeugend gegen weibliche Krebsformen helfen kann.

Verwendet wird das blühende Kraut und es hilft bei folgenden Indikationen: Regelschmerzen, hormonregulierend, bei Zyklusschwankungen, prämenstruelles Syndrom, gebärmutterstärkend vor und nach der Geburt, Entzündungen im Scheidenbereich, milchbildungsanregend, Klimakteriumsbeschwerden, vorbeugend gegen Krebs weiblicher Organe und begleitend zur Krebstherapie

Taubnessel, das „sanfte“ Pendant zur Marspflanze Brennnessel

Die Taubnessel ist auch ein generelles Frauenkraut. Es ist wieder die Signatur, die ihre Wirkung anzeigt: ein rhythmischer Aufbau, abwechselnd weiße Blüten und Blätter. Das ergibt aus Sicht der anthroposophischen Medizin eine Pflanze, die die Rhythmik im weiblichen Körper herstellen kann. Sie hilft den Zyklus zu regulieren, vor allem wirkt sie sich regulierend auf die Schleimhäute aus. Die Taubnessel ist nämlich primär eine Mondpflanze und der Mond „regiert“ die Haut und die Schleimhäute. Hautzellen haben übrigens eine durchschnittliche Lebensdauer von 28 Tagen. Die Taubnessel enthält vor allem Schleimstoffe, etwas ätherisches Öl, Labiatengerbstoffe (die sogar antiviral wirken) und Iridoide mit einem breiten antibakteriellen Wirkungsspektrum. Damit wird die Taubnessel zu einem Balsam für Frauen mit Scheidenproblemen. Man nutzt die Taubnessel am besten in Form von Scheidenzäpfchen, in Kombination mit Frauenmantel und Rosenöl (ätherisches Öl). Solche Zäpfchen kann man in der Apotheke herstellen lassen. Sie helfen bei Scheidenproblemen nach Antibiotikagaben oder im Wechsel.

Von mir zusammengestellte je nach Scheidenproblemen Scheidenzäpfchen bekommt man in der Salvator- Apotheke in Eisenstadt (www.salvator-apo.at).

Betonie oder Ziest

Die Betonie ist mit ihren dunkelrosa Blüten und ihrer edlen, fast stolz anmutenden Gestalt, ebenfalls eine echte Venuspflanze. Leider ist ihre Verwendung als Frauenheilpflanze in Vergessenheit geraten. An Inhaltsstoffen findet man Gerb- und Bitterstoffe sowie Alkaloide, denen eine nervenstärkende Wirkung zugeschrieben werden kann. Hippokrates schätzte die Betonie als Wunderheilmittel und als krampflösende Pflanze. Hildegard von Bingen empfahl das Kraut gegen Albträume und auch gegen Menstruationsstörungen: „Eine Frau, die an zu starkem Mondfluss leidet, der auch unregelmäßig ist, lege das Betonienkraut in Wein——und trinke oft und sie wird geheilt werden“. Auch in der Volksmedizin wurde die Betonie bei starken Monatsblutungen eingesetzt. Auch wenn es keine aktuellen wissenschaftlichen Forschungen zur Wirkung der Betonie gibt, könnte man ihren Einsatz empfehlen in Form von Tee (im Aufguss zubereiten, 10 Minuten ziehen lassen) oder als Tinktur (frisch gepflückte Blätter und Blüten zerkleinert in ein Glas geben, mit 40 % Alkohol übergießen (wenn möglich an einem Freitag = Venustag) und nach 3 Wochen abfiltern. Als Heileigenschaften und Indikationen kann man folgende empfehlen: Starke Menstruationsblutungen, nach Operationen, vor allem solche an der Gebärmutter oder Kaiserschnitt, gegen Durchfall, auch bei Blasenentzündungen, bei Neigung zu Migräne wirkt die Betonie mild ausgleichend und nervenstärkend, überhaupt kann sie auch Schmerzpatienten empfohlen werden.

Achtung: Nicht währen der Schwangerschaft

Venusische Düfte für anziehende Frauen

Es sind vor allem Blütendüfte, die Frauen anziehend machen können. Dabei sind dem Venusprinzip eher die süßen lieblichen Düfte wie Rose und Geranium, honigsüß duftende Ginsterblüten oder süßholzig duftendes Sandelholz und Rosenholz sowie süß- duftende Harze wie Benzoe und Tolubalsam zugeordnet. Aber auch narkotisierend schwülstige Monddüfte wie Jasmin, Ylang- Ylang oder Tuberose und moschusähnlich duftendes Patschuli und Moschuskörner können helfen, die Ausstrahlung von Frauen zu unterstützen. Je nach Frauentyp kann man durch eine richtige Mischung dieser ätherischen Öle ein Parfüm gestalten, das die venusischen Prinzipien bei Frauen optimal zur Geltung bringt

Die Bauchspeicheldrüse, eher im Schattendasein

mariendistelDass man auf seine Leber achten sollte, ist wohl jedem Menschen mit Gesundheitsbewusstsein klar. Doch ein Organ, das mit der Leber und Galle eine Trias, also eine Funktionseinheit bildet, die Bauchspeicheldrüse, ist viel zu wenig im Bewusstsein der Menschen. Grundsätzlich vorweg: Bauchspeicheldrüsenerkrankungen gehören in die Hände von Ärzten. Doch ein bisschen mehr an Aufklärung, was wir zum Erhalt der Gesundheit und Funktionsfähigkeit unserer Bauchspeicheldrüse tun können, kann nicht schaden.

Pankreas, die Bauchspeicheldrüse

In der medizinischen Fachsprache wird die Bauchspeicheldrüse Pankreas (griech. pan, alles, kreas, Fleisch) genannt. Sie ist ca. 15 cm lang, wiegt ungefähr 100 g und liegt im linken Oberbauch zwischen Magen, Milz, Leber und ist vom Zwölffingerdarm umgeben. Sie ist eine der größten Drüsen des Körpers. Sie erfüllt zwei unterschiedliche Funktionen, die von großer Bedeutung für den Organismus sind:

  • Die Lieferung von Enzymen für die Verdauung. Enzyme sind chemische Stoffe, die dem Körper helfen, die Nährstoffe, die wir mit den Nahrungsmitteln aufnehmen, in körpereigene Substanzen umzuwandeln. Dies nennt man die exkretorische Funktion, das heißt, eine Produktion von Stoffen, die nach außen, sprich in den Darm gelangen.
  • Die Lieferung von Hormonen, die in bestimmten inselförmig angeordneten Zellhäufchen, den Langerhanschen Inseln, gebildet werden. Diese Hormone sind die den Blutzuckerspiegel regulierenden Insulin und Glukagon. Die Hormone sind in ihrer Wirkung entgegengesetzt: Insulin wirkt blutzuckersenkend, Glukagon blutzuckersteigernd. Durch diese beiden Hormone kann der Blutzuckerspiegel möglichst konstant gehalten werden, so dass der Körper ständig ausreichend mit Energie versorgt wird. Dies nennt man die inkretorische Funktion (direkt in das Blut hinein)

Die Bauchsspeicheldrüse, wichtigste Verdauungsdrüse

Magen und Leber haben hinsichtlich der Verdauung nur vorbereitende Aufgaben, nämlich Eiweiß denaturieren und Fett emulgieren. Die eigentliche Verdauungstätigkeit leistet allein die Bauchspeicheldrüse mit ihren Enzymen. Sie bildet den sogenannten Pankreassaft, bis zu zwei Liter pro Tag. Er enthält große Mengen an stark basischem Bikarbonat, der wichtig für die Regulation unseres Blutmilieus ist, also ob unser Blut mehr sauer oder mehr basisch ist. Die einweiß-, fett- und kohlehydratspaltenden Enzyme werden über den Pankreassaft in den Dünndarm abgegeben und erst dort aktiv, denn sonst würde sich die Bauchspeicheldrüse selber verdauen. Die Enzyme des Pankreas sind die eiweißspaltenden Proteasen Trypsin und Chymotrypsin (von griech. zertrümmern), die fettspaltenden Lipasen, die nur im alkalischen Milieu und in Verbindung mit Gallensäuren wirksam werden (bei einer Fettunverträglichkeit sollte man darum nicht nur an die Galle denken, sondern auch an die Bauchspeicheldrüse) sowie kohlehydratspaltende Amylasen.

Die Trias Leber, Galle und Pankreas

Aktiviert wird die Funktion der Bauchsspeicheldrüse sobald wir etwas essen oder trinken, was bereits im Magen zu einer Hormonausschüttung führt. Durch andere Hormone sowie durch die Stimulation des Nervensystems (Sehen, Riechen, Geschmack etc.) fängt die Bauchspeicheldrüse an, Pankreassaft zu produzieren. Die Zusammenarbeit mit der Leber ist deren Funktion, aus Cholesterin Gallensaft zu bilden, der das Fett emulgiert und so erst die Angriffsfläche für die fettspaltenden Enzyme des Pankreas schafft. Was gemeinhin als „Galle“ bezeichnet wird, ist die Gallenblase, das Speicherorgan für den Gallensaft. Die funktionelle Zusammenarbeit der Organe zeigt sich in der gemeinsamen Öffnung in den Dünndarm hinein. Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse erklären sich daher meist an einem Problem der Zusammenarbeit der Organe.

Wann erkrankt die Bauchspeicheldrüse

Der wichtigste Risikofaktor ist sicher überreichlicher Alkoholgenuss und Zigarettensucht, doch auch falsche Ernährungsgewohnheiten wie zu fettes, schweres und kohlehydratreiches Essen können zu einer Überforderung in der Produktion der nötigen Enzyme führen. Wie bei Lebererkrankungen sind Probleme der Bauchspeicheldrüse lange unbemerkt, da ihre Beschwerden zum sogenannten „Oberbauchsyndrom“, also Druckbeschwerden und permanentes Völlegefühl im Oberbauch führen, die eine vielfältige Ursache haben können. Bei permanenten Beschwerden wie Blähungen, Verstopfung abwechselnd mit Durchfall, Schmerzen im rechten Oberbauch, vor allem nach Genuss von Kaffee, fetten Speisen und „schwerem“, kohlehydratreichem Essen sollte man auch daran denken, mit dem Arzt über eine mögliche chronische Pankreatitis (Bauchspeicheldrüsenentzündung) zu reden. Weil die Krankheit schleichend (oft über 10- 20 Jahre) verläuft, dauert es oft lange, bis die Diagnose gestellt ist.

Anders sieht das bei der akuten Pankreatitis aus, die zu den schwerwiegenden Erkrankungen zählt, bei der eine sofortige Einweisung in die Klinik und meist Intensivmedizin notwendig ist. Die Verdauungsenzyme werden dabei nicht als inaktive Vorstufen in den Darm abgegeben, sondern treten massiv in das Bauchspeicheldrüsengewebe über und führen zu einer Selbstverdauung des Organs. Die Erkrankung führt zu plötzlichen starken Schmerzen, die in den Unterbauch und linken Rücken ausstrahlen, begleitet von Erbrechen und Krämpfen bis hin zu schweren Schockzuständen, die sogar bis zum Tod führen können. Also, bei solchen Symptomen am besten sofort ins Krankenhaus.

Was kann man nun vorbeugend tun

Die Vorbeugung ist aus dem Vorausgehenden schon erklärt: ausgewogene Ernährung, Alkohol, Kaffe moderat genießen und Rauchen meiden. Doch auch viele Heilpflanzen helfen, Leber, Galle und Bauchspeicheldrüse in „gutem“ Zustand zu erhalten.

Bauchspeicheldrüsentee:

Pfefferminzblätter, Fenchelfrüchte, Melissenblätter, Schafgarbenkraut zu gleichen Teilen und etwas Tausenguldenkraut und Mariendistelsamen in der Apotheke mischen lassen, den Tee im Aufguss zubereiten, 10 Minuten ziehen lassen und 2 Tassen täglich 3 Wochen lang trinken.

Diese Kräutermischung regt die Tätigkeit der Leber, ihrer Gallenflüssigkeitsproduktion und der Enzymbildung der Bauchspeicheldrüse zart an. Eine Frühjahrskur mit dieser Teemischung kann daher sehr empfohlen werden.

Wenn schon Probleme wie Druckgefühle im Oberbauch (man verträgt keinen engen Gürtel mehr!) und sofortiges Völlegefühl nach dem Essen bestehen, kann man an folgende Teemischung denken: Gänsefingerkraut (zur Gallenflüssigkeitsanregung und Entzündungshemmung), Ringelblumenblüten (auch zur Entkrampfung und entzündungshemmend) sowie etwas Süßholz (das wichtigste Kraut für magen- und Darmprobleme). Ebenfalls in der Apotheke mischen lassen, Aufguss und 10 Minuten ziehen lassen. Kurmäßig (also immer wieder drei Wochen) trinken.

Die Mariendistel (Silybum marianum) ist zwar ein Leberheilmittel, aber im Sinne der TCM hilft die Stärkung der Leber (Wandlungsphase Holz) die Wandlungsphase Milz/Pankreas Meridian zu kontollieren, das wirkt sich auch positiv auf das Pankreas aus.

Wenn bereits eine Bauchspeicheldrüseninsuffizienz besteht hilft eine Pflanze aus Madagaskar:

Haronga (Harungana madagascariensis): „Entdeckt“ wurde die Wirkung der Pflanze, als der deutsche Homöopath Wilmar Schwabe staunend beobachtete, wie die Madegassen das Essen von extrem fettreichen Teilen der Schafe ohne Probleme verdauen konnten, indem sie Stückchen der Baumrinde des Strauches kauten. Untersuchungen ergaben, dass die Inhaltsstoffe der Haronga die exokrine Pankreassekretion anregen können, gleichzeitig wird die Sekretion von Magensaft und Gallenflüssigkeit angeregt. Haronga hat auch eine leberstärkende Wirkung und als Angehöriger der Johanniskrautgewächse eine stimmungsaufhellende Wirkung. Haronga gibt es nur in Form von Fertigpräparaten in der Apotheke:

Besonders empfehlenswert ist Metaharonga (Firma Metafackler), das eine homöopathische Mischung von Haronga, Asa foetida, Eichhornia, Okoubaka, Nux vomica und Löwenzahn enthält, also lauter Pankreasanregende Kräuter. Muss über die Apotheke in Deutschland bestellt werden. Tgl 1- 3mal 5 Tr.

Achtung: Ähnlich wie Johanniskraut macht Haronga lichtempfindlich, also Hut aufsetzen, wenn man in die Sonne geht.

Melonenbaum (Carica papaya): Der Melonenbaum ist in den Tropen beheimatet, die reifen Früchte, die Papayas schmecken delikat. Das arzneilich genutzte Enzym Papain wird allerdings aus dem Milchsaft der unreifen Fruchtschalen gewonnen. Laut Darwin machten Indianer ihr Fleisch mürbe, indem sie es mit Papayablättern umhüllten. In Indien werden bei üppigen Festen Papayafrüchte zur besseren Verdauung gereicht. In der Apotheke gibt es Fertigpräparate, die das Enzym Papain enthalten. Papain ist eiweißspaltend und die Einnahme der Präparate hilft bei funktionellen Verdauungsstörungen mit dem „Oberbauchsyndrom“ und unterstützend bei Bauchspeicheldrüsenschwäche.

Würzige Ratschläge

In der TCM werden Muskat und Ingwer bei Bauchspeicheldrüsenerkrankungen therapeutisch eingesetzt. Solche Behandlungen sollten dem dafür ausgebildeten Arzt überlassen bleibe, angenehm (aber nicht übertrieben) würzen mit Muskat und Ingwer ist sicher eine angenehme Form von Therapie.

Knospen für das Pankreas

In der Gemmotherapie spricht man den Knospen der Walnuss (Juglans regia) eine positive Wirkung auf die Bauchspeicheldrüse zu, vor allem sollen sie entzündungshemmend wirken. Die Knospen regen auch den Leber- Gallenstoffwechsel an und können auch unterstützend bei der endokrinen Pankreasinsuffizienz, sprich Diabetes 2 eingesetzt werden.

Zuletzt ein Ernährungstipp

Brennnesselsaft und Spinat enthalten Sekretin, ein Hormon, das die Abgabe des Pankreassaftes anregt. In den Mengen, die in den Pflanzen enthalten ist, kann es sicher nicht therapeutisch bedeutsam sein, aber im Frühjahr öfter Brennnesselspinat, vielleicht mit dem Gemüsespinat gemischt, kann sicher helfen, der Bauchsspeicheldrüse und damit unserem Stoffwechsel frischen Schwung zu verleihen.

Sonnenhut , heilendes Kraut bei Erkältungserkrankungen

echinaceaDer Sonnenhut (Echinacea sp. ) ist eines der meist verkauften Arzneimittel. Er soll das Immunsystem stärken und wird daher gerne schon ab Herbst vorbeugend gegen Grippe und Erkältungserkrankungen eingenommen. Doch es gibt immer wieder widersprüchliche Berichte über die Wirkung des Sonnenhutes: er wirkt durch klinische Untersuchungen bestätigt verlässlich sagen die einen, andere dagegen behaupten, dass Sonnenhutpräparate höchstens eine Placebo- Wirkung hätten. Sehr verwirrend für erkrankte Menschen, wenn man sich nicht einmal auf wissenschaftliche Untersuchungen verlassen kann. Doch keine Sorge: Sonnenhut wirkt wirklich, es kommt nur auf die richtigen Herstellungsverfahren an.

Sonnenhut, indianische Heilpflanze

Der Sonnenhut ist eine nordamerikanische Wildpflanze, die von Saskatchewan bis Texas und bis Nordostmexiko vorkommt. Dort gedeiht er vor allem in der Prärie und in lichten Wäldern. Viele Prärieindianer, vor allem die Lakota, Cheyenne, Pawnie und andere haben die Wurzel des Sonnenhuts medizinisch hoch geachtet. Bei Verletzungen streuten sie das Wurzelpulver in die Wunden und tranken gleichzeitig Tee daraus, den man lang ziehen ließ. Die so behandelten Wunden entzündeten sich so gut wie nie und heilten schnell ab. Frische Blätter nutzte man als Wundpflaster. Die Wurzel stand außerdem in dem Ruf, Insektenstiche und Schlangenbisse zu heilen. Dazu wurde das mit Wasser angefeuchtete Wurzelpulver auf die betroffenen Stellen gerieben. Auch gegen Verbrennungen, Erkältungen und sogar gegen Gonorrhöe wurde der Sonnenhut verwendet, wobei die Indianerstämme auch die verschiedenen Arten des Sonnenhutes verwendeten.

Sonnenhut oder Igelkopf

Der botanische Name des Sonnenhutes ist Echinacea, griech. echìnos, Igel, da der Sonnenhut auch Igelkopf genannt wurde. Es gibt viele Arten, medizinisch verwendet werden bei uns der Purpur- Sonnenhut, E. purpurea, der Schmalblättrige Sonnenhut, E. angustifolia und der Prärie- Sonnenhut, auch blasser Sonnenhut genannt, E. pallida. Wie viele unserer heimischen Heilpflanzen zählt Echinacea zur Familie der Korbblütler. Während unsere heimischen Arten wie beispielsweise das Gänseblümchen einen ebenen Blütenteller bilden, in dem die Einzelblüten zu einer Ganzheit zusammengefasst sind, bestehen die Einzelblüten der Echinacea aus erstaunlich harten, spitzen Blütenröhren, die stachelartig in alle Richtungen weisen, was der Name Igelkopf treffend beschreibt. Der Purpur- Sonnenhut ist eine sehr schöne, rotblühende Blume, die übrigens auch einen süßen Duft verströmt.

Die Signatur des Igelkopfes

Der Igel ist mit seinen Stacheln ein Meister der Abwehr und vielleicht sind auch beim Sonnenhut Abschirmung und Unnahbarkeit die Wesensmerkmale, die einen Hinweis auf seine Wirkung gegenüber „Feinden“ wie Bakterien und Viren bringen. Neben der igeligen Borstigkeit des Blütenbodens drückt sich diese auf Abwehr bedachte Pflanzenpersönlichkeit auch in der rauhaarigen, kratzenden Oberfläche von Stängel und Blättern aus. Zerkaut man ein Wurzelstück oder nimmt man einige Tropfen der Echinacea- Tinktur auf die Zunge, bemerkt man einen scharfen Geschmack, der ein pelziges Gefühl und eine leicht anästhesierende Wirkung hinterlässt, auch ein Zeichen von Abschirmung. Ein solcher Charakter lässt sich unschwer mit der bekannten Stärkung des Abwehrsystems der Echinacea in Verbindung bringen.  

Der Weg des Sonnenhutes nach Europa

Ende des 19. Jahrhunderts war die Homöopathie in den USA außerordentlich erfolgreich. Ein Homöopath namens Joseph Meyer soll eine Indianerin beim Reiben einer Echinacea- Wurzel beobachtet haben. Sie erzählte ihm, dass es sich bei der Pflanze um ein bewährtes Mittel zur Behandlung von Wunden handle. Nach dieser Begegnung verbreitete sich die Anwendung der Präriepflanze sehr schnell über Amerika, nicht nur bei Infektionen von Wunden, sondern auch bei vielen Entzündungserkrankungen von Husten bis hin zu Blinddarm- und Unterleibsentzündungen wurde der Sonnenhut eingesetzt. In der vor- antibiotischen Ära war Echinacea in Nordamerika die meist verwendete Heilpflanze. In Europa wurde der Sonnenhut erst einmal als Zierpflanze geschätzt, erst ab 1897 fand er Beachtung als Heilpflanze. Es waren Homöopathen wie John Henry Clarke und später Wilmar Schwabe, Stauffer und Madaus, die über die Wirkung der Echinacea publizierten. Spätere Untersuchungen ergaben, dass Abwehrzellen im Blut in Gegenwart von Echinacea- Extrakten mehr Krankheitserreger aufnahmen und von Jahrzehnt zu Jahrzehnt wurden neue Wirkungen beschrieben. Leider wurden aber auch einige Metaanalysen vorgelegt, die jegliche Wirkung der Echinacea bezweifelten. Es kam soweit, dass manche Autoren die Auffassung vertraten, dass jeder Patient selber entscheiden solle, ob er Echinacea- Präparate für sich nützen möchte. Dem steht die Beliebtheit des Sonnenhutes gegenüber, die Überzeugung vieler Menschen, dass die Pflanze hilfreich ist, Erkältungserkrankungen vorzubeugen oder sie schnell zu kurieren.

Wie wirkt der Sonnenhut

Die unterschiedlichen Ergebnisse der Untersuchungen liegen vor allem daran, dass entweder Wurzel- oder Blattpräparate verwendet wurden, unterschiedliche Aufbereitungen und solche aus den drei verschiedenen Arten. Es wäre wünschenswert, dass künftig Studien mit einem einheitlichen Studiendesign gemacht werden, bevor es wieder zu negativen Aussagen kommt. Nun lieferten neue Untersuchungen an der University of British Columbia erstmals eine mögliche Erklärung für die den therapeutischen Unterschied zwischen den verschiedenen Echinacea- Produkten: die antiviralen Substanzen der Echinacea konzentrieren sich im Kraut, also den oberirdischen Teilen der Pflanze, die entzündungshemmenden Substanzen dagegen in der Wurzel. Es wird daher empfohlen, Präparate zu verwenden, die einen 95% Anteil an Kraut und 5% Wurzelanteil haben. Wichtig ist ferner, dass die frisch geernteten Pflanzenextrakte in einem schonenden Verfahren gewonnen werden. Frisch geerntetes Echinacea- Kraut enthält 10 Mal mehr antivirale Aktivität als getrocknetes Kraut. Daher sollte man sich in der Apotheke beraten lassen, welche Präparate diesen Kriterien entsprechen.

Was ist drin im Sonnenhut

Das antimikrobielle und entzündungshemmmende Prinzip in der Sonnenhutwurzel sind Kaffeesäurederivate wie Cichoriensäure sowie antioxidativ wirkende Alkamide und Echinacosid; die Polysaccharide gelten als verantwortlich für die immunstimulierenden Eigen­schaften, ebenso Alkylamide, v.a. Echinacin, daneben ätherische Öle, Flavonoide.

Eine Studie am ETH Zürich zeigte, dass die Alkylamide eine Bindung an die Rezeptoren der Immunzellen haben. Zusammenfassend kann man sagen, dass die Bildung von Zellen unseres Immunsystems; beispielsweise der Makrophagen, das sind die Fresszellen oder von T-Helferzellen angeregt wird und auch Botenstoffe des Immunsystems wie Interleukin, Interferon und Tumornekrosefaktor werden vermehrt produziert.

Indikation für Echinacea: Grippevorbeugung, Stärkung des Immunsystems bei Anfälligkeit gegenüber Erkältungskrankheiten, zur unterstützenden Behandlung von chronischen Infektionserkrankungen wie Nebenhöhlentzündung, auch Eierstockentzündung und Infekte der Harnwege. Sonnenhutpräparate schließen die gleichzeitige Gabe von Antibiotika nicht aus, diese gemeinsame Anwendung wird sogar empfohlen. Sonnenhutpräparate in Form von Salben können unterstützend bei entzündlichen Hauterkrankungen und schlecht heilenden Wunden eingesetzt werden. Die antivirale Wirkung nützt man gegen Fieberblasen.

Anmerkung:

Echinacea NICHT

  • bei Korbblütlerallergien und überhaupt bei vorhandenen Allergien, da eine Gefahr der Allergie- Verstärkung durch die Wirkung auf das Immunsystem nicht auszuschließen ist.
  • bei Autoimmunerkankungen wie Polyarthritis, Psoriasis, MS, etc
  • bei Immunmangelsyndromen wie Aids
  • Kinder sollten die Möglichkeit haben, das Immunsystem durch verschiedene Infekte zu schulen, also nicht automatisch Echinacea bei Erkältungen geben
  • Echinacea sollte sofort nach den ersten Anzeichen einer Infektion genommen werden, womit der Krankheitsverlauf verkürzt werden kann. Auf dem Höhepunkt der Infektion noch Echinacea zu nehmen, bringt nichts.

Anwendungsformen: Präparate mit Kraut- und Wurzelanteilen bevorzugen, gibt es in Form von Tropfen oder Tabletten in der Apotheke, Anwendung nach Beipackzettel.

Urtinktur: Vor allem zum Einsatz bei akuter Erkrankung, tgl. 3- 4 mal 5 Tropfen.  

Echinacea D3: Vorbeugend gegen Erkältungserkrankungen, 1- 3 mal tgl. 5 Globuli

Äußerliche Anwendung: Als Salbe, in der Apotheke Urtinktur 10% in Salbenbasis einarbeiten lassen.

Wenn die Gelenke schmerzen

harpagophytumWenn es die Menschen raus ins Freie drängt und man einen vermehrten Bewegungsdrang spürt, gibt es leider viele Menschen, bei denen durch Gelenksschmerzen die Bewegungsfreiheit eingeschränkt ist. Es gibt aber eine Reihe von Heilpflanzen, deren Einsatz entzündungshemmend und schmerzlindernd wirken kann.

Arthritis oder Arthrose

Bei Gelenkserkrankungen unterscheidet man zwischen entzündlichen oder degenerativen Formen. Die Arthritis (arthros, griech. Gelenk, Endungen mit –itis deuten eine entzündliche Erkrankung an) ist eine chronisch entzündliche Erkrankung unterschiedlicher Gelenke, deren Ursachen bis heute noch nicht vollständig geklärt sind. Sie zählt zum rheumatischen Formenkreis und es werden fehlgesteuerte Abwehrreaktionen des Körpers gegen die Gelenkinnenhaut angenommen, die zu massiven Entzündungsreaktionen im Gelenkbereich führen. Werden diese Prozesse nicht aufgehalten, kommt s zu immer stärkeren entzündlichen Schüben, an deren Ende die völlige Zerstörung des Gelenkknorpels steht.

Die sekundäre Arthrose (Endungen mit –ose stehen für degenerative Erkrankungen) ist die Folge von entzündlichen Gelenkprozessen. Es gibt aber auch die sogenannte primäre Arthrose, die durch ein Übermaß an Belastung, zum Beispiel durch Übergewicht, Überbelastung bei bestimmten beruflichen Tätigkeiten oder auch durch angeborene Gelenksfehlstellungen entstehen kann. „Gelenksverschleiß“ ist sozusagen die umgangssprachliche Bezeichnung für die Arthrosis deformans (deformare, lat. verstümmeln). Ungefähr 20 % der Weltbevölkerung leiden im Alter an einer Arthrose, damit gehört die Arthrose zu den häufigsten Erkrankungen überhaupt.

Die Arthrose

Je nach Lokalisation werden die Arthrosearten unterschiedlich benannt, z. B. die Arthrose des Hüftgelenks ist die Coxarthrose, die des Kniegelenks die Gonarthrose, die der Wirbelsäulengelenke die Spondylarthrose.

Arthrosen entstehen über einen längeren Zeitraum, es ist ein langsam fortschreitender Umbauprozess des Gelenkknorpel, die viele Jahre symptomlos verlaufen kann und sich erst viel später, wenn die degenerativen Veränderungen schon fortgeschritten sind, bemerkbar macht.

Arthrose nicht nur durch zuviel Bewegung

Arthrosen entstehen meist durch falsche Belastung der Gelenke, doch nicht nur durch Überbeanspruchung, sondern auch durch zu wenig Bewegung in Kombination mit Übergewicht.

Folgen der Arthrose

Die Gelenkfläche, die mit einer glatten Knorpelschicht überzogen und von der die Gelenksflüssigkeit (Synovialflüssigkeit) produzierenden Gelenksknorpel umschlossen ist, wird bei der Arthrose vermehrt abgerieben. Die Folge ist eine zunehmende Zerstörung des Gelenkknorpels, eine Entzündung der Innenschicht der Gelenkkapsel und ein zunehmender Verlust der Gelenkfunktion. Weil die Entzündungsreaktion eher gering ausfällt, wird die Arthrose als nichtentzündlich eingestuft, es gibt aber Situationen, wo durch Überbelastung es zu einer Reizung der Gelenksinnenhaut kommt- dann zeigt sich das Gelenk mit Entzündungszeichen, es ist rot, heiß, geschwollen und schmerzt.

Wann zum Arzt

Es sollte selbstverständlich sein, dass man so früh wie möglich den Arzt aufsucht, um einen totalen Verschleiß des Gelenks zu vermeiden. Aber auch der Einsatz von Heilpflanzen sollte rechtzeitig erfolgen.  

Was kann man selber tun

Es gibt viele Studien, die gezeigt haben, wie wichtig gesunde Ernährung zur Vorbeugung von Gelenksbeschwerden sein kann. Also den Gemüseanteil in der Nahrung erhöhen, Übergewicht vermeiden, das sind Grundbedingungen. Weiters ist es wichtig, zur Entlastung des Bindegewebes die Ausscheidungsorgane Niere, Darm, Leber und Haut durch Heilpflanzen anzuregen. Das Frühjahr empfiehlt sich für eine solche Stoffwechselkur. Als Heilpflanzen kommen Löwenzahnwurzel, Birkenblätter und Brennnesselblätter, am besten in Form von Tees in Frage. Außerdem kann man die Gefäße und damit die Durchblutung steigern durch den Genuss von Bärlauch, Gundelrebe und anderen Wildkräutern

Brennnessel (Urtica dioica)

Die wichtigste Pflanze, die seit Urzeiten in der Rheumatherapie verwendet wird, ist die Brennnessel, die hemmend auf die Bildung von Zytokinen wirkt. Das sind Entzündungsmediatoren, eine Reduzierung wirkt somit deutlich schmerzlindernd. Studien haben ergeben, dass bei Patienten, die tgl. 50g Brennnesselmus zu sich nehmen, eine signifikante Besserung des Symptome eintrat. Also im Frühjahr so oft wie möglich Brennnesselspinat essen oder auf fertige Präparate zurückgreifen, die es in hochdosierter Form in der Apotheke gibt. Der Brennnesseltee dagegen ist harntreibend und regt damit die Harnsäureausscheidung an, was bei der Arthrose ebenfalls hilfreich sein kann.

Regelmäßiger Einsatz von Brennnessel könnte auch helfen, eine afrikanische Pflanze zu schützen.

Teufelskralle (Harpagophytum procumbens)

Sie wächst in der Kalahariwüste und entwickelt großknollige Wurzeln, die als Arznei genutzt werden. Nur kurze Zeit im Jahr blüht die Teufelskralle und hat dann Zeit, Früchte zu entwickeln, die lange Arme mit Widerhaken aufweisen, daher der Name Teufelskralle. Die Teufelskralle ist mittlerweile stark bedroht, ein schonender Umgang mit den Wildbeständen ist daher notwendig. Allerdings ist die Teufelskralle die wirkungsvollste Heilpflanze bei rheumatischen Erkrankungen und Verschleißerscheinungen.

Die Teufelskralle enthält Bitterstoffe (sie ist sehr bitter!!), dazu Phytosterine, Triterpene und Flavonoide. Wissenschaftlich gut untersucht kann man der Teufelskralle eine entzündungshemmende, antiarthrotische und schmerzlindernde Wirkung zusprechen. Aus Sicht der Phytotherapie kann also der Einsatz der Teufelskralle bei degenerativen Gelenkserkrankungen der Extremitäten und der Wirbelsäule empfohlen werden.

Anwendung: Der Tee ist sehr bitter, es gibt aber viele Fertigpräparate.

Achtung: Nicht bei Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren.

Hagebutte (Rosa canina)

Der Hagenbuttentee zum Frühstück ist sicher sehr gesund. Die Anwendung der Hagenbutten gegen Gelenksprobleme erfolgt durch ein Pulver aus dem Fruchtfleisch der Hagenbutten, das in Form von fertigen Präparaten in der Apotheke erhältlich ist.

In Dänemark und Schweden wurden Hagebutten schon vor 20 Jahren quasi „entdeckt“ als Mittel gegen Arthrosen und in der Folge wissenschaftlich gut untersucht. Das Fruchtfleisch der Hagebutte enthält neben vielen Vitaminen, Carotinoiden und Flavonoiden vor allem auch Galaktolipide (GOPO), die für die positive Wirkung auf die Gelenke verantwortlich gemacht werden.

Das Pulver, das aus der ganzen getrockneten Frucht samt den Kernen besteht, wirkt entzündungshemmend, schmerzlindernd und hilft, die Morgensteifigkeit, die bei Arthrose so typisch ist, zu bessern. Studien zeigten, dass sich durch Einnahme des Pulvers die Hüft- und Kniegelenksbeweglichkeit verbessert. Außerdem kann das Pulver auch das LDL, das „negative“ Cholesterin senken, was sich positiv auf die Gefäße auswirkt.

Anwendung: Kurmäßig! Die volle Wirkung setzt nach 4- 6 Wochen ein, bis dahin sollte eine Tagedosis von 5g Pulver eingenommen werden, die dann auf eine Erhaltungsdosis von 2,5g reduziert werden kann.

Schmerzlindernde Heilpflanzen

Eine große Anzahl von Heilpflanzen enthält Salicin, das dann im Körper zu Salicylsäure umgewandelt werden und schmerzstillend wirkt. Dazu zählt vor allem die Weidenrinde, aber auch das Mädesüß, pharmakologisch Wiesenspierstaude genannt, die Eschenblätter und die Pappelblätter. Weidenrinde gibt es in der Apotheke als Tee oder fertige Präparate. Auch das Mädesüß gibt es als Droge für angenehm schmeckenden Tee. Eschenblätter, Pappelrinde und Weidenrinde gibt es in Kombination als fertiges Präparat (Phytodolor).

Äußerliche Heilpflanzenanwendungen

Begleitend zur innerlichen Einnahme empfehlen sich bei Arthrosen äußerliche Anwendungen von Heilpflanzen zur vermehrten Stoffwechselförderung im Gewebe, Entzündungshemmung und Schmerzlinderung. Sie werden entweder in Form von Ölauszügen, Tinkturen oder als Tees, die dann für Umschläge und Wickel genutzt werden, angewendet.

Johanniskrautöl wirkt durchblutungsfördernd und durchwärmend, somit muskelentspannend. Es kann als Einreibung oder als angewärmte Ölkompresse angewendet werden. Gut geeignet ist es als Trägeröl für ätherische Öle wie Rosmarin, Lavendel und Wacholder, wodurch das Wirkungsspektrum erweitert wird.

Arnikatinktur: Sie ist das „Volksheilmittel“ bei Gelenksbeschwerden. Bei äußerlicher Anwendung ist sie hervorragend bei allen rheumatischen und neuralgischen Schmerzzuständen, was auch Studien belegt. Arnika hilft vor allem bei Gelenksbeschwerden mit morgendlichem Zerschlagenheitsgefühl.

Arnikatinktur für Umschläge muss immer 10- fach verdünnt werden, sonst kann es zu Hautirritationen kommen. Als Fertigpräparate gibt es aber auch Salben.

Achtung: Nicht bei Korbblütlerallergien.

Wacholdertinktur:

Wacholder wirkt durchblutungsfördernd, erwärmt und entschlackt die Muskeln und entlastet dadurch die Gelenke. In der Apotheke gibt es Wacholder nur als Zusatz bei Mischpräparaten. Er lässt sich aber leicht selber herstellen.

Zubereitung: 1 Glas zur Hälfte mit Wacholderbeeren füllen, mit 40 % Alkohol übergießen. 3 Wochen an einem warmen Ort stehen lassen, abfiltern. Anwenden als Einreibung.

Beinwell: Beinwellsalbe ist wieder in der Apotheke erhältlich. Sie hilft, wie Studien zeigten, vor allem bei schmerzhafter Arthrose des Kniegelenks, kann aber sicherlich auch bei Problemen mit anderen Gelenken verwendet werden.

Auflagen und Wickel

Chronische Prozesse reagieren gut auf Wärme, akute eher auf Kälte. Also bei akuten Schmerzen und Schwellungen eher einen kalten Topfenwickel anwenden.

Bei chronischen Schmerzen empfiehlt sich die Anwendung eines Heublumensackes, den es in der Apotheke zu kaufen gibt. In Wasserdampf 15 Minuten erhitzen, vorsichtig ausdrücken und dann so heiß wie möglich auf die betroffene Stelle auflegen, mit einem Wolltuch fixieren und etwa 40 Minuten liegen lassen.

Der Kohlwickel stammt auch aus der Volksmedizin, kann aber sehr empfohlen werden. Man nimmt Kraut- oder Kohlblätter, wälzt sie mit einer Flache, so dass der Saft auszutreten beginnt. Vor der Anwendung über Wasserdampf erwärmen und dann auf das betroffene Gelenk auftragen. Kohlwickel verbessern die Situation um die Gelenke, wirken Schmerz- und Verspannungszuständen entgegen und fördern die Durchblutung.

Gemmotherapie gegen Arthrosen

In der Gemmotherapie, die bei uns leider noch zu wenig bekannt ist, werden die Knospen der Pflanzen verwendet. Sie werden in Form von Glycerinmazeraten eingenommen und wirken quasi als „Reparaturmechanismen“ in unserem Körper. Vor allem die Knospen der Nadelhölzer helfen, Gelenke wieder zu „reparieren“.

Tanne:

Wirkungsrichtung: Das Mazerat aus den Wipfeln hat sich bei allen Dekalzifikationserscheinungen bewährt.

Anwendungsgebiete: Hat sich zur Behandlung von Arthrosen (v. a. Hüftarthrose), sehr bewährt. Abwechselnd mit Bergfichtenmazerat einnehmen.

„Bergfichte“ : Im Handel ist das Mazerat unter dem fälschlichen Namen „Bergfichten- Knospen“. Tatsächlich stammt es von der Berg- Kiefer, die besser als Latsche bekannt ist

Wirkungsrichtung: Remineralisiert die Knochen und hilft bei Abnützungserscheinungen , entzündungshemmend.

Anwendungsgebiet: Bei vielen Arthrosen (Hüft- , Kniegelenks-, Rückenwirbelarthrosen), rheumatoide Prozesse (entzündliche und degenerative Formen), Osteoporose.

Einnahme: morgens 10 Tropfen Tanne, abends 10 Tropfen Bergfichte über längeren Zeitraum einnehmen

Aromatherapie und Schwangerschaft

jasminum-sambacDie Aromatherapie ist längst von einer Modeerscheinung zu einer ernst zu nehmenden Therapieform geworden. Die Aromatherapie hat sich im professionellen Pflegebereich etabliert und wird auch von vielen Hebammen in der Geburtshilfe angewendet. Grundsätzlich eignet sich die Aromatherapie auch zur Selbstanwendung in der Hauskrankenpflege, Voraussetzung ist allerdings ausreichende Kenntnis über den richtigen Umgang mit ätherischen Ölen. Eine sensible Zeit, in der ein Einsatz von ätherischen Ölen besonders sorgfältig überlegt werden muss, ist die Schwangerschaft.

Heilsame Aromatherapie

Mit diesem Begriff bezeichnet man den Einsatz von ätherischen Ölen zur Heilung, Linderung oder Verhinderung von Krankheiten. Da auch im Wellness – Bereich oder der Kosmetik die Verwendung von ätherischen Ölen als Aromatherapie angeboten wird, entsteht leider meist der Eindruck, dass Aromatherapie nur etwas zum „Wohlfühlen“ ist und der Einsatz von ätherischen Ölen harmlos ist. Generell ist man heute gern der Meinung, dass „Naturstoffe“ ungefährlich sind. Ätherische Öle sind aber hochwirksame Stoffgemische, die neben anderen Wirkstoffen in Pflanzen vorkommen. Viele ätherische Öle enthalten toxische Bestandteile, die bei unsachgemäßer Anwendung zu schweren Nebenwirkungen führen können. Die „Harmlosigkeit“ der ätherischen Öle vermittelt vielleicht folgender Vergleich: 1 Tropfen Pfefferminzöl entspricht dem Gehalt an ätherischem Öl von ca. 50 – 60 Tassen Pfefferminztee. Es kann also nur geraten werden, den richtigen Einsatz von ätherischen Ölen genau zu studieren.

Was versteht man unter Aromatherapie

Ätherische Öle sind lipophil, also fettlöslich und können über die Haut und da vor allem über das Unterhautfettgewebe aufgenommen werden. Die übliche Anwendung von ätherischen Ölen erfolgt daher in Form einer Anwendung auf der Haut, zarten Streichmassagen entweder so nahe wie möglich zum betroffenen Organ oder über Reflexzonen. Eher abzuraten ist von einer innerlichen Einnahme von ätherischen Ölen. Die Anwendung über Duftlampen kann zwar durchaus zu „Wohlfühlzwecken“ empfohlen werden, eine therapeutische Wirkung ist nur begrenzt zu erwarten.

Wirkungsvoller Duft

Ätherische Öle erfüllen einen Wunsch der Ganzheitsmedizin. Einerseits haben sie auf Grund der chemischen Bausteine eine konkrete physiologische Wirkung auf verschiedene Organsysteme, andrerseits wirken sie über ihre duftenden Bausteine, die über die Riechschleimhaut in der Nase aufgenommen werden, auf das Zentrum unserer Gefühle im Gehirn, auf das Limbische System. Sie haben damit nicht nur eine konkrete therapeutische Wirkung auf den Körper, sondern können auch zu psychischem Wohlbefinden beitragen.

Wie wirken ätherische Öle

Die Zusammensetzung der ätherischen Öle ist je nach Pflanze, aus der sie stammen, unterschiedlich. Man kann aber folgende Wirkungen zusammenfassen: viele sind antibakteriell, pilzhemmend und auch antiviral. Sie können auf der körperlichen Ebene blähungswidrig, gallenflüssigkeitsanregend, auswurffördernd, etc. sein. Auf der psychischen Ebene können sie antidepressiv, angstlösend oder beruhigend sein.

Gefährliche ätherische Öle während der Schwangerschaft

Der Einsatz von ätherischen Ölen während der Schwangerschaft muss aus vielen Gründen abgeraten werden

  • Viele ätherische Öle können hormonelle Wirkung haben, was sich emmenagog, sprich regelauslösend auswirken kann. Solche ätherischen Öle dürfen natürlich in der Schwangerschaft auf keinen Fall verwendet werden. Dazu zählen vor allem:
    Schafgarbe, Zimt, Fenchel, Niaouli, Muskat, Anis, Salbei, ferner werden auch Estragon, Kamille, Zeder, Wacholder, Liebstöckel, Eisenkraut, Cajeput, Basilikum, Oregano, Rosmarin, Muskatellersalbei und Vetiver als sehr problematisch für die Schwangerschaft betrachtet.
  • Als uterotonisch, also die Gebärmutter stärkend bis hin zu Wehen auslösend werden folgendeÖle betrachtet:
    Zimt, Fenchel, Eisenkraut, Muskat, Piment, Anis, Gewürznelke und Thymian.
  • Manche ätherischen Öle können hormonartige Wirkung haben, sollten daher vor allem im ersten    

Drittel (Trimenon) der Schwangerschaft gemieden werden: Rose (und zwar sowohl die Damaszenerrose als auch die Mairose), Muskatellersalbei, Myrrhe, Niaouli und Kiefer.

Gefährlich für den Embryo

Einzelne Bestandteile von ätherischen Ölen können die Plazenta und die Blut – Hirn – Schranke passieren. Darunter versteht man eine physiologische Barriere zwischen dem Zentralnervensystem und dem Blutkreislauf. Dies dient dem Schutz des Gehirns vor im Blut zirkulierenden Toxinen und Krankheitserregern. Substanzen wie Alkohol, Nikotin und andere Drogen können diese Blut – Hirn – Schranke überwinden, weil sie fettlöslich sind und das gilt eben auch für ätherische Öle. Das bedeutet, dass in der sensiblen Zeit der Kindesentwicklung im Bauch ätherische Öle auf sein Zentralnervensystem wirken können. Vor allem in den ersten Wochen des Embryonalstadiums, in denen sich das Gehirn entwickelt, sollten ätherische Öle strikt gemieden werden. Die Natur hat es übrigens ohnehin weise eingerichtet – während der Schwangerschaft, vor allem in der ersten Zeit, sind Frauen besonders geruchsempfindlich. Dieser „Beschützerinstinkt“ sollte klar machen, dass es besser ist, auf ätherische Öle, aber auch auf penetrant riechende Deos oder Parfums zu verzichten. Um die Problematik zu veranschaulichen, könnte man folgende Beispiele bringen: Lavendel und Bergamotte werden gerne zur Vorbeugung gegen Schwangerschaftsstreifen auf den Bauch als Massageöl aufgetragen. Lavendel hat konkret beruhigend Wirkung, die Bergamotte ist dagegen stimmungsaufhellend. Wie geht es dem armen werdenden Kind bei so einem „Psychococktail“?

Alternative – Kräuter verwenden

In den Pflanzen sind die ätherischen Öle nur ein Bestandteil von vielen Wirkstoffen. Ihre Konzentration ist daher nicht so hoch wie wenn das isolierte ätherische Öl verwendet wird. Darüber hinaus sind ätherische Öle schlecht wasserlöslich, also im Tee wenig gelöst. Es ist also zu empfehlen, während der Schwangerschaft die heilsame Wirkung der ätherischen Öle in Form der Verwendung von Kräutern, sei es als Tee, für Bäder oder als Salbe, zu nutzen.

Aromatherapie zur Geburtserleichterung

Im letzten Abschnitt der Schwangerschaft und vor allem bei der Geburt kann die Wirkung der ätherischen Öle sehr wohl genutzt werden. Am besten wäre es natürlich, das unter Anleitung einer erfahrenen Hebamme zu machen. Dennoch einige Tipps zur Selbstanwendung:

Bei vorzeitigen Wehen kann das echte Majoran – Öl sehr hilfreich sein. meist wird allerdings ein spanischer Thymian, Thymus mastichinus, als Majoran – Öl verkauft. Frau sollte also nur bei seriösen Firmen ätherische Öle kaufen und auch dann noch nachfragen, ob es sich um echten Majoran, botanisch also Origanum majorana handelt.

Anwendung: Auf 100 ml Mandelöl 10 Tropfen Majoran – Öl geben und damit den Bauch sanft einstreichen.

Zur Anregung der Wehen:

In den letzten Tagen vor dem Geburtstermin kann eine tägliche Massage mit Muskatellersalbei und Rose (auf 100 ml je 10 Tropfen) helfen, die Gebärmutter zu stärken. Alle als uterotonisch einzustufenden ätherischen Öle können wehenauslösend wirken. Sie könnten einerseits hilfreich sein, wenn der Geburtstermin schon überschritten ist oder wenn bei der geburt die Wehentätigkeit nachlässt. Zur Erinnerung, dazu zählen Fenchel, Eisenkraut, Anis, Gewürznelken.

Entspannende Düfte zur Geburt

Während der Geburt kann mit Düften in der Aromalampe eine angenehme, entspannte Atmosphäre geschaffen werden. Dafür eignet sich besonders Bergamotte, Geranie, Muskatellersalbei oder Lavendel.

Angstlösend und entkrampfend wirken Bergamotte und Lavendel, Anwendung am besten als sanfte Rückenmassage.

Fenchel: hilft der Frau, die Entbindung gelöster und leichter zu ertragen.

Eisenkraut (Lippia citriodora): wirkt wehenunterstützend

Jasmin: ist sozusagen das „Geburtsöl“. Wirkt euphorisierend, hilft, dass im Gehirn schmerzlindernde Botenstoffe ausgeschüttet werden, hilft gegen Kreuzschmerzen während der Geburt und kann helfen, den Ablauf der Geburt zu beschleunigen. Beim Kauf von Jasminöl sollte man auch auf seriöse Qualität achten.

Mutter – Kind – Bindung

Wie wichtig die Mutter – Kind -. Bindung über den Geruchssinn sein kann, ist heute unbestritten. Babys können ihre eigene Mutter und vor allem ihre milchspendende Brust aus mehreren Frauen „herausschnüffeln“. Um diese natürliche Duftbindung nicht zu stören, sollten nach der Geburt ätherische Öle nur in geringsten Mengen verwendet werden.

Wochenbettdepression

Die hormonelle „Berg – und – Talfahrt“ nach der Geburt führt bei vielen Frauen zu Gefühlsausbrüchen und manchmal auch zu depressiven Gefühlen. Da kann der Einsatz von stimmungsaufhellenden Ölen wie Bergamotte oder noch stärker wirkend Niaouli sehr hilfreich sein. Auch Mandarine und Geranium können angewendet werden. Anwendung entweder in der Duftlampe oder als Rückenmassage.

Duftende Säuglingspflege?

Säuglinge sollten im ersten Lebensjahr nur in Ausnahmefällen mit ätherischen Ölen und möglichst nicht mit bedufteten Pflegeprodukten behandelt werden. Ihre Haut ist besonders durchlässig und sehr empfindlich. Als Ausnahme kann nur das Rosenöl (auf 100ml 1 Tropfen) bei Hautproblemen empfohlen werden. Bei kolikartigen Blähungen kann eine zarte Bauchmassage mit Kümmel und Koriander (auf 100ml je 5 Tropfen) hilfreich sein.

Achtung: besonders gefährlich für Säuglinge sind Pfefferminze und Eukalyptus, da ihre Anwendung zu Erstickungsanfällen führen kann. Die Alternative in der Säuglingskrankenpflege ist daher besser die Anwendung von Heilpflanzen in der üblichen Form (Tee, Badezusatz,..)

Braunwurz, vergessene Heilpflanze

Auch wenn die Braunwurz in der Kräuterheilkunde kaum mehr bekannt ist, wäre anzuraten, sich ihrer zu erinnern und sie wieder anzuwenden. Sie ist nämlich sehr wirkungsvoll bei einer Lymphatischen Diathese, wie man in der Homöopathie eine Krankheitsbereitschaft der Haut und der Schleimhäute nennt, was zu einer besonderen Infektionsanfälligkeit führt.

Braunwurz, eigenartige Pflanze

scrophularia-nodosaDie Braunwurz gehört zu den in Europa bis hin nach Ostasien weit verbreiteten Pflanzen. Sie wächst an feuchten Stellen in Wäldern, an Waldrändern oder an Flussufern. Der Name Braunwurz bezieht sich auf die Farbe des Wurzelstockes, aber auch der Blüten. Diese Blüten sind wirklich was Besonderes, denn es gibt nur wenige Pflanzen, die braune Blüten tragen. Die der Braunwurz sind braun- violett mit aufgeblasenen Schlunden. Diese Blütenform ist der Wespe, dem Tier, das die Bestäubung besorgen soll, angepasst. Diese spezielle Form der Blüten, deren Schlunde an den Rachen erinnern, haben der Familie, zu der die Braunwurz gehört, den Namen „Rachenblütler“ verliehen. Heute betrachtet man aber die Braunwurzgewächse als eigene Familie.

Scrophularia gegen Skrofulose

Der botanische Name der Braunwurz lautet Scrophularia nodosa. Hier wird bereits im Pflanzennamen der Bezug zur Krankheit hergestellt: scrophula,   lat. Halsgeschwür. Beim Ausgraben sieht man an den langen Wurzeln knötchenartige Verdickungen, daher der botanische Artname nodosa, lat. knotig. Die Verwendung der Braunwurz war schon im Altertum bekannt, Dioscorides, der berühmte Arzt des 1. Jh. u. Z., lobt sie: „ Die Blätter…….haben die Kraft, Drüsen…..zu zerteilen „ und empfahl die Anwendung bei geschwollenen Drüsen. Auch die Kräuterdoctores des Mittelalters, die auf die Signaturen der Pflanzen achteten, verwendeten die Braunwurz bei der Skrofulose, also geschwollenen Mandeln und Lymphknoten im Rachen und Halsbereich. Aber auch gegen „Grind und Räudigkeit“, also bei ekzematösen Hautkrankheiten wurde Braunwurz eingesetzt.

Lymphe und Infektanfälligkeit

Naturheilkundlich orientierte Ärzte sagen: „Die Skrofulose steht nicht mehr in den Lehrbüchern, sitzt aber dennoch in unseren Wartezimmern“. In der alten Fachliteratur finden wir für die Skrofulose folgende Symptome: chronisch- katarrhische Entzündungen wie Bronchitis, chron. Schnupfen, Mittelohrentzündungen, aber auch Ekzeme, Lymphknotenschwellungen, vergrößerte Mandeln. In der heutigen Zeit spricht man, wenn überhaupt, von der „Lymphatischen Diathese“. Dabei handelt es sich um eine angeborene Krankheitsanfälligkeit der Haut und Schleimhäute. Sie entwickelt sich bereits in den ersten Lebensmonaten und bleibt häufig bis zur Pubertät bestehen. Danach treten diese Beschwerden oft in den Hintergrund und verlagern sich auf andere Organsysteme. Die ersten Hautreaktionen zeigen sich bei Säuglingen in Form von Milchschorf, Windelekzemen und nässender Dermatitis. Bei größeren Kindern zeigt sich eher eine Tendenz zu trockenen Ekzemen oder Neurodermitis. Besonders typisch sind aber immer wiederkehrende Entzündungen im bereich er Schleimhäute mit ständiger Erkältung, „Rotznase“, Ohrenschmerzen und Mandelentzündungen. Das lymphatische Kind „hustet sich“ von Infekt zu Infekt.

Als Ursache sieht die Naturheilkunde eine Schwäche der Lymphsysteme, mit den dazugehörigen Organsystemen. Da die Lymphorgane im Kindesalter allgemein sehr aktiv sind, da sie zur Entwicklung eines funktionstüchtigen Immunsystems beitragen, wirkt sich diese Schwäche des Lymphsystems besonders stark aus. Rein symptomatische Behandlungen der Erkältungen z. B. mit Antibiotika lösen das Problem nicht auf Dauer. Die Naturheilkunde empfiehlt daher in solchen Fällen nicht nur das Immunsystem sondern vor allem das Lymphsystem zu stärken.

Das Lymphsystem

Obwohl der Mensch ungefähr dreimal mehr Lymphe als Blut besitzt, spielt diese in der Medizin nur eine untergeordnete Rolle. Die Naturheilkunde betrachtet die „weiße Schwester des Blutes“ mit viel größerem Interesse. Je besser das Lymphsystem funktioniert, umso wirkungsvoller funktioniert die Entgiftung und „Entschlackung“ der einzelnen Organe und des Bindegewebes, die durch ein dichtes Netz von Lymphgefäßen an das Lymphsystem angeschlossen sind. Die Lymphknoten haben dabei die Funktion von Filterstationen, in denen sie mit Hilfe von Lymphozyten und Makrophagen (Fresszellen) Erreger und Schadstoffe aus dem Körper eliminieren. Zur Aktivierung des Lymphsystems stehen neben der manuellen Lymphdrainage auch viele altbewährte Heilpflanzen und vor allem die Braunwurz zur Verfügung.

Inhaltsstoffe der Braunwurz

Verendet wird traditionell die Wurzel, aber auch die Blätter der Braunwurz. An Inhaltsstoffen sind in der Wurzel vor allem sogenannte Iridoidglykoside gefunden worden und zwar Harpagosid und Harpagid sowie Aucubin, dazu ein Glykosid, Flavonoide und Saponine. Die Zusammensetzung der Iridoide gleicht der von der Teufelskralle (Harpagophytum) aus der Kalahari- Wüste, der Gehalt ist aber geringer. Dennoch kann auf Grund dieser Inhaltsstoffe auch der Braunwurz eine entzündungshemmende Wirkung zugesprochen werden, was auch einen Einsatz bei rheumatischen Beschwerden empfiehlt.

Braunwurz anwenden

Das Indikationsspektrum, in dem eine Anwendung von Braunwurz empfohlen werden kann, ist recht groß.

Bei Kindern mit Lymphatischer Diathese kann die Braunwurz als Tee eingesetzt werden, wobei man diesen auch mit Ringelblumenblüten und Stiefmütterchenkraut mischen sollte.

In Form einer Urtinktur (in dieser Form ist Scrophularia in der Apotheke erhältlich) hilft die Braunwurz unterstützend auch bei Erwachsenen mit Infektanfälligkeit, chronischem Schnupfen, Neigung zu Seitenstrangangina und Lymphdrüsenentzündungen.

Bei Hauterkrankungen wie Ekzemen, unterstützend auch bei Schuppenflechte, kann die Braunwurz sowohl innerlich als auch äußerlich in Form einer Salbe eingesetzt werden.

Formen der Anwendung

In der Apotheke gibt es eine Reihe von lymphanregenden Präparaten, die auch Braunwurz enthalten.

Teezubereitung: 1 TL der Wurzel auf ¼ l heißes Wasser im Aufguss, 10 Minuten ziehen lassen. Für Kinder nimmt man ½ TL Droge.

Salbe: In der Apotheke Scrophularia- Urtinktur 10 % in eine Salbenbasis einarbeiten lassen.

Achtung: Nicht während der Schwangerschaft und Stillzeit, da dazu zu wenig Untersuchungen vorliegen. Auch Herzkranke sollten besser auf die Braunwurz verzichten, obwohl sie herzanregende Glykoside enthält. Das könnte aber die Wirkung üblicher Herzmedikamente negativ beeinflussen.    

Bambus, Pflanze mit unbändiger Lebenskraft

bambusknotenImmer mehr Menschen leiden unter Beschwerden des Bewegungsapparates, der Wirbelsäule oder der Gelenke. Auf der Suche nach pflanzlichen Heilmittel für diese Probleme ist neuerdings eine Pflanze aus Ostasien populär geworden, der Bambus.

Bambus, ein besonderes Rohr

Der Bambus zählt botanisch gesehen zu den Gräsern, er ist also verwandt mit Mais oder Weizen ebenso wie mit den Gräsern in der Wiese. Die Bambusfamilie ist äußerst variantenreich, es gibt Arten, die nur wenige Zentimeter hoch werden, andere dagegen wie zum Beispiel der Schwarzrohrbambus (Phyllostachys nigra), der auch medizinisch verwendet wird, kann bis zu 10 m hoch werden. Die einzelnen Bambustriebe bestehen aus einer regelmäßigen Aufeinanderfolge von Internodien und Nodien (Knoten). Unterirdisch bilden die meisten Bambusse ein dichtes Wurzelwerk mit vielen Ausläufern. Das Hauptverbreitungsgebiet der Bambusse liegt in Ostasien, doch auch in Afrika, Südamerika und Australien sind Bambusarten bekannt. Auch bei uns wuchsen diese Riesengräser, doch starben sie währen einer extremen Trockenzeit im Tertiär aus. Heute gibt es eine Renaissance der Bambusse hierzulande als dekorative Gartenpflanzen.

Bam bu!

In China nannte man den Bambus vor 3000 Jahren Tsao, Gras. Der deutsche Namen soll folgendermaßen entstanden sein: Bei einem Lagerfeuer auf den Philippinen war ein europäischer Weltenbummler eingeladen. Das Feuer wurde mit Bambusstäben gemacht, die üblicherweise bei Hitze mit einem betörenden Knall zerbersten. Der Bummler erschrak über dieses ohrenbetäubende Spektakel und beschrieb es als „bam“ und „bu“ in seinem Tagebuch. Daraus soll sich das englische Bamboo und das deutsche Bambus entwickelt haben.

Bemerkenswerte Lebenskraft

Bambus ist ein Symbol für Elastizität, Überlebensfähigkeit, Stärke und Ausdauer. Im Winter neigt er sich unter der Last des Schnees bogenförmig bis zum Boden und er biegt sich im Sturm, doch er bricht nicht. Im Frühling, wenn die Pflanze zu sprießen beginnt, schießen die Triebe mit atemberaubender Geschwindigkeit aus der Erde, pro Tag bis zu 30 cm. Neben Ginkgo überlebte der Bambus die Atombombe von Hiroshima und trieb im nächsten Jahr wieder aus. Er ist hart wie ein Stein, zäh wie Stahl und doch so leicht wie eine Feder. Beim Trocknen verliert das Rohr 40 bis 70% seines Gewichtes und eignet sich als Baumaterial mit hoher Biegefestigkeit. Deshalb wird er in China in vielfältiger Weise, vor allem aber als Baumaterial verwendet. Auch die Tierwelt schätzt den Bambus- der Panda, der in den Wäldern Westchinas lebt, ernährt sich fast ausschließlich von seinen Blättern und Sprossen.

Heilsamer Bambus

Vom Bambus kann man fast alles verwenden. Große Bedeutung als hochwertiges Nahrungsmittel haben die Bambussprossen (die Schösslinge das Rohrs), die reich an Kieselsäure sind und somit von großem Wert für das Stütz- und Bindegewebe des Menschen sind. Sie sind beliebt als Gemüse oder in Essig eingelegt. Sie müssen aber gekocht werden, da sie etwas Blausäure enthalten.

Die Bambusblätter enthalten bis zu 200 Wirkstoffe. Sie liefern einen wohlschmeckenden, leicht süßlichen Tee. Da sie auch viele antioxidative Flavonoide enthalten, denen man eine „faltenmindernde“ Wirkung zuschreibt, werden sie gerne als Anti- Aging- Kosmetika verkauft. In der TCM werden Dekokte der Blätter auf Grund ihrer kühlenden Wirkung bei Fieber eingesetzt und im Ayurveda zur Blutstillung, bei Asthma und bei Lepra.

Im Inneren der Halme finden sich vor allem an den Knoten Kieselsäureabsonderungen, Bambuskiesel, Bambuskampfer oder Tarachir genannt. Es sind erbsengroße gelbliche Ablagerungen, die aus dem gespaltenen Halm gekratzt werden. Sie werden in der TCM bei Nervosität, Fieber, Bronchitis und sämtlichen Formen von Husten eingesetzt. Auch bei Spasmen und Krampfneigungen sollen sie helfen und sogar eine aphrodisierende Wirkung haben.

Bambusstreifen (Abschälungen des Rohres) helfen als Dekokt bei Magenproblemen und die Bambussplitter wurden als Vorläufer der Akupunkturnadeln genutzt.

Die Signatur des Bambus

Auch wenn die Signaturlehre nur von traditionellen Heilsystemen anerkannt ist, aber von der Naturwissenschaft belächelt wird, kann die Erscheinung einer Pflanze schon zum Verständnis der Wirkung verhelfen. Die Signatur einer Pflanze, die auf Grund ihres besonderen Aussehens einen Vergleich zum menschlichen Organismus bringt, erlaubt beim Bambushalm eine Analogie zum Aufbau der Wirbelsäule. Wachstumsknoten, Flexibilität und Belastbarkeit des Bambus korrespondieren deutlich mit der Anatomie der gesunden Wirbelsäule und deren Bandscheiben.    

Bambus als Heilmittel

Der Bambus ist eine der kieselsäurereichsten Pflanzen, er enthält bis zu 77% Kieselsäure vor allem an den Knoten. Auf Grund dieses Inhaltsstoffes kann man dem Bambus folgende Wirkungen zuschreiben: granulationsfördernd, stabilisierend auf Knochen und Gelenke, Bandscheiben und Wirbelsäule, kräftigend auf den Stützapparat, Bindegewebe stärkend, fördert die Elastizität der Haut, aufbauend, stärkend und vitalisierend.

Bambusextrakte regen die Kollagensynthese im Knochen- und Bindegewebe an und fördern dadurch bei Gelenkserkrankungen die Wiederherstellung des zerstörten Knorpels. Dadurch wird die Beweglichkeit und Elastizität des ganzen Bewegungsapparates verbessert. Leider gibt es noch zu wenige westliche wissenschaftliche Untersuchungen. Neben der chinesischen Medizin hat sich vor allem die Anthroposophische Medizin mit der Wirkung des Bambus auseinandergesetzt, für sie gilt er als Basisheilmittel für Wirbelsäulenbeschwerden. Auch in naturheilkundlich arbeitenden Medizinerkreisen wird dem Bambus eine bemerkenswerte Wirkung zugesprochen.

Als Indikationen zum Einsatz von Bambus kann man nennen: Bandscheibenschäden, Arthritis und Arthrosen, Osteoporose, Muskelrheuma, auch Ischias und Lumbago (Schmerzzustände an der Lendenwirbelsäule).

Anwendung:

Bambustinktur (sollte aus den Knoten hergestellt sein), gibt es bei www.phytopharma.at .Man nimmt über einen längeren Zeitraum täglich 2mal 10- 15 Tropfen.

Aus der anthroposophischen Medizin gibt es homöopathisch potenzierte Mittel, die aus den Knoten hergestellt sind: Bambusa e nodo D 3 oder D 6, Globuli (WALA), gibt es auch als Flüssige Verdünnung zur Injektion (s.c. im Glutealbereich). Indikation: Bei degenerativen Wirbelsäulenerkrankungen und Bindegewebsschwäche.

 

Ein weiterer Tipp aus der Anthro-Medizin ist die Anwendung von Mandragora officinalis bei degenerativen und entzündlichen Erkrankungen der Gelenke und Bänder. Keine Bedenken vor der Solanacee, sie ist homöopathisch aufbereitet und die Anwendung ebenfalls sehr bewährt.

Von der Firma WELEDA gibt es: Mandragora 5% Unguentum

sowie ein Kombinationspräparat bei Knieproblemen: Mandragora comp. (Arnica, Betula, Equisetum, Formica, Mandragora und Meniscus genus bovis)als Tropfen zur innerlichen Einnahme und Aufbereitung zur s.c. Injektion.

Den Augen Gutes tun

„Schau mir in die Augen, Kleines,“ dieser berühmte Satz aus dem Film Casablanca sagt es sehr klar aus. Unsere Augen lassen nicht nur Eindrücke herein, sondern sie lassen sie auch heraus. In ihnen sieht man die Gefühle und Stimmungen der Menschen. Leider sind unsere Augen sehr belastet und daher sollten wir überlegen, wie wir ihnen Gutes tun können.

Die Augen, Spiegel der Seele

Es sind unsere Augen, die in Tränen ausbrechen und so eine psychische Situation nach außen offenbaren. Liebe dagegen macht blind- im Stadium des Verliebt sein sieht man die Realität nicht mehr klar. Die häufigsten Störungen im Bereich der Augen sind Kurzsichtigkeit und Weitsichtigkeit, wobei Kurzsichtigkeit vor allem in der Jugend auftritt und die Weitsichtigkeit eine Störung des Alters ist. Aus psychosomatischer Sicht lässt sich das leicht erklären. Die Jugendlichen sehen meist nur ihren eigenen Umkreis, „man sieht nur bis zur eigenen Nasenspitze“. Der alte Mensch dagegen sollte aufgrund seiner Lebenserfahrung schon Weisheit und Weitsicht entwickelt haben. Leider verwirklichen viele Menschen diese Weitsicht nur in der Weitsichtigkeit.

Sehen ist mehr als schauen

Zwei Drittel aller Sinneseindrücke werden durch die Augen, also visuell vermittelt. Das heißt, wir nehmen die meisten Reize aus der Umwelt mit den Augen wahr. Darüber hinaus sind die Augen sehr eng verknüpft mit der allgemeinen Fähigkeit zur Bewegung und unseren geistigen Leistungen. Das heißt, das Sehen ist maßgeblich an der Bewältigung unseres täglichen Lebens beteiligt. Grund genug, zu überlegen, was wir für unsere Augen tun können.

Entspannung für die Augen

Den besten Abstand von belastenden Alltagssituationen und Stress gewinnen wir durch das Schließen der Augen. Nur wenn der visuelle Reizfluss unterbrochen wird wie beim Schließen der Augen, schalten wir im wahrsten Sinne des Wortes ab. Sind wir dagegen angespannt und fordern unserem Denkvermögen höhere Leistungen ab, können wir das Höchstmaß an Sehschärfe mobilisieren. Dadurch können Situationen schneller erfasst und der nötige Durchblick gewonnen werden. Die Augen sind aber nicht unbegrenzt belastbar. Sie sind dankbar, wenn man ihnen die Möglichkeit zur Entspannung gibt. Gut geeignet sind dafür sind spezielle Übungen, die von dem amerikanischen Arzt Dr. Bates schon 1920 beschrieben wurden.

Übungen:

  • Schauen Sie 6-7 mal hintereinander zunächst nach rechts, dann nach links und wieder nach rechts.
  • Dann heben Sie ihre rechte Schulter so weit wie möglich nach oben, wenn sie nach rechts schauen und umgekehrt. Mehrere Male wiederholen.
  • Dann bücken Sie sich mit ausgestreckten Armen und lassen ihre Augen den Fingerspitzen folgen, dasselbe links und wiederholen.
  • Zum Abschluss setzen Sie sich wieder hin und drehen ihre Augen im Kreis von rechts nach links.

Palmieren

Mit dieser Übung können die Augen gut entspannt werden. Bildschirmarbeiter sollten sie also von Zeit zu Zeit durchführen.

  • Sie setzen sich entspannt hin, legen die Handflächen leicht gewölbt über die Augen und überkreuzen die Finger auf der Stirn. Tief und gleichmäßig atmen und versuchen, sich in einen Zustand tiefster Dunkelheit zu versetzen.

Chinesische Augenmassage

Die zarte Massage bestimmter Meridianpunkte hat eine starke durchblutungsfördernde Wirkung auf die Gesichts-, aber auch den Augenmuskel. Mit leichtem Druck massieren Sie mit kreisenden Fingern

seitlich der Nasenwurzel, unterhalb der äußeren Augenbrauenenden, im Bereich des Jochbeins seitlich der Nase und streichend am oberen Rand der Augenhöhlen unterhalb der Augenbrauen..

Die Augen essen mit

Augenprobleme wie Netzhautschäden, Makuladegeneration, Altersweitsichtigkeit oder grauer Star lassen sich nicht wegtrainieren. Einen kleinen Beitrag zur Vorsorge leisten aber sekundäre Pflanzenstoffe in der Nahrung. Als „Radikalfänger“ schützen sie die Netzhaut und sorgen für gesunde Sehsinneszellen. Auch die Nachtblindheit (wichtig für Autofahrer), bei der schlecht funktionierende Stäbchen- Sinneszellen das Dämmerungssehen einschränken, lässt sich durch gezielte Versorgung mit sekundären Pflanzenstoffen positiv beeinflussen. Solche Schutzstoffe sind vor allem die Carotinoide Lutein und Zeaxanthin, Beta- Carotine und Anthocyane. Wissenschaftliche Studien belegen, dass der Konsum von Pflanzen mit diesen Wirkstoffen das Risiko für Makuladegeneration um fast 40% senken kann. Bei besonderer Beanspruchung der Augen, zum Beispiel Bildschirmarbeiten, ist der Bedarf an diesen Schutzstoffen erhöht.

Lutein, Zeaxanthin finden sich in Spinat, Kopfsalat, Erbsen, Petersil und Grünkohl. Im Spinat finden sich besonders viele Augenschutzstoffe, er ist daher weniger ein Gemüse für Kinder, sondern für ältere Menschen.

Das Anthocyan Myrtillin in der Heidelbeere dagegen sorgt ganz besonders für die Elastizität der Gefäße in den Augen und ist gut für Menschen, die unter Nachtblindheit und Lichtempfindlichkeit leiden.

Wie sensibel sind unsere Augen

Die Augen sind hochkompliziert und sensibel gebaute Sinnesorgane. Warnsignale, dass mit unseren Augen etwas nicht in Ordnung ist, sind:

  • Brennen der Augen
  • Tränen der Augen
  • Trockenheit der Augen
  • jede Art von Lichtscheu
  • Schmerz und
  • Sehverschlechterung

Ein Besuch beim Augenarzt ist dann sicher zu empfehlen

Tipp aus der TCM

Die chinesische Medizin sagt: „Die Leber öffnet sich in den Augen“. Das bedeutet, dass die Augen der Wandlungsphase Holz und somit dem Leber- und Gallenmeridian zugeordnet sind. Daher untersucht ein TCM- Arzt bei einem Patienten mit Augenproblemen zuerst den energetischen Zustand der beiden Meridiane. Bei stark juckenden, trockenen, aber auch tränenden Augen sollte man vielleicht daran denken, auch der Leber was Gutes zu tun..

Heilpflanzen für die Augen

Je nach Problem gibt es die Möglichkeit als vorbeugende Selbsthilfemaßnahme Heilpflanzen zu verwenden. An vorderster Stelle steht dabei eine Heilpflanze, deren Name ihre Wirkung klar umschreibt.

euphrasia-rostkoviana

Der botanische Name Euphrasia, der aus dem Griechischen stammt, bedeutet soviel wie Frohsinn und Wohlbefinden. Im Mittelalter war man überzeugt, dass der Augentrost auch die innere Sehkraft stärken und hellsichtig machen kann. Der Name sagt es aber deutlich, Augentrost hilft bei verschiedenen Augenproblemen. Die Inhaltsstoffe sind Iridoidglykoside wie Aucubin, dem man neuerdings eine „Breitbandwirkung“ gegen bakterielle Infektionen und überhaupt entzündungshemmende Wirkung zuschreibt. Diese Wirkung wird noch durch Gerbstoffe und Flavonoide verstärkt.

Augentrost hilft als Tee (Aufguss,, 10 Minuten ziehen lassen) in Form von Umschlägen oder Augenspülungen. Das Indikationsgebiet erstreckt sich dabei von gereizten Augen durch Überanstrengung bis zu Bindehautentzündungen und auch Gerstenkörnern. Innerlich wird Augentrost homöopathisch in Form von Euphrasia D6 gegen alle möglichen Augenprobleme wie Augenbrennen, gerötete, gereizte und tränende Augen eingesetzt (3 mal 5 Globuli/Tag). Es gibt auch Euphrasia D3- Augentropfen, die bei den oben genannten Indikationen eingesetzt werden können, aber auch von Kontaktlinsenträgern immer wieder vorbeugend verwendet werden sollten.

Ein Heilpflanzentipp stammt aus der Traditionellen Chinesischen Medizin:

Chrysanthemenblüten: Seit Jahrtausenden werden sie in der TCM als Heilmittel mit kühlenden Eigenschaften, die den Körper entgiften und Krankheitserreger abwehren, innerlich angewendet. Äußerlich angewendet helfen sie bei müden, geröteten Augen und sollen auch die Sehkraft verbessern.

Anwendung: In der Apotheke bekommt man getrocknete Blüten von Chrysanthemum morifolium, (chinesisch Juhua) . Die Blüten werden kurz in heißes Wasser getaucht, zart ausgedrückt, etwas auskühlen lassen und 20 Minuten auf die geschlossenen Augen legen.

Fenchel (Foeniculum vulgare): Die Fenchelkörner eignen sich als Tee (Samen zerdrücken, Aufguss, 10 Minuten ziehen lassen) zu Augenspülungen für gereizte Augen. Den Tee abkühlen lassen, in Glas schütten, dieses über das offene Auge geben und kurz durchspülen.

Achtung: Nicht geeignet für Behandlungen im Auge ist der Kamillentee. Seine ätherischen Öle könnten bindehautreizend sein. Bei Lidrandentzündungen und Gerstenkörnern kann man allerdings Umschläge mit Kamillentee auf das geschlossene Auge machen.

Trockene Augen

Immer mehr Menschen leiden an einer mangelhaften Tränenflüssigkeitsproduktion (Keratitis sicca), dem sogenannten trockenen Auge. Als Ursache kommen Bildschirmarbeit, aber auch hormonelle Probleme in Frage. Die Beschwerden zeigen sich in einem Trockenheits- und Fremdkörpergefühl (als ob man Sand in den Augen hätte) und Brennen und Jucken in den Augen.

In der Apotheke gibt es eine Vielzahl von Tränenersatzmitteln, die auch über längeren Zeitraum verwendet werden können.

Mit homöopathischen Augentropfen könnte auch ursächlich gegen das Problem der trockenen Augen vorgegangen werden. Kombiniert werden in diesen Augentropfen (Oculoheel), die praktisch in Plastikkapseln abgefüllt, als Einmalmittel verwendet werden, folgende Heilpflanzen:

Euphrasia (Augentrost): Gegen Augenbrennen und geschwollene Lidränder

Jaborandi (Pilocarpus): Allgemein bei Augenschmerzen und bei Überanstrengung

Cochlearie (Löffelkraut): Bei Rötungen der Augen, u.a. auch durch Bildschirmarbeit

Echinacea (Sonnenhut): Gegen die Entzündungstendenz.

Diese Augentropfen helfen den Augen, die natürliche Feuchtigkeit zurückzugeben und auch Kontaktlinsenträgern, Augenreizungen zu vermeiden.

Brennende Augen

Homöopathie:

Galphimia D4 (: Brennende und tränende Augen durch Pollenallergie
Adhatoda vasica D2( Indisches Lungenkraut): Juckende Augen bei Heuschnupfen

Miriam Wiegeles Zauberpflanzen, Magische Wirkung und zauberhafte Rituale

mein_leben_mit_pflanzenDieses Buch erschien 2003 unter dem Titel „Zauberpflanzen, Pflanzenzauber, Mystik, Gartenpraxis“ und wurde nun von mir überarbeitet und stark erweitert.

Zauberpflanzen- da denkt man an Pflanzen, die als Liebeszauber wirken, Schaden abwehren helfen oder reich machen sollen. Da Heilen auch immer als magischer Vorgang gesehen wurde, trennte man nicht zwischen heilenden Pflanzen und Zauberpflanzen. Dieses Buch versucht mit viel Augenzwinkern zu vermitteln, welche Pflanzen als Zauberpflanzen betrachtet wurden und welche magischen Wirkungen man ihnen zusprach. Es erzählt über die Verwendung der Zauberpflanzen zu Heilzwecken, über volksmagische Bräuche und verhilft vielleicht durch Ratschläge und schönen Zeichnungen zu helfen, aus dem eigenen Garten ein privates Zauberreich zu gestalten.

 

Erschienen 2015 bei av- Verlag (www.avbuch.at)

Miriam Wiegele, Mein Leben mit Pflanzen von Christine Weidenweber

zauberpflanzenSie ist eine unglaubliche Persönlichkeit, eine Autodidaktin im wahrsten Sinne des Wortes. Neben dem ursprünglichen Studium der Medizin, verfügt Miriam Wiegele über fundierte Kenntnisse der Ethnologie, Botanik und Pharmakognosie. Sie geht den Dingen auf den Grund, hinterfragt alles kritisch, und alle ihre Studien und Kenntnisse nützt sie dazu, um Menschen die Kraft der Pflanzen, ihre Mystik, ihre Bedeutung in früheren Zeiten näher zu bringen.

Die Autorin Christine Weidenweber beschreibt die große Pflanzenkennerin und Pharmakognostikerin, ihre Pflanzen und Gärten. Die Geschichten sowie die Pflanzen- und Gartenporträts geben einen ganz intimen Eindruck in das Leben einer faszinierenden Frau.

Aus dem Inhalt:

  • Von der Leidenschaft, die Welt zu bewegen
  • Ein privater botanischer Garten im Burgenland
  • Die Gärten der Miriam Wiegele
  • Von zauberhaften Pflanzen und verzauberten Katzen

Über die Autorin:

Christine Weidenweber ist seit vielen Jahren als Lektorin, Autorin und freie Fachjournalistin in der Grünen Branche tätig. Die studierte Agrarwissenschaftlerin bewirtschaftet selbst einen Garten, der als Experimentierfeld für alte und neue Nutzpflanzensorten dient.

Erschienen 2016 im av- Verlag

Die Natur-Apotheke, Das überlieferte und neue Wissen über unsere Heilpflanzen

die_natur-apothekeSeit Beginn des Erscheinens von „Servus in Stadt &Land“, einem besonderen Magazin mit interessanten Inhalten, schrieb ich in der Kolumne „Natur- Apotheke“ über die Anwendung von Heilpflanzen mit Rubriken Botanik, Geschichte, Inhaltsstoffe, Wirkung, Heilanwendungen. Ab 2013 übernahm Karin Buchart, Kräuterexpertin im Verein für Traditionelle Europäische Heilkunde die Rubrik „Natur- Apotheke“. Ich schreibe nun in der Kolumne „Naturwissen“ über Volkskunde, Bräuche, Volksmedizin und andere Themen aus dem Bereich Natur. Die Beiträge der „Natur- Apotheke“ sind nun zu einem Buch zusammengefasst worden, das vor allem durch die wunderschönen und botanisch exzellenten Zeichnungen von Andreas Leitner zu einem besonderen Buch geworden ist.

 

Erschienen 2016 bei Servus bei Benevento Publishing