Kräuterelixiere, die selbst gemachte Hausapotheke

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Heilmittel, die aus Kräutern hergestellt werden, erfreuen sich nach wie vor zunehmender Popularität. Aus diesem Grund gibt es eine große Palette von Kräuterpräparaten – Kapseln, Säften, Tinkturen, etc. – mittlerweile nicht nur in Apotheken, sondern sogar schon in Supermärkten zu kaufen. Ist es daher sinnvoll, eine Kräuterhausapotheke selber herzustellen?

Samuel Hahnemann, der Begründer der Homöopathie, war überzeugt, dass die innere Qualität eines Heilmittels gesteigert werden kann, wenn sein Hersteller positive Gedanken in sich trägt. Es lohnt sich also, mit fröhlichem Herzen die Düfte und Aromen der Kräuter zu genießen, wenn man Tinkturen, heilende Liköre, Kräuterweine, Sirup und Säfte, aber auch Kräuteröle und Salben selbst herstellt.

Dieses Buch erklärt ausführlich, wie die heilenden Pflanzen dem Menschen helfen können, wie man Kräuter intuitiv „begreifen“ lernt und welche konkreten Inhaltsstoffe sie enthalten, wie man Kräuter selber sammeln soll und wie man sie dann zu Heilmitteln verarbeiten kann.

Viele der in diesem Buch besprochenen Heilpflanzen sind in Vergessenheit geraten. Die 4. Auflage des Buches diente nicht nur einer Überarbeitung, sondern auch einer großen Erweiterung in Form der Beschreibung traditioneller Heilpflanzen wie Farnkräuter, Labkräuter oder Sanikel.

In einer Zeit, in der viele Krankheiten neu entstehen oder sich mit veränderten Symptomen präsentieren, wird es wichtig, neue Heilmittel zu suchen. Die altbekannten und auch die vergessenen Heilpflanzen könnten hier zu einer therapeutischen Vielfalt verhelfen.

Erschienen im Verlag Bacopa, (www.bacopa.at)

Heilsames und aromatisches Grün, Die Heilkräfte all der essbaren Pflanzen, Band 2

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Die strikte Trennung von Heilpflanzen und Nahrungspflanzen hat keinerlei Berechtigung. Schon Hippokrates sagte: „Lasst Eure Nahrungsmittel Heilmittel und Eure Nahrungsmittel Heilmittel sein.“ Noch vor nicht allzu langer Zeit war Krautsaft gegen Zwölffingerdarmgeschwüre oder Rettichsaft gegen Gallenproblem medizinischer Standard. Heute ist die therapeutische Anwendung von Obst und Gemüse eher der Naturheilkunde vorbehalten. Natürlich wird dem Thema Ernährung breiter Raum geschenkt, doch da geht es meist um Kalorien und je nach Theorie, was man essen darf oder nicht. Natürlich kennt man auch die Inhaltsstoffe der essbaren Pflanzen, leider zu wenig berücksichtigt wird, welche therapeutisch nutzbaren Heilkräfte man ihnen zusprechen kann. Es gibt zwar mittlerweile standardisierte Präparate von Preiselbeeren gegen Blasenentzündungen oder Heidelbeerextrakten gegen Makuladegeneration.

In diesem Buch erfahren Sie, wie man die Heilkräfte der essbaren Pflanzen geschmackvoll nutzen kann und darüber hinaus, wie sie in alternativen Heilsystemen wie Gemmotherapie, Bach- Blütentherapie, Homöopathie, etc eingesetzt werden können. Die Heilkraft der Pilze wird in der Traditionellen Chinesischen Medizin schon lange genutzt, dem Thema Mykotherapie (also therapeutischer Wirkungen der Pilze) ist in diesem Buch ebenfalls ein Kapitel gewidmet.

Erschienen im Verlag Bacopa, (www.bacopa.at)

Erschienen im Verlag Bacopa, (www.bacopa.at)

Heilsames und aromatisches Grün, die Heilkräfte all der würzenden Pflanzen, Band 1

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Spricht man von heilsamem Grün, denkt man vermutlich primär an „bittere Arznei“ wie Wermut oder Schafgarbe. Die Heilmittelapotheke beginnt aber bereits im Küchengarten. Bei Gewürzkräutern gibt es keine Trennlinie zwischen kulinarischer Verwendung und einem Einsatz als Heilpflanze. Ähnliches gilt für die aromatischen Teekräuter wie die Goldmelisse, die im Kräutergarten wachsen, auch wenn sie nicht explizit als Heilpflanzen gelten, haben sie doch heilsame Kräfte. Auch die „wilden“ Kräuter hinter dem Küchengarten sind nicht nur eine Bereicherung der Frühjahrsküche, sondern haben gesundheitsfördernde Kräfte. Die Gewürze dagegen finden sich seit Jahrtausenden in den Arzneibüchern und wurden schon immer als Heilmittel genutzt. Der Schwerpunkt dieses Buches ist die Heilkraft all der würzenden Pflanzen, wobei aber auch Tipps zur kulinarischen Verwendung und Ratschläge zur gärtnerischen Kultur nicht fehlen.

Erschienen im Verlag Bacopa (www.bacopa.at)

Zauberpflanzen – Pflanzenzauber Magische Pflanzen und zauberhafte Ratschläge

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Schon immer wollte der Mensch in einer heilen Welt leben, wollte heil, gesund, erfolgreich und glücklich sein. Lebt er mit seinem Umfeld im Einklang, kann sich dieser Wunsch erfüllen. Doch das Universum zeigt sich oft von einer anderen Seite. Es kann dunkel, krankmachend und zerstörerisch sein. Dagegen versuchte der Mensch sich mit übernatürlichen Maßnahmen zu wehren, mit Zauberei. Dazu bediente man sich bestimmter Werkzeuge: Zaubersprüche, Rituale und vor allem besonderer Pflanzen, denen man Zauberkräfte zusprach.

Zauberpflanzen- da denkt man an Pflanzen, die als Liebeszauber wirken, Schaden abwehren helfen oder reich machen sollen. Da Heilen auch immer als magischer Vorgang gesehen wurde, trennte man nicht zwischen heilenden Pflanzen und Zauberpflanzen. Dieses Buch versucht zu vermitteln, welche Pflanzen als Zauberpflanzen betrachtet wurden und welche magischen Wirkungen man ihnen zusprach. Es erzählt über die Verwendung der Zauberpflanzen zu Heilzwecken, über volksmagische Bräuche und verhilft vielleicht durch Ratschläge, aus einem Garten ein privates Zauberreich zu gestalten.

Neuauflage erscheint im August 2015 beim av- Verlag (www.avbuch.at)

Apitherapie – Gesundheit aus dem Bienenstock

Bild4 zu Nachlese (Kopie)So alt wie die Menschheit, ist auch die Beziehung zwischen Mensch und Biene. Die Wertschätzung von Bienenprodukten ist erfreulicherweise immer mehr steigend und die Apitherapie (Apis ist die Biene) findet zunehmend auch wissenschaftlich mehr Anerkennung. Die Honigbienen schenken dem Menschen folgende Produkte, die er als Arznei oder Nahrung verwenden kann: Bienengift, Propolis und Wachs (für Salben) werden therapeutisch genutzt, sowohl Heilmittel als auch Nährmittel sind dagegen Honig, Bienenpollen und Gelee Royale.

Die Bienen, Freunde des Menschen

Vermutlich sind die Bienen schon mindestens 40 Millionen Jahre länger auf dieser Welt als die Menschen. So wurden in Bernstein von der Ostseeküste, der vor 40 bis 50 Millionen Jahren entstand, Einschlüsse gefunden, die kaum von der heutigen Honigbiene zu unterscheiden sind. In der Höhle von Pauka bei Valencia in Spanien entdeckte man 12000 Jahre alte Felszeichnungen, die das sammeln von in Felsspalten nistenden Bienen darstellen. Bei allen alten Hochkulturen der Menschheit, den Babyloniern, den Ägyptern, Persern, Griechen und Römern stand die Bienenzucht in hoher Blüte und schon damals wurde die Produkte der Biene auch medizinisch genutzt.

Die Biene, eine homöopathische Arznei

Apis mellifica (apis, Biene, mellifica, honispendend) selbst wird zur Arznei, wenn sie homöopathisch potenziert wird. Vor allem setzt man Apis, meist als Apis D6 oder C30 bei Schwellungen ein, die denen von Bienenstichen ähneln: klar umschriebene Anschwellungen von rötlicher Farbe, mit stechendem Schmerz und brennender Hitze, mit Verlangen nach Abkühlung (z.B. kalten Umschlägen) und hoher Druckempfindlichkeit. Sollten die Folgen von Bienen- oder anderen Insektenstichen diese Symptome aufweisen, hilft Apis als homöopathisches Mittel. Die Gefahr im Winter von Bienen gestochen zu werden, ist wohl gering, Apis hilft aber auch bei stechenden Halsschmerzen mit dem Gefühl, einen zusammengeschnürten Hals zu haben. Außerdem kann man Apis bei Gelenksbeschwerden oder Gichtanfällen mit rötlichen und heißen Schwellungen, die auf kalte Umschläge gut reagieren, einsetzen.

Apitoxin, das Bienengift

Bienen schützen sich gegen Eindringlinge in ihren Bienenstock mit Hilfe ihrer Stacheln und dem beim Stich „injizierten“ Bienengift. Beim Menschen führt dieser Stich zu den oben genannten Symptomen, wobei man vor allem daran denken sollte, dass immer mehr Menschen auf Bienengift mit schwersten allergischen Symptomen reagieren. Die Volksmedizin vertritt allerdings die Meinung, dass Imker meist bis ins hohe Alter frei von entzündungsbedingten Erkrankungen bleiben, was nicht nur auf die imkerliche Tätigkeit zurückgeführt werden kann, sondern auch auf die häufigen Bienenstiche. Die Wirkung und Reaktion auf Apitoxin wurde genauer untersucht. Wenn Bienengift in den Körper gerät, aktiviert es die Nebennieren, wodurch es zu einer erhöhten Ausschüttung von körpereigenem Kortison kommt. Somit kann man Bienenstichen tatsächlich eine entzündungshemmende Wirkung zusprechen. In der Medizin wird es vor allem bei neuralgischen und rheumatischen Erkrankungen in Form von Salben verwendet. In Amerika wurde bei Untersuchungen auch eine positive Wirkung gegen Multiple Sklerose nachgewiesen. Behandlungen mit Bienengift sollten aber wegen der lebensgefährlichen allergischen Reaktionen Ärzten vorbehalten bleiben. Bezüglich Salben mit Apitoxin sollte man sich in der Apotheke informieren.

 

Propolis, der Immunschutz der Bienen

Propolis, das Kittharz der Bienen gewinnt als Naturheilmittel immer mehr an Bedeutung. Diese wachsartige, klebrige und balsamisch duftende Substanz sammeln die Bienen von bestimmten Baumknospen oder harzigen Teilen der Bäume. Dort hat das Harz eine Schutzfunktion, es behütet die Knospen oder Wundstellen vor Infektionen und Schädlingen. Unter Beifügung bieneneigener Stoffe wie Speichel entsteht das Kittharz. Propolis (pro, lat. für, polis, griech. Stadt) verwenden die Bienen, um im Bienenstock die Wände, Ecken, Rahmen und den Eingang zu beschichten und auch sich selbst überziehen sie mit einem hauchdünnen Film. So können sie sich vor Krankheitserregern schützen, Propolis dient den Bienen also als Infektionsschutz und keimabwehrender Stoff.

Die Zusammensetzung von Propolis ist äußerst komplex, bislang wurden 149 organische Verbindungen und 22 verschiedene Mineralstoffe gefunden. Propolis enthält ca. 30 % Wachse, 55 % Harze und Balsame, 10 % ätherisches Öl, 5 % Blütenpollen sowie eine hohe Menge an Flavonoiden, die nach den neuesten Forschungen für den größten Teil der vielfältigen Wirkungen von Propolis verantwortlich sind.

Wirkung:

  • bakterizid, vor allem gegen grampositive Eiterbildner, hemmt auch den Helicobacter pylori, der Gastritis auslösen kann. Propolis kann ohne Übertreibung als natürliches Antibiotikum bezeichnet werden mit dem Vorteil, dass keine Resistenzbildung zu erwarten ist, weil verschiedene Substanzen im Propolis antibakteriell wirken. Im Unterschied zu herkömmlichen Antibiotika wird die körpereigene Darmbakterienflora nicht gestört
  • fungizid, das heißt gegen Pilzerkrankungen aller Art (z.B. Candida)
  • antiviral (z.B. gegen Herpes)
  • antioxidativ
  • immunmodulierend
  • schmerzstillend
  • durchblutungsfördernd
  • gewebsbildungsanregend

Achtung, Propolis kann Kontaktallergien auslösen und Menschen mit einer Bienengiftallergie sollten auf Propolis besser verzichten.

 

Anwendung:

  • bei Atemwegserkrankungen, Erkältungserkrankungen, Grippe (auch vorbeugend)
  • bei Fieberblasen (Tinktur äußerlich auftragen)
  • bei Wunden, Geschwüren, Eiterprozessen, Ekzemen und Akne, Verbrennungen (äußerlich)
  • bei Parodontose und überhaupt Zahnfleischproblemen (gurgeln)
  • bei Magen- und Darmgeschwüren (innerlich)
  • Gelenkserkrankungen mit Entzündungscharakter (z.B. Tennisarm als Salbe)
  • Gürtelrose (innerlich und äußerlich)

Verwendung: Entweder als Tinktur oder Salbe. Die Einnahme (je 10 Tropfen)erfolgt entweder direkt oder gemeinsam mit einem Löffel Honig. Bei Erkältungserkrankungen kann man damit gurgeln, noch mehr empfiehlt sich, 10 Tropfen auf ein Stück Brot zu geben und dieses langsam zu kauen. Damit überzieht man die gesamte „Vorstadt“ des Menschen, sprich den Rachenraum mit der schützenden Propolis., was besonders bei Schnupfen gut hilft. In Wasser, Saft oder Tee kann Propolis ausflocken und der größte teil der Wertsubstanz bleibt am Trinkglas haften.

 

Honig, das Geschenk der Bienen an den Menschen

Honig stammt aus dem Blütennektar, der von den Bienen gesammelt und in ihrem Körper zu Honig umgeformt wird. Jede Blüte hat ihren eigenen Duft und Zusammensetzung des Nektars, so gibt es auch viele unterschiedliche Honigarten (Akazien, Lindenblüten, etc.)

Zweite Quelle für Honig ist der Honigtau, darunter versteht man den Saft, der aus verschiedenen Laub- und Nadelbäumen austritt, wenn die Pflanzenteile von Sauginsekten wie Blattläusen angestochen werden. Von diesem Saft wird auch ein Teil von den Bienen gesammelt.

 

Was enthält der Bienenhonig:

Primär Zucker, davon hauptsächlich Fruchtzucker (40 %) und 31 % Traubenzucker, 1 % Rohrzucker, 7 % Maltose (Doppelzucker). Diese Zusammensetzung bringt mit sich, dass der Körper zum Abbau des Zuckers kein Vitamin B braucht und so die Vitamin B- Depots nicht angegriffen werden. Durch den hohen Traubenzuckeranteil ist der Honig ein guter Energiespender.

-Fermente im Honig: Invertase, Katalase, Glukose-Oxidase (wichtig für Entgiftung des Körpers)

-Hormone: Acetylcholin – wichtig für Reizleitungssystem von Parasympathicus, befähigt die Herzzellen, mehr Traubenzucker anzunehmen

-Wuchsstoffe: wirken nicht nur auf Pflanzen wachstumsfördernd, gewisse Wirkung auch beim Menschen

-Inhibine: sind Stoffe, die Bakterien am Wachstum hindern

-Säuren: Phosphorsäure, Zitronensäure, Ameisensäure, Apfelsäure, etc. wirken günstig auf die Verdauung

-Aromastoffe: entzündungshemmend

-dazu noch Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente

 

Die Wirkung des Honigs

-Honig ist ein Aufbaumittel, für werdende Mütter, Kinder, Geschwächte, Alternde, aber auch für Sportler (Leistungssteigerung bis zu 50%!)

– Lebermittel: Honig hilft bei Glykogenbildung, bei der Entgiftungsarbeit

-Herzmittel: Traubenzucker führt zu besserer Durchblutung des Herzmuskels, Regelung der Herztätigkeit, vor allem auch bei Rhythmusstörungen („Honig ist Hafer für das Herz!“)

-Niere: durch Säuren und Mineralstoffe harntreibende Wirkung bei Erkrankungen positiver leistungssteigender Effekt

-Verdauungsorgane: Fermente im Honig wirken verdauungsanregend, Honig fördert die Bildung der Darmbakterienflora, wirkt aber desinfizierend auf negative Keime und Pilze. Durch Spuren von Propolis heilender Effekt bei Darmentzündungen

-Atmungsorgane: desinfizierende Wirkung durch ätherische Öle, auch krampflösend und auswurffördernd, sekretionssteigernd bei Verschleimung

– Honig enthält auch Pollen, kann daher bei Allergien desensibilisierend helfen

– speziell Wabenhonig bei Atemwegserkrankungen und Allergien anwenden

-Nerven: die speziellen Zuckerarten und Mineralstoffe wie Magnesium und Phosphor wirken nervenstärkend

-Haut: desinfizierend. Der Spannungszustand der Haut verbessert sich durch Honigmasken.

– Wundbehandlung, die osmotische Wirkung lockt Lymphe herbei, dadurch werden Wunden gesäubert, zusätzlich eine zellbildungsanregende Wirkung, dadurch verbesserte Gewebsbildung

 

In der Traditionellen Chinesischen Medizin gilt der Honig als „Medizinpferd“, das vor allem dem Dickdarmmeridian Energie liefert. Dieser ist aus Sicht der TCM mit dem Lungenmeridian „verheiratet“ und dieser bekommt dank Honig durch den Ehemann verstärkte Energie für kalte Wintertage.

Achtung: Säuglingen sollte man keinen Honig geben, da dieser Sporen von Bakterien enthalten kann, die bei Säuglingen zu schweren bakteriellen Infektionen führen kann.

 

Blütenpollen, Wundernahrung aus dem Bienenstock

Der Pollen ist pflanzlichen Ursprungs und zwar die männliche Keimzelle der Pflanzen. Die Bienen sammeln den Pollen von den Blüten der Pflanzen, wobei sie gleichzeitig zur Bestäubung beitragen. Nach zahlreichen Verwandlungen im Bienenstock wird Bienenbrot (Perga) daraus. Der Pollen ist von großer Bedeutung für die Entwicklung des Bienenvolkes, er sichert den Bienen die nötigen Einweißstoffe für den Aufbau, während die Kohlenhydrate des Honigs als Energiequelle dienen.

 

Wirkung:

Der Pollen kann aufgrund seiner großen Menge an essentiellen Aminosäuren, Fermenten, Vitaminen, etc. als ein Nahrungskonzentrat, sozusagen „functional food“, angesehen werden. 15 g Pollen täglich decken den Bedarf an essentiellen Aminosäuren!

Besonders ausgeprägt ist die anabole Wirkung (Aufbauwirkung) des Pollens, aus diesem Grund ist er in den letzten Jahren als Sportlermittel besonders populär geworden. Aber auch sonst in Zeiten großer Belastung, in Zeiten von Umstellung, wie es die Wechseljahre bei der Frau sein können, für alle diese Zeiten ist die biostimulierende Wirkung des Pollens angezeigt. Die anabole Wirkung hilft auch in der Zeit, wo der Aufbau des jugendlichen Organismus besonders gefordert ist, in der Pubertät, vor allem, wenn die Jugendlichen besonders schnell zu wachsen beginnen. Und im Alter ist die Zufuhr der wertvollen Inhaltsstoffe des Pollens auch von großem Nutzen, um die Abbauprozesse zu verlangsamen.

Anwendung: bei gut sortierten Imker bekommt man Pollen in kleinen Gläsern, die gut verschließbar sein müssen (empfindlich gegen Feuchtigkeit). Die Anwendung ist einfach: 3 mal täglich 1 mittlerer Löffel, wenn man einen stärkeren Effekt haben will.

 

Gelee Royal, das Zaubermittel der Bienenkönigin

Der Futtersaft für die Bienenkönigin muss ihr dazu verhelfen, täglich 1500 bis 2000 Eier legen zu können, in der Saison ca. 200.000 und das 5 bis 6 Jahre lang, solange lebt nämlich eine Bienenkönigin. Gelee Royal wird daher auch Weiselfuttersaft genannt. Die Inhaltsstoffe sind ähnlich wie beim Pollen, doch kommen noch spezielle Hormone dazu, die der Bienenkönigin ihre Aufgabe ermöglichen. Das heißt, die bereits beschriebene Wirkung des Blütenpollens wird von dem Gelee Royal noch um einiges übertroffen. Sämtliche Aufbauprozesse werden gefördert, wie in der Muttermilch ist im Gelee Royale alles drinnen, was der Körper zum Aufbau braucht.

Dazu kommt eine stark ausgeprägte anregende Wirkung auf die Hormonbildung. Kombinierte Pollen und Gelee Royal- Präparate werden seit einiger Zeit äußerst erfolgreich bei Wechselbeschwerden eingesetzt – fragen Sie Ihren Apotheker nach den erhältlichen Präparaten. Gelee Royal hilft aber auch bei schmerzhafter Menstruation, Unfruchtbarkeit und Männern bei Potenzschwäche sowie vorbeugend gegen Prostatahypertrophie.

Gelee Royal hat eine ausgeprägte anregende Wirkung auf den Stoffwechsel, die Spannung des Gewebes verbessert sich. Dies in Kombination mit der Hormonwirkung hat sich bei der Behandlung von Osteoporose positiv bestätigt.

Gelee Royal hat eine ausgleichende Wirkung auf das Nervensystem und hat sich bei der Behandlung von Blutdruckproblemen (Hochdruck, aber auch Niederdruck) bestens bewährt, wie bulgarische Untersuchungen berichten. Letztlich hat Gelee Royale eine starke antibiotische Wirkung und ist gleichzeitig immunstärkend.

 

Bienen in Gefahr

Bienen sind nicht nur aus Gesundheitsgründen eine Wohltat für den Menschen. Wir brauchen sie für unsere Umwelt und vor allem auch für unsere Landwirtschaft. Umso tragischer ist es, dass unsere Bienen sehr gefährdet sind. Gründe für das Bienensterben gibt es viele, mit Sicherheit haben zum Bienensterben auch die Neonicotinoide geführt, die in der Landwirtschaft massiv eingesetzt wurden. Es ist zu hoffen, dass das derzeit vorübergehend eingesetzte Verbot dieser „Pflanzenschutzmittel“ für immer erhalten bleibt. Wir müssen also hoffen, dass auch in der Politik ein neues Bewusstsein auftritt, alles zu tun, um unsere Bienen zu retten, damit wir weiterhin genüsslich Honig verzehren und die Heilkraft der Bienen nutzen zu können.  

 

Aromapflege für alte und kranke Menschen

In früheren Generationen war es selbstverständlich, dass die Angehörigen zuhause gepflegt wurden. Auch heute ist es der Wunsch der meisten Senioren, zuhause bleiben zu können, auch wenn schon diverse Folgen des Altwerdens schmerzhaft bemerkbar werden. Keine Frage, dass zur Pflege entsprechende Kenntnisse nötig sind, die man lernen kann. Wenig bekannt ist bei uns noch die Aromapflege. Im professionellen Pflegebereich beginnen immer mehr Krankenschwestern auf ätherische Öle zurückzugreifen und auch im häuslichen Bereich ist die Anwendung mit entsprechender Information sehr empfehlenswert.

 

Was ist Aromapflege

Unter Aromapflege versteht man den bewussten Einsatz von ätherischen Ölen in der Kranken- und Altenpflege. Im Unterschied zur Aromatherapie dient die Aromapflege primär dazu, die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern und ätherische Öle vor allem prophylaktisch einzusetzen. Ätherische Öle haben eine ganzheitliche Wirkung, weil sie einerseits durch den Duft auf Geist und Seele wirken und andererseits auch eine physiologische Wirkung auf den Körper haben.

 

Ätherische Öle richtig anwenden

Ätherische Öle können, wenn sie nicht richtig angewendet oder dosiert werden, auch unangenehme und manchmal sogar schädliche Nebenwirkungen haben. Es wäre daher pflegenden Angehörigen zu empfehlen, einführende Kurse zu besuchen. Wichtig ist auch die Auswahl der ätherischen Öle. Einerseits sollte man unbedingt darauf achten, nur qualitativ hochwertige Öle zu kaufen. Der Einsatz von synthetisch hergestellten oder minderwertigen ätherischen Ölen sollte in der Aromapflege vermieden werden. Beim Kauf sollte man daher genau auf das Etikett und die Angaben, die dort gemacht werden, schauen.

 

Anwendungsmethoden

In der Aromapflege für alte und bettlägerige Menschen ist der Einsatz von Duftlampen zur Raumbeduftung sehr empfehlenswert.

Dosierung: In die Schale der Duftlampe gibt man ungefähr 5 – 10 Tropfen auf eine Wasserfüllung. Anfängern in der Aromapflege wäre zu empfehlen, nur einzelne Düfte anzuwenden und keine Mischungen und auch nicht verschiedene Düfte hintereinander.

 

Anwendung über die Haut: Da ätherische Öle durch die Haut ins Körperinnere diffundieren können, ist die Anwendung in Form von Einreibungen oder Massagen vor allem dort zu empfehlen, wo eine physiologische Wirkung erzielt werden soll. Ätherische Öle nie pur auf die Haut bringen, sondern immer in Mischung mit fetten Ölen.

Dosierung für alte Menschen: 12- 15 Tropfen ätherisches Öl auf 100 ml Trägeröl oder Lotion.

Dosierung zur Anwendung im Bad: Da sich ätherische Öle nicht mit Wasser mischen, braucht man einen natürlichen Emulgator. Dafür eignet sich Milch oder Honig. In 2 EL Milch oder 1 EL flüssigen Honig pro Badewanne 5- 7 Tropfen ätherisches Öl mischen, dann in das Wasser geben. Für Teilbäder wie ein Fußbad nimmt man 1 EL Meersalz und 5 Tropfen ätherisches Öl. Sitzbäder mischt man mit 1- 2 EL Joghurt und 5- 6 Tropfen.

Inhalationen: Auf 1 Schüssel heißes Wasser nicht mehr als 2 Tropfen.

 

Aromapflege für Schwerkranke

Der Einsatz von ätherischen Ölen kann auch bei Erkrankungen wie Alzheimer, Demenz oder Parkinson positive Wirkungen zeigen. Diesen Einsatz sollte man aber in Aromatherapie ausgebildetem Pflegepersonal überlassen.

 

Aromapflege in der häuslichen Krankenpflege

Sorgfalt in der Anwendung ist immer zu empfehlen. In der häuslichen Pflege empfehlen sich ätherische Öle zur täglichen Körper- und Mundpflege. Mit Einreibungen des Brustbereiches kann man Atemwegsprobleme verbessern. Verdauung anregend sind Einreibungen des Bauchbereiches. Viele ätherische Öle wirken entzündungshemmend und schmerzlindernd, eignen sich also zur Behandlung von schmerzenden Gelenken und Muskeln. Schlafstörungen und Unruhezustände können mit ätherischen Ölen ebenso positiv beeinflusst werden wie depressive, apathische Zustände.

Wichtig ist dabei, immer daran zu denken, dass durch die Aromapflege primär die Lebensqualität des Betroffenen verbessert werden soll, während die Behandlung bestehender Krankheiten dem Arzt vorbehalten bleibt.

 

Tägliche Pflege

Die täglichen Hygienemaßnahmen können durch ätherische Öle und deren Duftwirkung zu einem erfreulichen Ereignis werden. Für die tägliche Waschung sollte man nicht jeden Tag das selbe ätherische Öl verwenden. An Tagen, wo der Angehörige schwer zu mobilisieren ist, kann man 1- 2 Tropfen Rosmarinöl auf den Waschlappen geben und damit die Waschung durchführen. bei Unruhezuständen nimmt man Lavendel und wenn man Geraniumöl verwendet, beginnt der Tag gleich mit einem die Seele harmonisierenden rosenähnlichen Duft.

Duftpelargonie

Duftpelargonien sind Basis für „Geraniumöl“

Mundpflege: Für das Wohlbefinden ist ein frischer Mundraum ganz wichtig, gleich ob der Angehörige noch über eigene Zähne verfügt oder einen Zahnersatz hat.

Mundwasser selber herstellen:

10 ml Myrrhentinktur (aus der Apotheke), dazu 2 Tropfen Pfefferminzöl. Von dieser Mischung gibt man 2 – 3 Tropfen ins Mundspülwasser.

 

Alkoholische Einreibung: Vor allem bei bettlägerigen Menschen kann eine Einreibung des Rückens nach der täglichen Waschung sehr angenehm sein.

Franzbranntwein selber herstellen:

1 l 40% Kornbranntwein

3 Angelikawurzel

5 Tropfen Latschenkiefer

5 Tropfen Zirbelkiefer

8 Tropfen Lavendel

2 Tropfen Pfefferminze

5 Tropfen Zitrone

Zwei Wochen ziehen lassen, zur Anwendung eventuell mit Wasser verdünnen.

 

Gesichtsöl: Alte Menschen haben meist eine trockene Haut. Zur täglichen Pflege kann man ein Gesichtsöl herstellen, indem man auf 50 ml Mandelöl 5 Tropfen Geranie gibt.

 

Vollbad: Ist der Betroffene kräftig genug, kann ein wöchentliches Bad empfohlen werden. Die Auswahl des ätherischen Öles richtet sich dann nach der konkreten Befindlichkeit.

 

Stärkung der Atemwege

Alte Menschen sind oft verschleimt und haben Probleme mit dem Abhusten. Eine Einreibung des Brustraumes (Rücken, oberer Brustbereich) mit folgenden ätherischen Ölen kann da sehr hilfreich sein:

Thymian, Cajeput, Niaouli, Kiefer, Myrte, Eucalyptus (wenn möglich sollte nur Eucalyptus radiata verwendet werden, also Achtung beim Einkauf).

Diese ätherischen Öle sind auch für Inhalationen zu empfehlen.

 

Anregung der Verdauung

Alte Menschen essen meist wenig und vor allem trinken sie zu wenig, daher haben sie oft Probleme mit dem Stuhlgang. Eine Einreibung des vorderen Bauches im Uhrzeigersinn kann recht hilfreich sein. Folgende ätherischen Öle sollten verwendet werden:
Rosmarin, Ingwer, Petit Grain, Fenchel, Pfefferminze.

 

Kreislauf anregen

Auch der Kreislauf alter Menschen ist häufig ein Problem. Es gibt einige sehr anregende Öle, doch Vorsicht bei hohem Blutdruck, daher besser mit dem Arzt absprechen.

Allgemein anregend: Zitrone, Pfefferminze, Ingwer

Herzstärkend (nicht bei hohem Blutdruck): Rosmarin, auf die Herzgegend auftragen

 

Gelenkschmerzen lindern

Zusätzlich zu ärztlich verordneten Heilmitteln können mit ätherischen Ölen Schmerzzustände gelindert werden. Dazu macht man Einreibungen oder warme Kompressen über die betroffenen Gelenke. Folgende ätherischen Öle sind empfehlenswert:

Teebaum, Eucalyptus citriodora (der zitronenduftende Eukalyptus hat entzündungshemmende Eigenschaften !), Niaouli, Lorbeer, Wacholder, Pfefferminze.

Das Pfefferminzöl ist allgemein schmerzlindernd, wie wissenschaftliche Untersuchungen zeigten. Man kann es in Form von Kompressen bei Kopfschmerzen anwenden, bei Muskel- und Nervenschmerzen in Form von Einreibungen.

 

Wundliegen vorbeugen

Bei bettlägerigen Menschen besteht die Gefahr, dass sie sich vor allem an den Stellen, auf denen lange Druck lastet, wund liegen. Neben den üblichen Vorbeugemaßnahmen können Einreibungen mit folgenden ätherischen Ölen die Haut stärken:

Myrrhe, Weihrauch, Lavendel, Zeder, Zistrose

 

Unruhezustände und Ängste lindern

Viele Düfte haben durch ihre Wirkung auf das Limbische System eine Wirkung auf die seelische Befindlichkeit. Man wendet sie entweder über die Duftlampe oder durch Einreibungen im oberen Brustbereich an. Wie beim Thema Schlafstörungen ist Lavendel das erste Mittel der Wahl bei Unruhezuständen. Angstlösend sind Bergamotte, Neroli, Geranium, Thymian, Ylang- Ylang.

 

Depressive Zustände lindern

Bei apathischen, depressiven Phasen alter Menschen helfen vor allem Neroli, Petit Grain, Pfefferminze, Zitrone, Rosmarin und Muskatellersalbei.

 

Kölnisch Wasser zur geistigen Anregung:

In 5 ml 90% Weingeist folgende ätherischen Öle in dieser Reihenfolge lösen:

2 Tropfen Zeder

2 Tropfen Gewürznelke

3 Tropfen Rosmarin

4 Tropfen Lavendel

3 Tropfen Petit Grain

5 Tropfen Bergamotte

2 Tropfen Neroli

Von diesem Konzentrat gibt man bei der Anwendung einige Tropfen in destilliertes Wasser und trägt es im Nackenbereich auf.

 

Schlafstörungen mildern

Der alte Mensch hat ein anderes Schlafverhalten und leidet oft unter Einschlaf- oder Durchschlafstörungen. Das Mittelder Wahl dafür ist- durch viele Untersuchungen abgesichert- das Lavendelöl. Beim Kauf darauf achten, dass es sich um echtes Lavendelöl (lat. Name Lavandula officinalis oder angustifolia) handelt. Anwendung entweder in der Duftlampe, als Einreibung der Brust oder auch ein paar Tropfen auf das Kopfkissen.

Ebenso hilfreich können die folgenden Öle sein: Majoran, Mandarine, Geranium, Muskatellersalbei, Ylang- Ylang

 

Hilfe für die PflegerInnen

Dass die Pflege alter und schwerkranker Menschen sowohl für professionelle Pfleger als auch für die pflegenden Angehörigen sehr anstrengend sein kann und zu Erschöpfungszuständen bis hin zum Burnout führen kann, ist bekannt. Pflegende Menschen sollten daher auch für sich selber die positive Wirkung ätherischer Öle nutzen. Anwendung als Dusch- oder Badezusatz oder Einreibungen.

Erschöpfungszustände: Thymian, Rosmarin, Lorbeer, Pfefferminze.

Nervliche Reizzustände: Neroli, Bergamotte, Orange, Lavendel, Geranium.

Burnout: Zeder, Thymian, Geranium, Patschuli, Koriander.

 

Sterbebegleitung mit Düften

Der letzte Weg des Menschen ist oft mit Ängsten und Unruhezuständen verbunden. Wenn der Angehörige das Glück hat, in seiner vertrauten Umgebung umgeben von seinen Lieben zu sterben, kann man ihm den Weg mit Düften begleiten, die man vor allem in der Duftlampe einsetzt.

Weihrauch – erleichtert den Übergang und Geranium und Rose öffnen das Herz für den Übergang.

Diese Düfte helfen auch den Angehörigen, Abschied zu nehmen. Wenn es sich um einen sehr schmerzlichen Abschied mit großen Trauergefühlen handelt, kann der Einsatz von Neroli und Bergamotte in Kombination mit Rose helfen.

Bach-Blütenessenzen für Krisensituationen

„Krisen an sich sind positiv, man muss ihnen nur den Beigeschmack der Katastrophe nehmen“, schrieb der Dichter Max Frisch. Unser Leben ist ein immerwährender Entwicklungsprozess. Wer das akzeptiert, tut sich auf seinem Lebensweg leichter. Wenn man das abblockt oder sich dagegen wehrt, können Krisensituationen entstehen. Krisen schaffen aber das notwendige Chaos, aus dem eine neue Entwicklungsenergie entstehen kann. Das muss man akzeptieren. Wenn Krisen zu Problemen werden, können sanfte Heilmittel wie die Bach – Blütenessenzen helfen.

 

Was sind Bach-Blüten

Die Bach- Blütentherapie wurde von dem englischen Arzt Edward Bach zu Beginn des 20. Jh. entwickelt. Man könnte ihn als Vorreiter der heutigen Psychosomatik bezeichnen. Edward Bach ging davon aus, dass jeder Krankheit eine seelische Gleichgewichtsstörung vorausgeht, die sich in negativen Verhaltensmustern zeigt, z.B. mangelndes Zielbewusstsein oder übertriebener Durchsetzungswille. Edward Bach erforschte und definierte 38 „disharmonische Seelenzustände“, die sich grundlegend bei allen Menschen gleich welcher Kultur oder Hautfarbe zeigen. Diese destruktiven Verhaltensmuster können zum Auslöser für seelische und körperliche Krankheiten werden bzw. die Ausheilung bestehender Krankheiten behindern. Ziel der Bach- Blütentherapie ist die „Reharmonisierung“ dieser negativen Verhaltensmuster. Sie eignen sich daher ganz besonders zum Einsatz bei alltäglichen seelischen Belastungszuständen wie Stress.

 

Wie wirken Bach-Blüten

Edward Bach konnte feststellen, dass es für jeden „disharmonischen Seelenzustand“ Blüten gibt, deren Ausstrahlung und Schwingung ausgleichend wirken kann. Er entwickelte ein eigenes Verfahren, wie man quasi die Botschaft der Blüten in eine Information an den Menschen umwandeln kann. Bach- Blüten sind daher sanfte Mittel, die vielleicht bei Seelenzuständen wie konkreten Ängsten oder Berührungsängsten, übermäßiger Begeisterung oder Entmutigung helfen können. Bach- Blüten können dazu beitragen, Vertrauen in die eigenen Kräfte und Optimismus zu entwickeln, Selbstvertrauen, aber auch Toleranz zu finden.

 

Was sind Bach-Blüten nicht

  • Bach- Blüten sind keine Medizin im klassischen Sinne und keine Alternative für eine medikamentöse

Behandlung, sondern höchstens eine wichtige Ergänzung.

  • Sie enthalten keinerlei pharmakologische Wirkstoffe, weshalb ihre Wirkung aus Sicht der Medizin

meist bezweifelt wird.

  • Sie bekämpfen keine Krankheiten, es gibt also keine Bach- Blüten gegen Kopfweh oder Husten.

. Dennoch sind die Erfahrungen einer positiven Wirkung sehr häufig. Auch wenn dies von

medizinischer Seite auf einen Placebo- Effekt zurückgeführt wird, gilt der alte Spruch: „Wer heilt, hat

recht“ .

 

Wie wendet man Bach-Blüten an

Bach- Blüten gibt es in der Apotheke in Form eines kompletten Sets mit 40 „Stockbottles“

(Vorratsflaschen) oder als einzelne Stockbottles zu kaufen. Die Apotheker sind auch bereit,

die gewünschten Mischungen in einnahmefähiger Form herzustellen.

Will man selber eine Mischung herstellen, gibt man j e 2 Tropfen der ausgewählten Bach- Blüten

(üblicherweise nicht mehr als fünf) in ein 20 ml- Fläschchen, füllt mit stillem Mineralwasser zu

75% auf und den Rest mit 40% Alkohol wie Weinbrand. Will man kleinen Kindern die Tropfen geben,

mischt man je 1 Tropfen in ein 10 ml- Fläschchen, füllt nur mit Wasser auf und bewahrt dies im

Kühlschrank.

Üblicherweise nimmt man 4- mal täglich 4 Tropfen, kann die Einnahmehäufigkeit aber auch je nach

Gefühl erhöhen. Die Einnahme von Bach- Blüten kann auch ergänzend zu schulmedizinischen oder

homöopathischen Heilmitteln erfolgen.

Woran merkt man Krisensituationen

Wenn man bei einem Problem mit bisher erfolgreichen Verhaltensstrategien nicht mehr weiterkommt, kann eine Krise entstehen. Normalerweise mobilisieren wir in Krisen zunächst unsere inneren Widerstände, denn wir versuchen unbewusst, das Bestehende zu erhalten. Wenn sich die Situation zuspitzt, kann es sein, dass man Angst bekommt und leidet, weil man nicht weiß, wie es weitergehen soll. Wenn man aber erkennt, dass eine Krise ein Zeichen dafür ist, dass es so nicht weitergehen kann, sollte man innerlich bereit werden, eine Veränderung zuzulassen. Die Bach – Blütenessenzen können dabei helfen, die innere Bereitschaft herbeizuführen und somit zu Krisenhelfern zu werden.

 

Impatiens

Impatiens

 

Blütenessenzen, wenn sich Krisen ankündigen

Wild Oat: Ich werde immer unzufriedener mit einer Situation

Elm: Ich habe das Gefühl, mich mit bestimmten Aufgaben überfordert zu haben

Aspen: Ich habe ein mulmiges Angstgefühl, das ich mir nicht erklären kann

Impatiens: Ich bin ungeduldig und fühle mich gereizter als sonst

White Chestnut: Meine Gedanken kreisen ständig, daher kann ich nicht einschlafen

Clematis: Ich bin bei meinen Alltagstätigkeiten unkonzentrierter als sonst.

 

Blütenessenzen für akute Krisen

Rock Rose: Ich fühle Panik in mir aufsteigen, werde völlig kopflos

Cherry Plum: Ich habe das Gefühl, gleich durchzudrehen

Willow: Ich fühle mich als machtloses Opfer einer Situation

Holly: Ich bin wütend auf andere

Sweet Chestnut: Ich habe das Gefühl, mit dem Rücken an der Wand zu stehen und weiß nicht mehr weiter.

 

Bach-Blütenessenzen kurz gefasst

Agrimony: Man versucht, innere Unruhe hinter einer Fassade von Fröhlichkeit zu verbergen.

Aspen: Man wird von unerklärlichen Ängsten geplagt

Beech: Man reagiert überkritisch und intolerant, bringt anderen Menschengegenüber wenig Einfühlungsvermögen auf

Centaury: Man hat zu wenig eigenen Willen, lässt sich ständig ausnutzen

Cerato: Man misstraut seiner eigenen Urteilsfähigkeit und Intuition

Cherry Plum: Man steht ständig unter innerer Spannung, es fällt schwer, gelassen zu werden

Chestnut Bud: Wenn man immer die selben Fehler macht, Erfahrungen nicht umsetzen kann

Chicory: Wenn man dazu neigt, sich überall einzumischen, sich aufzudrängen und besitzergreifend ist

Clematis: Wenn man ständig gedanklich abwesend ist, aus der Realität des Alltags flüchtet

Crab Apple: Man hat ein übertriebenes Ordnungsideal, leidet an Unordnung

Elm: Wenn man das Gefühl hat, Aufgaben und Verantwortung nicht mehr gewachsen zu sein.

Gentian: Man ist ständig pessimistisch, stellt alles und jedes in Frage

Gorse: Man ist verzweifelt und ohne Hoffnung, „Es – hat – doch – keinen- Zweck – mehr“ – Gefühl

Heather: Man ist selbstbezogen und mit sich selbst beschäftigt, braucht Publikum, um anderen über sich zu erzählen

Holly: Man ist gefühlsmäßig irritiert, wird von Neid, Hassgefühlen und Eifersucht geplagt

Honeysuckle: Man weigert sich die Gegenwart anzunehmen, hat das Gefühl, früher war alles besser

Hornbeam: Man fühlt sich mental erschöpft und glaubt, die täglichen Pflichten nicht bewältigen zu können

Impatiens: Man neigt zu überschießenden Reaktionen, ist ungeduldig, will gleichzeitig mehrere Aufgaben erledigen

Larch: Man hat zu wenig Selbstvertrauen und erwartet ständig Fehlschläge

Mimulus: Man ist ständig ängstlich, hat vor allem und jedem Angst

Mustard: Man leidet unter plötzlich auftretenden Perioden von Melancholie und Traurigkeit

Oak: Man glaubt, allen Widerständen zum Trotz durchhalten zu müssen, auch wenn man völlig erschöpft ist

Olive: Burn – Out – Blüte, man fühlt sich seelisch und körperlich total ausgebrannt

Pine: Man macht sich ständig Vorwürfe, alles falsch zu machen, hat unberechtigte Schuldgefühle

Red Chestnut: Man macht sich um das Wohlergehen anderer mehr Sorgen, als um sich selbst

Rock Rose: Wenn man innerlich in Panik gerät, Angst hat, den Kopf zu verlieren

Rock Water: Man ist zu hart mit sich selber, kann innerlich nicht locker sein

Scleranthus: Man ist sprunghaft, innerlich unausgeglichen „himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt“

Star of Bethlehem: Man hat seelische und körperliche Erschütterungen erlebt, ist traumatisiert und kann es nicht verkraften

Sweet Chestnut: Man glaubt, die Grenze dessen, was ein Mensch ertragen kann, erreicht zu haben und sieht keinen Ausweg mehr

Vervain: Man betreibt Raubbau mit seinen Kräften, weil man alles hundertprozentig machen will

Vine: Man ist übertrieben ehrgeizig, will unbedingt seinen Willen durchsetzen, hat Probleme mit Autorität

Walnut: Wichtig für Krisensituationen, hilft, bereit zu sein, Lebensumstände zu ändern, die „Neuanfang“ – Blüte

Water Violet: Man zieht sich innerlich zurück, will mit anderen Menschen nicht mehr zu tun haben

White Chestnut: Wenn bestimmte Gedanken ständig im Kopf kreisen, man keine innerliche Ruhe finden kann

Wild Oat: Wenn man innerlich unzufrieden ist, weil man seine Lebensaufgabe nicht findet

Wild Rose: Wenn man unbewusst kapituliert und sich innerlich teilnahmslos und apathisch fühlt

Willow: Wenn man sich als Opfer des Schicksals fühlt und innerlich verbittert ist.

Meisterwurz, „Meisterin aller Heilwurzen“

Paracelsus schätzte diese Heilpflanze so sehr, dass er angeblich immer ein Wurzelstück bei sich getragen haben soll. Aus den Kräuterbüchern der Gegenwart ist die Meisterwurz aber leider verschwunden. Es spricht ja nichts dagegen, dass exotische Heilpflanzen bei uns populär werden, doch sollten unsere traditionellen Heilpflanzen dabei nicht in Vergessenheit geraten.

 

Imperatoria, die „Kaiserin“

Imperatoria ostruthium wurde die Meisterwurz von den Botanikern des Mittelalters genannt, wohl um auf die großen Heilkräfte der Pflanze hinzuweisen. Ostruthium ist vermutlich abgeleitet von Astrantia, Astrenzen, wie die Meisterwurz volkstümlich bezeichnet wurde, wobei eine andere Pflanze, die Sterndolde, heute botanisch Astrantia major heißt. Diese ist auch ein Doldengewächs und wird volksmedizinisch genutzt, hat aber ganz andere Inhaltsstoffe in der Wurzel als die Meisterwurz. Heute ist der botanische Name der Meisterwurz Peucedanum ostruthium (griech. peukè, Fichte, danos, trocken, niedrig), also kleine Fichte, obwohl sie einer solchen natürlich nicht ähnelt.

 

Die Meisterwurz, eine Alpenpflanze

Die Meisterwurz hat ihre Hauptverbreitung im Alpenraum in den Hochstaudenfluren. Daher war sie auch immer eine Pflanze der Volksmedizin im Alpenraum. Meisterwurzblätter legte man auf schwer heilende, eiternde Wunden. Die Wurzel dagegen verwendete man, vor allem in Wein gekocht, als Gegenmittel gegen Gift und ansteckende Krankheiten.

 

Meisterwurz, Star der Hildegard – Medizin

Den antiken Schriftstellern war die Meisterwurz nicht bekannt, wohl deshalb, weil sie in Griechenland nicht vorkommt. Erstmals erwähnt wurde ihre Heilwirkung im 11. Jh. in einem Kräuterbuch, dem „Macer floridus“, geschrieben von dem Mönch Odo von Meung, der sie als Universalheilmittel gegen Lebererkrankungen, aber auch Husten und Atembeschwerden lobte. Hildegard von Bingen war eine wahre Meisterin der galenischen Säftelehre. Diese bildet sozusagen das Grundgerüst der Abendländischen Medizin: Feuer, Wasser, Erde und Luft, diese Elementprinzipien und ihre Verteilung machen die Konstitution eines Menschen aus und auch die Heilmittel werden nach diesen Qualitätsprinzipien eingeteilt. „Die Meisterwurz ist warm und taugt gegen Fieber“, schrieb Hildegard und beschrieb damit die Qualität der Meisterwurz, innerlich wärmend und damit auch immunanregend gegen Infektionskrankheiten zu sein. Anhänger der Hildegard – Medizin empfehlen daher Meisterwurzwein als Heilmittel bei Grippe und Lungenentzündung.

Rezept: 2 TL Meisterwurz (im Mörser zerdrückt) mit 1/8l Wein übergießen, über Nacht stehen lassen, am Morgen wieder 1/8l Wein dazu geben und vor jeder Mahlzeit einen Schluck davon trinken. Am Abend wieder frisch ansetzen.

 

Meisterwurz

Meisterwurz

 

Meisterwurz regt Lebensgeister an

Im Mittelalter stand die Meisterwurz in höchstem Ansehen und wurde bei Mensch und Tier als das beste Mittel gegen Ansteckungen betrachtet. In der Volksmedizin wurde sie lange gegen die Maul – und Klauenseuche eingesetzt. Paracelsus kannte die Gebirgspflanze Meisterwurz sehr gut und schätzte sie besonders: „Meisterwurz ist auch der fürnehmsten Kräuter eins so zu vielen Gebrechen dienlich“. Er kannte auch die vor Ansteckungen schützende Wirkung und empfahl sie zum Schutz vor der Pest. Er sah in der Meisterwurz ein gutes Mittel für die Leber: “Es hilft bei allen Schäden der Leber, …bei Gelbsucht soll es….verwendet werden.“ Die innerlich anregende Wirkung einer Pflanze, deren „warme“ Elementqualität sozusagen das „innere Feuer“ anregen kann und dies in Kombination mit einer Leber anregenden, entgiftenden Wirkung brachte Paracelsus dazu, die Meisterwurz in Rezepturen einzusetzen, die dazu dienen sollten, „den inneren Alchemisten“ anzuregen. Doch nicht nur zur Stoffwechselanregung nutzte Paracelsus die Meisterwurz, er meinte, dass sie vor allem bei Männern die Lebensgeister stärken kann. Ein volkstümlicher Spruch drückt dies recht deutlich aus: „Die Meisterwurz hilft dem Meister auf die Meisterin“ und im Alpenraum wird sie noch immer als „Ginseng des Westens“ betrachtet.

 

Meisterwurz aus Sicht der TCM

Die Meisterwurz hat einen sehr scharfen Geschmack, wenn man in eine frische Wurzel beißt. Die Geschmacksrichtung „scharf“ entspricht aus Sicht der TCM der Wandlungsphase Metall und regt daher den Lungen – und Dickdarmmeridian an. Aber auch bitter schmeckt die Meisterwurz, dieser Geschmack gehört zur Wandlungsphase Feuer und regt somit Herz, Kreislauf und auch den Dünndarmmeridian an. Das bestätigt sozusagen die Erkenntnisse der Abendländischen Medizin: Meisterwurz hilft, den gesamten Darmtrakt zu reinigen und durch die Anregung aller Verdauungssäfte die Darmtätigkeit zu verbessern. Gleichzeitig ist auch die Lungenwirksamkeit nicht von der Hand zu weisen und dazu kommt noch eine kreislaufanregende Wirkung. Die Meisterwurz ist also tatsächlich eine „Meisterin“, die den ganzen Menschen anregen kann.

 

Meisterwurz wissenschaftlich

Auch wenn die Meisterwurz kaum mehr verwendet wird, kennt man ihre Inhaltsstoffe. Sie ist ein Amarum aromaticum, also eine aromatische Bitterstoffdroge. Der scharfe Geschmack ist auf das ätherische Öl zurückzuführen, in dem sich 95% Terpene befinden. Diese sind stark antibakteriell, immunmodulierend und entzündungshemmend. Die Bitterstoffe dagegen wirken insgesamt tonisierend, appetitanregend und verdauungsfördernd. Untersuchungen am Institut für Pharmakognosie der Karl – Franzens – Universität in Graz zeigten, dass Extrakte aus der Meisterwurz sehr antioxidativ und als Radikalfänger wirken. Dies könnte die bewährte Verwendung als entgiftendes Heilmittel erklären. Somit kann die Wissenschaft alle berichteten Wirkungen und Anwendungen bestätigen und es wäre sehr zu empfehlen, die Meisterwurz wieder mehr zu verwenden. In der Apotheke kann man die Droge übrigens kaufen.

Teezubereitung: 1 TL mit 1/4l heißem Wasser im Aufguss zubereiten,10 Minuten ziehen lassen.

Tinktur: in Alkohol angesetzte Meisterwurz kann tropfenweise genommen werden: tgl. 10 Tr.

 

Anwendungsgebiete:

Magenverstimmungen, Bronchialerkrankungen, Verschleimung der Atemwege, allgemeine Schwächezustände (vor allem bei alten Menschen), Steigerung der Abwehrkräfte, akute Vergiftungserscheinungen (durch verdorbene Nahrungsmittel) und zur Ausleitung bei chronischen Vergiftungszuständen (Umweltgifte, Schwermetallbelastungen), für Frühjahrskuren zum „Entschlacken“, zur Umstimmung des Gesamtstoffwechsels.

Achtung: Meisterwurz nicht bei Magen – Darmschleimhautentzündungen sowie bei Gallensteinen.

Heilsame Karde

Im Spätsommer findet man an Ruderalplätzen oft hohe Pflanzen, die wie Disteln aussehen. Alles an diesen Pflanzen ist stachelig, dennoch sind sie keine Disteln, sondern Karden. Als Heilpflanzen wurden sie selten genutzt, doch seit kurzem sind die Karden populär geworden, weil sie gegen Borreliose hilfreich sein sollen.

 

Die Lyme- Borreliose

Den Namen hat diese Krankheit von Lyme, einer Stadt in Connecticut, USA, wo in den 1970er Jahren die Krankheit erstmals beschrieben wurde. Ausgelöst wird sie durch das Bakterium Borrelia burgdorferi aus der Gruppe der Spirochäten, zu denen auch Trepanema pallidum, der Erreger der Syphilis zählt. Der Schweizer Forscher Burgdorfer entdeckte diese Bakterien 1982 in den USA, weshalb sie seinen Namen erhielten. Auch in Europa gibt es Borrelien und sie alle lösen eine Erkrankung aus, die Borreliose genannt wird. Dass es gewisse Unterschiede im Krankheitsbild dieser Erkrankung in Europa gibt, wird den Betroffenen gleichgültig sein, auf jeden Fall ist die Borreliose die häufigste von Zecken übertragene Erkrankung. Schätzungen zufolge sind je nach Region 5 bis 40 Prozent der Zecken mit Borrelien verseucht und weitere Schätzungen ergeben, dass auch wieder je nach Region jeder 3. bis 10. Zeckenstich zu einer Infektion führt.

 

Borreliose, Krankheit mit schmerzhaften Folgen

Die Inkubationszeit, also die Zeit bis die ersten Krankheitssymptome auftreten, liegt bei 5 bis 30 Tagen. Doch nur bei 50 % aller Infizierten kommt es zu dem charakteristischen Hautausschlag, dem Erythema migrans (Wanderröte). In diesem Stadium empfiehlt die Medizin unbedingt eine Behandlung mit Antibiotika . Dennoch kann es zu einer Streuung der Bakterien im ganzen Körper kommen, bei der vor allem Gelenke und Muskeln und das periphere Nervensystem betroffen sind. Solche Spätfolgen sind meist sehr schmerzhaft. Wenn die Borreliose nicht ausreichend behandelt wird, kann sie immer wieder auftreten kommen, also die schmerzhaften Phasen immer wieder aufflackern.

 

Borreliose ernst nehmen

Da die Borreliose eine ernsthafte Erkrankung ist, sollte man sich beim ersten Verdacht sofort in ärztliche Behandlung begeben, die meist in einer Therapie mit verschiedenen Antibiotika besteht. In einer Zeit aber, in der auch Naturheilmittel populär sind, sind nun Ratschläge aufgetaucht, wie man mit pflanzlichen Mitteln gegen die Borreliose vorgehen kann.

 

Karde, wieder entdeckt als Heilpflanze

In Amerika, wo die Borreliose schon länger bekannt ist, begann der Phototherapeut Matthew Wood Überlegungen anzustellen, welche Heilpflanzen man gegen die Krankheit einsetzen könnte. Durch seine Kenntnis der chinesischen Kräuterheilkunde erkannte er, dass in der TCM eine chinesische Abart unserer Karde bei einem Symptomenkreis angewendet wird, der ganz ähnlich ist demjenigen der Borreliose. Er verwendete dann in der Folge diese Pflanze mit gutem Erfolg. Dipsacus asper ist der botanische Name dieses Kardengewächses, chinesisch wird es Xu Duan, „Wiederhersteller dessen, was zerbrochen ist“, genannt. Aus Sicht der TCM stärkt es die Leberenergie und da diese auch für Muskeln und Sehnen zuständig ist, hilft das in der Folge,“ Sehnen und Knochen zu nähren“, wirkt also gegen Entzündungen im Bewegungsapparat und Erkrankungen wie Lumbago (Hexenschuss). Außerdem stärkt Xu Duan die „Nierenessenz“ und hilft damit zu verhindern, dass Rücken und Kniegelenke steif werden und zu schmerzen beginnen. In der TCM ist Xu Duan ein sehr gebräuchliches Mittel.

 

Die wilde Karde

Der deutsche Anthropologe Wolf- Dieter Storl, ein ausgezeichneter Kenner der Heilpflanzen, überlegte, als er selber an einer Borreliose erkrankte, ob man diese Wirkung der chinesischen Karde auch von heimischen Arten erwarten könnte. Bei uns kommen einige Arten wild vor, die häufigste ist die Wilde Weber- Karde (Dipsacus fullonum). Die Weber- Karde (D. sativus) wurde früher dazu verwendet, Wolle und andere Textilfasern mit ihren Stacheln zu strählen, damit sie dann gesponnen werden konnten. Daher wurde diese Karde seit über tausend Jahren in Europa angebaut. Die Karden gehören zur Familie der Kardengewächse, sind also botanisch gesehen keine Disteln. Sie sind zweijährig, im ersten Jahr bilden sie eine Blattrosette, im nächsten Jahr schießen sie bis zur Blüte fast zwei Meter hoch. Der Blütenkopf hat lange, an der Spitze hakenähnlich gekrümmte „Stacheln“. Der Blütenstand beginnt in der Mitte zu blühen, in der Folge entsteht ein nach oben und unten wandernder Blütenring.

 

Karde

Karde

 

Die Signatur der Karde

Betrachtet man die Karde auf der Basis der Signatur dieses wandernden Blütenringes, könnte das mit ein bisschen Fantasie an das Erythema migrans, die Wanderröte bei der Borreliose erinnern. Man sollte solches Rangehen an Pflanzen nicht belächeln, war es doch die Basis der Heilpflanzenerkenntnis in früheren Zeiten und fast alle diese „unwissenschaftlich“ erarbeiteten Erkenntnisse konnten wissenschaftlich auf der Basis der Inhaltsstoffe und klinischer Untersuchungen bestätigt werden. Die Karde hat noch eine besondere Eigenart- die Blätter sind an ihrer Basis verwachsen und formen dadurch ein Becken, das sich mit Regenwasser füllt. Biologen vermuten, dass die Pflanzen sich durch Insekten, die in diesem Becken ertrinken, zusätzliche Stickstoffnahrung holen. Die mittelalterlichen Kräuterdoctores nannten diese Becken „Venusbecken“ und glaubten, dass das darin gesammelt Wasser ein Schönheitsmittel sei. Da dem Venusprinzip die Nieren zugeordnet sind, waren sie davon überzeugt, dass die Karde die Nieren stärken kann und somit hilft, toxische Stoffe aus dem Körper auszuleiten. Damit kamen sie zu einer ähnlichen Erkenntnis wie die TCM.

 

Karde, Pflanze der Volksmedizin

Als Heilpflanze geriet die Karde in Vergessenheit. In der Volksmedizin überlebte sie allerdings. Der äußerst bittere Tee aus der Wurzel wurde bei rheumatischen Schmerzen und Arthritis als „Rosskur“ eingesetzt. Über Inhaltsstoffe ist leider wenig bekannt, aber vielleicht erweckt die neue Popularität der Karde auch das wissenschaftliche Interesse. Bislang kennt man nur das Glykosid Scabiosid, Iridoide, Saponine und organische Säuren wie die Kaffeesäurederivate. Das lässt allerdings vermuten, dass die Karde ein entzündungshemmendes, eventuell auch antibakteriell wirkendes Potential haben könnte.

 

Karde, unterstützendes Heilmittel bei Borreliose

Die Anwendung der Karde, vor allem in Form der Tinktur aus der Wurzel, wird zunehmend auch von medizinischen Kreisen empfohlen. Vor allem auch in der Veterinärmedizin konnten beim Einsatz der Tinktur bei Pferden, die ebenfalls Borreliose bekommen können, gute Erfolge erzielt werden. Da aber noch zu wenig klinische Erfahrungen vorliegen, kann man nur Vermutungen anstellen. Die schmerzhaften Spätfolgen einer Borreliose werden vor allem durch Neurotoxine ausgelöst, die von den Borrelien im Gewebe und Nerven abgelagert werden. Durch die Wirkung der Kardenwurzel auf die Leber und Nieren können diese Neurotoxine vielleicht mobilisiert und ausgeschieden werden. Es kann daher Menschen, die an Borreliose erkranken, aber vor allem dann, wenn man unter einem rezidivierenden, also immer wieder aufflackernden Krankheitsstadium leidet, empfohlen werden, zusätzlich zu schulmedizinischen Maßnahmen Kardentinktur anzuwenden. Derzeit ist sie in Apotheken noch kaum erhältlich, doch man kann sie leicht selbst herstellen.

 

Tinktur: Die frisch geerntete Wurzel der einjährigen Blattrosette wird samt Blattherz ausgegraben, gesäubert, zerkleinert und in ein Schraubglas gefüllt und dann mit 40 % Alkohol (Korn, etc.) übergossen. Nach 3 Wochen wird die Tinktur gefiltert.

 

Wurzelkur: Eine kurmäßige Anwendung der (sehr bitteren) Tinktur ist anzuraten. Täglich nimmt man von der Tinktur 3 mal 10 Tropfen. Unterstützen sollte man diese Kur durch Trinken von harntreibenden Tees wie Goldrute oder der Löwenzahnwurzel, die nicht nur harntreibend, sondern auch leberstärkend ist. Anzuraten wäre auch, während dieser Kur eine Diät mit viel Gemüse wie Rote Rüben, deren Inhaltsstoffe auch leberstärkend wirken oder Karotten und Tomaten mit antioxidativ wirkenden Carotinoiden zu halten.

Brunelle, vergessene Heilpflanze

Sie wächst vor jeder Haustür in der Wiese, ist nicht unattraktiv, doch kaum jemand kennt sie. Noch weniger bekannt ist, dass die Brunelle, die auch Braunelle genannt wird, eine recht wirkungsvolle Heilpflanze ist. Ganz anders ist das in China, wo Xia ku cao, wie sie dort heißt, hoch geschätzt wird und auch in Amerika wo man sie Selfheal, „Selbstheil“ nennt. Auch hierzulande sollte man dieser Heilpflanze wieder mehr Beachtung schenken.

 

Kleine Brunelle

Prunella vulgaris ist der botanische Name dieser Pflanze, die zu den Lippenblütlern zählt. Mit ihren dunkelblauen Blüten ist sie eine Zierde unserer Wiesen und bei den Bienen sehr beliebt. Sie ist nicht sehr auffällig mit ihrem niederen Wuchs und wird daher oft im hohen Gras der Wiesen übersehen. Sie wächst wirklich fast in jeder Wiese und übersteht auch regelmäßiges Mähen mit dem Rasenmäher. Ähnlich wie das Gänseblümchen beginnt sie schon bald nach dem Mähen wieder zu blühen. Daher ist der englische Name Selfheal recht treffend, die Brunelle scheint unverwüstlich zu sein und kann so wie das Gänseblümchen als Heilmittel gegen Verletzungen betrachtet werden.

 

Die Signatur der Brunelle

In früheren Zeiten, als die Kräuterkundigen noch mehr Intuition brauchten, um die Heilwirkung der Pflanzen erkennen zu können, bediente man sich gerne der Signaturlehre. Paracelsus war ein Meister dieser Betrachtungsweise und er schrieb, dass man vom Äußeren auf die „inneren Tugenden“ schließen könne. Natürlich belächeln naturwissenschaftlich orientierte Kräuterkundige ein solches Herangehen an die Heilpflanzen. Doch eigenartigerweise kann in den meisten Fällen die Heilwirkung, die man früher beschrieb, auch aus Sicht der Wissenschaft betätigt werden. Es kann daher nicht schaden, die Brunelle besser zu betrachten, um ihre Wirkung zu verstehen.

 

Brunelle gegen Rachenentzündung

Braunelle nannte man früher die Brunelle und das kam daher, weil man die Pflanze zur Behandlung der „Halsbräune“ einsetzte, unter der man entzündliche Prozesse im Mund und Rachenbereich verstand. Zu dieser Erkenntnis kam man, weil die Blütenkrone der Brunelle einem Hals mit geschwollenen Drüsen ähnelt. Mathiolus, ein berühmter Arzt im 16. Jh. schrieb: „Braunelle hat den Namen von ihrer Eigenschaft, dass sie bei Entzündung der Zunge, welche man die Bräune nennt, gebraucht wird….und der Saft dient zum Gurgeln bei Mundfäule und wundem Hals.“

Pharmakologisch lässt sich dieser Rat bestätigen, auch wenn man bis vor kurzem nicht allzu viel über die Inhaltsstoffe der Brunelle wusste. Aber eine Wirkstoffkombination von Gerbstoffen, Bitterstoffen, ätherischem Öl, Harzen und Saponinen kann bei entzündlichen Prozessen in Mund und Rachen sicher wirksam sein.

 

Brunelle

Brunelle

 

Brunelle hilfreich bei Verletzungen

Einen weiteren Hinweis auf die Anwendung der Brunelle bringt das Betrachten der einzelnen Blüten. Sie ähneln im Profil nämlich einer Hippe, volkstümlich auch „Zappel“ genannt, einem in der Forstwirtschaft verwendetem Beil. Daraus schloss man, dass die Brunelle bei Verletzungen, die durch ein scharfes Werkzeug hervorgerufen werden, helfen kann. Gerard, ein englischer Kräuterkundiger des Mittelalters, schrieb, dass sich mit einem Absud von Brunelle äußere und innere Wunden schnell verschließen würden. In der Volksmedizin wurde die Brunelle bei allen Formen von Verletzungen verwendet und in England gab es sogar einen Spruch: „Wer Selfheal (Selbstheil) hat, braucht keinen Arzt“. In England und auch in Amerika wird die Brunelle auch heute noch als Wundheilmittel geschätzt und man findet die Pflanze auch in den offiziellen Arzneibüchern.

 

Amerikanische Forschungen

Kanadische Forscher haben die Brunelle neuerdings genauer untersucht. Dabei fand man neben vielen sehr antibakterielle wirkenden Terpenen einen Wirkstoff, die Rosmarinsäure, dem eine antivirale Wirkung zugeschrieben werden kann. Ferner fand man ein Polysaccharid, das Prunellin genannte wurde, dem ebenfalls antivirale Wirksamkeit zugeschrieben werden kann und das in Laborstudien nicht nur gegen Herpes- Viren sondern sogar HI- Viren eine Aktivität zeigte. Diese Inhaltsstoffe der Brunelle könnten also in Zukunft zu sinnvollen Medikamenten führen, die vor allem zur Herpes- Behandlung entwickelt genutzt werden können, meinen die kanadischen Forscher.

 

Xia ku cao, Brunelle in der TCM

In der TCM wird die Brunelle schon in den frühen Schriften erwähnt. Im alten China empfahl man Xia ku cao vor allem gegen Erkrankungen, deren Ursache in einer gestörten Leberfunktion begründet ist. Die Brunelle gilt als kühlend auf die Leber, weshalb sie bei entzündlichen Prozessen in der Leber und daraus resultierender Gelbsucht eingesetzt wird. Neuere chinesische Untersuchungen zeigten, dass Xia ku cao auch bei Bluthochdruck helfen kann, da es eine leichte Erweiterung der Blutgefäße bewirkt. Gemeinsam mit Chrysanthemenblüten setzt man daher in der TCM Brunelle als Tee gegen Leberstörungen und auch gegen Kopfschmerzen mit Schwindel, deren Ursache hoher Blutdruck ist, ein.

 

Brunelle selber sammeln

Bei uns ist die Brunelle als Heilpflanze ganz in Vergessenheit geraten, man bekommt sie daher kaum in der Apotheke, höchstens als Droge für TCM- Rezepturen. Selber sammeln ist aber kein Problem, da die Pflanze wirklich in jeder Wiese wächst und kaum verwechselt werden kann. Gesammelt wird das blühende Kraut, also Blätter und Blüten. Um Tee daraus machen zu können, lässt man das Kraut trocknen. Man kann aber auch eine Tinktur oder eine Salbe aus der Brunelle herstellen.

Tee: 2 TL Droge (getrocknetes Kraut) mit 1 Tasse heißem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen.

Tinktur: Frisches Kraut in Glas füllen, mit 40 % Alkohol übergießen, 3 Wochen ziehen lassen, abfiltern.

Salbe: Frisches Kraut mit Öl (Mandelöl, Distelöl, etc.) übergießen, 1 Stunde ziehen lassen, dann in ein Wasserbad stellen, ½ Stunde lang ausziehen lassen, abfiltern. Den Ölauszug noch einmal ins Wasserbad stellen, im Verhältnis 4 Teile (Ölauszug): 1 Teil Bienenwachs (aus der Apotheke) vermischen und rühren, bis sich das Wachs aufgelöst hat. In Tiegel abfüllen.

 

Brunelle für die Hausapotheke

Als Tee kann die Brunelle zum Gurgeln bei Mund- und Rachenentzündungen angewendet werden. Den Tee trinkt man bei chronischen Atemwegsproblemen, grippalen Infekten und leichten Durchfällen. Als Sitzbad nutzt man den Tee bei Hämorrhoiden, Bindehautentzündungen, und als Umschlag bei entzündlichen Hautproblemen wie Ekzemen und bei Verletzungen.

Die Tinktur kann verdünnt zur Wundreinigung und als Umschlag bei Verstauchungen und Zerrungen eingesetzt werden. Bei Zahnfleischproblemen sollte man die Tinktur zum Mundwasser geben.

Die Salbe hilft bei Hauterkrankungen mit Juckreiz und bei Ekzemen, auch bei Hautproblemen mit Bläschen (Nesselsucht) kann man die Salbe anwenden. Außerdem hilft sie zum Ausheilen von Wunden und zur Narbenbehandlung und nach den neuesten Erkenntnissen gegen Herpes, also Fieberblasen.

Sanfte Heilmittel für unerfüllten Kinderwunsch

Schätzungen zufolge bleibt jedes sechste Par ungewollt kinderlos. Oft wird der unerfüllte Kinderwunsch zur Zerreißprobe für die betroffenen Paare. Heute stehen zwar modernste Therapien und Methoden der Medizin zur Verfügung, beginnend von Hormontherapien bis hin zur In- Vitro- Fertilisation (künstliche Befruchtung). Doch der Wunsch, mit Naturheilkräften die Fruchtbarkeit zu steigern und damit den Kinderwunsch zu erfüllen, wird immer häufiger. Vor allem dann, wenn die Reproduktionsmedizin doch nicht helfen kann, suchen viele Frauen nach Naturheilmitteln.

 

Unfruchtbar sein

Bei den Ursachen ungewollter Kinderlosigkeit unterscheidet man zwischen Sterilität und Infertilität. Sterilität bedeutet, dass es nicht möglich ist, schwanger zu werden, während Infertilität bedeutet, dass eine Schwangerschaft nicht ausgetragen werden kann. Immer mehr Paare sind von Sterilität betroffen. Die Ursachen sind sehr vielfältig. Bei etwa 40 Prozent der betroffenen Paare liegt die Ursache bei den Frauen und bei 40 Prozent bei den Männern. Bei etwa 5 bis 10 Prozent lassen sich keine organischen Ursachen finden.

 

Ursachen finden

Die Diagnostik, welche Ursache für die Kinderlosigkeit verantwortlich sein könnte, muss dem Arzt vorbehalten bleiben. Da gibt es nämlich viele Untersuchungen durchzuführen: wie sieht es mit der Hormonsituation bei der Frau aus, gibt es organische Ursachen wie Endometriose (versprengte Gebärmutterschleimhaut im Bauchraum) oder Verwachsungen der Eileiter. Bei Männern muss untersucht werden, ob Störungen der Spermienreifung oder- produktion als Ursache in Frage kommen. Neuerdings findet man zunehmend immunologische Ursachen für Kinderlosigkeit, zum Beispiel allergische Reaktionen der Frau gegen die Spermien des Mannes. Für das weibliche Immunsystem ist es nicht selbstverständlich, einen Embryo, der zur Hälfte aus fremden Genen besteht, im eigenen Körper zu dulden. Immunreaktionen der Frau können die Befruchtung oder das Einnisten des Eies verhindern. Doch schon im Vorfeld der Fortpflanzung können Frauen auf das Sperma des Mannes allergisch reagieren, wie Forschungen ergaben.

 

Lebensstil als Ursache

Die Zunahme der ungewollten Kinderlosigkeit wird auch als Folge unseres Lebensstils gesehen. Berufliche Belastungen, Stress und andere Faktoren können zu Beeinträchtigungen von Körperfunktionen führen. Zigaretten- und übermäßiger Alkoholkonsum sind ebenfalls nicht fruchtbarkeitsfördernd. Vor allem aber hat sich die Lebensplanung der Menschen geändert. Vor 30 Jahren waren 90% der Frauen unter 30, als sie das erste Kind bekamen. Heute wollen Frauen erst Karriere machen und dann Kinder bekommen. Doch mit steigendem Alter werden die Eisprünge seltener, so dass die Wahrscheinlichkeit einer Empfängnis sinkt. Eine 40- Jährige braucht durchschnittlich 20 Zyklen, bis es zu einer Empfängnis kommen kann.

 

Medizinische Behandlungsmöglichkeiten

Mit dem Arzt sollten die Möglichkeiten genau besprochen werden. Diese reichen von künstlicher Insemination (aufbereitetes Sperma wird in den Gebärmutterhals eingeführt, Erfolg bei 1 – 10%), Hormonbehandlungen, zum Beispiel hormonell herbeigeführter Eisprung (Erfolg 1 – 10%), Künstliche Befruchtung (In- Vitro-Fertilisation, dabei werden die durch eine Hormonbehandlung hervorgerufene Eizellen entnommen, außerhalb des Körpers befruchtet und wieder in die Eileiter der Frau eingesetzt, Erfolg zwischen 20 und 30%) bis hin zu ICSI (Spermieninjektion, bei der ein einzelnes Spermium unter Mikroskop direkt in die Eizelle injiziert wird und diese dann in die Gebärmutter gepflanzt wird).

 

Darf Kindermachen noch Lust machen

Der fixe Kinderwunsch kann manchmal wie ein Knoten wirken, der alles für die Empfängnis nötige zuschnürt. Nichts steht einer natürlichen Empfängnis mehr im Weg als ein durch computergesteuerte Thermometer termingerechter geschlechtlicher Verkehr. Wenn sich die Gedanken nur noch ums Kinderkriegen drehen und die Lust am Partner dabei auf der Strecke bleibt, ist das sicher nicht empfängnisfördernd.

 

Natürliche Hilfe zum „Kindermachen“

Auch wenn man auf die Kraft von Heilpflanzen oder von Heilmethoden wie Homöopathie oder Anthroposophische Medizin zur Erfüllung des Kinderwunsches zurückgreifen will, sollte die Diagnostik abgeklärt sein. Heilpflanzen können unterschiedlich hormonelle Wirkungen entwickeln. Liegt beispielsweise eine Gelbkörperinsuffizienz vor, gibt es speziell dafür geeignete Heilpflanzen, während andere nur generell östrogenisierend wirken. Da häufig Schwermetall- und andere Umweltbelastungen die Ursache der Kinderlosigkeit sein können, ist sozusagen „Entgiften mit Heilpflanzen“ angesagt. Zur Anregung der Spermienbildung liefert uns die Natur ebenfalls – vor allem samenreiche – Heilpflanzen.

 

Homöopathische Mittel

Die Behandlung mit homöopathischen oder anthroposophischen Heilmitteln sollte eigentlich dafür ausgebildeten Ärzten vorbehalten sein. Daher hier nur einige Hinweise, um die Möglichkeiten solcher Heilmittel aufzuzeigen. Aus Sicht der Traditionellen Abendländischen Medizin wird Silber dem Planetenprinzip Mond zugeordnet, das auch die Fruchtbarkeit steuert. Homöopathisch potenziertes Argentum (Silber) hilft daher vor allem dann, wenn nach Absetzen der Antibabypille der Zyklus außer Kontrolle geraten ist, diesen wieder zu einer Regelmäßigkeit zu leiten und somit auch regelmäßige Eisprünge anzuregen. Cuprum (Kupfer) dagegen wird dem Venusprinzip zugeordnet und stärkt somit das Venusorgan Gebärmutter. Das wussten in früheren Zeiten auch die Bauern: wenn die Kuh nicht stierig werden wollte, gaben sie den Tieren Kupferfeile ins Futter. Homöopathisches Kupfer ist ein wichtiges Mittel, das nicht nur Lust und die Fruchtbarkeit fördert, sondern auch dem befruchteten Ei beim Einnisten hilft. Auch die Perle galt immer als Symbol für Fruchtbarkeit. Das homöopathische Mittel Calcium carbonicum wird aus Austernschalenkalk hergestellt und sollte Bestandteil einer fruchtbarkeitsfördernden homöopathischen Kur sein.

 

Das „Nest säubern“.

Vor einer gezielten Kur mit Heilpflanzen zur Fruchtbarkeitssteigerung empfiehlt sich eine 1- bis 3- monatige Entgiftung. Schwermetallbelastungen können sowohl bei Frauen, vor allem aber auch bei Männern die Ursache von Kinderlosigkeit sein. In der Volksmedizin nannte man solche Kräuter, die vor allem Frauen zum Entgiften helfen, die Kräuter „zum Nest säubern“. Eine konkrete Kur zur Schwermetallausleitung sollte immer Pflanzen mit Sulfidverbindungen enthalten, zum Beispiel Bärlauch. Diese Wirkstoffe binden die Schwermetalle und so können sie dann zur Ausscheidung gebracht werden.

Nach einer 1- monatigen Kur mit Bärlauchtinktur (tgl. 2mal 10 Tr.) und ausleitenden Tees sollten Frauen auf folgende Kräuter zurückgreifen: Gundelrebe (hilft bei Bleibelastungen, insgesamt auch immunstärkend), Frauenmantel (das Frauenkraut schlechthin, das aber auch auf Grund seiner Gerbstoffe auch Schwermetalle binden kann), Stinkender Storchschnabel (ebenfalls zum Ausleiten, durch seine Signatur eine „mythische“ Fruchtbarkeitspflanze der Volksmedizin), Schafgarbe (wirkt hormonell und auch stoffwechselanregend), Brennnesselblätter (mobilisieren Flüssigkeit und helfen somit beim Ausleiten und Goldrute (stärkt die Nieren und hilft beim Ausleiten). Ein Rezept für einen „Nestsäuberungstee“ könnte so ausschauen, dass man diese Kräuter mischt:

3 Teile Frauenmantel

3 Teile Gundelrebe

3 Teile Storchschnabel

2 Teile Schafgarbe

2 Teile Brennnessel und

2 Teile Goldrute

In der Apotheke mischen lassen und den Tee im Aufguss zubereiten (2 TL/auf ca. ¼ l heißes Wasser, 10 Minuten ziehen lassen)

 

Fruchtbarkeitsfördernde Kräuter

Zu den häufigsten Ursachen für ungewollte Kinderlosigkeit zählt der Gelbkörpermangel. Nach dem Eisprung verbleibt die Eihülle im Eierstock und bildet sich zu einer Hormondrüse um, die schwangerschaftserhaltende Gestagene (gestare, lat. tragen, trächtig sein) bildet. Bei Gelbkörperinsuffizienz wird das „Nest“, die Gebärmutterschleimhaut, nicht richtig vorbereitet, so dass sich eine befruchtete Eizelle nicht so leicht einnisten kann. Der Frauenmantel, die Frauenpflanze schlechthin, hat eine hormonregulierende Wirkung, die auch bei Gelbkörpermangel hilft. Frauenmantel sollte entweder als Tee oder noch besser als Urtinktur (aus der Apotheke) das Basiskraut einer Kur zur Steigerung der Fruchtbarkeit für die Frau sein.

Der Stinkende Storchschnabel (Geranium robertianum) wurde im Volksmund immer „Kindsmacher“ genannt. Damit „einen der Storch ins Bein beisst“, sollte der Tee über längeren Zeitraum von Frau und Mann getrunken werden. Wissenschaftlich wissen wir wenig über die Pflanze, außer dass sie Gerbstoffe enthält, die allerdings ebenso wie beim Frauenmantel hauptsächlich Ellagitannine sind, denen eine phytoöstrogene Wirkung zugesprochen werden kann. Man muss also nicht an den Storch glauben, um dem Storchschnabel eine positive Wirkung zur Steigerung der Fruchtbarkeit zusprechen zu können. Für eine partnerschaftliche Kur empfiehlt sich vielleicht die Anwendung als Ansatzwein:

Zwei Handvoll blühendes Storchschnabelkraut grob zerkleinern, mit 1l Weißwein übergießen, kurz auf dem Herd erhitzen. Im lauwarmen Zustand etwas Honig unterrühren, abseihen und in Flaschen abfüllen.

Den Wein kann man auch mit dem Storchschnabeltee aus der Apotheke herstellen. 2 mal täglich ein Glas vor dem Essen und liebevoll mit dem zukünftigen „Kindesvater“ anstoßen!

 

Basilikum für Kinderwunsch

„Damit die Frauen fruchtbar werden, sollten sie Basilikum mit Lauch in die Suppe geschnitten essen. Dies macht jüngere Frauen fruchtbarer“, schrieb Paracelsus. Er ordnete Pflanzen primär auf Grund ihrer Signaturen die Wirkung zu und auch wenn naturwissenschaftlich orientierte Ärzte solches belächeln mögen, die Erfahrung zeigt, dass Basilikum tatsächlich eine hormonanregende Wirkung hat. Basilikum wirkt mild östrogenartig, regt den Eisprung und auch die Libido an. Da ohne Lust keine Kinder, könnten basilikumduftende Speisen vielleicht förderlich für Kinderwunsch sein.

 

Granatapfel, Baum der Aphrodite

In arabischen Ländern verzehrt man Granatapfelkerne seit ewigen Zeiten, um „jung zu bleiben“. Wieder ist es die Signatur, die die Hormonwirkung des Granatapfels erklärt – schneidet man die Frucht durch, dann gleich sie mit ihrem Samenreichtum dem Eierstock mit seinen zahlreichen Keimzellen. Wissenschaftlich konnte bestätigt werden, dass in den Samen Östron, ein schwach wirksames Östrogen, das mit den in den Keimdrüsen gebildeten weiblichen Hormonen völlig identisch ist, enthalten ist. Mittlerweile werden die Granatapfelsamen auch als wirksames Mittel gegen Prostataprobleme diskutiert. Granatapfel wäre also wieder ein Mittel, das Paare gemeinsam nutzen sollten, in Form köstlicher Speisen oder als Tinktur:

Samen aus den Früchten rauslösen, in einem Schraubglas mit 40% Alkohol übergießen, 3 Wochen ziehen lassen und dann abfiltern. Einige Wochen täglich 2 mal 10 Tropfen nehmen.

 

Samenreiche Pflanzen für Männer

Schon wieder muss Paracelsus zitiert werden, der meinte, dass Pflanzen, die eine Überfülle an Samen entwickeln, Männern helfen könnten. Der Granatapfel ist eine solche Pflanze. Östrogenähnliche Stoffe sind üblicherweise bei Männern eher kontraproduktiv, doch manche östrogenartig wirkende Pflanzen können auch Männern helfen. Daher ist durchaus auch Männern die Einnahme von einer Granatapfeltinktur zu empfehlen.

Eine große Fülle an Samen entwickelt auch die Brennnessel. In den Alpenländern weiß man schon lange, dass tägliches Essen von Brennnesselsamen nicht nur die Gesundheit, sondern auch die Potenz erhalten kann. Im Mittelalter war es übrigens Mönchen verboten, die Samen dieser überaus vitalen Pflanze zu genießen. Heute ist bekannt, dass die Samen überaus reich sind an Tokopherolen, die im Vitamin E, dem „Fruchtbarkeitsvitamin“ enthalten sind. Brennnesselsamen regelmäßig als Würze zu Salaten, Suppen und anderen Speisen verwendet, könnten also Männern zu einer vermehrten Spermienproduktion verhelfen. Frauen mit Kinderwunsch sollten diesen Genuss partnerschaftlich mit ihren Männern teilen, da auch bei ihnen die Zufuhr von Vitamin E hilfreich sein kann.

Die sechs heilenden Laute

Um Energie zu tanken und gleichzeitig Ausgeglichenheit zu erlangen, halten sich Menschen zunehmend an Übungen aus der Traditionellen Chinesischen Medizin wie Qigong oder Taiqi. Um diese Übungen tatsächlich Energie spendend ausnutzen zu können, sollte man besser einen Kurs besuchen. Leicht nachzuvollziehen ist eine Energieübung, die auch aus dem Qigong stammt, bei der aber der Schwerpunkt auf dem Anstimmen bestimmter Laute liegt, weshalb man diese Übung „Die sechs heilenden Laute“ nennt.

 

Die Traditionelle Chinesische Medizin

Über TCM und die Bedeutung von Begriffen wie Qi, Yin/Yang oder Wandlungsphasen, die das Grundgerüst der TCM darstellen, gibt es ausreichend Literatur zum Nachlesen. Daher hier nur eine kurze Erklärung zum Verständnis der Wirkung der heilenden Laute: Yuan Qi ist die Energie, die dem Menschen von Geburt an mitgegeben ist und je besser dieses Qi „verwaltet“ wird, desto gesünder bleibt der Mensch. Das Qi ist ständig im Fließen, Strömen, Durchdringen. Im Menschen kreist es auf bestimmten, fest vorgegebenen Bahnen, den sogenannten Meridianen. Diese Meridiane versorgen bestimmte Organsysteme im Körper mit Energie. Aus Sicht der TCM gibt es äußere und innere Ursachen für Störungen in den Organsystemen. Unter inneren Ursachen versteht man Faktoren wie Ärger und Zorn, Kummer und Sorge, Angst und Traurigkeit.

 

Die sechs heilenden Laute

Die sechs heilenden Laute stellen durch ihre Schwingung eine Entspannungstechnik dar, die eine harmonisierende Wirkung auf die Bezugsorgane und damit auf den gesamten Organismus ausübt. Sie bringen durch die ihnen innewohnenden Schwingungen, die der Körper umsetzt, diese Organe zum Schwingen und leiten Erregungen ab. All unsere Probleme, sei es mit uns selbst oder unserem Umfeld, beruflich oder familiär, ungesunde Ernährung oder permanenter Stress können zu Irritationen dieser Organe führen. Die Übung der sechs heilenden Laute kann helfen, die Organsysteme zu regenerieren und ihnen gesundes Qi zuzuführen.

Die sechs heilenden Laute bringen die Energie, die bei vielen Menschen blockiert ist, wieder zum Zirkulieren und helfen so, Frieden mit sich selbst und der Welt zu finden. Sie helfen, den Anforderungen unseres täglichen Lebens besser gewappnet zu sein.

 

Der Leberlaut Schhhü

Man schürzt den Mund etwas, die Zunge liegt hinter den oberen Schneidezähnen. Die linke Hand liegt auf der Leber. Atmen Sie tief ein und im Ausatmen bilden Sie den Laut Schhü, wobei das ü im letzten Ausatmen nur nachklingen soll. Der Laut hilft, Ärger und Zorn, die unsere Leber schwächen können, herauszudrücken.

 

Der Herzlaut Hhao

Der Mund ist weit geöffnet, die rechte Hand liegt über der Herzgegend. Lassen Sie den Laut hinaus gleiten und fühlen Sie dabei, wie dieser Laut von Lasten erleichtert und Ihr Herz sich mit Wärme füllt. Dieser Laut hilft besonders dort, wo man/frau glaubt, dass der Druck des Lebens zu sehr auf ihnen lastet und Herz und Kreislauf darunter leiden.

 

Der Milzlaut Hhhuu

Die Lippen bilden eine runde Öffnung und sind leicht nach vorne geschürzt. Die rechte Hand liegt auf der Milzgegend (für anatomisch Unwissende, links vom Magen). Der Laut vertreibt übermäßiges Sich- Sorgen, zum Beispiel um Sicherheit, Besitz, Familie, etc, was unsere Milzenergie stören kann und hilft, gelassener zu werden und Vertrauen in sich selbst zu finden.

 

Der Lungenlaut Sschö

Die Zunge liegt hinter den oberen Schneidezähnen am Gaumen. Die rechte Hand liegt auf der Mittellinie zwischen den Brustwarzen auf dem Brustbein, die linke Hand liegt über der rechten. Dieser Laut hilft, Kummer und Traurigkeit los zu lassen, er hilft, mit depressiven Stimmungen besser fertig zu werden, was unsere Lungenenergie wieder besser fließen lässt.

 

Der Nierenlaut Phhha

Die Lippen sind leicht geschlossen. Tun Sie, als ob Sie eine Kerze ausblasen wollten. Runden Sie die Lippen und blasen sie die imaginäre Kerze aus. Die rechte Hand liegt über der rechten Nierengegend und die linke über der linken, so wie man halt steht, wenn man die Hände in die Seiten drückt. Dieser Laut hilft, sich von inneren Ängsten zu befreien, denn diese können die Nierenenergie schwächen. Denken Sie nur an Sätze wie „Vor lauter Angst in die Hosen machen“.

 

Der Laut des Dreifachen Erwärmers Hssi

Die Mundwinkel werden weit nach außen gezogen, die Zähne zusammengebissen. Ein deutliches i muss hörbar werden. Die rechte Hand liegt unter der Nabelgegend, dem Energiefeld Dantien, die rechte Hand wieder über der Mittellinie zwischen den Brustwarzen auf dem Brustbein. Der Dreifache Erwärmer koordiniert den Energiefluss zwischen den Meridianen und hilft als Abschlusslaut der Übungen, das energetische Gleichgewicht im Körper aufrecht zu erhalten.

 

Die Durchführung der Übungen

Ob man die Lautübungen einzeln, sozusagen nach Problembereich und Bedarf oder in der oben angegebenen Reihenfolge praktiziert, bleibt jedem überlassen. Sinnvoll ist es, die Lautübungen als Serie durchzuführen, um allen Organsysteme gleichermaßen Energie zuzuführen.

  • Wiederholen Sie die einzelnen Laute drei bis sechsmal.
  • Gehen Sie nicht von einem Laut zum nächsten abrupt weiter, sondern lassen Sie die Laute in Ihrem Inneren einige Minuten nachschwíngen.
  • Die beste Zeit für die Übungen ist vor dem Schlafen gehen, dann ist ihre Wirkung besonders nachhaltig.

Morgens durchgeführt bringen sie allen Organen hilfreiche Energie. Untertags sollte man die Übungen nur in Krisensituationen durchführen.

  • Versuchen Sie zu verhindern, dass Sie während der Durchführung der Übungen gestört werden.

Die Milz, das vergessene Organ

Meist wird man sich dieses Organes erst bewusst, wenn es nach einem Unfall entfernt werden muss. Doch dann merkt man bald, welch wichtige Funktion die Milz für das Immunsystem hat. In der Schulmedizin spielt die Milz auch eher eine stiefmütterliche Rolle, obwohl man ihre wichtigen Funktionen genau kennt. Es kann also nicht schaden, wenn man Überlegungen anstellt, in welcher Form man die Milz stärken kann.

 

Die Anatomie der Milz

Die Milz (lat. lien, griech. splen), die ungefähr so groß wie eine Niere ist, liegt im linken Oberbauch zwischen Zwerchfell, Magen und der linken Niere. Außerdem berührt sie die Spitze der Bauchspeicheldrüse. Da die Milz so nah am Zwerchfell ist, bewegt sie sich beim Atmen, ist aber bei normaler Größe von den Rippen bedeckt und von außen nicht tastbar. Sie ist von einer bindegewebigen Kapsel umgeben, die das Organ schützt. Die Milz vereint in Bau und Struktur zwei Organe. Die weiße Pulpa (lat. pulpa, breiige Masse) als Innenorgan übernimmt als lymphatisches Organ immunologische Aufgaben, die rote Pulpa entfernt schädliche Partikel aus dem Blut.

 

Die Aufgaben der Milz

Man kann sich die Milz wie einen Schwamm vorstellen, in den das Blut hineingepresst wird. Die jungen roten Blutkörperchen können durch die Maschen des Schwammes hindurchschlüpfen, die überalterten (meist ungefähr 120 Tage alt) bleiben darin hängen und werden abgebaut. Dieser Vorgang ist wichtig, damit der Organismus die „Blutqualität“ erhalten kann.

Die Abwehrfunktion der Milz lässt sich mit einem Parkplatz für weiße Blutkörperchen beschreiben. Die Leukozyten schwimmen nicht ununterbrochen im Blut, sondern sammeln sich an verschiedenen Stationen im Körper und vor allem auch in der Milz. Die weißen Blutkörperchen, die in der Milz für die Abwehr die größte Rolle spielen, sind die Lymphozyten. Sie warten in der Milz, um auf vorbei gespülte Krankheitserreger reagieren zu können oder wieder ihre Aufgabe im Blutkreislauf zu übernehmen. Bei einer Blutvergiftung hat die Milz daher eine besondere Funktion. Wenn der Körper gegen „Eindringlinge“ kämpft, zum Beispiel gegen Viren, Bakterien oder Parasiten, vermehrt sich das Abwehrgewebe der Milz. Auch wenn die Abwehr sich gegen körpereigene Strukturen wendet, wie dies bei Autoimmunerkrankungen, beispielsweise Polyarthritis, stattfindet, kann die Milz vergrößert sein. Über den Pfortaderkreislauf ist die Milz auch mit der Leber verbunden, weshalb Stauungen in der Milz bei Leberzirrhose auftreten können . Vielleicht stammt daher der alte volkstümliche Spruch: “Wenn die Leber kaputt ist, trinkt man mit der Milz weiter“. Kinder bis zum sechsten Lebensjahr sind auf die Funktion der Milz angewiesen, da sie bei ihnen an der Bildung der roten Blutkörperchen beteiligt ist. Bei Erkrankung des blutbildenden Knochenmarks kann die Milz im Alter wieder zu einem blutbildenden Organ werden.

Damit sind nur die wichtigsten Funktionen der Milz angesprochen, es wird klar, wie wichtig dieses Organ ist, auch wenn man überlebt, wenn sie entfernt werden muss.

 

Die Milz aus Sicht der Naturheilkunde

Im Unterschied zur Schulmedizin sieht die Naturheilkunde, die in der Humoralpathologie (humores, lat. Säfte), also der „Säftelehre“ wurzelt, eine Beteiligung der Milz bei vielen Krankheiten und damit eine Notwendigkeit, als Heilungsreiz gezielte Milz- Therapie durchzuführen. Die „Säfte“ (Blut, Schleim, Gelbgalle, Schwarzgalle) darf man nicht als Flüssigkeiten, sondern als Symbolbegriffe für Wirkprinzipien sehen, ähnlich wie es auch die TCM sieht. Das Organ, das für das Funktionsprinzip Schwarzgalle verantwortlich ist, ist die Milz. Melanchera nannte man diesen „Saft“ auch, und wenn dieser nicht ausgeschieden wird, können Erkrankungen wie Depression, aber auch Arthrosen, Fibrosen, Zirrhosen entstehen. Doch die Naturheilkunde kennt einige Heilpflanzen, mit denen man auf der Basis dieser Überlegungen die Milz stärken kann. Ausgehend davon, dass man ähnlich wie in der TCM einen Funktionskreis von der Milz und der Bauchspeicheldrüse, ebenfalls ein „Stiefkind“ der Medizin sieht, empfehlen sich Heilpflanzen, die auch als Leberheilpflanzen oder als Entgiftungsmittel genutzt werden können.

Brennnessel: Auch wenn die Brennnessel laut Plinius als die „am meisten verhasste aller Pflanzen“ bezeichnet wurde, zählte sie immer schon zu den besten „Blutreinigungsmitteln“ aller Heilpflanzen. Eine ca. dreiwöchige Kur mit dem Tee aus der Brennnessel aktiviert nicht nur den Stoffwechsel, hilft die Harnsäure zu mobilisieren, sondern unterstützt auch die Milzfunktion. Ein bis zweimal täglich eine Tasse Tee (im Aufguss, 10 Minuten ziehen lassen) trinken.

Gundelrebe: Als Heilpflanze vergessen und in der Apotheke kaum erhältlich, kann man die Gundelrebe in der Wiese finden, sobald der Schnee verschwunden ist. Die Gundelrebe wurde früher als Heilpflanze betrachtet, die hilft, Toxine und Ablagerungen im Körper auszuscheiden. Auch zur Immunstärkung kann man die Gundelrebe nutzen. Naturheilkundliche Erfahrungen zeigen darüber hinaus, dass dieses Pflänzchen durch diese Wirkungen auch helfen kann, die Milz zu entlasten und somit zu stärken. Angenehm an dieser „Kur“ ist, dass man die Gundelrebe primär als würzende Zutat zu Frühlingssuppen nutzen sollte.

Odermennig: „Heilandskraut“ nennt man den Odermennig in machen Gegenden des Burgenlands. Früher wurde er hochgeschätzt: „Odermeng ist das fürnembst Kraut zu allen verstopften Leberen“, wusste Hieronymus Bock. Der Odermennig ist eine hervorragende Leberheilpflanze, auch wenn sich die Wissenschaft noch wenig mit ihm auseinender gesetzt hat. Als Milzheilpflanze kann der Tee (Aufguss, 10 Minuten ziehen lassen) ebenfalls eingesetzt werden.

Aus der „Hildegard- Medizin“ kann man den Hirschzungenfarn (Scolopendium) als Milzheilmittel übernehmen. Sie empfahl diese Heilpflanze, die man heute hauptsächlich über Apotheken und Drogerien bekommt, die sich auf die Heilmittel der kräuterkundigen Hildegard spezialisiert haben, gegen „chronischen Leberhusten“, womit sie den Zusammenhang zwischen der Leber, Bauchspeicheldrüse und Milz ganz wie in der TCM sah. Hirschzunge bekommt man als Tee (Aufguss, 10 Minuten ziehen lassen) oder als Hirschzungenelixier.

Paracelsus ordnete die Milz dem Saturn- Prinzip zu, wie es noch heute in der Anthroposophischen Medizin gesehen wird. Eine Heilpflanze, die aus dieser Sicht besonders als Milzheilmittel zu sehen, ist die Wegwarte. Verwendet werden sowohl die Wurzel als auch das blühende Kraut. In der Apotheke sollte man beides als Droge zur Teeherstellung (Aufguss, 10 Minuten) bekommen. An sich ist die Wegwarte eine Bitterstoffdroge und somit hilft sie, die Leber in ihrer Entgiftungsarbeit anzuregen. Gleichzeitig stärkt sie aber auch die Milz in ihren Funktionen. Besonders empfehlenswert wäre ein anthroposophisches Mittel, das entsteht, wenn die Wegwarte mit dem „Leberheilmetall“ Zinn kultiviert wird (Cichorium Stanno cultum) oder Cichorium Plumbo cultum mit Blei als Milzheilmittel.

Den nordamerikanischen Indianern verdanken wir eine Milzheilpflanze, die primär in der Homöopathie verwendet wird, die Säckelblume (Ceanothus americanus). Man bekommt sie als Urtinktur oder in homöopathischen Potenzen, z. B. als D6. Der amerikanische Arzt Burnett beschrieb ihre Wirkung: „Wenn Herzstörungen gleichzeitig mit einem Milzleiden bestehen, ist die Linderung, die durch die Gabe von Ceanothus zu erzielen ist, höchst bemerkenswert“. Die Säckelblume kann man als Drainagemittel für die Milz betrachten und schon vorbeugend anwenden. Als Heilmittel kann sie auch bei schon bestehenden Problemen wie Milzschwellungen und Milztumoren eingesetzt werden.

 

Wegwarte

Wegwarte

 

Die Milz in der TCM

In der Traditionellen Chinesischen Medizin spielt die Milz nicht als Organ eine Rolle, sondern als Funktionskreis, nämlich als Meridian Milz / Pankreas, der als Yin- Partner des Magenmeridians fungiert. Daraus ist ersichtlich, wie wichtig es ist, Organzusammenhänge zu betrachten. Die Milz sieht man in der TCM als das System, das die Energie, die über die Ernährung aufgenommen wird, umwandelt und an den Körper weiterleitet. „Die Milz regiert das Blut“, sagt die TCM und wenn das Milz- Qi ausreichend ist, lenkt sie die Bewegung des Blutes, indem sie es in den vorgesehenen Bahnen fließen lässt.

„Die Milz regiert die Muskeln“, in dieser Verteilerfunktion unterliegt der Milzenergie die Kontrolle über die Muskulatur des gesamten Körpers. Wenn wir aus Sicht der TCM den Milzmeridian stärken, hilft das auch, „knackig“ zu werden.

Der Zustand der Milzenergie zeigt sich übrigens in den Lippen. Wenn sie harmonisch ist, kann die Zunge die fünf Geschmäcker unterscheiden und die Lippen erscheinen rot und feucht.

Aus Sicht der TCM stärkt man die Milzenergie durch „süße“ Nahrungsmittel. Damit sind aber nicht Mehlspeisen gemeint, sondern Nahrungsmittel mit natürlicher Süße wie Getreideprodukte oder Gemüse wie Karotten, alle Nüsse und Obst wie Äpfel. Und wenn man unbedingt süßen will, sollte man zu Honig greifen.

Die chinesische Medizin sieht emotionale und auch klimatische Faktoren, die aufbauend oder störend auf die Energie in den Funktionskreisen wirken können. Die Milzenergie stärkt man durch logisches Denken, praktische Vernunft. Wissen und Erinnerungsvermögen werden dem Wirkbereich der Milz zugeordnet. Ständiges Grübeln dagegen schwächt die Milz ebenso wie ständiges Sich- Sorgen um dies und das. Dass intensives Lernen mit massivem Hineinschaufeln von Lernstoff belastend sein kann, weiß jeder. Um die Milzenergie nicht zu sehr zu schwächen, sollte man zwischendurch die Muskeln bewegen, was „milzhaftig“ Hilfe bringt.

Wichtig ist auch der Umgang mit dem klimatischen Faktor Feuchtigkeit. Wenn die Nässe Probleme schafft, hilft vielleicht der Milzlaut Hu: Die Hände auf den Oberbauch legen, die Fingerspitzen sollten über dem Magen liegen. Einatmen und leise gleichmäßig den Laut Hhuuu flüstern.

Die Milz wird der Wandlungsphase Erde zugeordnet. Nicht mehr Hochsommer und noch nicht Herbst, das sind Tage von solch besonderer Qualität, dass ihnen in der Traditionellen Chinesischen Medizin eine eigene Wandlungsphase, die Erde, zugesprochen wurde. Bei uns hat man dafür den wohl passenden Ausdruck „Altweibersommer“ geprägt, denn nur Frauen, die in ihrer Mitte angekommen sind, deren feurige Hitze sich zu innerer Wärme gewandelt hat, können weise Fürsorglichkeit, die Qualität des Erdelements entwickeln und weitergeben. Diese Zeit sollte man nützen, um der Milz durch zentrierende Übungen wie im Qigong energetische Kraft zukommen zu lassen.

Lang leben mit Heilpilzen

„Esst Pilze und ihr lebt länger“, sagt die Mykotherapie. Dieser Begriff wurde von Jan Lelley, Professor für Pilzkunde an der Universität Bonn geprägt und zwar analog zur Phytotherapie, der therapeutischen

Anwendung von Heilpflanzen, sozusagen „Pilztherapie“, da Pilze ja nicht zu den Pflanzen gezählt werden. In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) werden Pilze schon seit Beginn unserer Zeitrechnung als Heilmittel eingesetzt. Doch auch bei uns kannte und nutzte man heilsame Pilze. Schon der Gletschermann „Ötzi“ trug Birkenporlinge bei sich und nutzte sicher ihre Wirkung gegen Darmparasiten. Noch im Mittelalter wusste man heilende Pilze zu nutzen, leider geriet dieses Wissen in Vergessenheit. Seit geraumer Zeit beschäftigt sich aber unsere westliche Wissenschaft mit den Inhaltsstoffen und möglichen therapeutischen Wirkungen von bestimmten Pilzen.

 

Mykotherapie in der Traditionellen Chinesischen Medizin

In Ostasien werden Pilze schon seit Jahrhunderten als Heilmittel verwendet und auch gezüchtet.

In Asien werden Pilze zur Linderung von zahlreichen Krankheiten eingesetzt,. Mittlerweile belegen wissenschaftliche Studien ihre Immunsystem regulierende Wirkung, sie können auch bei Allergien helfen und manche Wissenschaftler empfehlen sogar ihren Einsatz bei Krebs, allerdings nur in begleitender Form zu schulmedizinische Therapien. Manche Pilze aktivieren das ganze Verdauungssystem, andere regulieren den Blutdruck und wirken durchblutungsfördernd. Vor allem enthalten sie alle sehr viel Ergosterin, eine Vorstufe von Vitamin D. Der heurige lichtarme Winter hat bei vielen Menschen zu einem Mangel dieses wichtigen Vitamins geführt, von dem man meint, dass es viel mehr Funktionen im Körper hat, als nur für die Knochenstabilität zu wirken.

Es könnte also sicher nicht schaden, wenn wir jetzt im beginnenden Frühling unseren ganzen Körper mit Heilpilzen wieder in Schwung bringen. Drei Pilze könnte man dafür besonders empfehlen.

Wie kommt man zu Heilpilzen

Die beginnende Popularität von Heilpilzen in Europa führt, wie so oft, dazu, dass sie als Wundermittel angepriesen werden und mit fragwürdigen Verkaufsmethoden den Weg zu kranken Menschen finden. Am seriösesten ist es, die Pilze in der Apotheke zu kaufen. eist werden sie als fertige Präparate in Kapselform angeboten. Da Heilpilze bei uns als Nahrungsergänzungsmittel in den Handel kommen, gibt es keine Vorschriften über Inhaltsmengen, es ist aber sinnvoll, sich an die auf den Packungen angegebenen Mengenangaben zu halten. Daher der Rat, nur Produkte von seriösen Firmen über die Apotheken zu beziehen.

Lackporling für Herz und Immunkraft

Der Glänzende Lackporling wächst auch bei uns an vermodernden Baumstümpfen diverser Laubbäume, allerdings findet man ihn sehr selten. Wegen seiner Konsistenz ist er zum Verzehr ungeeignet, aber wegen seiner glänzenden, rot gefärbten Oberseite wird er gerne in Gestecke gegeben. In China und Japan, wo er Reishi genannt wird, züchtet man ihn schon sehr lange und betrachtet ihn als König aller Heilpilze. „Zhi“ heißt übrigens „göttliches Heilkraut“ und Ling Zhi , Pflanze der Unsterblichkeit. Seit 4000 Jahren sagt man in China dem Ling Zhi magische Heilkräfte, heute werden sie schön langsam auch wissenschaftlich bewiesen.

Aus Sicht der TCM ist der Pilz deshalb so besonders wirkungsvoll, weil er auf alle fünf Funktionskreise im Körper wirkt, ähnlich wie das auch der Ginseng tut. Die Liste der Leiden, gegen die er eingesetzt wird, ist fast endlos: antithrombotisch, cholesterinsenkend, blutdrucksenkend. Bei Allergien hemmt er die Freisetzung von Histaminen im Körper, was die Symptome lindert. Auf die Bronchien hat er eine erweiternde Wirkung, was sich bei Asthma positiv auswirkt. Auch auf die Tätigkeit des Herzens wirkt sich Ling Zhi positiv aus: erhöhter Blutdurchfluss bei geringerem Sauerstoffverbrauch. Daher kann der Ling Zhi unterstützend bei Erkrankungen der Herzkranzgefäße eingesetzt werden.

Überhaupt zeigen neuere chinesische Forschungen, dass Ling Zhi hilft, die Sauerstoffaufnahme in jeder einzelnen Körperzelle zu verbessern. Deshalb wird er auch zur Vorbeugung der Höhenkrankheit eingesetzt. Vermutlich ist auf die verbesserte Sauerstoffaufnahme auch die dem Ling Zhi zugesprochene Wirkung gegen Impotenz, die ihn ja vor allem berühmt gemacht hat, zurückzuführen.

Außerdem wirkt der Ling Zhi immunstärkend, hilft bei körperlicher und geistiger Erschöpfung und er kann helfen, frühzeitige Altersprozesse zu hemmen.

Klapperschwamm oder Maitake gegen Osteoporose

Der Name Maitake kommt aus dem Japanischen und bedeutet „Tanzender Pilz“, vermutlich deshalb, weil die Freude so groß war, wenn man den Baumschwamm trotz seiner guten Tarnung entdeckte.

Sein hoher Gesundheitswert wird seit kurzem vor allem in Amerika erforscht. Bemerkenswert ist der hohe Anteil an Ergosterin, einer Vorstufe des Vitamin D, das für den Aufbau der Knochen von Bedeutung ist, weil es die Resorption von Kalzium verbessert. Maitake kann somit helfen der Osteoporose vorzubeugen und im Krankheitsfall den Fortschritt des Leidens zu verzögern. Zu dieser Indikation wird er neuerdings in naturheilkundlichen Kreisen ganz besonders empfohlen.   Wie viele der Heilpilze kann der Maitake blutzuckersenkend wirken, indem er die Insulinsensitivität der Zellen erhöht und somit ähnlich wie Zimt die Aufnahme von Glucose in die Zellen verbessert. Bestimmte Fraktionen der Inhaltsstoffe lassen auch eine Vermutung auf eine tumorhemmende und antivirale Wirkung zu.

Judasohr oder Mu Er für die Durchblutung

Der chinesische Verwandte unseres Judasohres wird als „Chinesische Morchel“ in getrockneter Form mittlerweile in Supermärkten angeboten. Viel schöner ist aber die Bedeutung seines Namens Mu Er (auch Mu- Ehr oder Mu- Err geschrieben) als „Holzohr“ und noch schöner die Bezeichnung „Wolkenohrenpilz“, denn getrocknet sieht er wirklich wie Wolken aus, allerdings sehr schwarze. Aus der chinesischen Küche ist er nicht wegzudenken. In China wird er schon seit 1500 Jahren kultiviert.

Die TCM empfiehlt den Einsatz von Mu Er bei Bluthochdruck und Arteriosklerose. Interessant ist die adaptogene Wirkung des Mu Er: einerseits ist er thrombosevorbeugend, also gerinnungshemmend, gleichzeitig vermag er jedoch auch Blutungen (z.B. Menstruationsblutungen) stillen. Generell kann man sagen, dass der Mu Er „das“ beste Mittel zur Verbesserung der Fließeigenschaften des Blutes ist. Er hilft beispielsweise bei Schmerzen in den Beinen wegen Gefäßverengungen, bei Venenentzündungen, Krampfadern und ist überhaupt zur Vorbeugung von Herzinfarkt und Schlaganfall zu empfehlen.

Chinesische Forschungen zeigen auch eine entzündungshemmende Wirkung vor allem auf Schleimhäute, die er im Darmtrakt und in den Bronchien befeuchten hilft. Aus diesem Grund wird der unterstützende Einsatz von Mu Er neuerdings auch bei chronischen Darmerkrankungen wie Colitis empfohlen.Er wirkt auch cholesterinsenkend, immunstärkend, vermutlich tumorvorbeugend und hilft bei Übersäuerung des Gewebes, somit auch bei Muskelkater.

Taigawurzel, das „Anti- Stress- Mittel“

Was ist Stress

Auf den Physiologen Hans Selye, der als Begründer der Stressforschung gilt, geht folgende Definition des Begriffes Stress zurück: „Stress ist die unspezifische Reaktion des Körpers auf jede Anforderung, die an ihn gestellt wird.“ Körperliche Stressreize sind zum Beispiel Kälte, Hunger, Krankheiten, Verletzungen, seelische Stressoren sind etwa Ängste oder Schwierigkeiten im privaten bzw. beruflichen Bereich.

Das Wort Stress stammt aus dem Englischen und bedeutet soviel wie Anspannung, Druck, Beanspruchung, Belastung sowohl im positiven wie im negativen Sinn. Dem gemäß unterscheidet man zwei Formen von Stress:

  • Eustress (griech. eu= gut), der mit Freude und Begeisterung zusammen hängt und dem Menschen gut tut, ihn anspornt und ihm Befriedigung verschafft.
  • Disstress ( dys =schlecht), der mit Bedrohung und Angst verbunden ist und den Menschen in seiner Gesundheit beeinträchtigen kann.

Urlaub ist nicht automatisch Eustress, er wird bald zur Belastung, wenn z.B. das Quartier nicht den Erwartungen entspricht. Auch der Beruf ist nicht immer nur Disstress, wenn er Freude macht und man sich damit verwirklichen kann.

Taigawurzel (Eleutherococcus senticosus)

 

Die „vegetative Dystonie“

Unser vegetatives Nervensystem, das aus Sympathikus und Parasympathikus (Nervus vagus) besteht, hilft uns, sich verändernden Bedingungen anzupassen. Unsere Lebensweise führt bei vielen Menschen dazu, dass das Wechselspiel der beiden nicht mehr funktioniert. Manche Menschen werden sympathikoton, der anregende Ast des vegetativen Nervensystem überwiegt. Die Folgen sind Herzprobleme, Bluthochdruck, Schlaflosigkeit, etc. Überwiegt der Parasympathikus wird man vagoton, leidet also unter ständiger Müdigkeit und Erschöpfung. Früher nannte man ein solches Ungleichgewicht „vegetative Dystonie“ (dys, griech. schlecht, krankhaft, tonus, lat. Spannungszustand), womit der Ungleichgewichtszustand im vegetativen Nervensystem gemeint war. Heute lehnt die Medizin diesen Begriff ab, denn sie versteht unter Dystonie Bewegungsstörungen, deren neurologischer Ursprung in den motorischen Zentren des Gehirns liegt. Der Symptomenkomplex der „vegetativen Dystonie“- in der Naturheilkunde wird dieser Begriff übrigens sehr wohl noch verwendet- wird von der Medizin als Befindlichkeitsstörungen abgetan.

 

Stress besser ertragen

Stress ist Anspannung, es ist daher wichtig, zu lernen, wie man sich entspannen kann. Aus gesundheitlichen Gründen sollten deshalb die Phasen der Anspannung von solchen der Entspannung abgelöst werden. Wenn bereits erste Symptome von Stressfolgen wie Erschöpfung, Immundefizite oder ähnliches zu bemerken sind, sollte man Heilpflanzen anwenden, die als Adaptogene bezeichnet werden. Darunter versteht man Kräuter, die dem Organismus helfen, besser mit Belastungen fertig zu werden und sich Stresssituationen besser anzupassen (adaptieren). Adaptogene sind nicht gegen bestimmte Krankheiten gerichtet, vielmehr versetzen sie den Körper in die Lage, sich gegen krank machende Einflüsse besser zu schützen. Adaptogene beruhigen bei Stress, ohne zu sedieren und sie regen bei mentaler oder physischer Erschöpfung an, ohne aufzuputschen. Vor allem sorgen Adaptogene dafür, dass das vegetative Nervensystem wieder in ein Gleichgewicht kommt.

 

Die Taigawurzel

Die Taigawurzel (Eleutherococcus senticosus) ist ein Araliengewächs und botanisch verwandt mit den verschiedenen Ginsengarten. Beheimatet ist sie in Sibirien, Nordchina, Nordkorea und auf der japanischen Insel Hokkaido. Wegen ihrer Heimat in Sibirien und weil dort erste Studien mit der Taigawurzel gemacht wurden, wurde sie früher als Sibirischer Ginseng bezeichnet. Sie wächst in Wäldern und an Waldrändern und kann dort ein dichtes Buschwerk bilden. Der wissenschaftliche Name leitet sich von eleuderos, griech. frei und kokkos, griech. Samen ab, ein Hinweis auf die Lage der Samen in der Frucht. Das Artepithet senticosus heißt lateinisch dornenreich, weshalb die Pflanze auch als Stachelpanax bezeichnet wird.

Taigawurzel (Eleutherococcus senticosus)

Taigawurzel (Eleutherococcus senticosus)

 

Taigawurzel, sowjetisches „Wunderkraut“

In der TCM wird die Taigawurzel schon seit Jahrtausenden zur allgemeinen Stärkung eingesetzt und auch die sibirischen Völker nutzten die Pflanze zur Steigerung der Vitalität. Bekannt geworden ist die Pflanze im Westen in den 50er- Jahren des vorigen Jahrhunderts; als bekannt wurde, dass die „Geheimwaffe“ der Russen, um die Folgen der Schwerelosigkeit der Kosmonauten zu mildern und um die Belastungsfähigkeit der Sportler bei der Olympiade in Moskau zu verbessern, diese Pflanze aus Sibirien sei. Russische Studien, die auch im Westen veröffentlicht wurden, ergaben, dass die Einnahme bei Sportlern, vor allem bei Gewichthebern, Ringern und Turnern die Fähigkeit zur Sauerstoffaufnahme verbesserte, was zu Ausdauersteigerung führt. Die Taigawurzel führte bei den Sportlern zu verbesserter Leistung, verminderter Erschöpfung und verbesserter Stimmung. Andere Studien mit Arbeitern in Automobilwerken zeigten, dass es bei Einnahme von Taigawurzel zu einer 25 % Reduzierung der Krankenstände kam.

 

Taigawurzel, Inhaltsstoffe entschlüsselt

Da die Taigawurzel botanisch mit dem Ginseng verwandt ist und ebenfalls eine adaptogene Wirkung hat, bezeichnete man eine Reihe von sogenannten Triterpensopaninen, die auch im Ginseng vorkommen, als Eleutheroside (im Unterschied zu den Ginsenosiden). Heute weiß man, dass die Inhaltsstoffe der Taigawurzel sehr von denen des Ginseng differieren, weshalb in der Pharmakologie die Bezeichnung Sibirischer Ginseng abgelehnt wird, um deutlich zu machen, dass es sich um zwei doch unterschiedlich wirkende Pflanzen handelt. Verwendet wird, wie es schon der Name sagt, die Wurzel und die Rhizome. Man kennt eine Vielzahl von Inhaltsstoffen wie Lignane, Phenylpropanderivate, Cumarine, Triterpensaponine und Polysaccharide. Die immunstärkende Wirkung der Taigawurzel konnte man vor allem den Polysacchariden zuordnen. Andere Studien konnten zeigen, dass ein Extrakt eine deutliche Steigerung der körperlichen Leistungsfähigkeit erbrachte.

 

Taigawurzel zur mentalen und körperlichen Stärkung

Die Taigawurzel hilft, sich Stress besser anzupassen. Die Reaktion des Organismus auf Stress wird in drei Reaktionsphasen eingeteilt: Alarm, Widerstand, Erschöpfung. Die Wirkstoffe der Taigawurzel bewirken eine Reduzierung der Stressreaktion in der Alarmphase, verbesserten Widerstand und eine Verzögerung des Erschöpfungsstadiums. Die Taigawurzel hilft also, auch in Phasen von vermehrtem Stress leistungsfähig zu bleiben und zwar sowohl körperlich als auch geistig. Mit zunehmendem Alter wird der Organismus immer weniger fähig, sich an Stresssituationen anzupassen. Die Taigawurzel hilft daher vor allem älteren Menschen Belastungen mit erhöhter Widerstandskraft zu begegnen. Die Einnahme von Taigawurzel kann besonders Menschen empfohlen werden, die unter chronischer Müdigkeit leiden.

 

Taigawurzel für das Immunsystem

Auch unser Immunsystem kann durch stressbedingte Belastungen geschwächt werden. Durch Studien ausreichend belegt ist die immunstimulierende Wirkung der Taigawurzel. Die unspezifische Abwehr besteht aus Makrophagen (Fresszellen, die Bakterien, Pilze, Viren einschließen können), sie bilden die „erste Angriffswelle“ gegen Feinde. Die „spezifische Immunantwort“, auch humorale Abwehr genannt, besteht aus Lymphozyten, die gezielt gegen feindliche Eindringlinge vorgehen. Beide Abwehrsysteme werden durch die Taigawurzel gestärkt. Taigawurzel hilft also, den Körper widerstandsfähiger allgemein gegen Infektionen, vor allem aber durch Viren hervorgerufenen Erkrankungen wie Influenza zu machen.

 

Taigawurzel anwenden

Als Droge zur Teezubereitung ist die Taigawurzel eher selten in der Apotheke zu finden. Es gibt aber fertige Präparate, meist in Dragéeform (gibt es unter www.salvator-apo.at) . Auch als Eleutherococcus- Urtinktur kann man die Taigawurzel in der Apotheke beziehen. Empfohlen wird maximal 3 Monate die Präparate einzunehmen, dann eine mehrwöchige Pause einzulegen. Die tägliche Dosierung ist bei Dragées üblicherweise 2 mal täglich 1 Dragée, bei der Urtinktur 2 mal täglich 10 Tropfen.

Achtung: Bei hohem Blutdruck ist die Einnahme nicht zu empfehlen, bei Kindern erst ab 12 Jahren. Wegen fehlender Untersuchungen wird auch empfohlen, Taigawurzel nicht in der Schwangerschaft und Stillzeit einzunehmen.

 

Naturheilmittel gegen Heuschnupfen

Frühjahr – das ist die Zeit, wo man die sprießende Natur genießen möchte. Doch für Menschen, die unter Heuschnupfen leiden, wird die Natur plötzlich zum Feind. Immer mehr Menschen leiden an Heuschnupfen und für sie kann ein Frühjahrsspaziergang unangenehm enden – die Augen brennen, die Nase rinnt und auch Atembeschwerden können auftreten. Die Medizin kann diese Symptome wirkungsvoll behandeln. Pflanzliche Heilmittel eignen sich gut zur Selbstanwendung und sie können nicht nur helfen, die Symptome zu lindern, sondern sich insgesamt positiv auf das überreagierende Immunsystem auswirken.

 

Unser Immunsystem

Schauplatz der Allergien ist das Immunsystem. Das Wort immun kommt von lateinisch immunis, frei sein von Lasten, Strafen oder Bürden. Etwas weiter gefasst sind die Attribute „privilegiert, rein, unversehrt“, man denke an die „Immunität parlamentarischer Abgeordneter“. Das Immunsystem hat die Aufgabe, den Körper vor Infektionen durch Bakterien, Viren, Pilzen oder Parasiten zu schützen. Das Immunsystem besteht aus zwei funktionellen Einheiten: der angeborenen, eher unspezifischen Abwehr und der erworbenen spezifischen Abwehr.

Die unspezifische Immunantwort stützt sich auf Fresszellen (Makrophagen, etc.), die Eindringlinge einschließen und abbauen. Das spezifische Abwehrsystem ist von T- Lymphozyten schon vorgewarnt und weiß, welche Feinde kommen. Die B- Lymphozyten erzeugen die Antikörper, auch Immunglobuline genannt, mit denen die Antigene der Feinde maßgeschneidert bekämpft werden können.

Ist das Antigen ein Bakterium, wird unter dem Einfluss bestimmter Teile des Immunsystems die Membran der Bakterienzelle geschädigt, das Bakterium platzt. Ist das Antigen allerdings ein Allergen oder Toxin, können nach der Sensibilisierung Immunkomplexe entstehen, die für bestimmte allergisch- entzündliche Erkrankungen verantwortlich sind.

 

Körpereigene Entzündungsstoffe

In den Körperflüssigkeiten oder Körpergeweben sind Botenstoffe vorhanden, die schnell zur Verfügung stehen, die Prostaglandine und Zytokine, die hormonartig in Entzündungsprozesse eingreifen können. Letztere können sowohl zur unspezifischen Immunität beitragen (z.B. Interferon- Alpha mit allgemein antiviralen Eigenschaften oder Interleukin-1 zur Fieberstimulation), als auch zur spezifischen Immunität (z.B. Interleukin-2 als T-Zell-Wachstumsfaktor). Histamin ist ein Gewebshormon, das als „Entzündungsstoff“ für die Beschwerden der klassischen Allergien wie Heuschnupfen, Asthma, etc. verantwortlich ist.

 

Was sind Allergien?

Der Begriff Allergie geht auf den Wiener Kinderarzt Pirquet zurück, der ihn 1906 in Analogie zu Energie (en- ergeia, körpereigene Kraft) als Reaktion auf körperfremde Stoffe all- ergeia, (allos, griech. anders, ergon, griech. wirken) also Allergie nannte.

Die Allergie ist eine Fehlfunktion in Form einer Überaktivität des Immunsystems. Es gibt verschieden Typen von Allergien, je nach der Reaktion des Immunsystems. An der allergischen Reaktion des „Sofort- Typs“ (Typ 1) ist vor allem das Immunglobulin IgE beteiligt. Diese Antikörper besetzen bestimmte Zellen im Blut und den Schleimhäuten. Durch einen überhöhten Spiegel an IgE werden die histaminproduzierenden Mastzellen so stark angeregt, dass sie in einer überschießenden Reaktion ihren gesamten Vorrat an Histaminen freisetzen. Die Folgen kennen Heuschnupfenpatienten – rinnende Nase, tränende Augen und juckende Schleimhäute. Die starke Schleimhautdurchblutung durch die Histamine führt zu deren Schwellung.

Andere wildgewordene Mediatoren, vor allem Leukotriene, veranlassen die glatte Muskulatur in der Lunge zum Zusammenziehen, wodurch sich die Bronchien kontrahieren- ein allergischer Asthmaanfall beginnt.

 

Wann zum Arzt?

Grundsätzlich sollte man beim ersten Verdacht, dass die rinnende Nase im Frühjahr kein „gewöhnlicher“ Schnupfen ist, den Arzt konsultieren. Er kann Untersuchungen veranlassen, auf welche Allergene die Symptome zurückzuführen sind. Ein nicht behandelter Heuschnupfen kann sich zu einem Asthma entwickeln, bei 40% der Heuschnupfenpatienten wurde eine bronchiale Überaktivität als Vorstufe des Asthmas gefunden. Neben symptomatischen Medikamenten wie Antihistaminika oder cortisonhaltigen Nasensprays gibt es die spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung), bei der Allergene injiziert werden, um den Körper langsam an allergieauslösende Stoffe zu gewöhnen. Derzeit wird übrigens intensiv an der Entwicklung eines Impfstoffes gearbeitet, bei dem eine einzige Spritze eine Desensibilisierung gegen Birkenpollen erreicht werden könnte.

 

„Böse“ Pollen

Heuschnupfen (Pollinasis) ist eine allergische Reaktion auf die männlichen Samenzellen verschiedener Pflanzen. So reagieren die Frühblütler- Allergiker schon ab Februar auf Hasel, im März auf Erle und ab April auf Birke. Sehr viele Menschen reagieren ab Mai allergisch auf Gräser oder Getreide wie Roggen und Mais. Die Heuschnupfen Saison endet dann ab August mit Beifuss und dem besonders aggressiv allergenen Ragweed (Traubenkraut).

 

Achtung – Kreuzreaktionen

Die wichtigsten Pollenallergene können in sechs Gruppen zusammengefasst werden, innerhalb derer Kreuzreaktionen zwischen den einzelnen Gruppenmitgliedern möglich sind. Birkenpollen bringen Kreuzreaktionen zum Beispiel nicht nur mit Erle, Hasel, Hainbuche, etc., sondern auch mit Lebensmitteln wie Äpfel, Pfirsiche, Kirschen, Nüssen, Karotten und Tomaten. Menschen, die unter Heuschnupfen leiden, sollten sich daher genau informieren. Informationen liegen üblicherweise bei Ärzten auf oder sind beim Pollenwarndienst (www.pollenwarndienst. at) nachzulesen.

 

Was kann man selber tun?

Abgesehen von Ratschlägen wie durch Verreisen den aktuellen Pollen auszuweichen (wer kann sich das schon leisten?), Fenster beim Autofahren zumachen, täglich Haare waschen und noch etliche andere, ist durchaus anzuraten, auch auf die Kraft einiger speziell aufbereiteter pflanzlicher Heilmittel zu vertrauen. Sie eignen sich durchaus zur Selbstanwendung und lassen sich auch mit medizinischen Maßnahmen kombinieren.

 

Omega-3- Fettsäuren in Heilpflanzen

Manche typischen Entzündungszeichen von Allergien lassen sich abmildern, wenn die „Rohstoffe“ bestimmter Entzündungsmediatoren reduziert oder verdrängt werden. Einer dieser Rohstoffe ist die Arachidonsäure, eine Omega-6- Fettsäure, die Ausgangssubstanz für Prostaglandine, Leukotriene, etc. Einige dieser Gewebstoffe halten die Entzündungsreaktionen aufrecht. Wichtig ist die Zufuhr von Omega-3- Fettsäure vor allem bei Autoimmunerkrankungen wie Polyarthritis, unterstützend können sie aber auch bei Allergien wie Heuschnupfen wirken.

Fisch ist besonders reich an Omega-3- Fettsäuren, also in der Pollensaison weniger Fleisch und mehr Fisch essen. Aber auch in Leinöl, Walnussöl, Rapsöl und Sanddornkernöl sind relevante Mengen an Omega-3- Fettsäuren enthalten. Besonders empfohlen werden kann eine Pflanze, die über die japanische Küche und die Popularität von Sushis zu uns gekommen ist.

 

Schwarznessel, japanisch Shiso (Perilla frutescens) gibt es noch nicht als fertiges Präparat, aber bei Gärtnern als dekorative Pflanze zu kaufen. Das aromatische Shiso passt aber nicht nur zu Sushis, sondern auch in alle Wok- Gerichte. Auch wenn die Omega-3- Fettsäure vor allem in den Samen von Shiso zu finden ist, kann der Genuss des Krautes allen Allergikern empfohlen werden.

 

Schwarzkümmelsamenöl zeichnet sich durch einen hohen Gehalt an Linolsäure aus, die ein Hauptvertreter der Omega-6- Fettsäuren ist. Diese sind die Gegenspieler der Omega-3- Fettsäuren. Im Organismus entsteht aus ihnen auch die Dihomo- Gamma- Linolensäure, die wieder zur Bildung von Prostaglandin E1 führt, das eine entzündungshemmende Wirkung und eine stabilisierende Wirkung auf die Bildung von allergischen Mediatoren hat. Vor allem enthält das Schwarzkümmelöl ein ätherisches Öl, das eine bronchienerweiternde und sekretionsfördernde Wirkung hat. Pollenallergikern kann daher empfohlen werden, in ihrer jeweiligen „Saison“ regelmäßig 1 bis 2 Kapseln mit Schwarzkümmelsamenöl zu schlucken.

 

Pestwurz gegen Allergien

Neue Studien haben gezeigt, dass die Pestwurz, die jetzt an Bachrändern zu blühen beginnt, nicht nur eine starke krampflösende Wirkung hat, weshalb sie auch bei Migräne eingesetzt werden kann, sondern auch eine antiallergische Wirkung in Form einer Hemmung von Histaminrezeptoren. Klinische Untersuchungen zeigten eine positive Wirkung des Wurzelextraktes bei Bronchialasthma von Kindern.

Bei einer Dopelblindstudie mit einem Antihistaminikum zeigte sich, dass der Pestwurzblattextrakt die Leitsymptome wie Niesen, Brennen der Augen, rinnende Nasen ähnlich günstig beeinflussen konnte wie das Antihistaminikum, aber ohne dessen Nebenwirkungen wie Schläfrigkeit.

Einziges Problem: Fertige Präparate mit Pestwurz sind in Österreich nicht registriert. Doch jeder Apotheker kann sie aus Deutschland ordern, was einen Mehraufwand für den Apotheker bedeutet.

Achtung: Vor der Anwendung als Tee der Pestwurz, die überall zu finden ist, muss gewarnt werden, da sie leberschädigende pyrrolizidine Alkaloide enthält. Die fertigen Präparate sind dagegen pyrrolizidinfrei.

 

Küchengemüse mit antiallergischem Potenzial

Die Küchenzwiebel enthält Schwefelverbindungen, die Thiosulfinate, die eine Histaminfreisetzung durch die IgE- Globuline hemmen können. Auch das Quercetin, ein in der Küchenzwiebel vorkommendes Flavonoid, zeigte in Untersuchungen eine Hemmung der Histaminfreisetzung. Berichte über anti- asthmatische Effekte der Zwiebel lassen auch für die Indikation Heuschnupfen positive Effekte erwarten. An Fertigpräparaten mangelt es noch, also kann nur empfohlen werden, täglich 100g frische Zwiebeln zu essen oder 3 mal täglich 1 EL Zwiebelfrischpresssaft einzunehmen.      

 

Birkenknospen gegen Birkenallergie?

Die Gemmotherapie, die bei uns leider noch viel zu wenig bekannt ist, nutzt als Heilmittel die Knospen oder Sprossen von Pflanzen. Die Wirkung geht darauf zurück, dass die Knospen ein besonders enormes Teilungs- und Wachstumspotential haben. Ihre Zellverbände enthalten das gesamte genetische Programm der Pflanze. Dieses Programm führt im Verlauf des Wachstums zu einer zehnfachen Masse an Pflanzengewebe, dabei ist die Wahrscheinlichkeit, dass bei einer Vielzahl an Teilungen Fehler unterlaufen, recht hoch. Die Knospen sind daher reich an bestimmten Phytohormonen wie den Auxinen oder Giberellinen, die verhindern, dass es bei den Pflanzen zu Fehlentwicklungen kommt. Gemmomazerate helfen auch beim Menschen vor allem dort, wo Reparatur- und Regenerationsmechanismen im Körper angeregt werden sollten.

 

Johannisbeerknospen (Schwarze Ribisel, Ribes nigrum): Ist so bewährt gegen Allergien, dass das Mazerat manchmal als „Pflanzliches Kortison“ bezeichnet wird. Es wirkt abschwellend und entzündungshemmend vor allem auch bei Heuschnupfen und sollte daher als Basismittel in der „Saison“ täglich eingenommen werden (3 mal 10 Tropfen).

 

Birkenknospen: Sollten mit den Johannisbeerknospen kombiniert werden. Sie helfen vor allem bei Problemen in Nasen- und Rachenraum von Kindern. Bei Allergien helfen die Birkenknospen ein aus der Norm geratenes Immunprogramm in Balance zu bringen und haben eine antihistaminische Wirkung. In den Knospen sind noch keine Pollen, also keine Angst. Man nimmt Birkenknospenmazerat abwechselnd mit Johannisbeerknospen, also morgens 10 Tropfen Johannisbeer, dann mittags 10 Tropfen Birkenknospen und dann wieder Johannisbeer. Am nächsten Tag beginnt man mit den Birkenknospen.

 

Heckenrose: Generell wirken die Sprossen entzündungshemmend, immunmodulierend, weshalb sie auch bei Allergien eingesetzt werden können. Ein Schwerpunkt der Wirkung liegt im Atemwegsbereich und das vor allem bei Kindern, die ständig krank sind. Sollten also vor allem bei Kindern mit allergischen Atemwegserkrankungen eingesetzt werden, in Kombination mit den Birkenknospen.

 

Schneeball: Medizinisch wird der Schneeball bei uns nicht verwendet, im Gegenteil, er wird sogar als giftig betrachtet. Mittlerweile ist klar, dass man die Früchte des Schneeballs auch essen könnte. Das Knospenmazerat wird in der Gemmotherapie verwendet, da es entspannend auf Bronchien und Lunge wirkt. Das Mazerat kann also unterstützend bei Pollenallergien mit Hustenreiz eingesetzt werden.

 

Weißbuche (Hainbuche): Das Knospenmazerat hilft vor allem bei Allergien mit Atemwegsproblemen. Es wirkt auf die Schleimhäute der oberen Atemwege, beruhigt Hustenreiz und kann ebenfalls unterstützend zu den anderen Mazeraten eingesetzt werden.

 

Zitrone und Quitte gegen Heuschnupfen

Rudolf Steiner, der Begründer der anthroposophischen Medizin, stützte sich bei der Entwicklung stark auf die Signaturlehre von Paracelsus, der meinte, dass die inneren Qualitäten einer Pflanze sich an ihrem Äußeren erkennen lassen. Gegen Heuschnupfen hat Rudolf Steiner auf der Basis dieser Erkenntnis ein besonderes Heilmittel namens Gencydo entwickelt. Zitronen umhüllen mit ihrer derben Schale ein saftiges Inneres, man könnte sagen, sie sind ein Sinnbild der zentripetalen Kräfte. Beim Heuschnupfen überwiegen die zentrifugalen Kräfte – beim Niesen spritzt nur so das Sekret nach außen und die Augen rinnen fortwährend. Eine andere Flüssigkeitsbildung findet sich in der Quitte – die Frucht ist zwar hart, doch wenn man sie erhitzt, ist sie eine der saftreichsten Früchte und hat dazu viele reizmildernde Schleimstoffe in den Kernen. Aus diesen beiden Pflanzen hat die anthroposophische Medizin Heilmittel entwickelt, die es rezeptfrei in der Apotheke gibt. Am wirkungsvollsten wäre die Anwendung in Form subkutaner Injektionen, die sollte aber einem anthroposophischen Arzt vorbehalten bleiben. Zur wirkungsvollen Selbstanwendung eignen sich dagegen Lösungen zur nasalen Anwendung (mit einem Wattestäbchen die Nasenschleimhaut einpinseln) oder Augentropfen. Statt der Zitronen – Quitten – Augentropfen könnte man auch Euphrasia (Augentrost) – Tropfen verwenden, die vor allem dann helfen, wenn die Augenbindehäute rot sind und jucken.

 

Homöopathie gegen Heuschnupfen

Die homöopathischen Mittel, die zur Selbstanwendung empfohlen werden können, dienen höchstens zur Linderung der Symptome. Eine Basisbehandlung muss einem in Homöopathie ausgebildeten Arzt vorbehalten bleiben.

Galphimia D4: Die homöopathische Zubereitung dieser mexikanischen Heilpflanze ist noch nicht so lange in der Therapie, hat sich aber bei Heuschnupfen sehr bewährt. Sie hilft vor allem bei Juckreiz im Hals, brennenden Augen und Niesreiz mit gleichzeitig rinnender Nase. In der Anfallzeit nimmt man täglich 3 mal 5 Globuli.

Euphorbium D6: Die Wolfsmilch nimmt man in erster Linie dann, wenn heftiger Niesreiz das Hauptsymptom ist, sei es, ob der Niesreiz nicht zum Niesen führt oder heftiges Niesen nicht gestoppt werden kann. Täglich 3 mal 5 Globuli.

Euphrasia D6: Den Augentrost nimmt man dann, wenn die Symptome sich vor allem in den Augen bemerkbar machen. Die Tränen sind scharf, die Nase rinnt auch, es brennt aber nicht. Täglich 3 mal 5 Globuli.

 

Betula Pendula

Betula Pendula

 

 

Gemmotherapie, wirkungsvoll, leider zu wenig bekannt

Was ist Gemmotherapie

Gemma ist das lateinische Wort für Knospe. Die Gemmotherapie ist eine Methode, bei der Heilmittel aus frischen Pflanzenteilen wie Knospen, Triebsprossen und Wurzelspitzen von Bäumen und Sträuchern eingesetzt werden. Sie werden im Frühjahr geerntet und frisch in einer Mischung aus Glycerin und Alkohol mazeriert. Die Knospen und Sprossen bestehen aus embryonalem Gewebe in voller Entwicklung. In diesem Gewebe sind die lebens- und Wachstumskräfte am höchsten. Daneben enthält das Embryonalgewebe auch viele aktive Wirkstoffe, die im weiteren jahreszeitlichen Wachstum der Pflanzen nicht mehr vorhanden sind. Die Gemmotherapie geht davon aus, dass das Mazerat aus dem Embryonalgewebe dem Menschen als Vitalisierungs- und Regenerationskräfte dienen kann.

 

Gemmotherapie- bei uns kaum bekannt

Wir verdanken die Entdeckung der Knospenkräfte dem belgischen Arzt Dr. Henry Pol, dessen Therapie vor 50 Jahren in Frankreich aufgenommen wurde und die auch Eingang in die Pharmacopee francaise, also das französische Arzneibuch fand. In Frankreich ist diese Therapieform auch recht bekannt und die Knospenmittel werden viel verwendet. Bei uns dagegen ist sie eher unbekannt. Die Gemmotherapie ist eine auf wissenschaftlichen Grundlagen basierende Methode, zu deren Anwendung eine Ausbildung nötig ist. Leider gibt es in Österreich sehr wenig Ärzte, die sie praktizieren. Doch die Knospenmittel sind auch zur Selbstanwendung sehr gut geeignet und man kann sie über Apotheken beziehen.

 

Unterschied zwischen Gemmo- und Phytotherapie

Die Gemmotherapie gehört im Prinzip zur Pflanzenheilkunde, setzt aber einen anderen Wirkmechanismus in Gang. In der klassischen Phytotherapie wirkt eine Heilpflanze auf der Basis ihrer Inhaltsstoffe gegen bestimmte pathologische Zustände und wirkt konkret auf diese oder auf bestimmte Organe. In der Gemmotherapie wird dagegen die zelluläre Ebene im Körper angesprochen, über die alle Wachstums- und Reperaturmechanismen im Körper laufen. Gemmo- Arzneien setzen dort an, wo das Leben entsteht, sie sprechen mit der „Proteinsprache“ unserer Zellen.  

 

Knospen und Sprossen- die teilungsaktivsten Teile der Pflanzen

Embryonales Gewebe hat ein enormes Teilungs- und Wachstumspotential. Die teilungsaktiven Zellverbände enthalten das genetische Programm einer Pflanze, das heißt in ihnen ist die gesamte Information der Pflanze enthalten. Dieses Programm führt im Verlaufe des Wachstums zu einer zehnfachen Masse an Pflanzengewebe. Die Knospen haben zwar ein enormes Wachstums- und Teilungspotential, aber auch eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit, dass bei der Vielzahl an Teilungen Fehler unterlaufen. Um sich vor solchen Fehlteilungen zu schützen, bedient sich das Embryonalgewebe bestimmter Phytoproteine.

Die Knospen sind daher reich an solchen Eiweißstoffen, aber auch an Enzymen und Wachstumshormonen. Die Auxine sind pflanzliche Hormone, die das Streckungswachstum der Sprossen fördern, sie spielen aber auch bei der Abwehr von krankmachenden Einflüssen eine Rolle, indem sie die Bildung von bestimmten Kohlehydraten anregen. Diese wiederum schützen die Pflanze vor Pilzen, Bakterien und Viren. Eine zweite Gruppe von Phytohormonen in den Knospen sind die Gibberelline, deren wesentlichste Aufgabe ist, zu verhindern dass es bei den Pflanzen zu Fehlentwicklungen wie beispielsweise Zwergwuchs kommt.

Man kann daher sagen, dass Gemmomazerate beim Menschen vor allem dort helfen können, wo Reparatur- und Regenerationsmechanismen im Körper angeregt werden sollten.

 

Bäume- das Grundgerüst der Gemmotherapie

Dr. Henry Pol maß den Knospen der Bäume eine besondere Rolle zu. Er war der Überzeugung, dass der Baum die höchste Entwicklungsstufe in der Flora darstellt. Obwohl der Baum es schafft, ein enormes Gerüst zu entwickeln, kann er sich Jahr für Jahr durch seine Treibspitzen aufs Neue verjüngen. Ein schönes Beispiel dafür ist der Olivenbaum, der tausende Jahre werden kann, dennoch jedes Jahr genug embryonales Gewebe entwickelt, sozusagen ein Musterbeispiel für „ewige Jugend“.

In der Gemmotherapie werden „Leit“bäume gemeinsam mit den in ihrem Umfeld wachsenden Sträuchern eingesetzt. Die Kräuter dieses Biotops werden ebenfalls verwendet, üblicherweise in Form einer Tinktur aus den Blättern und dienen zur Drainage, also sozusagen zur Entsorgung der „Trümmer“ der durch die Baumknospen ausgelösten Prozesse.

 

Wo können Gemmomazerate sinnvoll helfen?

Der holländische Therapeut Francois Ramarkers brachte einen neuen Aspekt in die Gemmotherapie ein, indem er die Waldentwicklung mit den Wandlungsphasen der Traditionellen Chinesischen Medizin in Einklang brachte. Birken und Erlen wachsen gerne auf feuchten Böden, sie entsprechen der Entwicklung zwischen der Wandlungsphase Wasser und Holz, also beim Menschen der Zeugung und dem folgenden Kindesalter. In der Gemmotherapie stehen die beiden Bäume für alle akuten Symptome.  

Der Eichenwald entspricht der Feuer- Phase, sozusagen dem Höhepunkt unseres Lebens. Die Eichen entziehen dem Boden so viele Mineralstoffe und lagern sie ein, weshalb ihr Holz so hart ist. Auf solchen ausgelaugten Böden kann sich dann nur mehr ein Buchenwald entwickeln. Ihre Wurzeln gehen nicht mehr so tief in den Boden, die Buche wächst in die Breite und entwickelt eine dichte Baumkrone, in deren Schatten nur mehr wenige Pflanzen gedeihen können. Buchen erschöpfen den Boden. In der TCM entsprechen sie der Wandlungsphase Metall, also dem Lebensabschnitt nach dem Erreichen des Zenits, z.B. der Menopause der Frau, Buchenknospen können daher Frauen in dieser Phase helfen.

Als nächste Phase kann auf den ausgelaugten Böden nur mehr eine Heidekrautschicht, gemeinsam mit Wacholder wachsen. Sie dienen der Regenerierung des Bodens, indem sie ihn mit Kieselsäure anreichern. Knospenmittel dieser Phase entsprechen daher aus chinesischer Sicht der Zeit zwischen Metall und Wasser, der Zeit, wo auch beim Menschen alles ausgelaugt ist und starr und brüchig wird. Am Ende der Waldentwicklung stehen die Nadelbäume Tanne und Fichte, die zur Regeneration des Waldbodens beitragen. In der Gemmotherapie sind sie die Heilmittel für chronische Prozesse, die ebenfalls eine besondere Regeneration brauchen wie Osteoporose.

Gemmotherapeuten können sehr wirkungsvolle Therapien, gerade bei Alterungsprozessen einsetzen , das sollte allerdings darauf spezialisierten Therapeuten überlassen werden, da dafür auch konkrete Blutuntersuchungen notwendig sind.

 

Mammutbaum (Sequoia gigantea)

Mammutbaum (Sequoia gigantea)

 

Eine Auswahl der Knospenmittel zur Selbstanwendung

 

Bergfichte“ (eigentlich Berg- Kiefer, Pinus mugo syn montana, Kieferngewächs):

Im Handel ist das Mazerat unter dem fälschlichen Namen „Bergfichten- Knospen“. Tatsächlich stammt es von der Berg- Kiefer, die besser als Latsche bekannt ist. Sie wächst über die Waldgrenze bis zu Höhen von über 2000 m. Im Schnitt nicht viel höher als 3,5 m hoch wachsend kommt die Berg- Kiefer von den Pyrenäen bis zu den Alpen vor. In der Volksmedizin gilt die Latsche als Heilmittel für die Atemwege und gegen Rheuma.

Wirkungsrichtung: Remineralisiert die Knochen und hilft bei Abnützungserscheinungen , entzündungshemmend.

Anwendungsgebiet: Bei vielen Arthrosen (Hüft- , Kniegelenks-, Rückenwirbelarthrosen), rheumatoide Prozesse (entzündliche und degenerative Formen), Osteoporose.

 

 

Birke (Moorbirke, Betula pubescens, Birkengewächse):

Wirkungsrichtung: Dekalzifikation, lymphatische Konstitution (Neigung zu Nasen- und Rachenschleimhautproblemen, Polypenbildung), balanciert ein aus der Norm geratenes Immunprogramm, antihistaminische Wirkung, anregend auf Nieren (ohne sie zu reizen), wachstumsanregend für Kinder, antidepressiv.

Anwendungsgebiete: Arthrosen, akute Studien bei Heuschnupfen und Allergien. Schleimhautentzündungen im Nasen- Rachenbereich vor allem bei Kindern, Mundschleimhautentzündung, unterstützend bei Frühjahrskuren zur „Blutreinigung“, Gicht, bei kardischen Stauungen und Ödemen unterstützend zur Harntreibung, bei depressiven Müdigkeitszuständen.

 

Eiche (Stieleiche, Quercus robur syn. pedunculata, Buchengewächs

In der Waldentwicklung wird die Eiche dem Element Feuer zugeordnet. Eichenwälder gelten als der Höhepunkt der Waldentwicklung. Sie lassen Licht durch und bilden daher das vielfältigste Biotop. Die Eiche und ihre Begleitpflanzen sind in der Lage, dem Boden wasserlösliche Substanzen, aber vor allem Kalzium zu entziehen. Die Eiche hat daher so ein hartes Holz.

Wirkungsrichtung: Die durch nichts zu erschütternde Eiche regt die Lebenslust und die Libido an, stärkt die Potenz

Anwendungsgebiet: Anregung der Testosteronproduktion, Potenzprobleme, sexuelle Asthenie, weiters Rheuma und Arthritis.

 

Haselstrauch (Corylus avellana, Birkengewächs):

Am bekanntesten ist der Haselstrauch wohl, weil aus seinen Zweigen Wünschelruten gemacht werden können. Paracelsus sah im Haselstrauch die Planetensignatur von Merkur oder Hermes, dem Götterboten, dem als Überträger der Botschaften im Körper das Kommunikationsorgan Lunge zugeordnet ist.

Wirkungsrichtung: Verbessert die Elastizität des Lungen- und Leberparenchyms. Wirkt entzündungshemmend und adstringierend.

Anwendungsgebiete: Chronische Bronchitis, aber auch akute Atemwegserkrankungen, Asthma, COPD, Lungenemphysem.

 

 

Himbeere (Rubus idaeus, Rosengewächs):

Die Verwendung von Himbeerblättertee einige Wochen vor der Geburt, um die Geburt zu erleichtern und zu beschleunigen, ist für Hebammen traditionell bewährt. Es spricht aber vieles dafür, besser das Himbeersprossenmazerat einzusetzen. Himbeerblätter enthalten Gerbstoffe, die stopfend wirken könne und Obstipation ist für viele Frauen im dritten Trimenon ein Problem. Die Einnahme des Knospenmazerates ist daher vorzuziehen.

Wirkungsweise: Wirkt hormonell und schmerzlindernd bei Frauenleiden.

Anwendungsgebiete: Geburtsvorbereitung (ca. 1 Monat vor Termin), Menstruationsbeschwerden (in abwechselnder Einnahme mit Heckenrose: 1 Woche Himbeere, 1 Woche Heckenrose), Wechselbeschwerden (ebenfalls abwechselnd mit Heckenrose).

 

 

Johannisbeere (Ribes nigrum, Stachelbeergewächs)

Das Sprossenmazerat von der Schwarzen Johannisbeere (österreich. Ribisel) wird gerne als „pflanzliches Kortison“ bezeichnet, medizinisch ausgedrückt kann man sagen, das Mazerat wirkt kortikomimetisch, das heißt, es regt die körpereigene Produktion von Kortison an. Vermutlich ist es unter den Gemmomazeraten am bekanntesten, sicher ist es aber eines der umfassendst wirkenden Mittel.

Wirkungsrichtung: Entzündungshemmend (kortisonähnlich!, vermutlich durch eine Anregung der Nebennierenrinde) vor allem regulierend bei Fehlsteuerungen wie Allergien.

Anwendungsgebiete: Chronischer Schnupfen, Heuschnupfen, Asthma, Emphysem, Ekzeme, Migräne, Rheuma, Gicht, Arthritis, Prostatabeschwerden.

 

 

Linde (Tilia tomentosa, Lindengewächse)

Die Silber- Linde ist in Südosteuropa heimisch, vermutlich wird sie deshalb in Frankreich verwendet und fand so Eingang in die aus Frankreich stammende Gemmotherapie. Doch alle Linden sind „lind“ (lint, althochdeutsch beweglich, biegsam), lindern also viele Leiden.

Wirkungsrichtung: Beruhigend, angstlösend, krampflösend, nervenstärkend

Anwendungsgebiet: Einschlafprobleme vor allem bei Kindern, Durchschlafprobleme, melancholische und depressive Stimmungen, nervöse Erregungszustände, hyperaktive Kinder, Neuralgien..

 

Tanne (Weißtanne, Abies alba syn. pectinata, Kieferngewächs)

Leider zählen die Tannen, die bis 1900 m Höhe rauf wachsen können, zu den gefährdeten Nadelbäumen und als Christbaum werden schon lange leicht züchtbare Tannen wie die Nordmanns- Tanne (die allerdings in der Türkei beheimatet ist) angeboten.

Wirkungsrichtung: Das Mazerat aus den Wipfeln hat sich bei allen Dekalzifikationserscheinungen bewährt, aber auch bei kindlichen Wachstumsstörungen. Harmonisiert den Kalziumhaushalt, fördert Heilung von Knochenbrüchen, stärkt die Zähne:

Anwendungsgebiete: Rachitisprophylaxe, Karies und andere Zahnprobleme vor allem bei Kindern, adjuvant bei Knochenbrüchen (stimuliert Knochenbildung, abwechselnd mit Bergfichtenmazerat nehmen), ebenso bei Osteoporose abwechselnd mit Bergfichte, Arthrose (v. a. Hüftarthrose).

 

Naturheilkundliche Ratschläge von Miriam Wiegele

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Nach ihrem abgebrochenen Medizinstudium war es Miriam Wiegele klar, dass sie ihr Wissen in Phytotherapie, Pharmakognosie sowie in vielen alternativen Heilmethoden wie Homöopathie, anthroposophische Medizin, Aromatherapie, Gemmotherapie, etc. in Österreich nie in die Praxis umsetzen kann, da alles, was unter dem Titel Therapie läuft, hierzulande den Ärzten vorbehalten ist. So entschied sie sich, ihr Wissen medial umzusetzen, also in Radio und TV sowie in Printmedien, und vor allem in Büchern.
Seit über 30 Jahren hat sie eine wöchentliche Radiosendung im Radio Burgenland. Dieses Buch stellt eine Zusammenfassung der Manuskripte, die sie zu ihren Radiosendungen verfasste, dar. Das Spektrum der Themen ist breit gestreut: Heilsysteme wie Apitherapie werden beschrieben, auch ernährungswissenschaftliche Themen fehlen nicht im Rahmen des Buches. Vor allem geht es aber um Themen wie Heilpflanzen richtig anwenden, Anwendungsmöglichkeiten aus sämtlichen Bereichen naturheilkundlicher Methoden (von Homöopathie bis TCM) bei Krankheiten nach Indikationen aufgelistet von Fibromyalgie bis Unfruchtbarkeit, alles immer unter dem Motto – was kann ich selber tun und natürlich immer mit dem Hinweis, wo die Grenzen einer Selbstbehandlung liegen sollten. Ein Buch, das helfen soll, verantwortungsbewusst etwas zur Erhaltung oder Gewinnung der eigenen Gesundheit zu unternehmen.

Erscheint im Bacopaverlag, vermutlich Ende 2015

Kräuterheilkunde, auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basierend zur praktischen Selbstanwendung

buchcoverKraueterheilkunde

Die Phytotherapie ist die Lehre der therapeutischen Anwendung der Heilpflanzen, im Sprachgebrauch gemeinhin „Kräuter“ genannt. Dieses Buch stellt sich den Anspruch eine Kräuterheilkunde zu sein, bei der man nach Indikationen wie Immundefizite, Atemwegserkrankungen, etc. geordnet, nachlesen kann, welche Heilpflanzen therapeutisch sinnvoll zum Einsatz geeignet sind. Als Basis der Informationen dienen dabei wissenschaftliche Erkenntnisse der Pharmakognosie (Lehre der Wirkstoffe) und Berichte über klinische Erfahrungen. Allerdings wird auch der Einsatz von Heilpflanzenanwendungen aus anderen Heilsystemen wie Aromatherapie, Gemmotherapie, etc je nach Indikation berücksichtigt, um zu besonders wirkungsvollen Konzepten zu kommen. Berücksichtigt wird in diesem Buch auch die besondere Situation der Anwendung von Heilpflanzen bei Kindern und alten Menschen.

Dieses Buch kann als Nachschlagewerk für medizinische Berufe genutzt werden, wendet sich aber auch an alle Menschen, die an einer Selbstmedikation interessiert sind.

Erscheint im Verlag Bacopa (www.bacopa.at) im Herbst 2015

Heilende Alpenpflanzen, Zauberpflanzen unserer Berge

buchcoverHeilendeAlpenpflanzen

„Alle Wiesen und Matten, alle Berge und Hügel sind Apotheken“, dieser Spruch stammt von Paracelsus. Tatsächlich verfügen viele Bergpflanzen über Heilkräfte, die in der Volksmedizin vergangener Jahrhunderte bekannt und geschätzt waren. Einige dieser Heilpflanzen wie die Arnika (Arnica montana), der Gelbe Enzian (Gentiana lutea) sind anerkannte Heilpflanzen, aber da gibt es noch viele ungehobene Schätze der heilenden Alpenpflanzen, die nur noch in der Volksmedizin genutzt werden.

Wer hatte nicht schon einmal den Wunsch bei einer Bergtour, mehr über die Pflanzen zu wissen, die dem Wanderer auf Schritt und Tritt begegnen. Botanische Bestimmungsbücher gibt es viele und dieses Buch stellt sich nicht den Anspruch, diese zu ersetzen. Es will vielmehr dem Wanderer die Heilkräfte der Pflanzen zu seinen Füßen offenbaren und vielleicht verhilft ihm die Geschichten so mancher Zauberpflanzen unserer Berge, leichter die Gipfel zu erklimmen.

Ist in Bearbeitung und erscheint im Bacopaverlag, vermutlich 2016